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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-01-14 · 3 (14.1.1916) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
3 (14.1.1916)
Date
1916-01-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 38 Dr. Bloch's Wochxnschlrist Nr. 3 ersichtlich, ist, daß die Kultusgemeinde, teils aus eigenen, teils aus gesammelten Mitteln, Kr. 215.000.— für Flüchtlingsfürsorgezwecke und außerdem Kr. 30.000.— für Bekleidung von Flüchtlingskindern verausgabt hat. Die „Allianz" selbst hat in Wien für Unterstützungen verausgabt Kr. 147.000.—, darunter an die Zentralstelle der Fürsorge für Kriegsflüchtlinge (Setter der allseits verehrte, richtunggebende, unübertreffliche Organisator der Wiener Flstchrlingsfürsorge Herr Gemeinderat und Kultusvorfteher Doktor Rudolf Schwarz-Hiller) für besonders würdige Fälle Kr. 47.000.—, für Unterstützungen an Rabbiner, Lehrer usw. Kr. 25.239.—, für Schulgelder und Bücher an Mittelschüler Kr. 26.714.—. Weiters wurden seitens der „Allianz" für die Flüchtlinge in Böhmen Kr. 127.879.—, in Mähren Kr. 98.310.—, in Ungarn Kr. 66.583.—, zusammen Kr. 445.037.— verwendet. Daß aber auch verhältnismäßig kleine Vereinigungen bei gutem Willen und unermüdlicher Arbeit Großes leisten können, gehe aus zwei Tabellen hervor, welche — nebst vielen anderen auf einem Tische im ersten Stockwerke fein säuberliche in rotledernen Mappen gebunden — folgendes besagen: Die durch die hochherzige Initiative eines tüchtigere Arztes und seiner edelmütigen Gemahlin, des Herrn Doktor Gustav und der Frau FloraKohn ins Leben gerufene A u s s p e i s u n g s a k t i o n in der Rolensterngasse hat im Lause eines Jahres an 280.500 arme Flüchtlinge vollkommen gratis zur Verteilung gebracht: 280.000 Portionen Suppe, 40.000 Portionen Gemüse, 25.000 Portionen Mehlspeise, 9600 Stück Würste mit Kraut und 190.000 Stück Brote. Als Kassier dieser Aktion wirkte Herr Isidor König, als Vizepräsidentin Frau Sofie Knoz überaus verdienstvoll. Eine lobenswerte Fürsorgetätigkeit entfaltete weiters der Verein „Kurfürsorge" unter seiner verdienstvollen Präsidentin Frau Helene Stei n, unterstützt von der Vizepräsidentin Frau Sabine Brüll und den Leiterinnen Gisela Weiß und Martha R a d i tz. An ihrem freien M i t t a g s t i s ch e für Kriegsdauer erquicken sich zirka 500 Personen täglich. Daß die permanenten Ausspeiseanstalten „Einheit" u. „Jsr. Volksküche" während dieses schweren Kriegsjahres mit Anspannung aller ihrer Kräfte, ohne Schonung ihrer Reserven, Außerordentliches geleistet haben, ist bei der allseits anerkannten Tüchtigkeit und der rastlosen Tätigkeit ihrer Leiter, des Herrn Bernhard Hosbauer und der Frau Hermine Kadi sch, etwas Selbstverständliches. Zur Illustration sei nur angeführt, daß in den Volksküchen vom 1. August 1914 bis 1. November 1915 nicht weniger als 131.312 Personen gratis verköstigt wurden, und daß bei der Ausspeisungsaktion für den Mittelstand und für Handelsängestellte am Franz Josefs- Kai täglich 500 Personen gegen Bezahlung von Kr. 1.— Suppe, Fleisch, Gemüse und Mehlspeise an gedeckten Tischen mit aufmerksamer Bedienung erhalten. Ganz Hervorragendes hat in der Bekämpsung der leiblichen Not der Flüchtlinge das Armen-Ambul-at o r i xl m, II., Taborstr. 20 a, unter der Leitung der Herren Dr. Karl Pollak und des Reichsrevisors Herrn Rudolf T a u s s i g, geleistet, welches in Jahresfrist nicht weniger als 46.508 Patienten in 15 Ambulanzen durch 21 tüchtige Svezialärzte kostenlos behandeln ließ und außerdem an Kranke 100.000 Liter Milch, 4000 Kilogramm Butter und 7000 Bäder mit einem Kostenaufwande von Kr. 53.000.