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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-01-01 · 1 (1.1.1916) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
1 (1.1.1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Dr. Bloch’s Jahrgang XXX11I Zentralorgan für die gesamten Interessen des Zudentums. Wien, 1. Januar 1916 Lrscbelnt jeden Freirng. Brief-Adresse: Wie«. II/i, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift. Wien. 0(r-- --===oo Dr;ugspreis für Vrflrrrrirh: Q Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Für das Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. * Anzeigen: Die 2mal gespal» tcne Petitzeile 48 Heller. O O- --Q O p V. k. Poflsxarkassenamt Llearlng-Verkebr IRr. 810.976. Redaktion und Administration: Wien ® H i, Praterstraße 9. Telephon 45.359 o O --O o Inhalt: Leitartikel: 1916. — Die Juden im Weltkriege. — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Sonstige Tluszeichnungen. — Kriegsauszeichnung des Feldrabbiners Dr. Tauber. — Deutsche Kriegsdekorationen. — Belobende Anerkennung des Armeeoberkommandos. — Beförderungen. — Qtoan^ig Helden aus den Tagen am Monte San-Michele. — Mitteilungen des Feldrabbiners David Freudiger de Obuda. — Wegen Abwesenheit der Männer wird der Gottesdienst eingestellt. — Jüdische Familien im Felde. — Hohe Auszeichnung eines gefallenen jüdischen Offiziers. — Bor dem Feinde gefallen. Oberleutnant Geiringer. — Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. — Inden und Engländer in Saloniki. — Korrespondenzen: Einlauf für die Plenarsitzung vom 5. Dezember 1915. — Einlauf für die Plenarsitzung vom 26. Dezember 1915. — Bethausspenden. — Ein Festgruß zur Jahrhundertfeier des Ersten Israelitischen Frauenwohltätigkeitsvereines in Wien. — Eine große Stiftung des Großindustriellen Wetzler. — Eine 500.000 Kronen-Stiftung für ungarische Kriegswitwen und -warfen. — Eine leider berechtigte Klage der „Reichspost". — Tuberkulosenfürsorge des Patriotischen Hilssvereines vom Roten Kreuze für Niederösterreich. - JSiener Brockensammlnng für jüdische Arme (Verteilungslokal Alserstraße 42). Die kulturellen Bedürfnisse der gefangenen jüdischen Soldaten in den österreichischen Gefangenenlagern. — Znaim. — Aus dein Leben einer jüdischen Flüchtlingsfamilie. — Klagenfurt. — Lemberg. — Vermischtes. — Feuilleton: Flüchtlingsfürsorge und Kriegshilfe. — Literatu r. — Briefkasten. — Notiz. — Inserate. An unsere Leser! Mit dem 1. Januar 1816 tritt die „Oesterreichische Wochenschrift" i» das erste Quartal ihres 33. Jahrganges ein. Wir richten an unsere geehrten Abonnenten, deren Abonnement, wie aus der Skadeuz auf der Adretzschleife ersichtlich, bereits abgelaufe» ist, die Bitte, dasselbe mittels des in der heutigen Nummer beigelegten Posterlagscheines zu erneuern, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintrete. Bezugspreise: Für Oesterreich-Ungar«:Ganzjährig K16.—, halbjährig K 8.—, vierteljährig K 4—. Für Deutschland und alle übrigen Länder: Ganzjährig K 20.—, halbjährig K 10 —, vierteljährig K 5.—. Die Administration 1916. Das neue Jahr schreitet gewappnet heran, von Eisen klirrend, triefend von Blut. Ganze Völker fallen der Vernichtung anheim, das Schicksal von Gruppen und Ständen ist Spreu, das der Einzelnen Staub. Man kann und soll nicht klagen, menn man unter den Opfern steht. Aber sagen darf man wohl, daß für große Teile des jüdischen Volkes eine Zeit hereingebrochen ist, deren Inhalt an Trauer und Leid dir erhabene Sprache der Propheten beschreiben müßte. Selbst unsere verhärteten Feinde können sich drs Mitleids nicht erwehren bei den offiziellen Berichten über die Quälereien an jüdischen Bürgern im Kriegsgebiet. Und .Kriegsgebiet find leider alle die Grenzlünder, lvo durch die historische Entwicklung die größten Teile des jüdischen Volkes wohnen. Vom südlichen Teil Elsaß-Lothringens, wo viele Juden an der industriellen Blüte fleißig mitgearbeitet haben, ist noch aM wenigsten zu reden. Auch in Triest, dessen überseeische Bedeutung zum großen Teile Juden zu danken ist, entstand mehr materieller Schaden durch Unterbin-, düng des Verkehrs als ein Unglück für die Personen. Nun aber wälzt sich die rote Welle deS Krieges über den Balkan hin, *in dessen größeren Städten überall spaniolische Gemeinden leben, aus Saloniki zu. lvo die- Mehrheit der Bevölkerung aus Juden bestehr. In den bedrohten und lnanchmal beschossenen Städten der anatolischen Küsten leben sehr viele Juden in Eintracht mit der türkischen Bevölkerung, das gährende Persien hat eine große Anzahl ivon Juden, im Kaukasus gibt es ganze jüdische Stämme und am englisch-italienisch-sranzö fischen Nordrand von Afrika tobt ein Aufstand der Eingeborenen, welche bei jeder kriegerischen Erhebung sich vor allem aus die Ghetti stürzen. Was soll man Uber erst von Galizien und der Bukorvina, was soll man von den polnischen Gouvernemenls Rußlands sagen, wo sich eine so entsetzliche Tragödie „Glaube und Heimat" für die unglücklichen jüdischen Einwohner abspielte und noch absvielr? An den Juden haben die Russen ihre schlimmste Niedertracht ausgetobr, haben wie in einem Schlachthaus für Menschen unter ihnen gelobt, haben sich all den Unsch uldigen für ihre Niederlagen gerächt. Jeder Kosak wurde ein schrecklicher Herrscher in der Judengasse, der mit

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