Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-12-10 · 49 (10.12.1915) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
49 (10.12.1915)
Date
1915-12-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3022142-3022192--24689-3049951
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 895 Nr. 49 bereits erwähnt, schwer zu kämpfen haben werden, um sich wieder eine Existenz zu schaffen. Es ist daher eine dringende Notwendigkeit, daß die jüdische Oeffentlichkeit sich, mit dieser Angelegenheit schon jetzt befaßt, und Zweck dieser Zeilen ist es, auf dieses« ebenso schwierige als bedeutungsvolle Kapitel derKriegsfürforge hinzuweisen. Herr Dr. Lewin strebt die Errichtung einer Waisenansiedlung im großen Stile an, in welcher alle diese Waisen untergebracht, eine religiös - s i t t l i che E r z i e h u n g genössen und zu H a n dwerter n erzogen würden. Er geht von dem richtigen Grundsätze aus, daß die Unterbringung dieser Waisenkinder bei einzelnen Familien gegen Bezahlung erfahrungsgemäß den angestrebten Zweck nicht erreichen würde, es wäre dies mehr eine Unterstützung dieser Familien^ als eine Förderung der Waisen, zumal die Kontrolle bei der überaus großen Anzahl außerordentlich schwierig und kostspielig wäre. Die bestehenden jüdischen Waiseninstitute sind alle überfüllt und zu klein, um eine solch große Menge von Waisenkindern zu beherbergen. Herr Dr. L e w i n hat bereits eine Reihe einflußreicher Persönlichkeiten für seinen Plan gewonnen, gegen den sich gewiß nach keiner Richtung hin etwas einwenden läßt, es wäre denn die Großzügigkeit der Idee und die ungewöhnlich großen Mittel, welche ihre Verwirklichung erfordert. Die jüdische Gesellschaft hat durch ihre Opserfreudigkeit gezeigt, daß sie die große Zeit, in der rote leben, versteht; es ist daher zu erwarten, daß auch dieser so überaus wichtigen zum Herzen sprechenden Aktion die allseitige Förderung zu teil werden wird. Die großen jüdischen Verbände in Mitteleuropa und Amerika werden gewiß werktätig eingreifen, die Kultusgemeinden in Oesterreich und die Religionsgemeinden in Deutschland, sie werden nicht Zurückbleiben, ein Unternehmen mit dem Ziele, eine Generation unglücklicher Waisenkinder vor dem moralischen Untergange zu retten, zu fördern und die hohe Regierung, welche der Kriegsfürsorge bisher geradezu ungeheure Mittel gewidmet hat, sie wird gewiß auch ihre Unterstützung denen nicht versagen, welche in selbstloser Weise, von Jammer durchschauert, ein so gottgefälliges und überaus ethisches .Werk zustande bringen wollen. Selbstverständlich soll die zu gründende Waisenansiedlung unter staatlicher Oberaufsicht stehen, was ja nur für ihr Gedeihen förderlich sein kann. Daß der Plan durchführbar ist, kann keinem Zweifel unterliegen, da bereits in Deutschland und auch in Amerika seit vielen Jahren von protestantischer Seite gegründete, ähnliche Unternehmen bestehen und sich der größten Blüte erfreuen. Ist einmal eine derartige Anstalt ins Leben gerufen, sie wird gewiß auch dann ihre Tätigkeit nicht einstellen,; wenn die Flüchtlingswaisen, deren Los sie ihr Entstehen dankt, als tüchtige, religiös-sittlich vorgebildete, charakterfeste Handwerker und zu einem selbständigen Beruf erzogene Mädchen in ihr Heimatland zurückkehren, selbst erworbenes Brot genießen und, soweit es vaterlose Waisen sind, eine Stütze ihrer Mütter werden und ihrem Heimatlande bedeutende Kräfte zuführen werden, während sie heute als unmündige, erwerbs- und arbeitsunfähige Kinder, der durch die Kriegsgreuel