Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 49 (10.12.1915)
- Date
- 1915-12-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 49 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 897 Weitere Kriegsauszeichnungen. Rudolf Eisinger aus Kostet, der seit Beginn des Krieges als Rechnungsunteroffizier des k. k. Fi'ldkan.- Regintents Nr. 18 ein ger ückt ist, wurde von Sr. Majestät mit dem silbernen Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Zugsführer Eugen Ster n des Infanterieregiments Nr. 89 aus Bamoslaz (Komitat Bihar, Ungarn', welcher seit Kriegsbeginn an der Front dienend am 20. v. M. eine schwere Schußverletzung erlitten hat, erhielt von seineni Bataillonskommandanren eine Feldposttarte, die in Ihren! geschätzten Blatte veröffentlicht zu werden verdient. Dieselbe datiert vom 7./II. und hat folgenden Wortlaut: „Lieber Stern! Ich danke Ihnen bestens für Ihre Karte und wünsche Ihnen vom Herzen eine recht baldige Genesung. Es freut mich ungemein. Ihnen heute zur Verleihung der si bernen Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse gratulieren zu können, die Ihnen am 4. November vom 7. Korpskommando für tapferes Verhalten vor dem Feinde zuerkannt wurde. Sie haben die schöne Auszeichnung ehrlich verdient! Viele Grütze von Lt. A .... und Ihrem Major Alfred H ö l z l." Dem k. k. Oberärzte Dr. Gottlieb Knote k, seit Kriegsbeginn im Felde, jüngst init dem Ehrenzeichen zweiter Klasse vom Roten Kreuz mit der Kriegs de ko ration ausgezeichnet, lvurde von Sr. Majestät das goldene Berdienftkreuz mit der K rone am Bande'der Tapferkeitsmedaille für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde verliehen. Dr. Gottlieb K n o t e k ist ein Schwiegersohn des Kultusvorstehers Dr. Jakob Engel. Leutnant Leopold Meist, Besitzer der großen silbernen Tapferkeitsmedaille, erhielt nun für tapferes Ber halten vor dem Feinde das Signum laudis. Martin S ch a P i r a, Korporal eines Infanterieregiments 10. Komp., zurzeit Rekonvaleszenten- Abteilung des Infanterieregiments Böhmische Realschule, Olmütz (Mähren), zweimal ausgezeichnet mit der bronzenen und der silbernen Tapferkeitsmedaille, teilt uns über seine letzte Auszeichnung mit: „Am 19. Juni d. I. ging Unser Regiment s > in der Bukowina am Dnjester um 2 llhr morgens zum Sturme auf den Brückenkopf von Koropets vor: unser drittes Bataillon (ich war in der 10. Kompagnie) wurde bei diesem Sturm stark dezimiert, es blieben zirka 300 Mann übrig. Wir mutzten uns vor großer ttebermacht etwa 400 Schritte zurückziehen, und es gelang mir, durch festes Eingreifen den Rest des Bataillons zu sammeln und einen ganzen Tag den Platz zu halten, lhis Herr Lt. Hausner (jetzt Oberleutnant), der zwischen unserer und der feindlichen Feuerlinie lag, am nächsten Tage zurückkam. Ich unterstützte Herrn Leutnant Hausner noch weitere 24 Stunden 'und wurde von ihm mehreremale des Tages und in .der Nacht im größten feindlichen Feuer zum rückwärtsliegenden Bataillonskommando geschickt, wo ich wichtige Meldungen überbrachte und immer glücklich durchkam. .Ich erhielt dafür die erwähnte Medaille 2. Klasse. Die bronzene Medaille erwarb ich mir am 111. Juni bei der Maydanhöhe, wo ich als Kompagnieordonnanz unsere zersprengte zehnte Kompagnie im größten Artilleriefeuer sammelte. Dies mein Verhalten vor dem Feinde wünsche ichin Ihrer werten Wochenschrift veröffentlicht. Gleichzeitig gebe ich Ihnen noch bekannt, datz ich jetzt zum drittenmale vom Felde verwundet zu ück kam; ich wurde zuletzt am 3. September bei einem Sturme verwundet, bin bereits geheilt und erwarte jetzt den Befehl, datz ich zum viertenmale