Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 1 (1.1.1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Sc je 10 sJit. 1 Tr. Blocks Wochenschrift töchter j de Gelegenheit, um von Josefine v. Königs-- w a r t c r zu sprechen — die junge, glückstrahlende Frau 'wenige Wochen nach chrer Liebesheirat bewog, in ihren Verein einzutreren, so hätte diese schwieger'mütterliche Predig! nicht genützt/ wenn Charlotte König smarter oder vielmehr schon Charlotte von Wertheimstein nicht schon von ^Kindheit an den Drang besessen hätte, Blutes zu tun, und zwar Gutes nicht! vom grünen Prwj sidialtisch, sondern mit eigenem Herzen, eigenen Händen, eigener noch heute oft tief in die Nacht dauernder Arbeit. Was aber sie als Persönlichkeit gewirkt, das hat I c l l' i n e k geahnt, als er die Worte sprach:• „Auch 'zeichnet unserem Vereine die schöne Eigenschaft aus, daß er ohne Neid auf die Tätigkeit und das Gedeihen anderer Anstalten in unserer Gemeinde blickt, .und sich herzlich des Guten freut, wo. von wem und ßür,wen cs ausgeübt wird." „Freundlich und schwesterlich, ohne Mißgunst und Verkleinerungssucht sollen die Vereine nebeneinander wirken und sich wechselseitig unterstützend incinandergreifen." Was heißen die Worte Jcllineks heute nach fünfzig Jahren? Zentralstelle, Wöchnerinnenverband, Weibliche Fürsorge, welche letzteren beiden Verbände wohl von anderen geplant wurden, aber nicht härten ins Leben treten können, wenn nicht der erste Verein mit seiner Präsidentin an chre Spitze getreten wäre und gleich Pharaos Tochter das von anderen geborene Kind sozusagen am Hofe chrer altehrwürdigen Tradition großgezogen hätte. Wir Jüngeren haben dem Mütterchen in der Seitenstcttengasse, dem Vereine, von dem man nicht einmal in den Spalten jüdischer Blätter liest, manchmal die Unmodernität vorwerfen zu müssen geglaubt; erst im Verbände uich in der Fürsorge haben wir gesehen, wie rasch und Modern der Verein arbeitet/der übrigens in Fräulein Hedwig Wolf eine hochschätzbare jugendliche Hilfskraft besitzt. Alle jüdischen Frauen und Mädchen, alle jüdischen und interkonfessionellen Vereine sollten heute zur 'seltenen Feier und als Anerkennung der neidlosen Unterstützung, welche uns der Erste Verein gibt, ihr Scherflein zum Baronin Koni gswarterfonds beitragen, der ein Denkmal der milden Präsidentin, des ehrwürdigen Vereines und der blutigen Zeit, für jüdische Kriegswaisen bestimmt ist. Möge der Erste Verein modern oder unmodern arbeiten: sehe ich sein Wirken, sehe ich bei anderen Frauen neben größtem Fleiße, größter Tüchtigkeit doch auch ein Haschen nach vermeintlichen Ehren, Protzen mit Reichtum, Bil-, düng, Ahnen, den Wunsch, die Kolleginnen zu über-: ragen, zu beherrschen, so fällt mir dann manchmal unser Grillparzer ein, und wenn es das zu ändernde Versmaß erlauben würde, möchte ich diesen Festgruß mit seinen Worten über Goethe und Schiller schließen: „Ich sehe und höre ihr wüstes Treiben, Von vorwärts, vorwärts erschallt cs im Land; Ich möchte, wär's möglich, stehen bleiben, Wo die Königswarter und ihr Vorstand stand." C. Benedikt. Um das Andenken an das vor 100 Jahren betätigte Beispiel frommer Menschenliebe für die kommenden Geschlechter in ehrendster Weise zu bekunden, hat der Vorstand eine Sammlung zur Schaffung eines Jubiläumsjonds eingeleitet. Das Erträgnis dieses Fonds wird in erster Linie Dazu verwendet werden, das durch die Folgerr des Krieges entstandene Elend zu lindern, insbesondere für Kriegswitwen und Kriegswaisen zu sorgen und zugrundegcgangene Existenzen aufzurichten. Bisher sind für diesen Zweck Kr. 35.000.