Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 48 (3.12.1915)
- Date
- 1915-12-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seile 886 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 48 Generalversammlung der Chewra-Kadischa Innsbruck. Samstag, den 27. v. M., fand in den Räumen des Arlbergerhofes in Innsbruck die ordentliche Generalversammlung der Chewra-Kadischa statt. Den Vorsitz führte in Abwesenheit des erkrankten Obmannes dessen Stellvertreter Wilhelm Adler. Nach Begrüßung der Mitglieder und Gäste, insbesondere der Herren Lcmdesrabbiner Dr. Link und Knltusvorsteher Dannhauser, durch den Vorsitzenden gab Vereinskassier Leop. D u b s k y ein übersichtliches Bild über die Einnahmen und Ausgaben des Vereines im verflossenen Jahre. Sein- Bericht wurde einstimmig zur Kenntnis genommen und der Vereinsleitung das Msolutorium erteilt. Kultusvorsteher D a n n h a u s e r dankte im Namen der Kultusgemeinde der Bereinsleitung für ihre erfolgreiche und aufopferungsvolle Tätigkeit, mährend Seine Ehrwürden Landesrabbiner Dr. Link über das Wesen und die Bedeutung der Chewra-Kadischa im Rahnreu des Judentums sprach. Unter dem Eindrücke seiner glänzenden, gehaltvollen Ausführungen meldeten zwanzig Gäste ihren Beitritt Zur Chewra-Kadischa an. Nachdem noch der Vorsitzende Zur Kenntnis brachte, das; Herr Leop. D u b s r y für die in Innsbruck beerdigten jüdischen Helden ein Denkmal stiftete, schritt die Versammlung zur Neuwahl des Vereinsvorstandes. Auf Antrag des Vizepräsidenten der Kultusgemeinde Louis Bauer wurden gewählt: Wilhelm Adl^er(Obmann), Leopold Dubsky (Stellvertreter), Salomon Baun, (Kassier) und die Herren Karl F u ch s, Loys Singer, Samuel Hacker und Julius Meist (Vorstandsmitglieder). Vermischtes. Aestgottesdienst und Keststhmrg anläßlich des Kegiermrgs-Iuöiläums Seiner Majestät des Kaisers. An dem Vorabende des Regierungsjubiläums Sr. Majestät fand im Tempel der Inneren Stadt (Seitenstettengasse) ein Festgottesdienst statt, an welchem der gesamte Vorstand mit dem Präsidenten Dr. Alfred Stern an der Spitze, der Bethausvorstand mit dem Präsidenten Dr. Markus Spitzer, die Beamtenschaft der Kultusgenreinde mit dem Ersten Sekretär kaif. Rat Dr. Theodor Lieben, Delegierte vieler Vereine und Institutionen, sowie zahlreiche angesehene Mitglieder der Gemeinde teilnahmen. Die Festpredigt hielt Rabbiner Dr. Max B a ch, die kantoralen Funktionen versah Herr Oberkantor Don Fuchs mit verstärktem Chor. Nach dem Festgottesdienste begaben sich die Anwesenden zu einer öffentlichen Festsitzung des Kultusvorstandes, bei welcher der Präsident Tr. Alfred Stern die nachfolgende Rede hielt: Geehrte Festversammlung! Heute ist es zum zweitenmale, daß wir die Jahreswende des Regierungsantrittes unseres vielgeliebten Kaisers mitten im Waffengeklirr festlich begehen. Welche Unsumme von mannhafter Entschlossenheit, von sieghafter Zuversicht Ihaben unsere heldenmütigen Truppen, vereint mit den tapferen Armeen unserer Verbündeten, in diesem blutigsten Jahre der Weltgeschichte an den Tag gelegt! Welch herrliche Beweise von Opfermut, von Kaisertreue und . Vaterlandsliebe haben die Völker dieser mächtigen Monarchie in diesem Jahre des Eriftenzkampfes geliefert! Es war ein Jahr blutiger, schicksalsschwerer Kämpfe und erhebender, glänzender, eine frohe Zukunft verheitzender Siege! Vertrieben ist der barbarische, jeder Kultur und jeder -Menschlichkeit entkleidete Feind im Norden aus den Grenzen dieses Reiches, verfolgt von unseren sieghaften Truppen, welche Feindesland besetzt halten, in welchem nunmehr unter österreichischer Herrschaft an Stelle zarischer. Knechtung Recht Md Gerechtigkeit, an Stelle russischer Bedrückung Kultur und Recht und Freiheit walten und für immer walten mögen. In dem Gebete, welches wir heute am Beginne unseres achttägigen Tempelweihfestes sprachen, danken wir Gott für die Siege, welche unsere Vorfahren erfochten. „Viele waren in die Hand Weniger gegeben", so heißt es in dem Gebete. Viele in der Hand Weniger! Das wiederholt sich. heute in weit