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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-01-28 · 5 (28.1.1916) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
5 (28.1.1916)
Date
1916-01-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 5 Tr. Bloch's Wochenschrift Seite 79 Es ergeht an alle Menschenfreunde die innige Bitte, durch Spenden an Geld und Schuhen unsere SCftioit zu unterstützen, welche den durch stetig wachsender: Andrang Bedürftiger an sie gestellten Anforderungen kaum nachzukommen vermag. Helfen Sie uns, damit wir unser Kriegswerk vollenden können. Freundliche Schuh- oder Geldspenden erbeten an das Zentralbureau, 9. Beiz., Türkenstr. 17, Tel. 17705. Aussprisung für Flüchtlinge. An der Fürsorgeaktion für Flüchtlinge haben außer den in unserem vorwöchigen Artikel genannten Vereinen und Komitees auch die „Machsike hadath" 'Präsident Herr Jacob März) und der „Verband humanitärer Vereine galizischer Juden" (Präsident Dr. Max Jakobsohn, Vizepräsident I. M. Beer, Kassier HerrPlatz) hervorragenden Anteil genommen und wir tragen mit Vergnügen einige Daten nach, welche die segensreiche Tätigkeit dieser Vereinigungen illustrieren mögen. Der Verein „Machsike hadath", 2. Bezirk, Obere Augartenstraße 40, hat bis zum Ausbruche des Krieges nur an Samstagen und zu Ostern zugereiste Arme und Kranke ausgespeist. Seit eineinhalb Jahren wurden nicht weniger als 500 Personen täglich, anfangs mit Suppe, Fleisch und Gemüse, seit Einführung der Brotmarke mit einer kräftigen Suppe und ausgiebigen GemüseportionLN unentgeltlich beteilt. Dies ergibt in einem Jahre die stattliche Zahl von 180.000 gratis ausgespeisten Personen. Außerdem erhielten im Winter an der inr Verein feit 12 Jahren bestandenen Talmüd-Thora-Schule 250 Kinder nebst der geistigen Nahrung auch eine kräftige Luppe mit Brot. Die sehr bedeutenden Ausgaben für diese humanitäre Betätigung wurden zum größten Teile durch Spenden und Subventionierung hereingebracht. Der Verband der galizifchen Vereine hat in der Schiffamtsgasse 20 große Lokalitäten gemietet, in welchen Flüchtlinge teils gratis, teils gegen sehr geringes Entgelt ausgespeist werden. In einem Jahre erhielten Frühstück 18.115, Mittagmahl 29.506, Nachtmahl 21.888 Personen und wurden 48.000 Portionen gratis verteilt. Die Einnahmen betrugen Kr. 33.423.—, die Ausgaben Kr. 51.160.—. Beide äußerst rührige und bei den außerordentlichen Anforderungen und den horrenden Lebensmittelpreisen selbstverständlich schwer kämpfenden Vereine verdienen die wärmste Förderung und tatkräftige Unterstützung seitens edler Menschenfreunde. Jwri O n a u ch i. Erholungsstätten für Schulkinder. Dem Vereine „Kaiser Franz Josefs-Ferienheim", welcher gleich feinem Schwestervereine, dem ,Jtaifev Franz Josefs-Jubiläums-Seehospiz", alljährlich einige Hundert Kinder während der Ferien nach seinen Erholungsstätten entsendet hat, war diese Möglichkeit als Folge des Krieges bereits im vergangenen Jahre entzogen. Tifchnowitz-Vorkloster in Mähren ist vom Vereine der Verwundetenfürforge übergeben.worden, während Grado vermöge seiner Lage im italienisch besetzten Gebiete für unsere Zwecke verloren war. Es bestand daher schon im vergangenen Jahre die Frage: Auf welche Weise vermag der Verein seiner übernommenen Verpflichtung gerecht zu werden? Wie bieten wir unserer Heranwachsenden Jugend, oft siech und krank, von einem langen Schulbesuch der Großstadt geschwächt, von der schweren Zeiten Not, eine dringend nötige Erholung? Durch die menschenfreundliche Gesinnung und werktätige Mithilfe unserer Gönner wurde es ermöglicht, daß Kinder, wenn auch in geringer Anzahl in Gruppen getrennt, Unterkunft am Lande fanden, teilweise in Tageserholungsstätten