— zur Verteilung brachte. Hier wollen wir auch die Tätigkeit des Frauen-Hilfskomitees für Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina im 10. Bezirke unter der zielbewußten Leitung der Frau Rabbiner Dr. A. L. Mandel, der Frau Dr. Steg er und des Frl. Olga Selig mann mit besonderem Lobe hervorheben, welches sich in jeder Beziehung der armen, im Bezirke wohnenden Flüchtlinge annahm und für verschiedenartigste Unterstützungen den Betrag von Kronen 30.748.- in Jahresfrist verausgabt hat. Das Material zu dem Kapitel „Jüdische Wohltätigkeit im Dienste der Kriegshilfe" ist ein so ungeheuer großes, daß es hier nur flüchtig gestreift werden konnte. Erst einer späteren glücklicheren Friedenszeit wird es Vorbehalten sein, dieses reiche, menschlich so herrliche Material zu sichren, die tausendfachen Dokumente der großzügigsten charitativen Tätigkeit aus der Zeit des größten und grausamsten aller Erdenkriege zu sammeln in einem Archive der schönsten Menschlichkeit, uns zur Ehre, den Nachfahren zum Vorbilde. Ich kann von meinem Thema nicht Abschied nehmen, ohne zum Schlüsse der Worte zu gedenken, welche der greise, aber in seinem öffentlichen Wirken noch so temperamentvoll junge Präsident der Kultus gemeinde Dr. Alfted Stern anläßlich! des 84 jährigen Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers in feierlicher Sitzung gesprochen hat: „Begeistert bringen wir Juden unserem heißgeliebten Kaiser, unserem Vaterlande, dem wir mir Leib und Seele anhangen, unseren Tribut an Gut und Blut. Opferfreudig legen wir unsere Habe auf den Altar der Nächstenl i eb e, um den Verwundeten Heilung, den Zurückgebliebenen Trost und wirtschaftlichen Beistand zu bringen und beizutragen,-daß allen, die durch den Krieg in Bedrängnis geraten, Linderung in ihrer Notlage werde. Denn Vaterlandsliebe ist uns Tradition, Opfermut ist uns Gesetz, Tapferkeit v o r demFeinde i st u n s R e l i g i o n." Jwri O n a u ch i. KriegsdekoraLionert jüdischer Kffiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Militärverdien st kreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Oberleutnant d. R. Josef Münz, Fest.-Art.- Bat. 3; den Leutnants d. R. Adalbert Deutsch, J.-R. Nr. 52, Dr. Richard Huß, J.-R. 63, Ludwig Löwy, J.-R. 102; dasSignuMlaudis am Bande des Militärverdienstkreuzes (kaiserl. belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten den Oberleutnants d. R. Ernst S t e r n, J.-R. 102, Max Silber, Jäg.-Bat. 27, Leopold Fischl, Drag.-Reg. 5, Ernst Schlesinger, Geb.-Art.- Reg. 6; dem Leutnant d. R. Erich Fränkel, Feldkan.- Reg. 4; für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten dem Assistenzarzt d. R. Dr. Armin Klein, J.-R. 96; für vorzügliche Dienstleistung . vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Gustav Deutsch, Traindiv. 13, Rudolf T a u s s i g, Tel.-Reg., Reinhold Pollak, Feldkanonenreg. 11, Dr. Moriz Klein (Szirmai), Feldkanonenreg. 19; den Leutnants d. R. Markus Go l>bner, J.-R. 72, Emmerich Weiner, Traindiv. 4; Alfred Weinwurm, Traindiv. 12; dem Assistenzarzt d. R. Dr. Ferdinand Fried, J.-R. 71; das goldene Verdien st kreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde den Assistenzärzten Dr. Gustav Singer, Feldmarodenhaus, und Dr. Samuel Sabath, Fest.-Art.-Reg.' 3; für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde dem Berpflegsoffizial d. R. Dr. Fritz Kulka, 1. Ldst.-Brig.; beit Rechnungsoffizialen Julius Grünwald, Et.-Train- Kommando 4, und Sigmund Tausik, mob. Res.-Spital 6/13: dem Untertierarzt Markus F l e i s chm a n n, Pferde- Sanitätsstation; dem Leutnant Oekonomieoffizier Sigmund Lauser, 24. ung. Landw.-Jnf.-Reg.;

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