ins Feld gehen werde, und zwar nach Italien, wo sich mein Regiment seit einigen Tagen befindet. Meine Eltern sind in Wien ansässig und wohnen 2. Bezirk, Novaragasse 8/7." Der 29 jährige Landsturmmann Berthold Zwillinge r, Sohn des Herrn Jakob Zwillinger in Holleschau, wurde mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Derselbe hat, als er ans Patrouille stand, einen russischen Offizier, der, als österreichischer Offizier verkleidet, in unsere Stellungen eindringen und diese ausfpionieren wollte, gefangen genommen, wofür Z w i l - linger belobt lvurde. Bei dem Durchbruch bei Gorlice hat er eine halbe Kompagnie samt Reserve vor der Gefangennahme gerettet. Tapir erhielt er die goldene Tapserkeitsmedaille und vom Offizierskorps eine goldene Uhr samt Kette. Zwillinge r erhielt einen Kopfschuß, ist bereits geheilt und befindet sich zu Hause aus Urlaub. Petobung eines Kel'draßöiners. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, scheidet Feldrabbiner Tr. Golinski in den nächsten Tagen aus dem Bereiche der Festung, in der er längere Zeit in aufopferungsvoller Weise zum Besten der verwundeten und kranken Soldaten jüdischen Glaubens gewirkt hat und sich auch sonst durch seine gediegenen Predigten bei militärischen Gottesdiensten an den Feiertagen wie auch durch seine seelsorgerische Tätigkeit für die Kriegsgefangenen verdient gemacht. Nun hat die Gemeinde Pilsen die Beurlaubung ihres ihr unentbehrlich gewordenen Seel sorgers erwirkt. Der Festungslommandobefeh'. oom 2. Dezember enthält nachstehenden Absatz: „Anläßlich der Rückoersetzung des Feldrabbiners Dr. Ludwig Golinski in das nichtakrive Verhältnis spreche ich demselben für seine sehr ersprießliche und hingebungsvolle Tätigkeit während seiner fünfmonatigen Dienst leistung in der Festung die Anerkennung und den Dank im Namen des allerhöchsten Dienstes aus. gez.: Der Festungskommandant: K li k, G. d. I., m. v." Kriegsauszeichnung eines KetdraMners. Se. Majestät der Kaiser hac dem Feldrabbiner Ignaz Lörvy beim 4. Armee-Etappenkommando für vorzügliche und aufopferungsvolle Tätigkeit vor dem Feinde das goldene Verdienstkrenz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen. - Es ist der vierte Militär fee! sorger bei ber Armee, dem diese Dekoration zuteil wird. chverteutnanl Woses Meitner. Die Karriere, welche der Klausenburger Polizeibeamte Moses Leitner seit Kriegsausbruch zurückgelegc hat, gehört, wie „Egyenlöseg" mit Recht hervorhebt, nicht zu den alltäglichen. Leit n e r har eh mucks als Stabsfeldwebel gedient und ist nach der Mobilisierung in derselben Eigenschaft eingerückt. Aus dem Kriegsschauplätze bekundete er ein so tapferes Verhalten, daß er zum Landsturmleutnanr befördert wurde. Er ist auch seither ununterbrochen ans dem Kriegsschauplätze und wurde jetzt abermals in Anerkennung seines tapferen Ver;■ Haltens vor dem Feinde außertourlich zum Oberleutnant befördert. Dr. A. Slaprer. Leutnant d. R. Dr. jur. H. S tavler, Kommandant der 14. Komvagnie des Infanterieregiments Nr. 18, der bereits für tapferes Verhalten vor dem Feinde das Signum laudis besitzt, wurde neuerdings für tapferes Verhalten vor dem Feinde mir dem Militäroerdi'nstkrenze dritter Klasse mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Anmerkung der Redaktion: Wie wir erfahren, hat Herr Dr. Stapler, der im Zivi.berufe Konzipient ist, auch für die jüdische Wissenschaft, insbesondere für talmudisch.'S Recht, lebhaftes Interesse an den Tag gelegt. In dem bekannten Werre über talmudisches Recht von Dr. G a n d z, „Moment« Talmudica II.". wirb des Herrn Dr. Stapler in ehrenvoller Wetze Erwähnung getan.