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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-01-01 · 1 (1.1.1916) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
1 (1.1.1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 1 Dr. Bloch's Wochenschrift LrUr tl Landeskommission zur Fürsorge für heimkehrende Krieger Soldaten, welche an Tuberkulose erkrankr sind und deren Krankheitszustand eine Heilung oder wenigstens eine Besserung noch erwarten läßt, aufzunehmen'. Die Aufnahme erstreckt sich in erster Linie auf solche Soldaten, welche in Wien oder Niederösterreich heimatszuständig sind, oder vor ihrer Einrückung zum aktiven Militärdienste wenigstens sechs Monate in Wien oder Niederösterreich in ununterbrochenem Aufenthalte sich befunden haben. Der Patriotische Hilfsverein vom Roten Kreuze für Niederösterreich hat sich umso eher zu der Errichtung einer solchen Tuberkulosen-Heilstätte entschlossen, als hiedurch die Möglichkeit geboten ist, in späterer Zeit, wenn der Belag der Anstalt durch Militärpersonen allmählich geringer wird, auch Kranke, welche dem Zivilstande an-- gehören, aufzunehmen und auf diese Art' in einem der wichtigsten Zweige der öffentlichen Gesundheitspflege tätig zu sein. Die Errichtung von.Tnberkulosen-Heilstätten ist dringendst notwendig: die Opfer dieser Krankheit werden von Jahr zu Jahr zahlreicher, Tausende von Menschenleben könnten gebettet werden, wenn die Möglichkeit einer rechtzeitigen Aufnahme in Tuberkrilosen-Heilstätten in ausreichendem Maße vorhanden wäre. Wenn nun auch seitens des k. k. Ministeriums des Innern dem Patriotischen Hilfsvereine vom Roten Kreuze eine hohe Subvention zur Errichtung der Tuberkulosen- Heilstätte in Aussicht gestellt ist, so ist dennoch das Zuströmen reichlicher Geldspenden von privaten Wohltätern unbedingt erforderlich, um die Errichtung dieser Anstalt und noch mehr den Betrieb derselben für alle Zeit zu sichern. Der Patriotische Hilfsverein vom Roten Kreuze süi\ Niederösterreich, dessen in den Friedensjahren gesammelte Mittel durch den nunmehr über ein Jahr daucrndcn Krieg sehr bedeutend zusammengeschmolzen sind, tritt nun an, 'die Oeffentlichkeit mit der Bitte heran, ihm für das geplante Tuberkulosen-Heim Geldspenden zukominen zn lassen. Möge jeder, dem es nur halb-.' wegs möglich ist, sich mit einer Geldspende — und sei sie noch so bescheiden — an dieser eingeleiteten öffentlichen Sammlung beteiligen: Es gilt Tausende von unglücklichen Kranken vor elendem Siechtum zu retten und die Allgemeinheit vor den Gefahren der Tuberkulose zu schützen! Je. reichlicher uns die Mittel zur Verfügung gestellt werden, in desto größerem Umfange können wir uns dieser neuen Aufgabe widmen und desto segensvoller werden die Früchte unserer Tätigkeit sein! Möge der herannahende Geburtstag Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät, unseres allverehrten und geliebten Kaisers, für viele der Anlaß sein, durch eine Spende für unser Tuberkulosen-Heim ein Werk der Menschenliebe und der Wohltätigkeit zu üben! Wiener Brockensammlnng für jüdische Arme (Verteilungs- Lokal Alserstraße Nr. 42). Infolge unserem letzten Auffuss gingen uns Kleider und Effekten zu von Frau Weinberg. Dr. Monath Par netz. Pajchker, Müller, Moser, O e st r e i ch e r, Fleckl e r. Honig. O r n st e i n, Kraus, E. B.. Hlavaifch, Goldmann. Werlheime r, Munch, Freiberger, Oppenheimer. R. Kohn. Reschowsky, Braun: ferner Geldspenden von Herrn O. Parnetz Kr. 50.—. Frl. S. M r a s 5.—. von dem Reichsverein 25.—. von den Angestellten der Anglo-Bank 10.