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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-12-24 · 51 (24.12.1915) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
51 (24.12.1915)
Date
1915-12-24
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Sette 949 Nr. 51 Dr. Bkoch'S Wochenschrift Verein Für Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer jüdischer Konfession. Dieser Verein der, wie alljährlich so auch in diesem Jahre 95 Greise mit kompletter Winterkleidung beteilt hat, erhält seitens! der Wiener Gemeindevertretung eine besondere Würdigung seiner segensreichen Tätigkeit durch eine alljährliche Subventioin. „Hatechijah" akad. hebe. Vereinigung II., Obere Donaustraße G5, Parterre. Samstag, den 25. d. M., um halb 8 Uhr abends, wird die Diskussion über den Vortrag des Kollegen Kestenbaum: „Haagada b'Israel" fortgesetzt. Samstag, den I. Jänner 1916, um 7 Nhr abends, findet ein hebräischer Bortrag des Kollegen cand. Phil Zwi Koretz: „Die jüdisch-polnische Frage der Gegenwart" mit anschließender Diskussion statt. Hebräisch sprechende Gäste willkommen. Wien. (Trauerandacht.) Heber Anregung des Vorstandes Herrn Julius Neugebauer fand am 19. d. M. im Prater- Bethaus des Vereins „Tefilas Jefchurun" für das jüngst verstorbene, verdienstvolle Vorstandsmitglied Herrn Hugo P o l l a t - schek s. A. eine schlicht-erhebende Trauerfeier statt. Die kantorale Funktion versah mit anerkannter Tüchtigkeit Herr Obe.kantor B a - logh, der auch anschließend an den Nachruf des Herrn Leopold Altholz dem entschlummernden Vorstandsmitglieds rührende Worte des Gedenkens widmete. Austritte ans dem Judentum vom 12. bis 18. Dezember 1915. Eisenstüdter Gustav Du., Hofu. Ge.ichtsadvokat, geb. 13. Dezember 1868 in Preßburg, XVIII., Karlgasse 25. Kreißt Phil pp, geb 27. Juli 1872 in Wien, römisch-katholisch, Zuschrift der israelitischen Kultusgemeinde Linz. Münster Friedrich, Hilfsmonteur, geb 5. Mai 1898 in' Wien, VII., Ulrichsplatz 4. Wafservogel Mori;, Adjunkt der k. k. Nvrdbahn, geb. 5. September, 1879 in Wien, II., F.rdinandsstraße 4/8. OtzerkMor Moritz Kulka gestorben. Aus Kolin a. E. in Böhmen wird uns unterm 20. d. M. berichtet: Am 15. d. M. verschied hier nach längerem Krankenlager Oberkantor i. R. der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde Herr Moritz Kulka im 84. Lebensjahre. Geboren zu Leipnik in Mähren. zeigte der Verblichene schon frühzeitig besondere Vorliebe für Musik und Gesang. Als Lehrer entfalte le er durch eine Reihe von Jahren eine ersprießliche Tätigkeit, wobei ihm auch Gelegenheit geboten war. kantorale Funktionen zu versehen. Sein erster Posten als Kantor war Ungarisch-Hradisch, sein zweiter Ungarisch-Ostra in Mähren. Hier erhielt er den ehrenvollen Ruf in eine der bedeutendsten Gemeinden Böhmens, nach Kolin. In dieser Gemeinde wirkte er mehr als 40 Jahre ununterbrochen als Oberkantor. Anläßlich der Vollendung seiner vierzigjährigen ersprießlichen kantoralen Amtstätigkeit wurde er vom Kaiser mit der goldenen Verdienstmedaille für vierzigjährige treue Dienste ausgezeichnet. Welch' großer Beliebtheit und Wertschätzung der Verblichene sich hier nicht bloß bei den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde, sondern auch bei der christlichen Bevölkerung zeitlebens erfreute, dokumentierte sich insbesondere auch bei dessen am Sonntag, den 19. d. M., stattgefundenen Leichenbegängnisse. Sowohl im als vor dem Trauerhause.> wie auch aus dem Friedhofe, hatte sich eine große Trauergemeinde versammelt, die dem Dahingeschiedenen die letzte Ehre erwiesen. Es waren der Gesamtvorstand der israelitischen Gemeinde mit dem Präsidenten Herrn Raimund Heller an der Spitze und nahezu sämtliche Gemeindemitglieder, darunter viele mit ihren Damen, erschienen. In der Zeremonienhalle des israelitischen Friedhofes trug Kantor R. Reichner das Hazur tomim sehr wirkungsvoll vor, woraus der Rabbiner Dr. Guggenheim seinem verblichenen Amtsko.legen einen warmen Nachruf widmete. Als ungemein ehrend wurde es allgemein anerkannt, als Vorstandsmitglieder den Sarg nach beendeter Trauerfunktion hoben und persönlich bis zum Grabe trugen. Hier widmete das Vorstandsmitglied Herr Dr. jur. Arnstein, der sich auch sonst um das Wohl der Hinterbliebenen besonders verdient machte. Worte der wärmsten Anerkennung — Worte, die vom Herzen kamen und ihren Weg zu Herzen fanden. Es blieb fast kein Auge tränenleer. Der greisen Witwe des Verblichenen, Frau Marie Kulka, geb. Köpfelmacher. sowie den trauernden Familiengliedern kamen vom Kultusvorstande. wie auch von vielem anderen Seiten sehr zahlreiche telegraphische und schriftliche, in den wärmsten Worten abgefaßte Beileidskundgebungen zu. — Ehre dem Andenken des Verblichenen! Großwardein. (Ein hundertjähriger Freiheilsheld.) Im