Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 50 (17.12.1915)
- Date
- 1915-12-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seit- 922 Xr. Bloch'S Wochenschrift Nr. 50 Und jetzt schützt es sich wohl gegen das Risiko eines Angriffs und fördert mit diplomatischen Mitteln — wie alle Länder für sich zu tun berechtigt sind — seine legitimen Interessen in jedem Teil des Globus; sein ernstester Wunsch aber ist aus den Frieden gerichtet. Es gibt jetzt hier nicht und hat nie gegeben irgendeine Absicht oder irgendeinen Wunsch, Feindseligkeiten mit Deutschland zu provozieren. Denn die britischen Staatsmänner und das britische Volk wissen sehr wohl, daß ein bewaffneter Konflikt zwischen jenen zwei Nationen, die zu den Hauptpionieren der Zivilisation gehören, die in der vordersten Front der aufwärtsstrebenden Menschheit marschieren, das größte Unglück darstellte, sowie daß jene, die ihn verursachten, tausendfach verbrecherischer handelten, als irgendein Mörder, der seinen Nachbar auf der Straße niederstäche. Herbert S a m u e l" Wenn Herbert S a m u e l diese Briefstellen sich wieder zu Gemüte führen sollte, ^dann dürfte ihm zu vollenr Bewußtsein kommen, welche Schuld sein Vorgänger aufsich geladen hat. Korrespondenzen. Verein zur Wwehr des Antisemitismus. Der Verein zur Wwehr des Antisemitismus hatte seine diesjährige Mitgliederversammlung zum 26. November noch Berlin einberufen. In der unter dem Vorsitze des Wg. Gothein tagenden Versammlung wurde der Geschäfts- und der Kassenbericht erstattet. Die hieran anschließende Aussprache ergab allerseitige Uebereinstimmung darüber, daß der schöne Geist der Verträge lichkeit und Versöhnlichkeit, der zu Anfang des Krieges geherrscht, leider vielfach schon verflogen sei, daß Die bösen Leidenschaften, von der vaterländischen Begeisterung nur für kurze Zeit gebändigt, wieder nach Betätigung drängen. Von einem bekannten Publizisten wurde die auffehenerregende Mitteilung gemacht, daß nach einer ihm von vertrauenswürdiger Seite, aus konservativ-agrarischer Quelle zugegangenen Information, die politische Richtung und Weltanschauung, deren Zurückdrängung der Verein in erster Linie sich zur Ausgabe gemacht hat, nur auf den Augenblick wartet, wo die Schwanken der Zensur gefallen sein werden, um in Deutschland aufs neue eine skrupellose Hetze gegen unsere jüdischen Mitbürger zu entfesseln, und zwar als AnÄvort aus die mehr oder minder berechtigten Angriffe, die vielfach wegen der allgemeinen Lebensmittelteuerung gegen eineil großen Erwerbstand in der Oeffentlichkeit erhoben worden sind. Es kam ferner zur Sprache, daß trotz des nicht zu bezweifelnden objektiven Bestrebens der Zensur, die Heißsporne aller politischen Parteien zu zügeln, die bedauerliche Tatsache zu verzeichnen sei, daß ein bekannter Fanatiker verstiegener Rassentheorien, übrigens kein Deutscher von Geburt, in Kriegsäuffätzen, die in vielen Hunderttausenden von Exemplaren verbreitet werden, und die unter Benutzung eines eigenen Fldpostdienstes auch in großer Anzahl unseren kämpfenden Soldaten zugehen, sich an den innerpolitischen Burgfrieden nicht kehre, nach wie vor einen gefährlichen Rassenhaß predige und die oberste Volksvertretung des Deutschen Reiches, den Reichstag in unerhörter Weise beschimpfe. Die turnusgemäß ausscheidenden Mitglieder des Ausschusses wurden ebenso wie der bisherige Vorstand — bestehend aus den Herren Wg. Bergrat Gothein, Geh. Rat Prof. Dr. Wilhelm Foerster, Landtagsabg. Landgerichtsdirektor