— dem Vereine zuge-: gangen. (Weitere Spenden für den Jubiläumsfonds nimmt die Redaktion gerne entgegen.) Zur Feier des hundertjährigen Bestandes sindet am 2. Januar 1916, vormittags halb 12 Uhr. im Tempel, 1. Bezirk, Seitenstettengasse 4, ein Fe^. oU.sdienst statt. Eine große Stiftung des Grofiadustriellen Wetzler. Der Großindustrielle Bernhard W e t I e r hat die Summc von 500,000 Kronen gestiftet zum Zwecke der Errichtung eines Instituts, in dem auf Grund naturwissenschaftlicher Forschung die technische Seite der Ernährungsfragen gepflegt und gefördert werden sott. Schon seit einer Reihe von Jahren sind durch die Entwicklung der Naturwissenschaft, insbesondere der organischen Chemie, der Biologie und Physiologie, die Vorbedingungen für die Forschungen auf diesem Gebiete geschaffen worden, und in der Tat befassen sich österreichische, ungarische und deutsche Gelehrte,» unter letzteren insbesondere jene in den Kaiser Wi Helm-Instituten in Dahlem, mit einschlägigen Fragen. Derartige Arbeiten in einem systematischen Zusammenhänge und in einem organisierten Institut zu fördern, ist die Absicht des Stifters. die durch die Errichtung des „Instituts für Volksernährung" verfolgt werden soll. Der Stifter hat sich an den Präsidenten des Technischen Versuchsamtes mit der Bitte gewendet, die Vorarbriten für die Organisation dieses Unternehmens in die Wege zu Seiten, und dieser hat sich zur llebernahme dieser Mission nicht nur bereit erklärt, sondern auch die Vorverhandlungen mit Autoritäten in den betreffenden Fächern in Oesterreich. Ungarn und. Deutschland bereits in Angriff genommen. Eine 500.000 Krouen-Stistung für ungarische Kriegerwitwrn und -Waisen. Die „Budapester Korrespondenz" meldet aus Budapest: Die Firma Julius Wolfner u.- Eo mlp. übermittelte anläßlich des Weihnachtsfestes dem Ministerpräsidenten Grafen Stephan Tis za 500.000 Kronen ungarischer Kriegsanleihe als S tiftung für Witw en und Waisen der im Kriege gefallenen aktiven Honvedoffigiere und deren Beamten, deren Zinsen alljährlich am Geburtstage des Monarchen zu verteilen sind. Die Stiftung wird vom Honvedminifter verwaltet. Ministerpräsident Gras Tis za nahm diese hochherzige Stiftungsspende mit dem Ausdrucke innigen Dankes für die Spender entgegen. Eine leider berechtigte Klage der „Reichspost". Die teuren Christ bäume. Eine Wiener Hausfrau schreibt uns: Es besteht die Gefahr, daß bei dem Mangel an Christbäumen viele christliche Familien heuer keinen Christbaum haben werden, da ihnen die Bäume weglizitiert werden. Dieser Tage fragte ich auf einem Christbaumverkaussplatz nach dem Preis eines mir zusagenden Baumes. Er war mir Zu teuer und ich sagte der Verkäuferin unter den obwaltenden Umständen müssen wir uns mit einem kleineren und minder schönen begnügen. Zwei Damen, welche ebenfalls hinzutraten, äußerten dieselbe Meinung, obwohl ihnen der Baum ebenfalls gefiel. Da kommen zwei Nichtchristinnen und siehe, diesen ist er nicht zu teuer. Sie kaufen ihn. Und solche Fälle nahm ich dann mehrere wahr. Wir werden also augenscheinlich Heuer bas merkwürdige Schauspiel haben, daß die Christen auf den Schmuck ihres christlichen Festes, ^mit dem sie die Geburt ihres Heilandes feiern, verzichten müssen, weil andere die Christbäume um jeden Preis aufkaufen können. Gibt es da keine Abhilfe? Wir bauen uns doch auch keine Laubhütten und backen keine Mazzes! « Tuberkulofen-Fürforge des Patriotischen Hilfsvereines vom Roten Kreuze für Niederösterreich. Ueber Anregung der niederösterreichisLandeskom Mission zur Fürsorge für heimkehrcnde Krieger, in welcher Kommission der Patriotische Hilfsverein vom Roten Kbeuze für Niederösterreich durch seinen Präsidenten und durch zwei Ausschußmitglieder vertreten ist, hat der Patriotische Hilfsverein vom Roten Kreuze für Niederösterreich beschlossen, eine Tuberkulosen-Heilstätte mit einem Belagraume von 200—300 Betten zu errichten, um daselbst im Rahmen der Aufgaben der n.-o.