Wiens die Wohltat besserer Luft genießen konnten, in anderen Fällen wurde ihnen aber bloß durch unentgeltliche Zuwendung von Nahrungsmittetn Kräftigung geboten. In diesem zweiten Kriegswinter, in welchem die Kinder der Armen infolge allgemeiner Teuerung kaum in der einer normalen Entwicklung förderlichen Weise ernährt werden konnten, ist eine Erholung und rationelle Verpflegung während der Ferien nötiger denn je. Der Vorstand des^„Kaiser^Franz Josefs-Ferienheims" und des „Kaper Franz Josefs- Jubiläums-Seehospiz" sieht sich daher veranlaßt, an alle menschenfreundliche Schloß-, Villen- und Hausbesitzer, welche in der Lage wären, ein Landhaus, Villa oder sonstiges Gebäude den genannten Vereinen behufs Unterbringung einer Anzahl von Kindern während der Sommermonate großmütigst zu überlassen, schon heute die innige Bitte zu richten, ihre eventuelle gütige Hilfsbereitschaft freundlichst bekanntgeben zu wollen. Inr Hinblick darauf, daß die heute Heranwachsende Jugend das kostbarste Material für eine bessere Zukunft bildet, hoffen wir, daß unsere Bitte bei allen Kinderfreunden nicht erfolglos verhallt, und daß Hilfe geboten wird, wo sie so nötig ist. Allerdings erscheint unsere heutige Bitte bei noch so kalter Jahreszeit als verfrüht, allein die Organisation zu einer oder mehrerer solcher Niederlassungen erfordert zeitraubende Vorbereitungen und Mühe und macht unsere häutige frühscheinende Einleitung zur diesjährigen Tätigkeit begreiflich. Freundliche ^Zuschriften werden erbeten an den Vorstand des „Ferienh um". 9. Bezirk. Türkenstraße 17, Televhon 17705, oder „Oesterr. Seehospiz". 9. Bezirk. Porzellangasse 4, Telephon 21094. Brockensammlung für jüdische Arme. Bertciluugslokal: Alscrstraße 42. Spenden gingen uns in letzter Woche reichlich zu; mehr als 20 Arme konnten beteilt werden: aber noch immer liegen uns 50 Gesuche Hilfsbedürftiger vor, die uns um Wäsche, Kleider, Schuhe bitten. Ein jüdischer Lehrer, der acht Jahre in einer Schute in Genua unterrichtete, langte hier von allen Hilfsmitteln entblößt an: er bittet um Kleidung und möchte gern Unterricht im Italienischen erteilen. Eine alte Frau, die mit drei Kindern auf der Erde schläft, bittet um einen Teppich, eine Decke. — Ein 74jähriger Mann hat nur den einen Wunsch, warme Wäsche zu erhalten, und so ad infinitum. Wir hoffen in der nächsten Woche, wenn gute Menschen uns Entbehrliches senden, jene 50 Gesuche erledigen zu können. Kleider und Wüsche sandten in letzter Woche: Frau Julie Ehrlich, Frau Szölösi, Frau Rosenbaum, Malvine Gelbhaus, Löwin, Karoline Selzer, Hadra I., Julie Glücksthal, Kann, Fanny Sprecher, Franzi Bischofswerder, Schüller, Sigmund Beamt, Dr. Fischer (Belovar) per Post, Grand Hotel S. L. Große Freude bereitete den Armen die Spende der Frau Edith Waller. Die gute Dame hatte zwölf Kinderkleider selbst angefertigt, Baby-Wäsche, Röcke rc. — In gleicher Weise vorbildlich sollte das Schreiben eines schweizerischen jüdischen Frauenvereins wirken. Die Präsidentin Frau Ullmann schreibt: „Da wir jede Woche für Bedürftige nähen, ist ein ansehnlicher Borrat an fertiger Wäsche vorhanden. Ist Ihnen damit gedient, wenn wir Ihnen Wäsche, Kleider rc. senden?" Ueberall haben wir jüdische Frauenvereine: viel Rot könnte gelindert werden, wenn sie dem Beispiel der braven Schweizerinnen folgten. I. B. Meran, lieber Eingabe des Israel. Kultuskomitees für Südtirol in Meran und des Herrn Rabbiners Tokcor Adolf Altmann in seiner Eigenschaft als Militärseelsorger an das Landesverteidignngskommando iit Tirol erging vom genannten Kommando der folgende Erlaß, der für die jüdische Oesfentlichkeit der Monarchie gewiß das größte Interesse haben wird:

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