Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 2 (7.1.1916)
- Date
- 1916-01-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 2 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 35 geschmückte Fahne des Bataillons zun: Siege führend, durch eine feindliche Kugel getroffen, tot zu Boden, auf jenen Boden, den ihm die Pflicht zur Verteidigung überwiesen hat. Ein lauterer, ehrenfester Charakter, ein vorzüglicher Kamerad, ein schneidiger, tapferer Offizier und wohlwollender, vergötterter Vorgesetzter ist mit ihm dahingeschieden. Wir empfinden, wie Euer Hochwohlgeboren, den gleichen Schmerz, denn er lieh auch in unseren Reihen eine unaussüllbare Lücke. Trostesworte wären banal! Möge es Euer Hochwohlgeboren jedoch * als Linderung im Schmerze gelten, datz er als Helld für Kaiser. König und Vaterland den ehrwürdigsten Tod erlitten. Im Namen des Bataillons, der Kommandant: Alexander W l a d . Hauptmann. Hochgeehrter hochwürdiger Herr! Längere Zeit hindurch war es mir vergönnt und mein Stolz. Kommandant Ihres nunmehr in Gott entschlafenen Sohnes Samuel gewesen zu sein. Aus diesem Grunde und noch vielmehr, weil ich einerseits Freud und Leid in guten und bösen Stunden mit S a m u teilte, andererseits fein ehrlicher, offener, eiserner Charätter und sein schrankenloses Pflichtgefühl nicht nur meine Bewunderung errang, sondern auch aller, die ihn kannten, mutz ich meinem Herzensdrange folgen. Ihnen, hochwürdiger Herr, und Ihrer werten Familie mein innigstes, tiefgefühltestes Beileid ob des unermeßlichen Verlustes auszudrücken. Möge das Bewußtsein, datz wir alle Ihren Schmerz teilen, datz die Nachricht von dem Tode Ihres Herrn Sohnes uns gleichfalls wie ein Dolchstich in das Herz traf, und das Empfinden, datz S a m u zu Jenen gehört, die. ihr höchstes irdisches Glück des Lebens auf dem Altar für Gott. König und Vaterland opferten, ein Tropfen Balsams sein, für das blutende Ellernherz. Wir aber — die Freunde und Kameraden S a m u s — bitten den allmächtigen Schicksalslenker, datz er Ihnen und Ihrer werten Familie beistehen. Sie in Ihrem gerechten Stolze, Vater. Mutter und Geschwister eines solchen Helden gewesen zu sein, aufrichten und Kraft für ferneres Wirken verleihen möge. Das Andenken von Leutnant Samu Markovits wird in uns fortleben und die Geschichte des Regimentes wird seine Heldentaten in goldenen Lettern den jüngeren Generationen zum Vorbild weisen. Mit vorzüglichster Hochachtung verbleibe ich ergebenster Hauptmann Karl E m e l e, Leutnant Andor Wessel. Leutnant Andor Wessel. Kommandant der elften Kompagnie des 6. -Infanterieregimentes. Melcher sstr seinen in der Schlacht bei Kamionka-Strulova bekundeten Heldenmut das Militärverdienstkreuz 3. Klasse erhalten hatte, ist in der Schlacht am! 18. Juli gefallen. Er war Beamter, 26 Jahre alt, und ist dreimal auf dem Kriegsschauplatz gewesen. Die Mitteilung von dem Heldentode an den Vater hat — wiewir dem? „Egyenlöseg" ent^ nehmen — den folgenden, das Andenken des Helden in hohem Maße ehrenden Wortlaut: 24./VIII. 1915. Hochgeehrter Herr! Ich erfülle hiemit die traurige Mission. Euer Hochwohlgeboren die betrübende Mitteilung zu machen, datz Ihr Sohn Andor am 28. Juli durch einen Bauchschutz schwer verletzt wurde, und am Hilfsplatze des Infanterie-Regimentes Nr. 86 den Heldentod fürs Vaterland gesunden hat. Ihr Sohn wurde in würdiger Weise am Friedhof von Pieczychwosty bestattet. Indem ich in meinem Namen sowie im Namen des ganzen Offizierskorps Euer Hochwohlgeboren das innigste Beileid zu dem unersetzlichen Verluste ausspreche, gebe ich Ihnen die Versicherung, datz wir in dem für dir Ehre des Vaterlandes gefallenen Helden einen außerordentlich tapferen, pflichtgetreucn und uns allen liebwerten Kameraden bedauern. Worte