Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 2 (7.1.1916)
- Date
- 1916-01-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 24 Nr. 2 Dr. Moch's Vogl, Kps.-Tel.-Wt. 18; Zugsführer Samuel Mater na, J.-R. 41; Offiziersdiener Uszer Feld mann, J.-R. 32; Kadett d. R. Artur Kvh n, .J.-R. 91; Infanterist Josef Lewy, J.-R. 11; Feldwebel Moriz Frankel, Feldspital 4/1; Zugs'führer Jakob Eis ner und Moses Reiser, Einj.-Freiw.-ZugsMrer Jakob Bagn e r, alle drei bei der San.-Mt. 15. Vorstehend find verzeichnet: 1 Komturkreuz, 1 Offizierskreuz und' 2 Ritterkreuze des Franz Joses- Ordens, 3 Militärverdienstkreuze, 1 silberne und 21 bronzene Verdienstmedaillen (Signum landis'), 8 goldene Verdienstkreuze mit der Krone, 2 goldene Verdienstkreuze, 27 silberne Verdienstkreuze mit der Krone, 8 silberne Tapferkeitsmedaillen 1. Klasse, 27 silberne Tapferkeitsmedaillen 2. Klasse und 73 bronzene Tapferkeitsmedaillen, zusammen 174 Dekorationen; hiervon 44 an Offiziere des Soldatenstandes, 16 an Aerzte und Mililärbeamte, 114 an Mannschaftspersonen. Wettere Auszeichnungen. Dem k. k. Assistenzarzt Dr. Norbert S ch i ck wurde das Ehrenzeichen 2. Klasse mit der Kriegsdekoration taxfrei verliehen. Ulanenritrmeister K o l i s che r, der einer Prager jüd. Familie entstammt, wurde mit dem Militärverdienstkreuze dritter Klasse ausgezeichnet. — Der Advokat Dr. Adolf Pollauer, ein Prager und Artillerieoberleutnant, wurde mit dem Signum laudis und dem Eisernen Kreuze ausgezeichnet. — Der Pilsner Disponent der Anglo-Bank Josef Winternitz, Oberleutnant beim 12. Jägerbat., wurde mit dem Signum laudis und dem Militärverdienst-, kreuze dritter Klasse ausgezeichnet. Dreimal ausgezeichnet. Feldwebel Architekt Adolf Siodmak des Landw.- Jnsanterieregiments Nr. 16 steht seit 7 Monaten im Felde und wurde für sein tapferes und erfolgreiches Verhalten dreimal ausgezeichnet. Das erstemal während der Karpathenkämpfe, wo er mit seinem Pionierzuge im heftigen Flankenfeuer eine Brücke baute (bronzene TapferkeitsMedaille); ferner bei der Wiedereroberung von Przemysl wo er mit seinem Zuge nach Durchschneidung der Drahtverhaue zuerst in das Fort Iwanowa Gora eindrang (silberne TapferkeitsMedaille 2. Klasse); dieselbe Auszeichnung wurde ihm' kurz darauf von einem anderen Kommando verliehen. Der tapfere Unteroffizier weilt gegenwärtig als Rekonvaleszent in Krakau und soll schon in den nächsten Tagen zu seinem Truppenkörper einrücken. Auszeichnung des Iähnrichs Arthur Klein aus Kranjos-Marot, Augur«, auf seinem Sterbebette mit der goldenen HapferLeitsmedaisse iw Aeseruefpttale in Krems. Während ein großer, festlich geschmückter Saal der 6. Krankenabteilung des Reservespitals' in Krems, in welchem die Weihnachtsbescherung für die verwundeten und kranken Soldaten abgehalten wurde, von froher Stimmung erfüllt war, fand in einem stillen Krankenzimmer derselben Mteilung im Beisein Sr. Exzellenz des Feldmarschalleutnants Hauninger, des Bezirkshauptnmnnes Dr. v. S tahl, des SpitalskommandantenStabsarztes Dr. Peharc, des Wteilungschefarztes Doktor Mün ch^ der Oberin und der Wegeschwestern eine wehmütige, tieferschütternde Feier statt. Exzellenz Feldmarschalleutnant H überbrachte einem sterbenden Offizier, dem Fähnrich Arthur Wochenschrift Klei n, die Nachricht, daß er für seine hervorragenden Heldentaten am Monte San-Michele mit der goldenen