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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-01-21 · 4 (21.1.1916) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
4 (21.1.1916)
Date
1916-01-21
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seit,' 66 Nr. 4 Dr. Vloch's Wochenschrift Jamnitz. Der Borsland der isracl. Kultusgemeinde Jamnitz hat Herrn Jakob Schwarzbart, der zu Ehren seiner gottseligen Gattin eine namhafte Stiftung gemacht hat und an den hohen Feiertagen in Jamnitz gratis Schachris vorgebetet hat, durch folgendes Schreiben geehrt: * Herrn Jakob Schwarz bart, Mähr.-Budwih. Sie haben durch freigebige Spenden sowie durch Sammlung bei auswärtigen Glaubensgenossen die Interessen unserer Gemeinde gefördert, besonders aber dir Restaurierung des PuUitzer Friedhofes erleichtert. Für dieses unserer Gemeinde entgegengebrachte warme Interesse spricht Ihnen der versammelte Vorstand der gefertigten Kultusgemeinde in öffentlicher Sitzung seinen besten Dank aus und beschießt, diese Danksagung in das Protokoll aufzunehmen. Mit vorzüglicher Hochachtung Israel. Ku 11 usgmeinde I a m n i tz. Danksagung. Die Kriegsflüchtlinge in Kanitz fühlen sich verpflichtet, dem hiesigen Rabbiner Herrn Dr. H. F l e s ch ihren tiefgefühlten Dank auszusprechen für seine selbstlose, aufopferungsvolle rmd ersprießliche Fürsorgetätigleit, die er zugunsten dieser von Haus und Hof Vertriebenen entwickelt, um ihr Los erträglich zu gestalten. Herr Dr. FI e s ch hat all sein Können und Wissen, all seinen Einslutz und seine ganze Tatkraft bereitwilligst in den Dienst der Flüchtlingsfürsorge gestellt. Seine ganze freie Zeit, sein ganzes Denken und Trachten galt seinen Schutzbefohlenen — diese zu bekleiden, ihren Hausrat zu vermehren, für sie Lebensmittel so billig als möglich einzukaufen, dieses bildete seine größte Freude, und diese Aufgabe löste er auch mit bewundernswerter Geschicklichkeit, wenn man bedenkt, wie knapp die Mittel waren, die ihm bei dieser Teuerung zur Verfügung gestanden. Aber nicht nur für das materielle Wohl seiner Flüchtlinge sorgte er, auch ihr geistiges suchte er zu fördern. Und auch dieser seiner sich selbst gestellten Aufgabe wußte er sich in anerkennenswertester Weise zu entledigen, indem er ihnen belehrende Vorträge gehalten und für sie sogar eine Lesehalle errichtete. Auch die von der Israelitischen Allianz zu Wien errichtete fünfklassige Volksschule mit polnischer Unterrichtssprache, wo die Kinder auch unentgeltliche Lehrmittel erhalten, ist dank den Bemühungen des Herrn Dr. FI e s ch entstanden. ■ Und nicht zuletzt sprechen wir hiemit dem Herrn Statthaltereirat Maximilian Schön unseren tiefempfundenen Dank aus für all sein Entgegenkommen und die Fürsorge, die er uns als k. k. Bezirkshauptmann von Brünn angedeihen ließ. Wir danken auch dem hiesigen Kultuspräsidenten Herrn Emil Brunner, der als Kassier des hiesigen Hilfskomitees sich um unsertwillen so viel Mühe gegeben hat. Mögen alle diese, die sich in unserer Rot unserer mit solcher warmen Herzlichkeit annahmen, die Versicherung entgegennehnien, - daß wir ihnen stets ein dankbares Andenken bewahren werden. Kanitz, im Dezember 1915. _ Die Flüchtlinge. Feuilleton. Kriegsmargmalie«. ,, Von Dr. B. Plaezek (Brünn). Tie Legende vom schlafenden Patriarchen. Vater Jakob, als er bei anbrechender Nacht allein sich fand mitten in der Wildnis, deren traurige Oede und Zerklüftung ihm den Zustand seines eigenen Gemüts widerspiegelte, da wählte er von den