größerem Maße, was damals vor zweitausend Jahren die Heere von Tausenden, das sind heute die Millionenheere. Schon der -eine der verbündeten Feinde, der Koloß im Norden, überragt mit seinen 170 Millionen Bewohnern um zwei Drittel, ja fast bis zum doppelten die Nolkeszahl und -Macht der beiden europäischen Mittelmächte, der österreichisch-ungarischen Monarchie und des Deutschen Reiches zusammen. Umso schwerer fällt der ruhmvolle Siegeslauf unserer verbündeten Armeen ins Gewicht, umso viel höher zu werten ist die Volkskraft, die nimmerwankende Siegeszuversicht, dieser innere heilige Glaube an den endgiltigen Sieg unserer ruhmreichen Waffen und an den zu erringenden dauernden, ehrenvollen Frieden, unsere Zuversicht, geschöpft aus der unversiegbaren Quelle der hingebungsoollen, schwärmerischen Liebe, die jeden einzelnen Bürger dieses großen, mächtigen Reiches für unseren großen, mächtigen, gerechten Kaiser erfüllt, der dem Frieden seiner Völker ein Leben geweiht, nur mit dem äußersten Widerstreben die Waffen ergriff und auch jetzt für eine dauernde Sicherung des Friedens kämpft. Stolz und mit innerer Befriedigung kann die Judenschaft des Reiches an diesem Jubeltage sich sagen, daß sie als kaisertreue und vaterlandstreue Bürger des glorreichen Habsburgerreiches, in Reih' und Glied mit ihren Mitbürgern, ihren redlichen, vollen Anteil an den Kämpfen, ihren redlichen, vollen Anteil an den Opfern, an den Siegen hat und auch an den Hoffnungen und an der Zuversicht, welche alle für den endgiltigen Sieg, für die Zukunft und die segensreiche Entwicklung des Vaterlandes beseelt. Und wenn unserer Brust inbrünstige Gebete für den Sieg unserer Waffen sich entringen, wenn unser Herz von den innigsten Wünschen für unsere Tapferen im Felde erfüllt ist, so wenden sich unsere heiligsten Gedanken, unsere besten Wünsche stets dem heißgeliebten Kaiser zu, dessen väterliches Herz für alle Bürger dieses Reiches, ohne Unterschied ihrer Nationalität und ihres religiösen Bekenntnisses, mit gleicher Liebe schlägt. Danken wir dem Allmächtigen, daß er unseren gütigen, Lroßen Kaiser in voller Kraft und Gesundheit erhält. Möge Gottes Allgüte ihn auch weiter schützend geleiten! Möge Gott ihn beglücken, zu schauen den Sieg seiner ruhmvollen Waffen, auf daß sein Herzenswunsch in Erfüllung gehe: Seine Lande und seine Völker in dauerndem, ehrenvollem, im Siege gefestigtem Frieden blühen und gedeihen zu sehen! Möge den heute sich endenden 67 Jahren seiner ruhmreichen Regierung noch eine lange, lange Reihe von Jahren sich anreihen, in denen er weise und gütig, wie bisher, seines Herrscheramtes walte! Unser innigstgeliebter, weiser, gütiger, gerechter Kaiser Franz Joses I. lebe hoch! Oesterreichisches Landeskomitee und Hilsskommission 1915 Mr Palästina. Rabbiner Dr. S .Zwick, Ung.-Hradisch, als das Ergebnis einer Sammlung in seiner Gemeinde, Kr. 405.—, darunter die Herren Bernh. Berger, kais. Rat Josef Braun, Ignaz Braun, Mer. Fürst, Kultusvorsteher Sigm. Fürst und Adolf Schindler zu je Kr. 25.—; die Herren Gustav Blum, Dr. Art. Brauner, Moritz Jokl, Professor Oskar Lieben, Berth. Munk, Bernh. Reich, Karl Schindler, Rabbiner Dr. S. Zwick zu fe Kr. 10.—; Herr Leopold Braun, Kr. 7.—, die Herren L.-E.-R. Jgn. Schwarzkopf und Dr. Otto Winter, zu je Kr .6.—; die Herren Norbert Brunn, Dr. Bernh. Felder, Oberkontrollor Ad. Fleischmann, Sam. Hahn, Sim. Hajek, Em. Hönig. O.-L.-R. David Kornitzer, Dr. Ad. Mannaberg, Aron Strauß,ler, Eabr. Winter, zu je Kr. 5.—; Spende der isr. Kultusgemeinde Ersekujvar, durch Herrn Rabbiner S. Klein, H. K. ■' Kr. 200.— Sammlung Rabbiner Hermann Baneth, Gablonz a. Neiße, von Büchsensammlung Kr. 92.50, H. Wollner 50.—, Grete Epstein 10.—, M. Schönau 10.—, zusammen für L. K. 162.50 I. D. Hassan, Wien, L. K. 20.—, H. K. 20/-, Gustav Taussig, Wien, H. K. 50.—, Felir und Liebermann, Ziwiec, H. K. 59.—, Agnes Arnstein, Budweis, H. K. 50.—, Wilhelm Löbl, Wien, H. K. 20.—, Irma Reiß, Wsetin, L. K. 20.—Eecilie Pollak, Sasvar, H. K. 20.—, Regine Schön, Wsetin, H.K. 20.—, Heinrich