Kanzow, Reichstagsabg. Rittergutsbesitzer Roland- Lücke und Rechtsanwalt Doktor Baerwald -Frankfurt a. M. — wiedergewählt. An Stelle des wegen hohen Alters aus dem Vorstande ausscheidenden, seit "Begründung des Vereins ihm allgehörenden Frankfurter Vorstandsmitgliedes Stadtrat F l i n s ch — wurde Stadtverordneter Justizrat Dr. Max G e h r k e in den Vorstand gewählt. Spendenliste für die Plenarsitzung des Kultusvorstandes am 4. Oktober 1915. Von Herrn Moriz L ö w y, Kaufmann in Wien: Zur Errichtung einer Helene Löw.y, grb. Lemberg r- Braulausstattungr-Widmung Nom. Kr. 1500.— Von Herrn Alfred Eisler, anläßlich des Ablebens seines Vaters des Herrn Th. Eisler s. A., für die Hinterbliebenen der im Felde gefallenen isra'l. Religion „ 1000.— Von Herrn k. k. Bergrat Mar Pitter von G u tm a n n zur Verteilung von Stpendien an Schüler der Bibel- und Talmudschule des Bethham'- drasch-Vereines in Wien „ 400,— Von Herrn kais. Rat Arnold Fröhlich Edler von F a n y o n anläßlich der hohen Fe'ertage Für die „Israel. Allianz" - den Verein zur Verpflegung Brustleidender auf dem Lande „ das Israel. Blindrninstitut „ das Israel. Taubstummen-Jnstitut „ den Verein „Frauenhort" „ den Mädchen-Unterstützungsoerein „ den Verein „Ph lanthropia" (Hospital) „ das Reservespital Nr. 11 (Dr. Krüger Lehrmädchen-Hort, II., Mahgasse 11 Kr. 100. 25.— 25.— 25 — 25.— 25.— 25 — 50.— Von Frau Julie Thenen anläßlich des Todestages ihres Gatten Isaak Thenen s. A. Kr. 150.— anläßlich des Todestages ihres Schwiegrrsohr.e: Sebastian Jacobsohn „ 50.— Von Herrn Ludwig Reicht anläßlich des Heldentodes seines Sohnes Leutnant Ernst Reicht s. A. und Widmung eines Ehrengrabes für einen wohltätigen, Zweck Von Herrn M. Haas, Welka, Kranzablösungsspende anläßlich des Ablebens des Herrn Dr. Erwin Haas s. A. Von Herrn k. k. Kommerzialrat Alfred Spitzer für den Kaiser Jubiläümsverein zur unentgeltlichen Brotverte'.lung Kr. 50.— Für das israel. Armenhaus „ 50.— Von Frau Louise H e ch t e r, Bukarest, anläßlich des Gedenktages ihres am 17. September 1894 in Wien verstorbenen Gatten, Herrn Salomen Hechter s. A., für das Altersverforgungshaus, für das Blindeninstitut, für die Kinderbewahranstalt, für die israel. Volksküche, für den Waisen-Unterstützungsvereln, für den Handlungs- Krankenverein je Kr. 10.—, zusammen Von Herren Brüder Wellesz, als Kranzablösungsspende für die Chewra-Kadischa anläßlich des Heldentodes des Herrn Rudolf Neisl s. A. Von Herrn F. E r n st: Für die Volksküche Kr. 10.— „ „Ferienheim" „ 10.— „ „Israel. Allianz" „ 10 — „ die galiz. Flüchtlinge „ 30.— „ die Juden Palästinas „ 10.— Von Frau Jeanette Schneck: Erlös für die Weitervermietung ihres Tempelsitzes als Spende für wohltätige Zwecke Don Herrn M. Eisen, für im Felde erblindete Soldaten Von Frau R. M a r m a r o s ch für das israel. Armenhaus zur Beteilung armer kranker Frauen Von Herrn Leutnant Dr. Karl Trinczer zur Beteilung jüdischer Armer zum Neujahrsfeste Von Herrn Dr. Georg Landauer, Erlös für die Weitervermietung seines Tempelsitzes für das Israel. Blinden-Jnstitut Von Herrn Dr. Ludwig Beer zur Auschaffung von Erbauungsbüchern für jüdische Soldaten zuhanden des Herrn Feldrabbiners Dr. Frankfurter Von Familie Dr. Moriz Popper, Kranzablösungsspende für weil. Frau Emilie Mayländer für wohltätige Zwecke Von Frau Julie Squarenina, zur Unterstützung einer armen Mutter, deren Ernährer eingerückt ist 300.— 200, 200.— 100. 100.- 60.- 50.— 70- 40.- 40.- 35.— 29.50 25.— 20.— 20.- 12.-