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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-12-17 · 50 (17.12.1915) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
50 (17.12.1915)
Date
1915-12-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 50 Tr. Bloch's Wochenschrift Seite 915 Plünderungen der Juden, von Vergewaltigung von Frauen und Mädchen. All dies vollzieht sich fast systematisch in jedem Ort, den die russischen Truppen, namentlich die Kosaken, besetzten. Ueberall tritt neben der böswilligen Absicht, die Juden am Besitz zu schädigen, die bestialische Gier zutage, sie durch ausgesuchte Qualen zu peinigen und sich an der Angst ihrer Opfer zu weiden. Welche Seelenqualen die jüdischen Soldaten in der russischen Armee beim Anblick dieser grauenhaften Behandlung ihrer Brüder in Galizien empfanden, schildert ein Soldat in einem Schreiben an seinen Bruder in Philadelphia: „Seitdem wir die Grenze überschritten haben, konnte ich die Missetaten der brutalen Soldateska beobachten. Heilige Thorarollen wurden zerfetzt und zu Boden getreten, mitsamt zerbrochenen Spiegeln und Samt- und Seidenstoffen. Mein Herz krampfte sich zusammen beim Anblick der Verwüstungen, welche die Soldateska in den jüdischen Quartieren anrichteten. Ich konnte nicht ruhig zusehen, wie die Soldaten meine Brüder unter Qualen verspotteten. Ich selbst mußte bei der Vergewaltigung einer Frau zugegen sein, meine Sinne schwanden, ich wandte mich ab und weinte. Du kannst Dir nicht 'vorstellen, was ein jüdischer Soldat in der russischen Armee erdulden muß. Unsere Hetzen bluten und wir können nicht helfen." („Vorwärts", Nr. 609.) Angesichts solcher Vorfälle Muß man dem amerikanischen Blatt „The Day" zustimmen, welches nach sorgfältiger Prüfung aller Berichte zu dem Schlüsse kommt: „Die allerbeklagenswerteste Tragödie in dem gegenwärtigen Kriege ist die Tragödie der Juden — ihre Lage ist tausendmal schlimmer als jene der Belgier." Während aber die Belgier sich der Sympathien der Engländer und Franzosen erfreuen, wollen diese pon den Juden nichts wissen. Der Bericht, welcher das schlummernde Gewissen dieser Völker zu wecken beabsichtigt, schließt mit dem Älppell: kein Mitleid, sondern Gerechtigkeit für die Juden! Wir vermeinen jedoch, man müßte beides für unsere unglücklichen Glaubensbrüder in Anspruch nehmen: Mitleid und die daraus quellende werktätige Hilfe für die unsäglichen Leiden, die sie erduldet haben — Gerechtigkeit für die Zukunft als Schutz.gegen Fortsetzung der bisherigen Behandlungsweise. Zu diesem Ende wäre es von Wichtigkeit, eine getmic Geschichte der Leiden zusammenzustellen, welche dieser Krieg über die Juden gebracht hat. Noch ist der ganze Umfang dieser „Geserah" nicht bekannt, noch kennen wir nicht das Schicksal der aus Galizien verschleppten. Geiseln und jener Tausende, die durch die letzte Schandtat des Generalissimus Nikolajewitsch, von Haus und Hof getrieben, in fernen Provinzen Rußlands seufzen, noch deckt die Ostfront eine Fülle von Leiden, die unsere Brüder in dein letzten Rest besetzten Heimatlandes erdulden müssen, aber schon müßte begonnen werden, das historische Material zu sammeln, in authentischen Dokumenten, wie solche bereits in Berichten der österreichischen und deutschen Kriegspressequartiere und amtlichen Protokollen teilweise vorliegen. Diese Dokumente der Grausamkeit würden ein -blutiges Buch abgeben, ein „I ü d i sch es R o tb u ch", dessen Reflex den Engländern und Franzosen die Schamröte über die Bestialitäten ihrer Alliierten, an welchen sie selbst moralisch mitschuldig sind, ins Gesicht treiben müßte — das aber auch den Amerikanern zur Kenntnis bringen würde, welches Unheil sie durch Unterstützung der Verbündeten unwillkürlich gefördert haben. Kriegsdekorationen jüdischer Hffiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: . das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordpns am Bande des Militürverdienstkreuzes für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vordem Feinde dem Regimentsarzt Tr. Otto Lederer, Jns.