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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-01-28 · 5 (28.1.1916) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
5 (28.1.1916)
Date
1916-01-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 5 Dr. Vloch's Wochenschrift Seite 71 genannten „jüdischen" Witzen nicht singen und sagen soll. Diese Darlegungen geben auch für das jüdische Publikum eine Richtschnur, wo sein Widerstand gegen derlei mit Recht einznsetzen hat, ohne den berechtigten Vorwurf einer übertriebenen Empfindlichkeit hervorzurusen. In einer der letzten Nummern der Wiener Fachzeitschrift „Das Organ der Baris towelt" finden wir einen Artikel von Leonhard Leun er, Breslau, der vom Standpunkte des Vortragenden Künstlers zu dem Thema folgende Ausführungen nracht: „So wenig jemand so geschmacklos sein wird, ^katholische" oder „evangelische" Witze zu bringen, darf er so geschmacklos -sein, das Gefühl der Inden verletzende „jüdische" Witze zu bringen. Der Jude darf sich eine Verspottung seiner Tapferkeit verbitten, nachdem bisher allein schon in diesem Kriege 5000 deutsche Juden das Eiserne Kreuz erhalten haben und bereits 600 Juden zu preußischen Offizieren befördert sind. Er braucht sich keine Anspielungen aus „jS ch m u tz i g k e i t" inehr gefallen zu lassen, weil ja der gebildete Mensch wissen muß, daß allein schon die Religionsvorschriften der Juden eine Sauberkeit fordern, die erst in den sanitären Anforderungen der Jetztzeit ein Gleichnis findet. Der Jude verbittet sich jede A n-i zweiflung seiner finanziellen Vaterlandsliebe und verlangt, daß sich auch die Vortragskünstler als gebildete Menschen informieren, in welch hervorragender Weise Juden bei allen Sammlungen usw. beteiligt sind. Ebenso verlangt der Jude, daß ein Humorist als gebildeter Mensch folgende Tatsachen kennt und berücksichtigt. Der Jude ist n i ch t der t y p i s ch e B e t r ü g e r"; 99 Prozent aller Berrugssälle kommen im „Handel"^ vor und fallen Juden wie Christen gleichmäßig zur Last; ähnlich steht es mit dem Wucher, wobei jeder wissen.sollte, daß solcher durch die Sitten- und Staatsgesctze der Juden in Palästina streng verboten war, ihnen aber in Deutschland im Mittelalter durch fürstliche Erlässe als Beruf vorgeschrieben wurde, damit ihre „Herren" mehr Einnahmen von den Juden hätten. Die Juden „fürchten" sich nicht vor dem Flugsport, das sollten schon die Namen im jetzigen Kriege ausgezeichneter Flieger beweisen (z. B. der Aviatiker Tausstg, der den Verkehr mit dem belagerten Przemysl aufrecht erhielt), und der Erfinder des ersten lenkbaren Luftschiffes, David Schwarz, war ein Jude, auch der erste Observator am Königl. Aeronautischen Observatorium, Professor Arthur Berson, ist - jüdischer Herkunft. Was die Juden Meyerbeer, Offenbach, Ignaz Brüll, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Goldmark, Fall, Hollaender, Oscar Straus, Joseph Joachim, Hch. Grünfeld, Gustav Mahler, Siegfried Ochs,' Edm. Lassen, Angelo Neumann, Jadlowker, Pauline Lucca, Adolf von Sonnenthal, Barnay, Davidson, Possart, Em. Reicher, Schildkraut, Jarno, Irene Triesch und Max Reinhardt auf dem Gebiete der deutschen Kunst bedeuteten und bedeuten, soll jeder Vortragskünstler, der sich wirklich als Künstler fühlt, wissen, und sich auch an die Namen gewisser Größen des Varietes und Kabaretts erinnern! Auf die Bedeutung der Juden für die deutsche Wissen-« schast und unser sanitäres und wirtschaftliches Obsiegen im Weltkriege braucht wohl nur ganz kurz mit den Namen Ehrlich und Haber hingewiesen werden. Wenn man das alles weiß