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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-12-10 · 49 (10.12.1915) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
49 (10.12.1915)
Date
1915-12-10
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 9i2 Dr. Bloch's Wochenfchrifl SHr. 49 fall. „Wir sind mit List umzingelt," so berichteten sie,, „müssen uns von der gewaltigen Reitermacht, die auf uns eindringt, wie Schlachtvieh niedermachen lassen und können noch nicht einmal Widerstand leisten, weil wijr nach der Vorschrift unseres Gesetzes verpflichtet sind, uns ruhig zu verhalten." Asinai indes, so berichtet Josephus weiter, „war nicht derselben Meinung wie die Kundschafter, sondern hielt es für ratsamer, bei der gefährlichen Lage Mut zu fassen und das Gesetz zu übertreten, um lieber in tapferer Gegenwehr dem sicheren Tode zu erliegen, als dem Feinde die Freude zu lassen^ daß er sie wehrlos hinschlachten könne. Dann griff er selbst zu den Waffen und trieb seine Gefährten zu gleicher Kühnheit an, rief ihnen auch noch zu, sie sollten sich wacker schlagen." So errangen die Juden an diesem Tage den Sieg. — In einem späteren Stadium des Kampfes, als die Feinde wiederum einen Angriff am Sabbat planten, kamen sie diesen zuvor und errangen einen Sieg, bevor der Sabbat angebrochen war. Gm interessantes Gedicht befindet sich — wie wir in der „Voss. Ztg." lesen — int Berliner Lessing-Museum. Es stammt von Friedrich August v. Stägemann, dem bekannten Dichter der Befreiungskriege und Staatsmann, und führt den Titel „Eine Geschichte". Es handelt sich, nach einer erklärenden Anmerkung von Friedländer, um folgenden Vorfall: Achim v. Arnim war 1812 uneingeladen in einer Gesellschaft der Frau Sarah Levy, geb. Hitzig, erschienen. Der Neffe der Hausfrau, der Sohn des Baurates Hitzig, wies ihn hinaus, es kam zu einem Wortwechsel, Hitzig forderte den Gegner, dieser aber lehnte den Zweikaurps ab, weil sieben seiner Freunde sich gegen das Duell mit einem Juden erklärt hatten. Hitzig fiel 1813 bei Lützen. Arnim hat den Krieg nicht mitgemacht. Das Gedicht lautet: Der Jude fordert den Edelmann, Der Edelmann fragt seinesgleichen: Ob er dem Juden möcht' ausweichen? Die edle Jury also begann: „Dem Juden gibt der Edelmann Mit Kugeln nicht Bescheid, allein mit Peitschenhieben. So steht's von Bersaba bis Van, Von Potsdam bis Berlin geschrieben." Trotz diesem Spruch der edlen Sieben Sind alle beide doch geblieben. „Wie ging das..zu?" Das höret an. Die Kriegstrompete scholl nach hüben und nach drüben. Zu Hause blieb der Edelmann; Der Jud' ist in der Schlacht geblieben. Meratnr. Almauach des KriegHahres 1914/15 der patriotischen Frauen Oesterreichs. Es war seitens des Witwen- und Waisenhilfssonds der gesamten bewaffneten Macht ein glücklicher Gedanke, diesen Frauenalmanach herauszugeben. Zeigt er doch in seiner Fülle von Beiträgen welche Summe von Arbeit im Dienste des Vaterlandes Oesterreichs Frauen und Mädchen während der Kriegsmonate geleistet haben. Dieser in vornehmster Form ausgestattete Almanach von Frauen für Frauen geschrieben, beleuchtet ihre stille, aber emsige Kriegsdienstleistung. Es ist eine Freude, die Beiträge einer Ebner- Eschenbach, Bahr-Mildenburg, Irma v. H ö f e r, Gisela Freiin v. Berger, M. E. delle Grazie, Metternich- Sa n d o r, Edith S a l b u r g, Maria S t o n a — um nur einige von den hundert illustren Namen zu nennen — zu lesen, und man wird sich der Erkenntnis nicht verschließen können, daß in diesem Almanach Oesterreichs Frauen und Mädchen ein Zeit- und Kulturdokument geschaffen haben, das dauernden Wert besitzt. Welch tiefem Bedüffnis dieser Almanach entspricht, beweist die Tatsache, daß das Werk bereits, die 10. Auflage erreicht hat. Der über 170 Seiten starke Band ist broschiert zu dem mäßigen Preis von Kr. 2.