Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 3 (14.1.1916)
- Date
- 1916-01-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ur. 3 Dr. Bloch s Jahrgang XXXIII Zentralorgan für die gesamten Interessen des Zudentums. --———ooc- Wim, 14. Januar 1916 Brscbelnt jeden Freitag. Brief-Adresse: Wie«, IT/i, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloch s Wochenschrift, Wie«. 0(j-- -=00 Bezugspreis für Vrstrrrrlck: Q* Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Für das Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die 2mal gespal» lene Petttzeile 48 Heller. QP— -On A. kr. Postsparkrassenamt LIearin g-llerkebr Nr. 610.976. Redaktion und Administration: Wien 0 II/i, Praterstraße 9. Inhalt: Leitartikel: In der Ausstellung „Die Kriegshilfe". — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Goldene TapferkeitsMedaille. — Weitere Auszeichnungen. — Jüdische Familien im Felde. — Maximalpreise. — Fähnrich Rafael Kuranda. — Auszeichnung eines gefallenen Reserveoffiziers — Tod des 18jährigen Kornfeld. — Dem Bruder in den Heldentod gefolgt. — Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. — Die amerikanische Regierung verlangt von Rußland die Freilassung eines verschleppten galizischen Rabbiners. — Korrespondenzen: Konstituierende Plenarsitzung des Kultusvorstandes. — Ter neugewählte Vizepräsident der Wiener Israel. Kultusgemeinde Hof- und Gerichtsadvokat Tr. Leopold Kohn. — Hilfskommission 1915 für Palästina. — Ein ernstes Wort am rechten Ort. — Reduktion des Gebrauches von Kerzen zu rituellen Zwecken seitens der jüdischen Bevölkerung. — Eine beachtenswerte Anregung. — Versammlung der „Agudas Jisroel". - Protestreden gegen die russischen Judenverfolgungen. — Der letzte Sabbatäer. — Vermischtes. — Feuilleton: Das Kriegstagebuch des Moritz Schwarcz. - 'Literatur. — Notiz. — Briefkasten'. — Inserate. I« der Ausstellung „Me Kriegshitfe". Im Parterre und in zwei Stockwerken der Escompte-sGesellschaft ist diese äußerst interessante, ungemein reichhaltige, populär belehrende und herzerwärmende Schau untergebracht und die zum Teil'intimen, zum Teil vornehm weilen Räume wurden mit künstlerisch feinstem Verständnis in unglaublich kurzer Zeit von dem auch sonst durch seine, Flüchtlingszwecken dienenden Um- und Neubauten hervorragend verdienstvollen Gemeinderate, Architekt und Baumeister Edmund Melcher für die Ausstellung adaptiert. In den Parterreräumlichkeiten, wo sich die zusammenfassende Exposition der Kriegshilfsbureaus befindet, fei besonders aus die zahlreichen kunstgewerblichen Gegenstände hingewiesen, welche durch das ,^chwarzgelbe Kreuz" (Leiter Schriftsteller Siegfried Löwy, Alice Schalek) in den Handel gebracht und durch, welche viele, viele Tausende von Kronen den Kriegsfürsorgezwecken zugeführt wurden. In der Abteilung „Säuglingsfürsorge", welche ein kleines, aber inhaltsreiches, plastisches Museum für Säuglings- und Kinderpflege darstellt, gebührt sicherlich der hochbegabten, mir männlicher Energie und dem weiblichsten, mitleidsvollstem Herzen ausgestatteten Frau Anilta M ü l l e r, welche eine ganze Reihe mustergiltiger Institutionen! Wöchnerinnen-Fürsorge, Säuglingsschutz, Mütterheim, Kinderhort, ins Leben gerufen har und noch heute Verständnisvoll in unermüdlicher Hingebung leitet, ein Ehrenplatz. Nicht minder Großes und in seinem volkswirtschaftlichen Werte nicht hoch genug. Einzuschätzendes hat diese auch sozial prächtig veranlagte Frau durch die Gründung der Arbeitsschule für Flüchtlings müdchen und -Frauen geleistet. Es ist staunenswert, bis zu welch hohem Grade der Kunstfertigkeit es diese talentierten Mädchen in ihren Erzeugnissen aus dem Gebiete der Filet- und Weißstickerei, der Korbflechterei, der Wäschenäherei und Puppenkleider-Konfeltion gebracht haben, die das Entzücken der zahlreichen Besucherinnen dieser Abteilung im ersten Stock der Ausstellung bilden. Nicht unerwähnt sollen hier die vielen äußerst geschmackvollen Handarbeiten aus den Flüchtlingslagern in Pohrlitz, Nikolsburg und Gaya bleiben, die im zweiten Stockwerke übersichtlich unlergebracht sind. In diesen mährischen Ortschaften haben sich auch die dortigen Kultusgemeinden nach Maßgabe ihrer bescheidenen Mittel hervorragend an der Unterstützung ihrer für einige Zeit heimatlos gewordenen Glaubensbrüder beteiligt, wofür ihnen volles Lob gebührt. Daß auch die große Kultusgemeinde Wien bei dieser allgemeinen Not jüdischer Flüchtlinge ihr Scherflein beigetragen hat, gehl aus einer von der „Israel. Allianz" (Dr. Kaminka. zusammengestellten statistischen Tabelle hervor, aus welcher