und bedenkt, so wird man begreifen, daß von nun an die Juden gegen eine V o r t r a g s k u n st protestieren, in der j e d e r Betrüger Levy oder Kohn, jeder Drückeberger „Rekrut Rosenstock", jeder Schmutzfink Feiteles, jeder blutige Ignorant „Bankier Mosesthal" heißt, und dergleichen. Man muß fortan von jedem anständigen Humoristen und Vortragskünstler verlangen, daß er Witze der bezeichneten Art möglichst gänzlich unterläßt und „jüdische Witze" nur noch dann (sofern er wirklich so stoffarm ist) bringt, wenn ihr Inhalt den Juden nicht zu Spott und Unehre gereicht. Es ist auch ganz gleich, ob man im Witz vom polnischen Juden oder allgemein von Juden spricht, denn die Tragik der polnischen Juden im Weltkrieg sollte jeden Witz verbieten. Auch kr galizische Jude — ganz dasselbe und noch ßrehr, weil er in Oesterreichs Heer mit größter Tapferkeit känrpfte. Der hätte es in Frieden jenen galizischen jüdischen Landstürmern zugetraut, daß sie bei einem Sturmangriff in den Karpathen im langen Kaftan, nur die Militürmütze auf dem Kopfe, mit demselben Schneid Vorgehen würden, wie nebenan die jungen Honveds? Nun gibt es jüdische Humoristen, die des lieben Beifalls gewisser Elemente halber, selbst in diesem Genre machten, sie vor allem müssen jetzt umlernen." Kriegsdekoraliorren jüdischer Offiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Offizierskreuz des Franz Josef- Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Oberstabsarzt 1. Klasse Dr. Alfred Herz, Garnisonsspital Nr. 12; das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes dem Regimentsarzt Dr. Karl Sternbach, Kommandant der Div.-San.-Anstalt Nr. 45, und dem Oberleutnant Dr. jur. Ludwig Markus, Geniedirektion Krakau; das Militärverdien st kreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten dem Jng.-Leutnant Oskar Herz, 50. Jnf.-Division; dem Leutnant d. R. Otto Lederer, J.-R. 91; das Signum laudis am Bande des Militärveroienstkreuzes (kais. belobende Anerkennung) den Oberleutnants d. R. Moriz Fischer, Feldhaub.-Reg. 11, Richard Schlesinger, Res.-Spital Schwaz, Isidor- Neuländer, J.-R. 101, Heinrich O ruft ein, Feldhaub.-Reg. 15, Eduard Helle r, 2. Armeekommando, Rudolf Pick, J.-R. 18, Armin Spitzer. Dalm.-Geb.- Kan.-Div., Markus Hose r und Dr. Isidor S t r a u s z, Fest.-Art.-Reg. 5, Salomon Nagel, 1. Armeekommando, Eugen Weiner, Feldspital 5/13, Adolf Popper, Et.- Train, Alfred Löwy, Feldfpital 9/12, Oskar Wertheimer, Kommandant der Arb.-Abt. 3, Bernhard R e i ch, Ldst.-Reg. 25; den Leutnants d. R. Fritz Löwy, Feldkan.-Reg. 5, Bela Braun, J.-R. 5, Bernhard H a r s a n y (Hartenstein), J.-R. 37, Rudolf Weiner, Tel.-Reg., Abraham Aschkenasy, Landw.-Haub.- Div. 45, Oskar Weinstein, Ldst.-Reg.; für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde den Assistenzärzten Dr. Andor Lichtenberg, Garn.-Spit. Nr. 16, Dr. Eugen Bär, Garn.-Spit. 22, Dr. Mikfa Pollak, Garn.-Spit. 19; dem Oberarzt Dr. Hugo S t e i n b e r g, Ldw.-Jnf.-Reg. 6; dem Landsturmarzt Dr. Artur Ruff, Marodenhaus; das goldene Verdien st kreuz mit der Krone anr Bande der Tapferkeitsmedaille für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde den Verpflegsofsizialen d. R. Oskar Hahn, 41. ung. Jnf.-Div., Walter Adler, Div.-Bäckerei 28, Dr. Josef Brauner, Gruppe FZM. Benigni; dem Landsturm-jZivilarzt Dr. Eduard Singer, Div.-San.-Anstalt 90; den Assistenzärzten Doktor Emanuel Rosenfeld, Fest.-Art.-Bat. 5, und Doktor- Jakob Oppenheimer, Traindiv. 1; Tr. Siegmund Krauß aus Baden, Kommandant des Feldmarodenhauses 2/5;

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