Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 4 (21.1.1916)
- Date
- 1916-01-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 58 Dr. Bloch's Wochenschrift N-. 4 silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse. Nach den Peteanoerkämpfen wurde er für die silberne TapferkeitsMe-, daille 2. Klasse vorgeschlagen. Franz Mihaly, Pionier-Gefreiter, Felsö-Derna (Kom. Bihar), arbeitete im furchtbarsten Feuer mit der größten Ruhe an der Wiederherstellung der Stellungi Er wurde mit der silbernen Tapferkeitsmedaille 2. Kl. ausgezeichnet. Schwarcz, Zugssührer, Szeged, erhielt für seine Verdienste aus dem Gebiete des Sanitätswesens das silbcVitc Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille. Bela G r ü n w a l d, Gefreiter, Bekes, wurde für die gleichen Verdienste mit der bronzenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und ist für die silberne Tapfer-, keitsmedaille 2. Klasse vorgeschlagen. Dem Herrn Leo Stein, Leutnant d. R. eines Feldkanonenregiments, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde das Signum laudis am Bande der Tapferkcitsmedaille verliehen. Keneratingenieur Siegfried Fopper. In der bedeutungsvollen Ansprache, welche Erzherzog Kar! Stephan bei der Eröffnung der Schiffsbautechnischen Versuchsanstalt hielt, sagte er, wie bereits gemeldet, nach warnten Worten der Anerkennung für die Leistungen unserer heimischen Industrie wörtlich: „Diese Leistungen haben das Feindesland beunruhigt. Das ist die s ch ö n st e Anerkennung! Nicht genug, vom Auslande aus wurde vor Jahren der Versuch gemacht, den Konstrukteur unserer neuert Schiffstypen für eine dortige Werst zu gewinnen. Er zerschellte am Felsen der Vaterlandsliebe." In der „Korrespondenz Wilhelm" bringt nun Präsident Dr. Alfred Stern den Namen des in so warrnen Worten geehrten Mannes in Erinnerung: Generalingenieur Siegfried Popper erhielt bekanntlich nach seinem Austritt aus österreichischen Staatsdiensten von der englischen Regierung die glänzendsten Anerbieten, die er aber zurückwies'. (Aus dem „Neuen Wiener Tagblatt" vom 19. Januar 1916.) Auszeichnung der Präsidentin Arau Sofie Krünfetd. Frau Sofie Grünfeld, Präsidentin des Kaiser- Franz Josef-Ferienheims in Tischnowitz und des österreichischen Seehospizes, erhielt das Ehrenzeichen 2. Kl. vom Roten Kreuz mit der K-riegsdekoration. Es ist dies, wie man weiß, nicht die erste Anerkennung, welche der edlen Frau zuteil wird, da ihr vor einigen Jahren für ihre bedeutenden Leistungen auf dem philanthropischen Gebiete der Elisabethorden zweiter Klasse verliehen wurde. In ganz besonders hervorragender Weise hat diese gütige Frau sich stets als Helferin der Notleidenden erwiesen, als geniale Schöpferin oder getreue Mit? arbeiterin großzügiger Aktionen, und die Kriegszeit, die an alle warmfühlenden Herzen die Pflicht, zu helfen und die Not zu lindern, nahe gerückt, hat sie wiederum auf ihrem Platz gefunden. Selbst von herbem Leide getroffen, geht sie völlig in ihren menschenfreundlichen Bemühungen auf. Gerade ihre letzte Schöpfung, die Wiener Schuhzentrale, hat mit den denkbar geringsten Kosten bis heute schon viele Hunderte der Armen Wiens, darunter eine große Zahl von Kindern, die gänzlich zerrissenes oder auch gav kein Schuhwerk trugen, mit Schuhen beteilt und so vor Frost und Krankheit, wenn nicht Aergerem, bewahrt. Dr. Ludwig