Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 1 (1.1.1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 $r. Bloch's Wochenschrift Seite IS Verwalter Armin Erste r, Armenrat S. L e m b e r g e r, durch Ansprachen ausgezeichnet. Bei letzterem erkundigte sich der Erzherzog nach seinen Agenden und dem! derzeitigen Stande der Repatriierung der Flüchtlinge und reichte jedem der Herren huldvoll beim Abschied die Hand. Erzherzogin Jsabella sprach in leutseligster Weise die auf verschiedensten Gebieten der Kriegsfürsorge mir so großem Erfolge tätige Frau Anitra Müller an und kaufte nach Besichtigung der zum Teile künstlerischen Erzeugnisse der Handarbeitsschule für Flüchtlingsmädchen und -Frauen den famosen polnischen Hochzeitstag und mehrere Stickereiarbeiten an. Hier wurden der hohen Frau die Damen Frau Bezirksrat Rübner, Frau Bernstein, Fräulein Rosa G n ß m a n n, Frl. Knöpsmacher vorgestellt und verließen die kaiserlichen Hoheiten nach zweistündigem Rundgange voll Befriedigung über das Gesehene diese w u n d e r s ch ö n e A u s stell n tt g, um deren Arrangement sich die Herren Sektionsrat von M a r q u e t, Gemeinderat Dr. S ch w a r z - H i l l e r. Gemeinderat Baumeister Melcher und die Herren Sekretär Alfred Pins und Fritz Lederer ganz besondere Verdienste erworben haben. Zum Schlüsse wollen wir der Hoffnung Ausdruck geben, daß die armen, vorübergehend heimatlosen Flüchtlinge in ihre 'zum Teil barbarisch zerstörten Familienhäuser mit einer Erweiterung ihres Gesichtskreises, einer Vertiefung ihrer Bildung, einer Verfeinerung ihrer Kultur und einer gesteigerten Erwerbsfähigkeit zurückkehren und, wie die prächtige, anläßlich der Ausstellung vom Ministerium des Innern herausgegebenen Denkschrift.so zuversichtlich bemerkt: „für den Rest unseror Mitbürgor, die im Hinterlandewährend banger Zeiten feindlicher Bedrohung Zuflucht gefunden haben, die ersehnte Stunde kommen wird, in der sie dem h eima tl ichen Herde zu strebe n können, um an dem großen Werke der Wiederaufrichtung Galiziens Und der Bukowina mitz u w i r k e n". Tr. A. L. Meratur. Kalenderliteratur. Die von der Hofbuchhandlung Moritz Perles in Wien, 1. Bez.. Seilergasse Nr. 4, herausgegebenen Kalender sind allgemein beliebt. Die genannte Firma war bemüht. dem größten Ereignisse der Weltgeschichte in den Kalenderausgaben für 1916 gerecht zu werden. So findet sich im Illustrierten österreichischen Volkslalender für 1916 die ausführliche Behandlung in drei reich illustrierten Artikeln: Der Heldenkrieg. Unsere Führer im Heldenkrieg und deutsche Heerführer im Weltkrieg. Durch die Kriegsereignisse direkt hervorgerusen wurde der Kalender vom Silbernen Kreuz, herausgegeben von der Oesterreichischen Gesellschaft vom Silbernen Kreuz. Er hat eine Fülle von interessanten Beiträgen hervorragender Schriftsteller. Künstler und Künstlerinnen, und sein Ertrag ist der Fürsorge hermkehrender Reservisten gewidmet. Ein vollständiges Verzeichnis aller jüdischen Kriegsschriften, deren eine große Anzahl veröffentlicht wurde, will die Buchhandlung Louis Lamm, Berlin C. 2. veröffentlichen. Die Buchhandlung bittet alle Rabbiner. Gemeinden und Vereine ihre auf den Krieg bezüglichen Druckschriften. Kriegspredigten. Kriegsgebete, Ansprachen. Vereinsdrucksachen in je einem Eremplar zu überlassen. Es wäre sehr zu wünschen, daß dieses Verzeichnis möglichst vollständig wird. Bischof von Faulhaber. Waffen des Lichtes. Freidurg i. Br. Herder'sche Buchhandlung. M. 1.60. Das schmucke Büchlein enthält eine Sammlung von Kriegspredigten, Gebeten und Zeitschriftenaufsätzen. die ihre durchaus selbständige Stellungnahme zu den alle Herzen bewegenden Fragen dieser stürmischen großen Zeit sowie die volkstümlich packende, kernige Form aus der Flut der Kriegsliteratur hervorhebt. Es sind Geistes- und Herzensäußerungen, wie geschaffen, den Soldaten im Felde Mut und Ergebung einzuflößen. Es ist so viel Wahres, allgemein Menschliches darin, daß trotz der konfessionellen Einkleidung die Benützung des Buches auch jüdischen Lehrern Gewinn bringen muß. Jung-Juda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. 