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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-12-03 · 48 (3.12.1915) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
48 (3.12.1915)
Date
1915-12-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 48 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 883 Und dennoch. . . Ignatz Kadas, Lehrer in Szabadka, Freiwilligen- Korpoml schreibt dem „Egyenlöseg" vom italienischen Kriegsschauplätze: „Obgleich ich nicht die Daten einer Kompagnie zu beschaffen vermag, so kann ich Ihnen doch mitteilen, daß am Ui die Folgenden ausgezeichnet wurden: Große silberne Tapferkeitsmedaille: Adolf L ö w Y, Zugsführer; Korporal Müller; Infanterist Geza Revesz; Infanterist Samuel tun; Kadettaspirant M. S chw arz; die kleine silberne Tapferkeitsmedailte: Josef H a g y m a s i. Es gab fast keinen jüdischen Soldaten, welcher in der Schlacht Ende Oktober und anfangs November iiicfjt durch seine Tapferkeit Aufsehen erregt hätte. Den ineisten wird auch die Anerkennung durch die Auszeichnung zuteil. Und dennoch können sich lügnerische Verleumder finden. . . . Ignatz Kadas m. p." Jüdische Inmitten im Jette. Bon dem mährischen Landesrabbiner Doktor B. Placzek sind ein Sohn und fünf Enkel eingerückt. Vier Enkel sind chargiert, einer marod und einer in. der Ausbildung. Zwei Enkelinnen desselben erhielten als freiwillige Pflegerinnen die silberne Ebrenmedaille mit der Kriegsdekoration. Lazar G o l d st e i n in Viragosberek hat seine vier Söhne auf die blutige Walstatt geschickt, auf das sie ihre Pflicht erfüllen. Der 26 jährige Leopold kämpft auch jetzt noch auf dem Schlachtfelde. Semen 24 jährigen Sohn Ephraim hat der alte, arbeitsunfähige, arme Mann für immer verloren. Der Wackere hat den Heldentod gefunden. Der jüngere 22 jährige Moses kam mit gelähmtem Arm vonr Kriegssschauplatz zurück und macht jetzt Hilfsdienst in Hermannstadt. Der jüngste, der 20 jährige Markus, wurde am linken Bein so schwer verwundet, daß es amputiert werden mußte. Adolf Krausz iu Trencsen-Teplitz hat sechs Söhne beim Militär, fünf davon bereits im Felde. Moritz Krausz befindet sich gegenwärtig in Ausbildung; Siegfried Krausz, Fähnrich, kämpft in Serbien; Oskar Krausz wurde bei Lublin verwundet und Kriegsgefangener; Hugo Kallus, Leutnant, Besitzer des Signum laudis, Geza Kallas, Besitzer der großen silbernen, der kleiner: silbernen und der bronzenen Tapferkeitsmedaille, gerieten in Gefangenschaft; Arpad Kallas, Mediziner, Kadett, ist an der russischen Front. Salamon Merkler in Csantaver hat fünf Söhne und einen Schwiegersohn beim Militär, welche fast alle seit Ausbruch des Krieges Militärdienst leisten. Hervorzuheben ist ganz besonders, daß der eine Sohn, Martin Merkte r, Mi Ausbruch des Krieges sich in Paris aufhielt, wo er bei einem großen Unternehmen die Stelle eines Sekretärs inne hatte. Merkler ließ seine Stellung und kam nach Ueberwindung großer Schwierigkeiten und Hindernisse nach Hause, um sich zum Militärdienst zu melden. („Egyenlöseg.") Der Heldentod des Landeksschükers JakoS Witternacht. Der Schüler der höheren Handelsschule in Großwardein Jakob Mitternacht hat auf dem Kriegsschauplätze den Heldentod gefunden. Sein Kompagniekommandant Julius P o l a t s e k hat an die Schüler der oberen Klasse der Handelsschule eineu Brief gerichtet, irr welchem, wie ..Egyenlöseg" meldet, der Heldentod des Handelsschülers in rührender Weise geschildert wird. Der Brief, eine wahre Hymne auf die Tapferkeit des jungen Helden, wurde in sämtlichen Klassen der Großwardeiner höheren Handelsschule verlesen und hat folgenden Wortlaut: Kriegsschauplatz, 30. Okt. 1915. Meine lieben Freunde! Ihr an Ihren Freund, dem Freiwilligen-Korporal Jakob Mitternacht gerichteter Brief hatte das Schilfa! der Briefe, „die ihn nicht erreichten". Vielleicht ist auch das einer der Zufälle des unerklärlichen „Mitfühlens", datz Sie ihm den Brief an demselben Tage schrieben, an welchem der Arme seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Zwei Tage vorher hat