—, in der Prachtausgabe zu Kr. 10.— von der Kanzlei des Witwen- und Waisenhilfsfonds, Wien. 1. Bezirk, Schwarzenbergplatz 1, zu beziehen. Jung-Juda. Illustrierte Zeitschrift für lunsere Jugend, 16. Jahrgang, Nr. 23, Prag, den 3. Dezember 1915 (26. Kislew 5676). Redaktion und Administration: Prag, II.. Stefansgasse 629. Inhalt : Chanukka. — Ben Iehuda: Die Zeit der Makkabäer. — Josef Hart: Wolf. — Hugo Zuckermann: Chanukkalichter. — H. Pork-Steiner: Moischele. — Grete Obernik: Chanucka im Schützengraben. — Marek Scherlag: Spiele. — Karl Ewald: Blut. — Direktor S. Heller»: Abendandacht. — Dr. Gustav Kohn s. A. — ,Guck in die Welt. — Vom österreichischen Reiterlied. — Uebersetzungsaufgabe. — Rätsel. Doris Wittner, Die Geschichte der kleinen Fliege. Ein Heine- Roman. Verlag von Grethlein u. Co., E. m. b. H., Leipzig, Salomonstraße Nr. 20. Tätigkitsbericht des Zentralbureaus zum Schutze der galizischen Flüchtlinge jüdischen Glaubensbekenntnisses in Brünn. Für die Zeit vom 15. Dezember 1914 bis 31. Oktober 1915. Brünn 1915. Verlag des Zentralbureaus zum Schutze der galizischen Flüchtlinge jüdischen Glaubensbekenntnisses. Kriefkaftev K. F. Laut dem „Journal de Geneve" befinden sich im englischen Heere 20.000 Juden. Für Deutschland kämpfen nach derselben Zeitung 50.000, für Rußland 350.000 Juden. In der serbischen Armee sollen sich 2500 Juden befunden haben. Dr. I. W., k. u. k. Leutnant, Przemysl. Zirka 500.000 bis 600.000. I. B., Krakau. Vorläufig keine Antwort. Wien. Dr. G. W. v. W. ist Steuerzahler der israel. Kultusgemeiniw. Danksagung. Oberrabbiner W. Reich und Frau beehren sieh, für die ihnen ans Anlaß der Konfirmation ihrer Kinder zum Ausdruck gebrachten Glückwünsche und Aufmerksamkeiten, auf-diesem Wege herzlichst zu danken. Baden bei Wien, im Dezember 1915. Raccorac Fvöllloin sucht Posten- Frommes Haus, JJGudGA CD A A mIAAGAAA zu Kindern oder zu einer alleinstehenden Frau. Stütze im Haushalt. Anfragen an Küster M. für Reisner, Nagytapolcsany. Ein anständiges religiöses Mädchen welches gut kochen kann und jede Hausarbeit verrichtet, zu einer kleinen Familie in der Provinz gesucht. Photographie und Gehaltsansprüche an Mor. L a n d t h e m a n n, Varannö, Ungarn, Zempliner Komitat bis 15. Dezember zu richten. Ein talmndbeflissener junger Mann wäre geneigt, zwei Talmudlektionen, auf Wunsch auch Bibelunterricht zu erleilen. Derselbe vermag auch einem Gymnasialanfänger die nötigen Vorbereitungen heizubringen. Nähere Auskunft in der Redaktion. G. Mt mehrjähriger Praxis, 30 Jahre ■—; —r ... 1.. alt, mihtarfrei, besitzt Zeugnisse von maßgebenden Rabbinern, sucht Posten als Schächter, Baudek und Koreh in einer orthodoxen Gemeinde. Adresse: 8. Picker, Wien, XX., Württemberggasse 3/14 a. Tüchtiger israelitischer Privatlehrer unterichtet Religion und Volks- und Mittelschulgegenstände gegen massiges Honorar. Zuschriften an R. Rosen, VII., Neustiftg. 52, I. Stock, Tür 20. Tll* 1111*16 Beamter einer Wiener Aktiengesellschaft, sucht Al* ■ Jul lo, Ehe mit vermögender junger Dame. Einflußreiche Verbindungen in Bankkreisen oder dergleichen besonders erwünscht. Unter »Zukunft« an die Administration des Blattes. Praktischer Lehrer lehrt schnell Hebräisch in Wort und Schrift, Thora mit Raschi, Propheten, Grammatik und Geschichte für billiges Honorar. Vortragssprache hebräisch oder deutsch. Probelektion gratis. Gefällige Zuschriften an Abt, Wien, II., Obere Donaustraße 63, Tür 47. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef E. Bloch — Druck von L. Beck & Sohn, Wien. VII.

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