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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-12-24 · 51 (24.12.1915) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
51 (24.12.1915)
Date
1915-12-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 940 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 51 jenigen unter starkes! Feuer, welche ferne Kompagnie von der Flanke beschossen. Einige seiner Leute waren bereits verwundet oder gefallen, und als er in die Nähe des Feindes kam, waren ihm bloß acht Mann geblieben. Die Situation wurde sehr kritisch. Die schon früher erbetene Hilfe kam nicht, und es begann auch an Munition zu mangeln. Da munterte er feine Leute auf und kommandierte Sturm. Um den Feind irre zu führen, kommandierte er mit weithintönender Stimme: „Feuer einstcllen, dritte und vierte Kompagnie vorwärts, schob sich auf dem zwischen den Drahtzäunen befindlichen schmalen Pfade, mit dem Revolver in der Hand, vor den Schützengraben, wo er m!it der Aufforderung „Höre ruku!" den Feind zwang, sich zu ergeben. Auf solche Weise gerieten ein Major, ein Oberleutnant, 3 Feldwebel und 85 Mann in Gefangenschaft. Der Oberjäger begab sich mit den Gefangenen zum Kommando der 14. Brigade, wo er bewirtet wurde. Gleichzeitig wurde er für die silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse in Vorschlag gebracht. Die silberne TapferkeitsUredaille zweiter Klasse hatte Oberjäger Neuhauser für einen geschickt durchgeführten Patrouillendienst erworben. Ire Auszeichnung des Gefangenen. Geza Grosz, Kadett im 65. Infanterieregiment, ging anfangs Juni auf den Kriegsschauplatz. Kurze Zeit darauf kam die offizielle Mitteilung von seinem Heldentode. Später widerlegte er persönlich diese Mitteilung, indem er seine 'Mutter aus einem Moskauer Spital verständigte, daß er in Gefangenschaft geraten ist. Er hat an einem viertägigen heftigen Kampf tcilgenomMen und seine Mutter von seinem Reginrente die Mitteilung, daß ihr Sohn mit der silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet mib außerwurlich zum Fähnrich befördert wurde. Auf die Frage, wofür ihr Sohn diese Auszeichnung erhielt, wurde ihr vom Regiment geantwortet, daß hierüber ausführliche Auskunft nicht gegeben werden kann, es genüge ihr die Tatsache, daß ihr Sohn ein Held war. Außer Geza Grosz sind noch zwei Mitglieder der Familie lm Kriege. Indische Kamikien im Iekde. Aus Marienbad wird uns berichtet: Der hiesige Hausbesitzer Herr Leonhard Fischer und seine Gattin Paulinc geb. Sommer, können als Heldenpaar betrachtet lverden. Vier Söhne entsprossen ihrer Ehe und alle vier dienen sie mutig dem Vaterlande. Der älteste Sohn, Dr. Josef F i s ch e r, Arzt in Marienbad, hat als Oberarzt am nördlichen Kriegsschauplatz das Signum laudis erworben und ist für weitere Auszeichnungen vorgeschlagen; der zweite Sohn, Oberleutnant JUDr. Leopold, erhielt das Signum laudis und das goldene Verdicnstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille; den dritten Sohn, Max, Unteroffizier erster Klasse, schmückt bereits das silberne Verdienstkreuz mit der Krone, und der jüngste Sohn, Kadett Karl Fischer, kämpft gleichfalls für Thron und Vaterland am nördlichen Kriegsschauplätze. . — Der Vater dieser vier Söhne, selbst ein alter Krieger, ist stolz auf seine Kinder und wetteifert mit seiner Ehegattin im mutigen Ausblick in die Zukunft. den 12. Dez. 1915. Aetdpostöriefe an die „Hesterreichische Wochenschrift". Tie zweite Makkabäerfeier im Felde bei einer Divifionssanitätsanstalt. Keiner von uns!, die wir ini vergangenen Jahre dieser Feier beigewohnt hatten, hätte damals daran