Münch, Assistenzarzt und Leiter der sechsten Wteilung des Reservespitals in Krems, wurde mit dem Ehrenzeichen 2. Klasse vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Dem Statthalterei-Rechnungsdirek or Jakob Donath in Linz wurde als Bureauleiter des Permanenzkomitees für Kriegskrankenfürsorge bei der oberösterreichischeil Statthalterei das Ehrenzeichen zweiter Klasse vom Rotcll Kreuz mit der Kriegsdekoration verliehen. Das Iomkippur-Wachsor. Geza Pollak, Sanitätsfähnrich, Besitzer der Tapferkeitsmedaille 2. Klasse, Sohn des Kantors der israel. Kultusgemeinde' in Erzsebesfalva, teilte seinen Eltern, lütc „Egyenlöseg" meldet, die folgende ergreifende Episode seiner heldenmütigen Kämpft an der italienischeil Front Mit: „Der Vorabend des diesjährigeil Jomkippur war sehr jtraurig und wird Mir vielleicht für immer unvergeßlich bleiben. Wir hatten ein Begräbnis. Wir begruben einen guten, lieben Freund, mit dem ich, obgleich er bedeutend älter war als ich, in wahrer, inniger Freundschaft lebte.- Dr. Ernst Adler (Acs) ist der Name meines armen Freundes. Er war im selben Bataillon Kadett, welchem auchi ich angehöre. Es liegt vielleicht etwas Fatumartiges darin, daß ich am Vorabend des Rosch- Haschonohfestes tieftraurig in meiner Deckung saß,'eine Granate nach der anderen schlug in unserer Nähe nieder, ich — der einzige Jude in der Deckung — bete andächtig aus dem Machsor, welches mall mir vom Hause geschickt hat. Meine Tränen rannen, wie der Bach über meine Wangen, als mein armer, nunmehr verewigter Freund eintrat. Verwundert schaute ich ihn an, iuie er nur so waghalsig sein konnte, in solchem Feuer herumzukriechen. Er aber antwortete gerührt: „Ich weiß, daß du ein Machsor bekommen hast, ich habe leider keines, bloß ein kleines Gebetbuch, leih' mir's!" Dann fielen wir einander-weinend ums'den Hals, umarmten und küßten uns und wünschten mit bebenden Lippen einallder und unscrell Angehörigen viel, viel Freuden und Glückseligkeit. Ich wurde dann abgelöst. Mir weinte das Herz, daß er nicht mitkommen konnte, aber daserste ist die Pflicht: er mußte bleiben. Drei Tage später trafen wir wieder zusammen und freuten Nils schon im vorhinein, daß wir am Jomkippur würden beisammen sein . können. Und nun liegt er zu Meinem unendlich großen Schmerze bereits im kalten Grabe. Ein katholischer Geistlicher hat ihn bestattet. Ich legte ihm unter den Kopf in den Sarg (den ich Machen ließ) sein kleines Gebetbuch und sprach schluchzend das 'El Mole rachainim. Wenn es auch als Trost zu wenig ist, so tut Mir der Gedanke einigermaßen wohl, daß er nicht gelitten hat. Er starb kurz nachdem', er verwundet wurde. Seid nicht böse, daß ich einen so traurigen Brief geschrieben habe, aber ich mußte es' in meinem unsagbar großen Schmerze vom Herzen herunterklagen. Auf dem Ielde der Ehre gefallen. Der Sohn des Bürgermeisters von Sereth, der Fähnrich Heinrich Beral beim Hochs- und Deutschmeisterreg iment Nr. 4, erlitt im 24. Lebensjahre zwischen dem 1. und 5. November 1915 im Norden den Heldentod fürs Vaterland. Fähnrich Berat stand seit Kriegsbeginn im Felde und kämpfte auf fast allen Fronten, bis ihn bei einem Sturmangriff, den er an der Spitze seiner Wteilung führte, die feindliche Kugel traf. Der Verstorbene stand vor Wsolvierung seiner juristischen Studien und war als glänzender Sportsmann bekannt.