—. — Vielen Bedürftigen konnte geholfen werden, aber heute Dienstag, da Verteilung sein sollte und zahllose Arme sich vor dem Verteilungslokal Alser st ratze 4 2 eingefunden hatten, blieb das Lokal geschlossen: ein Zettel an der Eingangstür trug die Aufschrift: „Heute keine Verteilung, da alle Vorräte erschöpft." Tief' traurig schlichen die Armen von dannen, die da gehofft, irgend etwas Warmes zu erhallen, um vor den Unbilden des Winters geschützt zu sein. Ein alter Mann, der seine halbblinde Frau am Arme führte, sagte tröstend: Gott wird helfen. Reffe, datz wir bei der nächsten Verteilung etwas bekommen! Es gibt noch gute Menschen! Soll den alten Mann sein Gattvertrauen getäuscht haben'? Eine Frau, die drei Söhne im Felde hat sie waren ihre Ernährer - . jammert, datz sie ihr Letztes versetzen mutzte. ilm für die alten Eltern Brot zu schassen: ihre Bitte um warme Kleider konnten wir leider nicht erfüllen. Flüchtlinge aus dem Süden jammern, datz sie weder Decken, noch Polster haben: sie bitten um warme Wäsche, Stiefel und dergl. Werden wir bei der nächsten Verteilung in der Lage sein, allen, die Hipe suchen, helfen zu können? Der alte Mann, der da frierend vor der Türe stand, sagte: ..Es gibt noch gute Menschen!" An diese guten Menschen ,richten wir die Bitte: „Sendet was irgend entbehrlich an die ^Brockensammlung für jüdische Arme!" Die nächste Verteilung soll Dienstag, Ä l s e r st r a tz e 42. stattfinden; 50 Gesuche sind alte Leute um Wäsche, um ein Bett, einen warmen Mantel und Gatten im Felde sind, um Kleidung für ,di: Kinder, bald hiljlose, in der letzten Wcche eingereicht worden; ba.d bitten Mütter, deren dergl. Wo wäre in den Häusern der Wohlhabenden nicht irgend etwas Entbehrliches, um die grotze Rot zu lindern? Wir bitten um baldige Zusendung des Entbehrlichen, event. um eine Karte, damit die für die Armen bestimmten Sachen adgeholt werden können. Ida Barbe r. Die kulturellen Bedürfnisse der gefangenen jüdischen Soldaten in den österreichischen Gefangenenlagern. Die im Felde stehenden Feldrabbiner Dr. Majer Tauber und Assistenzarzt Dr. Nathan CzaezkeS schreiben mir in dieser Angelegenheit, daß für die kulturellen Bedürfnisse der jüdischen Gefangenen seitens der österreichischen Judenschaft bisher sehr wenig geleistet worden ist. Tie russischen Juden haben sich seit jeher mit der jüdischen Literatur befaßt und Hilden jüdische Bücher und jüdische Zeitungen ein tägliches Bedürfnis jedes russischen Juden. Für die Beschasfting eines jüdischen Lesestoffes ist zwar in Wien unter dem' Borsitze 2r. Ehrw. Rabbiners Dr. G r u n w a l d ein Komitee entstanden, jedoch ist bei der jüdischen Oeffentlichkeit für diese Bestrebungen zu wenig Interesse bekundet worden. Es ist Aufgabe der Juden in Galizien, wo in so vielen Häusern schöne jüdische Bibliotheken vorhanden sind, manche von den Büchern den Gefangenen zur Verfügung zu stellen. Um eine Zersplitterung der 'Arbeit zu vermeiden, wären diese Bücher an Herrn Rabbiner Dr. Grunwald, Wien, 2. Bez., Ferdinandsstr. Nr. 23, direkt zu senden. — Geldgaben für diesen Zweck sollten alle jüdischen Zeitungen annehmen und Spendenlisten veröffentlichen,und das gesammelte Geld dem obengenannten Komitee zuführen. Herr Dr. Tauber hat mir für diesen Zweck 10 K. überwiesen. Ich hoffe, daß viele Glaubensgenossen und Leser diesem guten Beispiele folgen werden. Tr. Heinrich F a st. 2. Bez., Große Sperlg. 6/6. Znaim. (Fürsorge für galt z i s ch e Flächt-, ting e.) Auch unsere Gemeinde hat sich an dem allge-. meinen Hilfswerk zugunsten der galizischen Flüchtlinge beteiligt. iDer Jammer der Unglücklichen hat überall, wo jüdische Herzen schlagen, die Wohltätigkeit geweckt, und so konstituierte sich in einer zum größten Teile von Juden besuchten Versammlung ein Hilfskomitee, welches nunmehr seinen Rechenschaftsbericht versendet. Das Kuratorium war bemüht, das Los der unglücklichen Flüchtlinge in Mähren zu erleichtern. Aus Grund mehrerer Jnformationsfahrten wurden Informationen gesammelt, ein Namensverzeichnis der Flüchtlinge samt ihren Familienangehörigen in den Bezirken Frainspitz und Schömitz ausgenommen, denen Barunterstützungen. Kleider, Wäsche und Schuhwerk beigestellt wurden. Eine zu diesem Behufe veranstaltete Geldsammlung brachte die Svendensumme von 7644 .Kronen; um die Sammlung bemühten sich die Herren Max Barth, Gustav Fischer,

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