des Trostes einem durch das Schicksal so schwer geprüften Vaterherzen zu sagen, ist gewiß unendlich schwer, es möge aber Euer Hochwohlgeboren immerhin einen Trost gewähren, daß das Andenken des gefallenen Helden stets ii. der Geschichte des Regimentes sowie in unserer großen Armee fortleben wird, a l s Beispiel edel st er Soldatentugenden, als unvergeßlicher Held. Ich habe mich auch knapp vor dem Tode Ihres Sohnes bewogen gesunden, ihn für sein tapferes Verhalten für eine allerhöchste Auszeichnung in Antrag zu bringen. Sobald mein Antrag in Erfüllung gehen sollte, werde ich dieses Ehrenzeichen zur Erinnerung übersenden. Indem ich nochmals die aufrichtigste Teilnahme des gesamten Offizierskorps wiederhole, verbleibe ich Euer Hochwohlgeboren ergebener Emerich Gero, Oberstleutnant. Regimentskommandant. Die letzten Worte des Leutnant Wessel, welche er an seinen Offiziersdiener richtete, lauteten nach dem amtlichen Protokoll über den Todesfall: Jancfi. schau mal nach, sind unsere Truppen oorgegangen? — Jawohl, Herr Leutnant. Gut, schreib' meinen Eltern, datz ich heute für mein Vaterland den Heldentod gestorben bin. Hierauf sank er zurück und starb. Verfallende Soldalenftiedhöfe in Kal'izien. Der Finanzkommissär i. R. Jofef Vaczy richtet all den „Pesti Hirtap" die folgenden »beachtenswerten Zeilen: Bor kurzen: war ich in der gatizischen Gemeinde Jablonki, um das Grab meines einzigen Sohnes aufzusuchen, welcher auf dem Kriegsschauplätze den Heldentod gesunden hat. In der Gemarkung der Gemeinde sind mehrere Soldatenfriedhöfe, in dem einen Friedhof ruhen 49 Soldaten, aber bloß lauf 24 Gräbern fand ich noch das Holzkreuz und auch unter diesen konnte ich nnr von acht Kreuzen mit einem Vergrößerungsglas die Aufschrift herausbuchstabieren. Der Einsender erklärt, daß diese Soldatengräber dem Verfallen preisgegeben sind, daß er den einen Friedhof auf eigene Kosten einzäunen ließ, vielmehr den dort befindlichen Leutnant und Feldwebel ersuchte, die Umzäumung auf seine Kosten vornehmen zu lassen, bisher jedoch ohne Nachricht darüber fei, ob dies auch wirklich ausgefnhrt worden ist. Er sah sich daher gezwungen, in dieser Angelegenheit an die Gendarmerie und an die politische Kreisbehörde sich zu wenden. Die dort ruhenden Helden — so meint Herr Vaczy — würden es wohl verdienen, und er veröffentlicht die N unten der in diesem! Friedhofe ruhenden Soldaten mit der Bitte, daß diejenigen welche hiezu beitragen wollen, ihn hievon in eineim Briefe nach Beszterce (Ungarn) verständigen mögen. In dem Friedhöfe in Jablonki ruhen unter anderen: auch die nachfolgenden jüdischen Soldaten: Moses Wolf Jankelowics, 85. Inf.-Reg., David Mayrowic s, 85. Inf.-Reg., Nathan Mos e s, 25. Jnf.-Reg., Josef Gottfried, 34. Jnf.-Reg. Are Marte einer jüdische» Ketdenfamilie. In den Budapester Blättern erschien vor kurzem eine Todesnachricht, in welcher eine jüdische Familie von dem Heldentode dreier Bruder Mitteilung macht. Die Parte verdient als Kriegsdokument festgehalten zu werden. Sie lautet in Uebersetzung wie folgt: „Pro Patria! Samuel Miklos gibt auch im Namen der unten angeführten nächsten Verwandten den Freunden und Bekannten der Familie schmerzerfüllt die Mitteilung, daß seine Brüder Wert Miklos, Reserve- Zugsführer des königlich-ungarischen 21. Honved-Jnfanterieregimentes, wahrscheinlich ungefähr am 9. September 1914 zwischen Grodek und Lemberg, Emerich Miklos, Reserve-Zugsführer des k. u. k. 5. Infanterieregimentes, beim Dnnajec am 17. Dezember 1914, Desider Miklos, Reserve-Zugsführer des königlich-Nngarischen HonVed-JnfanterieregiMentes, bei St. Michel am 7. Dezember 1915 für ihr Vaterland, mit der Waffe in der Hand ehrenvoll kämpfend, alle den Heldentod gestorben sind. Mit ihnen sind Atome jener Mauern aus