Tempel der hiesigen Kultusgemeinde fand am Schabbes- Chanukka eine sehr schöne und ergreifende Feier statt. Diese Feier wurde vom Vorstande der Kultusgemeinoe zu Ehren Josef F r a n k' s. eines verdienstvollen Honvedleutnants der Freiheitskämpfe von 1843—1849, der am 4. Dezember seinen hundertsten Geburtstag feierte. Der greise und rüstige Jubiär wurde vom Oberkantor I. Weiß zur Thora gerufen und mit einem herrlichen Mischeberach ausgezeichnet, worauf der Chor mit Orgelbegleitung den Sülze.',chen Halleluja zum Vorträge brachte. Oberrabbiner Dr. Kecskemeti hielt an den greisen Jubilar eine schwungvolle und patriotische Ansprache. De: alte Josef F r a n k wurde in Eger geboren und wohnt seit 58 Jahren in Großwardein. Dem feierlichen Gottesdienste wohnte tii zahlreiches, distinguiertes Publikum, u. a. der Bürgermeister und viele Stadlhonoratioren ic., bei. Krakau. Zionisten treffen sich in Krakau. Cafö Secession (Annagasse). jeden Montag und Donnerstag, zwischen 6—8 Uhr abends. Gäste willkommen. _ Makkabäerfeier in der jüdischen Volksschule in Brody. Zur Beschießung des Chanukkafestes wurde auf Veranlassung der Kultusgemeinde in Broda in der von ihr erhaltenen jüdischen Knaben- und Mädchenschule eine Makkabäerseier abgehalten. Zu diesem Anlasse versammelte sich die gesamte Schuljugend mit dem Lehrerkörper im großen Saale des Waisenhauses. Als Gäste erschienen Deputationen des Magistrates und der Kultusgemeinde und andere eingeladene Personen. Die Festlichkeit wurde mit der Rezitation eines hebräischen Gedichtes durch eine Schülerin eingeleilet. Sodann hielt auf Veranlassung des Kultusvorstandes Herr Rabbiner Dr. Albert Schweiger eine, der Schuljugend zugängliche Ansprache, welche mit Hochrufen auf Kaiser und Reich endete. Im Anschlüsse an die Rede intonierte die Schuljugend die Volkshymne. Rach der Rede jand eine Verteilung von Geschenken an die Kinder statt. Chanukka in Innsbruck. Am 2. Dezember wurde in der hiesigen Synagoge das Chanukkafest. verbunden mit einem patriotischen Gottesdienste, anläßlich der Wiederkehr des Tages der Thronbesteigung unseres Kaisers gefeiert. Zu derselben erschienen die Herren Kultusvorsteher Wilhelm Dannhauser. Kultusvorsteher-Sle.lverlreter Louis Bauer und alle in Innsbruck anwesenden jüdischen Soldaten. Rach dem Anzünden der Chanukkalichter hielt Herr Rabbiner Dr. Joses Link eine Ansprache, in der die Kämpfe der Makkabäer mit dem gegenwärtigen Ringen um Oesterreichs Recht und Freiheit verglichen wurden. Besonders wurde di: große Liebe und das feste Vertrauen zum Bater Mathathia hervorgehoben, das den Makkabäern jenen großen Mut verlieh, mit dem sie das an Zahl weitaus überlegene feindliche Heer besiegten. Was damals Mathathia den jüdischen Streitern war. ist heute unser Kaiser seinen ruhmreichen Heeren. Die Liebe zu ihm schuf jenen Geist, der alle Hindernisse überwand und von Sieg zu Sieg schreitet. Nach dem Gebete für Kaiser. Reich und Heer wurde von den Anwesenden die österreichische Volkshymne gesungen, woraus Frl. Marianne Schwarz zwei patriotische Chanukkagedichte von Bernhard D i a m a n d vortrug, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden. Die schöne Feier schloß mit einer Beteilung der anwesenden Soldaten mit Liebesgaben durch den jüdischen Frauenverein unter der Leitung der Frau Rabbiner Dr. Link. Frau Dannhauser und Frau D u b s k y. Mähr.-Ostrau. (Berufsjubiläum und silberne Hochzeit.) Am 9. Dezember beging der Vorstand der Gastwirtegenossenschaft unserer Stadt, Herr Adolf Haberseld. sein 25jähriges Berufsjubiläum und zugleich die silberne Hochzeit mit sriner Gemahlin Anna, geb. Krieger. Diesen Anlaß benützte der Ausschuß zu einer großzügigen Ehrung des wackeren Obmannes. In Anwesenheit der Herren: Bezirkshauptmann Dr. von Gschmeidler, Bezirkskommissär Karl Wlczek, Polizei,oberkommissär Bendl, Gewerbe? inspektor Brosch. Brauereidirektor Straßmann, des Vertreters der fachlichen Fortbildungsschule Handelsschulprofessors Körner, und des Gesamtausschusses fand eine Festsitzung statt. Nach Begrüßung durch den Vorsteher-Stellvertreter, Herrn Josef P e tz a k beleuchtete der Bezirkshauptmann unter Dankesworten die Verdienste des Jubilars, um das Gedeihen der Genossenschaft fpez. in dieser schweren Zeit, beglückwünschte ihn und überreichte ihm ein sehr lobend gehaltenes Anerkennungsdekret. Diesem solennen Akte schloß sich die allgemeine Gratulation aller anwesenden Herren an. Herr Grün übermittelte ein Ehrendiplom des Landesverbandes, Sekretär P l a c z e k verdolmetschte die Wünsche des Personals der Bezirkshauptmannfchaft und der Genossenschaft. Hotelier P e tz a k übergab ein kostbares, mit Blumen geschmücktes Ehrengeschenk der B^irksgenossenschaft. Bei

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