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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-12-24 · 51 (24.12.1915) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
51 (24.12.1915)
Date
1915-12-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 51 Dr. Bloch’s Jahrgang XXXII Zentralorgan für die gesamten Unteressen des Judentums. Wim, 24. Dezember 1915 Erscheint jeöen Freitag. Brief-Adresse: Wien, II/i, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloches Wochenschrift. Wien. 0(r- - — ■■ -=DO Bezugspreis für Oestrrreirh: Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heiler. Für das Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig ÜO Kronen. Anzeigen: Die 2mal gespaltcne Petitzeile 48 Heller. OP- -Op K. kr. Postkparkaflenarnt Clearing-Verkebr Mr. Sw.976. Redaktion und Administration: II/i. Praterstraste 9. Telephon 45.359. Inhalt: Leitartikel: Gründttirg der „D.'litsch-Jsraelitischeii-Osinarlischeir Nnivn". HitsSkommissioii 1015 für Palästina. — Ti Palästmahilfsaktivn in Ungarn. — Flnchtlingssürsorge nnd Kriegshilse. - Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten.. — Weitere Auszeichnungen. — Kriegsauszeichnung eines Feldrabbiners. — Aach den beiden silbernen nnd der goldenen Tapferkeitsleitsmedaille das Eiserne Kreuz. — Ingenieur Leutnant Rudolf Hochstein. Oberjäger Neuhanser. — Tie "Auszeichnung des Gefangenen. — Jüdische Familien im Felde. - Die zweite Makkabäerseier im Felde bei der Divisions-Sanitätsanstalt Ar. 4B. Dem Andenken eines heldenmütigen Lehrers. — Ehrung gefallener jüdischer Helden. — Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. — Beförderungen. — Sonstige Auszeichnungen. — Ein jüdisches Mitglied der Pariser "Akademie. — Ein jüdischer Präsident des italienischen Kassationsgerichtshofes. — Ein jüdischer Bürgermeister in Amerika. Tie Juden in Südafrika. — Korrespondenzen: Die erste k. u. k Militär-Synagoge. - Antisemitismus im Burgfrieden. — Brigittenauer israelitischer Frauen-Wohltätigkeitsverein. — Die neue Schästungskommission. - Sofie Grünfeld-Stieselnmtausch-Zenrrale. — Kaiser Jubiläumsstiftnng der Kultusgemeiude Kremsier — Brody. — Vermischtes. — Feuilleton: Schate Feig. — Literatur. - Briefkasten. — Notizen. — Inserate. Gründung der „Deutsch-Israelitisch- Osmanischerr Union". Aus Einladung eines größeren Berliner Kreises fand Sonntag, den 12. Dezember 1915, im „Brüderverein" zu Berlin eine Besprechung statt, welche Teilnehmer aus allen Gegenden Deutschlands vereinigte. Dem einladenden Komitee gehörten u. a. tut: Kommerzialrat H. B a mf berg, Geh. Reg.-Rat Dr. Herm. C o h e n, Dr. I. Gf i rt stz berg, Aron Hirsch, Justizrat Dr. Horwitz, Professor Dr. James Israel, Professor Dr. Kalischer, Kommerzialrat Alfred Löwenberg, Generalkonsul Kommerzialrat I. Mandelbaum, Bankier Alois A. F. Marcus, Rabbiner Dr. Munk, Dr. Alfred Nossig, Dr. Walther R a t h e n a u, Generaldirektor Konsul 2 e - gall, Kommerzialrat Gerson Simon, Professor Doktor L. Stein, Oscar Tietz, Geh. Justizrat Berthold Time n d o r f e r, Rabbiner Dr. Warschauer, Rabbiner Dr. Weiße sowie zahlreiche andere namhafte Mitglieder der jüdischen Gemeinden Berlins. Die Veranlassung zu der Konferenz hatten die Verhandlungelt gegeben, die gelegentlich der Uebergabe der Spende des jüdischen Hilfskomitees „R o t e r H a l b - m o n d" mit der türkischen Regierung stattgesunden und zur Gründullg einer „O s m a n i s ch - I s r a e l i t i s ch e n U n i o lt" in Aonstantinopel geführt haben. Der neue bedeutsame Gedanke, zwischen den Juden und den Osmanett innigere Beziehungen zu schassen, die einerseits für die Türkei vorteilhaft lvären, andererseits der Bessernng der Lage unserer osteuropäischen Glaubensgenossen dienlich sein könnten, hat in zahlreichen jüdischen Gemeinden Deutschlands ein äußerst lebhaftes Echo _ geweckt. Gegen dreihundert 4M Vordergründe des öffentlichen Lebens stehende jüdische Persönlichkeiten beteiligten sich an der Konferenz, darunter die Vertreter zahlreicher B'nai Brith-Logen. Ueber hundert izustimmende Zuschriften und Anerbietungen zur Mitarbeit trafen außerdem ans den verschiedensten deutschen Städten ein. Die Konferenz ivurde durch .Kommerzialrat Gerson S i m o n eröffnet und geleitet. In seiner Ansprache führte Kommerzialrat Simon aus, daß die Ereignisse des Weltkrieges die Jllden vor eilte neue Situation stellen. Einerseits ist die den Juden seit jeher sympathische Türkei durch das Bündnis mit Deutschland uns nun auch als Deutschen besonders nahe gerückt. Andererseits wird, infolge der Besetzung von Russischi-Polen und Litauell durch die Zentralmächte, die ostjüdische Frage zu einer Frage der deutschen Judenheit und des Deutschen Reiches. Zwischen dieseir neuen Tatsachen können gelvisse ersprießliche Zusammenhänge geschaffen werden. Die Verwirklichung dieses Gedankens hat das jüdische Hilf s - k o m i t e c „R vier Halbmon d" angebahnt. Durch feine Sammlungen zugunsten der türkischen Armee, die über 120.000 Mark ergeben haben, erbrachte es einen sehr bemerkenswerten Beweis der besonderen Sympathie der deutschen Judenheit für die Osmanen. Der Vertreter des Komitees. Dr. Alfred R o s s i g, hatte dann in Kon stalitinopel Gelegenheit, festzustellen, daß diese Sympathien von den türkischen Regierungs kreisen erwidert werden und daß die Türkei geneigt sei, sich für die Sache der osteuropäischen Juden einzusetzen. Im weiteren Verlause ries das Komitee „Roter Halbmond" das „Zentral-Hilfskomitee" ins Leben, welches einen Fonds schaffeli sollte, um einerseits die durch den Krieg herbeigeführte Notlage der Juden in Palästina zu mildern, andererseits für die Uebersiedlung von osteuropäischen Juden nach der Türkei Mittel bereitzustellen. Infolge der in Konstantinovel geschaffenen Tatsachen stehr nun eine Neuorganisation der jüdisch ihnmanitüren Tätigkeit für beit Orient bevor. Dr. Alfred N o s s i g, Berlin, der das Hauptreserat erstattete, schilderte zunächst die katastrophale Lage, in die die Judenheit des Ostens durch die Ereignisse des Weltkrieges gebracht worden sei.

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