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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-01-14 · 3 (14.1.1916) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
3 (14.1.1916)
Date
1916-01-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 3 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 47 wie schon Zuckermanns Mutter in diesem Blatte erklärt hat, aus diesen Worten nicht auf die sorgfältig geleitete Erziehung in einem böhmischen Patrizierhanse hätte schlier ßen können. Immerhin war die Vermählung deutschiösterreichischer Kunst und Volkspoesie mit dem Liede des Ostjudentums, das Zuckermanns Bedeutung für eine künftige Literaturgeschichte ausmachen wird, schön herausgehoben, er auch als der berufenste Vermittler der Ostpoesie für die Westjuden gebührend gefeiert. Egon Brecher, der wohlbekannte und hochverdiente Dolmetsch biblischer Poesie, wußte namentlich mit dem herrlichen Psalm mit dem Kehrreim „Herr, erbaue Zion wieder" wahrhafte Beifallsstürme zu entlocken, während die Hälfte seines Programms, darunter die Nachdichtung der „Nacht auf dem alten Markt" von Perez ausgeblieben ist. Lia Rose n, eine der ersten, die Zuckermanns Dichtkunst zu würdigen wußten, gab den kraftvollen Schwanengesang zu Gehör, das Makkabäerlied, das bei aller Formvollendung des Vortrages doch als wuchtiger Schlachtgesang des zu Tode Getroffenen nach einem männlichen Interpreten verlangt. Den größten Genuß gewährte unser großer Konzertsänger Victor Heim, der unter Begleitung Alfons BlüMels das so rasch Volkslied gewordene „Reiterlied" Zuckermanns in Vertonung von W e l - l e.cz, die leider nicht auf der Höhe des Textes steht, „Einst" nach Robert Weils Vertonung und dann mit durchschlagendem Erfolge das von Konrad Maril trefflich vertonte Volkslied des Dichters, „Der Herr Hauptmann /hat gesagt", sang. Hoffentlich wird der gelungene Abend, der leider fast ausschließlich von zionistischen Kreisen besucht war, die ja Zuckermann ohnedies zu würdigen wissen, dazu beitragen, Zuckermanns Lyrik, eine der besteil des Weltkrieges, die ja im Großen und Ganzen nur ein kleines Geschlecht von Dichterm fand, zu verbreiten und den markigen Gesängen, aus denen der gute Oesterreicher und der gute Jude spricht, auch ebenbürtige Komponisten zuführen. C. B. „Beth Haam" (Jüdisches Volksheim). 16. Bez., Wurlitzergasfe 11. Samstag, den 15. Januar, halb 8 Uhr' abends: Konzert des Herrn Oberkantors M. B. Kaufmann unter Mitwirkung des Orgelvirtuosen M. M e n z e r. der Klaviervirtuosin Frl. Marie K o g a n, der Gesangschule Frau Dr. Siegmund K a n n e r und des Rezitators Dr. Felir Mendelsohn. Das „Beth Haam" veranstaltet jeden Samstag, abends Borträge und Konzerte. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Präsidenten Herrn Dr. Martin F ö r st e r, 16. Bez., Thaliastraße 22, gelangen lassen. „Jüdische Toynbechalle", XX., Denisg. 33. Das letzte Konzert am 8. Januar war der Kammermusik gewidmet. Junge Musiker, von Herrn Professor Oscar S t o ck ausgebildet, brachten ein Mozart-Trio und ein Klavier-Ouartett desselben Meisters in vortrefflichem Zusammenspiel zur wirksamsten Geltung. Der gleichfalls von Herrn Stock herangebildete junge Geiger Herr Glanz spielte klassische Perlen der Violinliteratur, Arie von Goldmarck und die Romanze von Beethoven mit schönem Ton und echtem Empfinden und wurde durch reichen Beifall ausgezeichnet. Ein Menuett von Mozart, von dem Klavier-Quartett mit exakter Feinheit gebracht, bildete den harmonischen Abschluß der echt musikalischen Veranstaltung, die Prof. Stock vortrefflich studiert und durchgeführt hat. W o ch e n p r o g r a m m: Samstag, den 15. d. M., Konzert, veranstaltet von Frau Regine Bettelheim. Sonntag: Vortrag, Herr Professor Dr. L. Goldhammer: „Der Krieg und die messianische Idee im Geiste der Bibel." Mittwoch, den 19. d. M.: Vortrag, „Cha-s rakterbilder aus jüdischer Geschichte" (Fortsetzung), Sei kretär Dr. I. Bronner. Freitag, den 21. d.