Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-12-24 · 51 (24.12.1915) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
51 (24.12.1915)
Date
1915-12-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3020846-3022142-3022194--24732-3049996
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 936 Dr. Bloch'S Wochenschrift Nr. M ters, der Lehrer, Gruppenväter und Aufsichtspersonen abhängen. Seit Atonalen nun leistet Dr. Lew in die Vorarbeiten, sanmrelte Material und tat die ersten Schritte in die Oeffentlichkeit; ihm ist die Fürsorge für die Flüchtlingswaisen Zu einer Lebensaufgave geworden, die er mit Emsigkeit und heiligem Eifer betreibt. Einige gewichtige Faktoren, Vereine und Private, hat er bereits für diese soziale und humanitäre Idee gewonnen. Aber soll die Großtat ins Leben treten, muß sie von der ganzen jüdischen Gemeine, von dem Interesse aller Juden und chrer großen Körperschaften, getragen sein; ihre Bedeutung muß nur erkannt sein; dann wird sie auch im notwendigen Umfange gefördert werden. Denn eine dauernde Einrichtung könnte aus den Trümmern dieses Krieges erstehen. Sind die 994 Kinder, die jetzt eines Heimes' harren, einmal erzogen und versorgt, dann könnten seine Pforten neuen Waisen offenstehen. Und einen edleren Zweck kann es wohl schwerlich geben, als tausend verkommende Kinder dem Volke und dem Staate zu erhalten, sie zu bilden, zu erziehen und aus trostlosen, verhärmten Geschöpfen lebensfrohe Menschen zu machen. Mag mancher auch bei einer falsche angebrachten oder falsch dargebrachten Wohltat hie und da eine Enttäuschung erlebt haben, hier kann man die Münzen mit geschlossenen Augen im Kreise der Waisen umherstreuen, jedes Haupt, das von einer getroffen wird, ist arm, elend und des werktätigen Mitleids wert. Schließlich noch eines: Sollte das große Waisenheim, das geschaffen werden soll, nicht jetzt errichtet werden, so sind damit die 994 unversorgten Waisen nicht aus der Welt geschafft; etwas wird ja doch für sie geschehen nrüssen; es wird geschehe!:, wenn auch! später, wenn auch in kleinem Umfang. In diesen: Falle wären aber die monatelangen Vorarbeiten, die bereits getan sind, verloren oder vergebens. Und das wäre schade, sehr schade um der guten Sache willen, die keinen langen Aufschub verträgt. Das ist der Eindruck, den ich an jenem Nachmittage im Rabbinate zu Nikolsburg empfing. - JSBfc. M. A.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.