TapferkeitsMedaille ausgezeichnet worden sei. Ein Schimmer von Freude breitete sich Wer das bleiche Antlitz des sterbenden Helden, an dessen Bett gramgebeugt und weinend die alten Eltern standen. Am nächsteil Morgen überbrachte ein Kurier des Armeeoberkommandos der Südwestfront die goldene TapferkeitsMedaille. Noch eineil Blick aus brechendem Auge auf die ihm verliehene Auszeichnung, und der Sterbende nahm herzergreifenden Abschied von seinen gebrochenen Eltern, von dem Arzte mit den Schwestern, die ihn gepflegt, schlang noch einmal in heißer Kindesliebe die Arme um den Hals der Mutter und verfiel in Agonie. Ein tapferer Offizier hauchte seine edle Seele aus für Kaiser und Vaterland. Am 27. Dezember fand vom Truppenspitale in Krems aus die Uebersührung der Leiche des verstorbenen Fähnrichs Arthur Klein unter den größten militärischen Ehren statt. Bezirksrabbiner Dr. Mährer nahm die Einsegnung der Leiche vor und hielt dem gefallenen Helden einen alle Anwesenden tiefergreisenden Nachruf Hinter dem Sarge schritten die Eltern, die Schwester ünd andere Angehörige, Se. Exzellenz Feldmarschallleutnant H Generalmajor P mit sämtlichen Offizieren der Garnison Krems, Spitalskommandant Stabsarzt Dr. Peharc und alle Aerzte des Reservespitales, die. Schwestern der 6. Krankenabteilung u. v. a. Mit einem militärischen Kondukt, den ein feierlicher Trauermarsch begleitete, wurde der Sarg aufiden Bahnhof gebracht und hier unter den Klängen der Volkshymne zur Uebersührung nach AranjosMfarot (Ungarn), der Heimat des Verstorbenen, einwaggoniert. Der Ketdentod des AaövinersjoHnes. Zwei Söhne und ein Schwiegersohn des Rabbiners Moritz Marko Vits in Kürtos (Ungarn) kämpften an der Front. Sein Schwiegersohn Franz Stern, Kaufmann und -Tempelvorsteher in der obgenannten Gemeinde, wurde aus dem galizischen Kriegsschauplätze verwundet und wird gegenwärtig in einem Araber Spital gepflegt. Sein Sohn Max, der als Kadett die Kämpfe in Galizien mitmachte, zog sich eine schwere Krankheit zu und wurde nach Raab in ein Spital gebracht. Sein älterer Sohn Samuel, der Fabriksbeamter war, rückte bei der ersten Mobilisierung, als Kadett ein, machte die Kämpfe des ersten serbischen Feldzuges' mit und zog jich bei dem großen Rückzug eine durch. Lungenentzündung komplizierte Typhuskrankheit zu, an welcher er in einem Spital in Binkovce 15 Wochen lang in Behandlung stand. Seine Genesung von dieser Krankheit ist zum Teile der bis -zur ^Erschöpfung aufopfernden Pflege seines Vaters zu danken. Nach feiner völligen Herstellung, kam er schon - im Angust als Leutnant auf den italienischen Kriegsschauplatz, wo er am 23. Oktober, als er als stellvertretender Kompagniekommandant einen Sturmangriff ausführte, von einer Kugel am Kopfe getroffen, den Heldentod fand. ' Rabbiner Marko Vits erhielt — wie „Egyenlöseg" berichtet — aus diesem traurigen Anlasse von den Vorgesetzten seines Sohnes zwei Beileidsschreiben, welche dem gesamten Judentum zur Ehre gereichen und deshalb hier wiedergegeben werden sollen: Euer Hochwohlgeboren! Gottes Wille ist geschehen, derHerr derHeerscharen hat gesprochen. Ihr Sohn steht vor den Stufen des Allmächtigen Thrones, seine verklärte Seele lächelt über uns, den Zurückgebliebenen. In den blutigen Tagen der letzten grotzen Schlacht siel er an der Spitze seiner stürmenden Kompagnie, die blutgetränkte, lorbeer-