gedacht, daß wir noch einmal im Felde dieses Fest verbringen werden. Wer mit ganz anderen Gefühlen und mit gehobener Stimmung wurde in diesem Jahre das Chanukkafest in. der Sanitätslanstalt gefeiert. Auch waren wir in diesem' Jahre besser daran als im verflossenen Jahre, da wir einen entsprechenden, würdigen Raum ausfindig gemacht hatten und dazu in aller Seelenruhe, ohne Aufregung, unsere Gebete verrichten konnten. Diesmal herrschte nämlich Ruhe auf dem Schlachtfelde und nicht wie bei der vorjährigen Feier trübte unsere Andacht das Dröhnen der Kanonen, das Knattern der Maschinengewehre und das' Pfeifen der Geschosse. Am 1. Dezember l. I., um 5 Uhr nachmittags, versammelte sich die Mannschaft, um der Feier beiwohnen zu können. Unter Führung des Kommandanten der Anstalt, Stabsarztes' Dr. H a h n, der stets darauf Gewicht legt, daß alle Konfessionen auch im Felde ihren relü? giösen Pflichten nachkomMen, erschienen sämtliche Offiziere ohne Unterschied der Konfession, was auch bei der Mannschaft einen sehr guten Eindruck machte. Mit dem üblichen Abendgebete wurde die Andacht eingeleitet. Dann wurden die Chanukkalichter angezündet und alle stimmten andächtig das „Moaus zur" an. Hierauf hielt Ehrwürden k. u. k. Feldrabbiner Dr. Wert Schweiger die Festrede, in welcher er daraus hinwieß, daß der Geist der Makkabäer auch! in unseren Truppen lebt, die genau wie jene, von Begeisterung für ihre gerechte Sache ersiillt, gegen eine Welt von Feinden kämpfen und gleichfalls als Sieger mit erhobenem Haupte dastehen. Der Redner wies in seiner patriotischen Ansprache auf den nächstfolgenden Tag hin, an dem' sich die Thronbesteigung unseres Monarchen zum siebenundsechzigstenmale jährte, schilderte die erhabenen Tugenden Sr. Majestät, der wir nachzuahmen verpflichtet sind. Die Feier endete damit, daß alle Anwesenden die Kaiserhymne anstimmten. — Eine wahre Freude war es' für die Mannschaft, als sie nach dem Festgottesdienste Chanukkaliebesgaben erhielt, die Herrn Dr. Schweiger zur Verteilung an jüdische Soldaten zugekommen waren, und die dieser gemeinsam mit dem Divisionspfarrer Herrn Alois Kucharski diesen übergab. Med. Dr. Richard Löwi. ...... 11. Dezember 1916. Löbliche Redaktion! Am 8. Dezember l. I, haben die Juden des 15. Bataillons des 26. Landwehr-Infanterieregiments die Gelegenheit gehabt, einem Gottesdienste aus Anlaß des Chanukkafestes (Makkabäerfestes) beizuwohnen. K. u. k. Feldrabbiner Dr. Michael Halber st am!, gebzu Brody (Galizien), ',in Friedenszeit Rabbiner in Schaffa (Mähren), zündete die acht Chanukkalichter an und die Anwesenden sangen das Makkabäerlied. Es waren auch Glaubensgenossen vom 1. und 3. Landwehr-Jnfanterieregijment und von der Honved unter Führung dreier Kadetten anwesend. Die 116 Mann vom 26. Landwehr-Infanterieregiment waren unter Führung des Zugsführers Willy G u t t m a n n, einem Lemberger, vom 30. Infanterieregiment zum 26. Landwehr-Infanterieregiment zugeteilt. In einer Ansprache führte Rabbiner Halb er st am die Bedeutung des Makkabäerfestes aus, verglich, unseren greisen Monarchen, den Friedensfürsten, mit dem alten Priester Matisjahu, und so mancher weinte, zu Tränen gerührt. Herr .Rabbiner Halber st am hörte auch dann die einzelnen Bitten seiner Glaubensgenossen an und versprach, nach Möglichkeit den Wünschen entgegenzukommen. Mit Freude und . Trost gingen wir zurück nach Hause, denn es waren bereits! vier Monate verflossen, wo wir keine Gelegenheit hatten, einem Gottesdienste beizuwohnen, und es kann uns doch nur Religion und Glaube Trost spenden. Wir müssen

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