verwüsteten, einer Wiedergeburt harrenden Heimat nur ein unerwünschter lästiger Ballast wären. Das Fundament zu einem großen jüdischen Waisenhause wäre dann gelegt, ein herrliches Denkmal des historischen Völkerringens unserer Tage. Göding, im November 1915. Dr. Ludwig Körner. Kriegsdekoralionen jüdischer Aisiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: den Orden der Eisernen Krone 3. Klasse mit der Kriegsdekoration für tapferes und erfolgreiches Verhalten vor dem Feinde dem Oberstleurnant d. R. Ludwig Kiesler, Infanterieregiment Nr. 40; das Ritterkreuz des Franz Jos es- Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Stabsarzt Tr. Friedrich Landauer, bosn.- herz. Infanterieregiment Nr. 1; das Militürv er dienstkreuz 3. Klaffe mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Oberleutnant d. R. Tr. Arnold B a ck, Ldw.- Regiment Nr. 13; den Leutnants d. R. Tr. Hermann Stapler, Infanterieregiment Nr. 13; Ernö Grosz, Infanterieregiment Nr. 82; Theodor Steinher z, bosn.-herz. Infanterieregiment Nr. 2; deni vor dem Feinde gefallenen Leutnant d. R. Egon H e l l e r, Infanterieregiment Nr. 91; das silberne Signum laudis am Bande des Militürverdienstkreuzes (neuerliche kaiserliche belobende Anerkennung) den Oberleutnants Oskar Singer, Infanterieregiment Nr. 71, Ludwig Edlen o. Mises, Feldkanonenregiment Nr. 30, Oskar Asch e rmann und Oskar Grün bäum, Landwehr-Infanterieregiment 10; das Signum laudis am Bande des Militärverdieuftkreuzes (kaiserl. belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Max L a n d c s m a n n, Feldkanonenregimeltt Nr. 30. Moriz F i s ch l, Feftungsartillerieregimenr Nr. 5. Alexander F l e i s ch l, Infanterieregiment Nr. 38, Maximilian Reich, Sanitätsabteilung Nr. 2, Gustav Po l la f, schw. Haubitzendivision Nr. 3: den Leutnants d. R. Tr. Maximilian K u r a n d a, Tragouerregiment Nr. 3. Ernst A d e r, reit. Artilleriedivision Nr. 1. Artur H i r s ch. Sanitätsabteilung Nr. 16, Josef M a n d l. Infanterieregiment Nr. 27, Paul Oppenhcimer, schw. Haub.- Division Nr. 8, Victor Zucker. Infanterieregiment 34. Artur K l e i n, Infanterieregiment Nr. 60, Julius Raa b. Sappeurbataillon Nr. 2, Alfred Z u ck e r m a n n, Traindivision Nr. 3, Arnold G o l d n e r. Landwehr-Infanterieregiment Nr. 26, Julius Soffer, Feldkan.-Batterie Nr. 5 35, Leopold Merz, Feldhaubitzendivision 1/11. Rudolf R e i ch, Sanitätsabteilung Nr. 14, Emanuel G r ü n f e l d, ungar. Landwehr-Infanterieregiment 27; für vorzügliches und aufopferungsvolles Verhalten vor dent Feinde denr Regimentsarzr Tr. Natan M ü n z, Feldspital 176; den Ä-sistenzürzten Tr. Samuel Kopp, Landsturntbataillon Nr. 49, Tr. Emanuel H i r s ch - tritt, Jnfanlerieregintent Nr. 45; für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Dr. Maximilian Kohn und Dr. Josef Hell e r, Eisenbahn.-Sich.-Äommando Mostar, Karl Bloch, Train- Gruppenkommando Nr. 1, Oswald Berger, Landst.- Et.-Bataillon Nr. 304; dem polnischen Legionsoffizier beim Stabe Tr. Bertold Merwin; den Oberleutnants d. R. Moses Dreifuß, Infanterieregiment Nr. 15; dem Leutnant d. R. Rudolf Achner, Traindivision Nr. 11; den Oberleutnants d. R. Robert Breslauer, 71. ungar. Jnfanteriebrigade, Alexander Mittelmann. 1144. Landsturm-Et.-Bar., Alexander Weinberger I. ungar. Et.-Gat., Dr. Ludwig Glaser. Landsturm- Bataillon Nr. 163; das goldene Verdien st kreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Dr. Jur. Bernh. Heinr. 2 t r a ß b e r g, Vorstand der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.