- Div.-Sanitätsanstalt Nr. 90: den Oberärzten Dr. Wilhelm Taussig. ungar. Landw.-Jnfanterieregiment 27, und Dr. Wilhelm Roth, ungar. Landw.-Husarenregi ment Nr. 2; das Militärverdien st kreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten vor dem Feinde den gefallenen Oberleutnants d. R. Bernhard S u ß m a n n, Dragonerregiment Nr. 9, Josef Lich t e n st e r n, Landsturmregiment Nr. 31,° dem gefallenen Leutnant Moriz Biber, Landw.-Jnfanterieregiment Nr. 22; das silberne Signum lau-is am Bande des Militärverdienstkreuzes (neuerliche kaiserliche belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten dem Leutnant d. R. Otto Poll'ak. Infanterieregiment Nr. 53; das Signum taubiä am Bande des Militärverdienstkreuzes (kaiserl. belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Landsturm-Oberleutnant Max G r e i f. Landw.-Jnfanterieregiment Nr. 22, den Leutnants d. R. Samuel'Mega. Pionierbataillon Nr. 7. Dr. Wilhelm Goldtu ft, reit. Artilleriedivision Nr. 1. Siegfried Jtzkowitz, Traindivision Nr. 1l, Otto Ster n, Infanterieregiment Mr. 88, Schulim K a r p, recte Friedmann, Infanterieregiment Nr. 58, Franz T a u f s i g. Traindivision Nr. 14, Hugo L ö w y, Infanterieregiment Nr. 16; den Oberleutnants d. R. Ludwig Rosen heck, Feldkanonenregiment Nr. 31, Lothar Freiherr Popper v. Podhragy, Husarenregiment 5, Wilhelm Fried, Infanterieregiment Nr. 95; den Leutnants d. R. Max Koffler, Infanterieregiment Nr. 41, Salomon Rothenberg, Sappeurbataillon Nr. 7; für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Max P a t t a k, Tiv.-Bäckerei, Guido Ster n, Traindivision Nr. 6, Otto Heller, Traindivifion Nr. 9, Hugo Stern, Traindivision Nr. 12, Dr. Max Kalmus, Sanitätsabteilung Nr. 14; dem Leutnant d. R. Leo Deutsch, Traindivifion Nr. 13; für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten dem Regimenrsarzt Dr. Maximilian Mos ko Vits, Feldkanonenregimenr l8; das goldene Verdien st kreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Regimentsärzt Dr. Oskar Tauber. Kommandant eines Feldspitales; Dr. Siegfried Plaschkes, Assistenzarzt der I. med. Abteilung im Krankenhaus der Wiener Kaufmannschaft, der seit Kriegsbeginn im Felde steht; den Verpflegsoffizialen Ignaz Köstenbaum, Divisions-Bäckerei Nr. 15; Dr. Bernhard Straßberg. Vorsteher der Div.-Bäckerei Nr. 24; Dr. Bertold Spiegler, 10. Korpskommando; dem Oberleutnant-Rechnungsführer Alfred Silbernagel. Infanterieregiment Nr. 16; das goldene Verdien st kreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille dem Unterarzt Markus Fleisch man n, Pf'erde-Sammelstelle; dem Verpflegsakzessisten Leo Beck, Korps-Truppenkommando Nr. 17; dein Bau-Rech nungsakzessisten d. R. Gustav Schläfrig. Schanzzeug depot Nr. 4; dem Leurnanl-Rechnungsführer d. R. Egon T r e b i t s ch, Infanterieregiment Nr. 84; das silberne Verdien st kreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille für hervorragend pflich - treue Dienstleistung vor dem Feinde den Feldwebeln

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