der Russe an einem Punkte mit riesiger Macht angegriffen und eine Höhe besetzt. Wir hatten bereits einige Tage geruht und wurden daher zur Hilfe dahingeschickt. Wir kamen nachts in die Rühe und gruben uns ein. Am anderen Morgen begann der Kampf und währte von 8 Uhr morgens bis spät in die Nacht. Wahrlich meine lieben Freunde, als bei Ihnen die Glocke des Pedellen erschoU und bei der Türe etwa Professor B o z o k y oder Professor W a w r e k eintrat, sprang Jakob Mitternacht (der kleine magere Junge) aus dem Schützengraben und rief nach rückwärts: „M i r nach, Iungens!" Sein Gesicht brannte vor Erregung, seine Augen flammten, und er führte seine kleine Truppe gegen die russischen Grüben. Irgend eine wundervolle Kraft führte ihn den vier russischen Maschinengewehren entgegen. Der Schwarmkommandant fiel, er übernimmt das Kommando, führt den Schwarm. Sein Arm wird durchschossen, er kehrt sich nicht daran. Die kleine Truppe erschreckt die Mannschaft der gegenüberstehrnden Maschinengewehre. welche die Flucht ergreift. Begeistert folgt er dieser Mannschaft, bemerkt es nicht einmal, datz sein Arm blutet, und doch mutzte es sehr schmerzhaft fein. Ihm schwebt ein Ziel' vor: das Maschinengewehr erbeuten. Er wird schwach, bleibt zurück, aber er muntert seine Leute aus, diese gehen schon zum Bajonett über bei dem (tzraben, sie erreichen den Graben, sie haben ihn zurückerobert, aber neben dem Graben liegt mein armer, kleiner Freund, aus schwerer Wunde blutend. Eine explodierende Kugel traf ihn in die Seite. Auch dort noch interessiert ihn seine Wunde nicht und selbst als ihn die Verwundetentrüger fortschaffen, selbst jetzt noch fragt er: „Ist die Höhe w-Leder unser?" Und auf die bejahende Antwort geht ein Zucken durch sein blutleeres Gesicht und er war glücklich, datz das Ziel gelang. Wahrlich Iungens, während Ihr in warme Kissen gebettet, von der Liebe Eurer Mutter umgeben, ruhtet, wurde Euer armer Freund im Getöse der knatternden, explodierenden Kugeln rückwärtsgetragen. Seine schwache Konstitution hielt die beiden Wunden nicht aus, er starb am änderen Tage. Die frommen Iudenvon erbaten sich seinen Leichnam und sie begruben ihn mit den Riten der Religion und glücklich war, wer sich ihm nähern konnte, glücklich, der ihn tragen durfte. So starb Jakob M i tt e r n a ch 1. Die Erotzwardeiner Handelsschule sei stolz auf ihn, denn er war ein Held, ein solcher, wie b ie Grötzten der Gieschichte, denn er hat für das Vaterland sein alles hin gegeben. Liebet auch Ihr das Vaterland. Julius P o l a t s e k, Oberleutnant. Feldpost 21. November 1915. Löbl. Redaktion! In treuer Pflichterfüllung vor dem Feinde verschied in einem Feldspitale auf dem südwestlichen Kriegsschauplätze im 26. Jahre seines jungen, hoffnungsvollen Lebens med. univ. Dr. Eduard Auerbach, k. u. k. Assistenzarzt des Infanterieregiments Nr. 30. Sohn des in Lemberg bekannten Arztes Dr. Emanuel Auerbach und der Frau Salomea, geb. Wiksel. Das Regiment verliert in ihm einen pflichteifrigen Arzt und lieben Kollegen, den es leider nur kurze, allzu kurze Zeit in seiner Mitte behalten konnte. An Typhus .erkrankt konnte er trotz der liebevollsten Fürsorge der Aerzte nicht gerettet werden. Seine Leiche wurde provisorisch beigesetzt, um dann nach Lemberg überführt zu werden. Anr 17. November 1915 erlag im Spitale einer auf dem südwestlichen Kriegsschauplätze erlittenen schweren Verletzung Emerich Popper, k. u. k. Fähnrich des Infanterieregiments Nr. 46. In dem kaum 20 Jahre alten Helden beweinen nicht nur die Eltern den einzigen, geliebten Sohn, sondern auch das Offizierskorps einen lieben Kameraden, was sich auch durch eine Abordnung zum Begräbnisse bekundeten. Unter zahlreicher Teilnahme wurden die irdischen Ueberreste des Gefallenen auf einem Soldatenfriedhof beigesetzk. Am 19. November 1915 erlag in der Sanitütsanstalt schweren, auf dem südwestlichen Kriegsschauplätze erlittenen Verletzungen Kadett-Aspirant des k. u. k. Infanterieregimentes Nr. 46 Geza

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