16. Jahrgang. Prag, den 17. Dezember 1915. (11. Tebet 5676.) Nr. 24. Redaktion und Administration: Prag. II.. Stefansgasse 629. Inhalt: Erez Israel (Palästina) Ben Jehuda: 2. Buch Moses, 2. Kapitel, P. 10—11. — Josef Hart. Wolf. Direktor S. Heller: Einem Knaben beim Scheiden aus dem Vaterhaus. — A. Cor.: Eine Legende. — Marek Scherlag: Der Wunderbaum. — M Pulvermann: David auf der Suche nach seinem Gefährten im Paradiese. - M. Autsch e r l: Unser Stammvater Abraham. — Guck in die Welt. Die Märchen der Weltliteratur. Märchen aus dem Balkan. — Nordische Volksmärchen. 1. Teil und 2. Teil. — Herausgegeben Lvn Friedrich von der Legen und Paul Z a u n e r 1/ Eugen D i e d e r i ch s. Verlag Jena. Dr. Josef Miefes, Religionsprofessor am k. u. k. Staatsgymnasium zu Przemysl. Die älteste gedruckte deutsche Uebersetzung des jüdischen Gebetbuches aus dem Jahre 1530 und ihr Autor Anthonius Margaritha. Eine literar-historische Untersuchung. Verlag von R. L ö w i t, Wien. 1. Bez., Rothenturmftraße 22. Rabbiner Dr. S. Guttmann. Festrede anläßlich des 67. Jahrestages der Thronbesteigung unseres Allergnädigsten Kaisers und Königs Franz Joseph l. bei dem am 2. Dezember 1915 im Tempel zu Lemberg stattgehabten Feldgottesdienste. Ertrag zugunsten im Felde erblindeter Soldaten. 1915. Verlag der israelitischen Kultusgemeinde in Lemberg. Iudaus. Jüdische Kriegstrophäen. Verlag M. W. Kaufmann. Leipzig. Kriefkaste«. A. M., BoSkoWitz. Die Frage der Sabbatbeobachtung in altbiblischer Zeit gehört in ein ganz anderes Kapitel; für den historisch Geschulten wird der Hinweis aus die in der Zeit Nehemias herrschenden Zustände genügen. Da Sie jedoch auf die Eroberung von Jericho am Sabbat nach Seder Olam und Jofua 6,15 zurückkommen, erwidern wir Ihnen, daß der Kampf Josuas als 71!2N^<2 nicht mit den anderen Kriegen zu vergleichen ist, die nur oder HEnSö sind. Nach der talmudischen Auffasinng, von der Sie ja ausgehen, verdrängte D/örr^Ü den Sabbat wie alle übrigen Gebote; vergl. Jeruschalmi Sabbat I 8 (4a) Tp bp pS'pö px *nrt nivb v-rip dmt mna bv s-L' mtra "s-r rain nön^äs mtsnrf "121 ratrn llTT!TO32,3 xbv WXÖ und außerdem Sifre Dt. 8 203 und Jalqut II, 8 10. Als Kuriosum sei noch erwähnt, daß un Gegensätze zunr Seder Olam, der den Beginn der Belagerung von Jericho auf den 22. Nisan, also nach dem Pefsachfeste, verlegt. I o s e p h u s (Altertümer V,' 1,5) dieselbe am ersten Pessachtage beginnen läßt, was ja auch eine Verletzung der Festtagsweihe involviert. «031. Redakteure der „Arbeiterzeitung", wie z. B. Dr. Mar Adler, sind nicht verpflichtet, die Bibel Altes Testament zu kennen; sie brauchen nicht zu wissen, daß im III. B. M.. Kap. 19, Vers 33 lautet: „Wie jeder Einheimische sei Euch der Fremdling . Du sollst ihn lieben wie Dich selbst, denn auch Ihr seid Fremdlinge gewesen im Lande Aegypten. Ich. der Ewige, bin Euer Gott." Allein bei solcher Unkenntnis sollte man sich hüten, von „gut alttestamentarischer Art" zu reden. Notiz. Jüdische Bühne, 2. Bez.. Taborstraße 12, Direktion S. Podzamcze. Wochenprogramm: Freitag, den 31. Dez. 1915: Große Sylvesterseier. Zur Aufführung gelangt: M o j - sche Chajet. 1. Akt: Der Nervöse. 1. Akt; um 12 Uhr nachts: Großes Sylvester-Bild. Samstag, den 1. Januar 1916. halb 4 Uhr nachmittags, halbe Preise: Der Vize- König. Samstag, den 1. Januar 1916, 8 Uhr abends: Neu! Die Wahnsinnige aus Liebe. Sonntag, den 2. Januar, halb .4 Uhr nachmittags, halbe Preise: Herzele Mejiches. Sonntag, den 2. Januar. 8 Uhr abends: Die Wahnsinnige aus Liebe. Montag, den 3. Januar: Der wilde Mensch. Eordin-Abend. Dienstag, den 4. Januar: Die Hochzeit auf Spaß. Mittwoch, den 5. Januar: Ehren-Abend des Dichters Leon Weißberg. Krieg und Liebe. Donnerstag, den 6. Januar. halb 4 Uhr nachmittags, halbe Preise: Die 3 M a t u n e s. Donnerstag, den 6. Januar. 8 Uhr abends: Der ewige Jude.