Steinen des Ortes mehrere sich Zum Lager und sprach: Wenn diese einzeln gesonderten Steine sich durch meine Berührung zu einem verschmelzen, so soll es mir ein höheres Zeichen sein dafür, daß Gott seine Gnade auf mir werde ruhen lassen! Hoffnungsreich legte er sich nieder und fand erquickenden Schlaf auf dem rauhen Lager. Doch während er schlief, da begannen die Steine unter ihm miteinander Zu streiten. Der eine sagte: „Auf mich soll der Fromme sein Haupt legen!" Und der andere: „Auf mir soll sein Haupt ruhen!" Was tat mm Gott? Er vereinigte sie alle zu einem' Steine und gewährte so dem Patriarchen das ersehnte Gnadcuzeichen. . . . Und wamr immer und wo immer Absonderuugsgelüste im Parteienkampfe den Regierenden Zurufen: „Auf mir soll der Schwerpunkt ruhen, auf meine Sprache, auf meine Volkstümlichkeit usw. soll das H a u p t g e - w i ch t gelegt werden," da mögen all die einander bekämpfenden Richtungen sich zusammenfinden in einem Strebe n, das in der Macht, Wohlfahrt und Größe des Gesamtstaates gipfelt. Nur das kann dann als Zeichen gelten, daß ein gütiges Geschick über dem Ganzen waltet. -es hat sich im großartigsten aller Kriege bereits ereignet und erwiesen. — Was soll erst von der herr-s lichen Einstimmigkeit bei allen Notwendigkeiten der Sieg bringen?! S e l b st s u ch t ist der Fehler des Einzelnen, Selbstpreisgebun^ hingegen ein Fehler der Gesamtheit. Straffe Selbstdistzivlinierung und strenge Lebensführung verbürgen die Herrschaft der Psyche über die Leiblichkeit. : ' 1 ■! i ■ Man bet' zu Gort und bete nicht Den Götzen des Erfolges an; Man schätze hoch nicht den Verdienst, Der d a s Verdienst erkaufen kann. Manches große Werkhaus ist für den Besitzer nur eine Sorgenfabrik, in welcher unausgesetzt Tag- und Nachtschichten miteinander abwechseln. Welch' ein Widerspruch! Mau macht sich Sorgen, um genießen zu können, und kann nicht genießen vor lauter Sorgen. Man keucht einher Nach Gut und Ehr' In atemlosem Laufen, Ein Ungefähr Kommt in die Quer, .. Wirft alles über den Haufen. — Rückblicke auf Vorausblicke. Ein Blick voraus, ein Blick zurück, Sie lehren das Leben begreifen. Verstehend erfassen den Augenblick, Ins Ungewisse nicht streiken. R a n d g l o s s e n zum B a l k a n k r i e g e. 28. November 1912. König Ferdinand von Bulgarien, der Freund und Forschungsgenosse unseres unvergeßlichen Kronprinzen Rudolf, mit dem er hervorragendes Verständnis und Interesse für die Vogelwelt teilte, hat als Fürst im Jnhrd 1894 dem Verfasser zum Danke für dessen ornithologische Studien als Ehrenzeichen sein Bildnis zukoMmcn lasset:. Darauf erwiderte der Empfänger: „Euere Hoheit scheinet: von der geschichtlichen Providenz berufen zu sein, den alten Spruch: „Exoccidente lux“ in die neue Devise zu umwandeln: „Ex Oriente Inx“ — „Das Licht der Gesittung, einer freiheitlichen, menschenwürdigen Entfaltung!" Die Beziehungen hatte damals der Sekretär des Fürsten, der rühmlichst bekannte Ornithologe Hofrat Dr. Paul Leverkühn aus München, verinittelt. Wer die eminente, die vitalsten Weltinteressen gegenwärtig mächtig erregende, ernste Gestalt des Bulgarenkönigs mit manchem seiner Bundesbrüder in Vergleich stellt, dem mag wohl ein köstliches altslavisches Volkslied in den Sinn kommen: Eule sitzt auf einem Buchenaste, Adler über ihr im Tannenhorste. Sehr verschämt zum Adler spricht die Eule: „Geh' doch, Adler! Winke nicht beständig! Gar besondrer Art sind jetzt die Leute, (

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