^M.: Bibelvortrag, Herr Dr. Ch. S. S ch u l s i n g e r („Theologia">. — Den Bibelvortrag am 7. d. M. hielt Herr Tr. Jul. Augapfel. Wien. (Todesfall.) Am 4. Januar 1916, abends, starb hier Herr Benjamin R o s e n f e l d. gew. Kaufmann in Jaroslaw. im Alter von 75 Jahren. Der Verblichene genoß wegen seines biederen Charakters und seines Wohltätigkeitssinnes die Wertschätzung aller, die ihn kannten. Das Leichenbegängnis fand hier am 6. d. M. unter zahlreicher Beteiligung der Verwandten und Bekannten statt. Ehr: seinem Andenken. Austritte aus dem Iuvcntum vom 2. bis 8. Januar 1916. Deutsch Charlotte. Inhaberin eines Wirkwarengeschäftes, geb- 10. August 1866 in Lugosch (Ungarn), IX., Kvlingasse 20. Facher Helene (Ilona), Hilfsarbeiterin, geb. 24. April 1899 in Budapest, XX., Hellwagstraße 6. Kann Emil, Dr., Hof- und Gerichteadvvkat, geb. 6. Februar 1872 in Wien, I., Lichtenfelsgasse 7. Kaufmann Margarethe, Private, geb. 25. Mai 1892 in Wien, VII., Neubaugasse 71. Lichtwitz Theodor. Privatier, geb. 30. Jänner 1860 in Troppau, 1., Eßlinggasse 15. _ Mautner Hans, Mau]'mann, geb. 30. November 1886 in Lchetzlar, IX., Maximilianplatz 16. Mah Irma, Private, geb. 18. Februar 1896 in Pvdwoloczhska, 1., Perersplatz 9._ Baden. Veranlaßt durch einen vom Feldrabbiner Tr. Hausner in Baden gehaltenen Bortrag, veranstaltete der Badener Israel. Frauen-Wohltätigkeitsverein eine Sammlung zugunsten des Jüdischen RetrungSkomitees in Lemberg, welche ein Erträgnis von nahezu 3000 Kronen ergab. Möge dies ein Ansporn für andere jüdische Gemeinden sein, in gleicher Weise ihr Scherflein zur Linderung der großen Not der jüdischen Bevölkerung Galiziens beizutracjen. Baden. Rabbiner F l e s ch hielt am Sonntag, den 9. d. M., im Badener Maimonides-Verein einen mit großem Beifall ausgenommenen Vortrag. Eisgrund. Am 4. dieses Monats fand in Eisgrub in Böhmen das Begräbnis des Bürgermeisters der jüdischen Gemeinde dieses Ortes Gustav Rothschild statt, welches sich zu einer glänzenden und imposanten Trauerkundgebung für diesen, weit über die .Gemarkungen seines Laterortes bekannten, überall geachteten und angesehenen Mann gestaltete. Das bewiesen die zahlreichen jüdischen und nichtjüdischen, offiziellen und nichtoffiziellen Teilnehmer an der Begräbnisfeier, unter denen besonders zu erwähnen wären: Der Bürgermeister der Gemeinde Eisgrub mit der gesamten Gemeindevertretung, Regierungsrat Lauche, der Spitalskommandant des Fürstlich Lichtenstem'schen Rekonvaleszentenheimes in Eisgrub. Regimentsarzt Dr. Poifel; die Lehrerschaft des Ortes mit der Schuljugend, die zusammen mit dem mit Fahne ausgerückten Veteranenverein, dem der Verstorbene durch 25 Jahre als Mitglied angehörte: der Feuerwehr und den Verwundeten des oben genannten Spitales das Ehrenspalier bis zum Grabe bildeten. Der Rabbiner aus Kostel. Ehrwürden Dr. Deutsch, der dem Verstorbenen in seiner Grabrede seine hervorragenden Eigenschaften und Verdienste um seine Mitbürger nachrühmte, führte des weiteren aus. daß mit dem Dahingeschiedenen ein Mann heimgegangen sei. der jederzeit für seinen Glauben und seine Glaubensgenossen alle seine Kräfte zu opfern bereit war. Er habe sich einen unvergänglichen Platz in der Geschichte des Ortes Eisgrub geschaffen und stets werde der Name Rothschild von jedermann in Eisgrub in Ehren genannt werden. Warschau. Unter den Professoren der neueröffneten polnischen Universität in Warschau befinden sich auch zwei Juden: der Mathematiker Samuel Dicksteilt und für die neuere Geschichte Marcell Handelsmann. Generalposrmrister Samuel — Minister des Innern. London, 10. Januar. Amtlich wird miigeteilt: Generalvostmeister^S a m u e l wurde an Stelle Sir John S i m o n s zum Staatssekretär des Innern ernannt.

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