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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-11-19 · 46 (19.11.1915) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
46 (19.11.1915)
Date
1915-11-19
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 800 Dr. Bloch's Wochenschrift Sk-. 46 Newyorl; für C. Rosum, Augustaw, Suwatti Eouv., von A. B o r g st e i n, 512 W. Spuerior Str., Duluth Minn. Anspruchsberechtigtc wollen sich unter Beibringung von Jdcntitätspapieren persönlich täglich (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag) von II bis 1 Uhr vormittags oder schriftlich an den Unterzeichneten wenden. Auch werden 'dritte Personen, die um den Aufenthaltsort einer der genannten Personen wißen, um Nachricht ersucht. K. k. Reichsratsrevisor Rudolf T a u s s i g, Zionistisches Zentralbüro, Wien, 2. Bez., Zirkusgasse 33, 1. Stock. Gänserndorf. Unter imposanter Beteiligung fand hier das Leichenbegängnis des leider zu früh verstorbenen Vorstehers der Kultusgemeinde Gänserndorf Herrn Sam. Pisk statt. Im Tempel, wo die Leichenfeier stattfand, hatten sich eingesunden: Bezirkshuuplnrann F a b e r, Bürgermeister Straffer, Pfarrer Mül ln er, Stationskommandant Oberleutnant Thieberger, der Wiener Kultusvorsteher Herr Em. Grünwald in Vertretung der Wiener Kultusgcmeinde, die Lehrer der Bürger- und Volksschulen, eine Abordnung der Feuerwehr aus Marchegg /sowie .Deputationen mehrerer Kultusgemeinden. Rabb. Dr. Rosen mann jaus Wien hielt die eindrucksvolle Trauerrede. Vorsteher-Stellvertreter Leopolo F leis chi'.j a n n sprach am Grabe Worte des Abschiedes. Lemberg. Der bekannte jüdische Sänger der Darmstädter Hofoper, der aus Brod> stammende Herr David K r o n l a n d, erhielt seitens des Konservatoriums der Leruberger jMusikgesellschast die Berufung zum Professor für Gesang. zfeutUeton. Das Niederländische Dankgedet und sein Uerfaffer. Das Niederländische Dankgebet, das gerade in diesen Kriegsläuften eine ungeheure Popularität gewonnen hat, ist bekanntlich nicht das ulmiederländische Original, sondern eine Uebersetzung des auch als 'Librettist Straußscher Walzer bekannten Wiener Schriftstellers Joses W e y l, der im Aufträge Eduard Kremsers zu einen: halben Dutzend niederländischer Melodien aus der Sammlung des Adrianus Valerius deutsche Texte verfaßte. Bislang hat an der Markigen Dichtung Weyls in Deutschland niemand «Anstoß genommen, im Gegenteil an der Monumentalen Kraft idieser Sprache hat sich manch deutsch-völkisches Herz entzündet. Aber es gibt doch noch treue Zions machtet der echten deutschen Art, die die „jüdische -Denkweise" des Gedichtes herausgesühlt haben. Josef Wehl war eben Jude. Im Maiheft der „Monatsschrift für Gottesdienst und; kirchliche Kunst" brechen gleich tzwei Publizisten eine Lanze dafür, den Weylschen Text des niederländischen Dankgebetes abzuschassen und hierfür eine mehr dem „christlichen Empfinden angepaßte" andere Uebersetzung zu wählen. Der Theologieprofessor K. Budde in Marburg bezeichnet den Inhalt des Weylschen Textes' als „nicht christlich, nicht wahr und ohne Sinn" und bietet als Ersatz gleich eine neue Uebertragung, ist aber auch einverstanden, wenn eine bessere gefunden wird. Der Herausgeber der Monatsschrift, Friedrich Spitta, hat noch größeres Aergernis an den: Weylschen Text genommen. Der Weylsche Text, der, wie erinnerlich, auch aus den deutschen Kaiser, als er ihn das erstemal hörte, einen, starken Eindruck 'hervorgerufen hat, läßt sich nun freilich nicht so leicht beseitigen, wie idie beiden temperamentvollen Gegner vielleicht erhofft haben. Professor B ui) d c muß zu seinem Schmerz seststellen, daß seine Uebertragung nichts weniger als A n kl an g sinder und daß „selbst eine Psarrsrau, als sie ihn in seiner kleinen Kriegsliedersammlung „Deutsches Herz, verzage nicht" fand, eine andere, festere Uebersetzung verlangte und dafür die Weylsche empfahl". Der Streit NM das Lied hat ziemliche Wellen geschlagen. Auch in der „Täglichen Rundschau" erschiene:: Stimmer: für und wider den Weylschen Text. Pfarrer Karl R ö h r i g - Potsdam veröffentlicht in diesen: Blatte (17. (8.) eine Erwiderung auf einen Aufsatz von Wen dl and; er ^ieht die Weylsche Fassung der Buddeschen und änderen Uebersetzungen bei weitem vor: „Ich halte die Weylsche Umdichtung, die n:an in der Tat eine Neudichtung nennen muß, für die bessere Fassung. Sie hat eine kraftvolle Sprache, einen musikalischen'Rhythmus. Allein der Schluß: „Herr, mach uns frei" , ist so wertvoll, daß man um seinetwillen aud) sonstige Schwächen gern in den Kauf nehmen sollte. Wer es erlebt hat, und wir haben es alle in diesen Monaten unzähligemale erlebt, wie dieser Schrei tausendstimmig zum Himmel hinausdringt, der hat Schauer in seiner Seele gespürt, wie sie nicht oft ein Lied weckt." Darum gelangt er zu dem Schlüsse: „Daß wir nicht mit Erröten und Scham, sondern mit Freude und Begeisterung, der Zeit gemäß, aus dem Herzen heraus und mit guten: Gewissen unser „Niederländisches Dankgebet" singen dürfen, dazu wollten die Ausführungen beitragen." Weratur. Sprawozdanie Dyrekcyi C. K. Gimnazyum z wykl doivym jezykim w polskim w Przemyslu. Za rok szkolny 1914. Przemysl. Näkladem funduszi naukowego. Voran geht: Dr. Josef Mieses : Rozbior krytyczna, Arabskiego przekladu ksiag I. i II. Pentateuchu. Rabbi Sadjasza Gaona (w. X.) Czesc I. Kriefkaste«. H. C L. hebr. Kuchen, Lev. 8,26. Num. 15, 20, II. Sam, 6, 19. Die alte Kuchenform war die eines gehölten Striezels. ('^Fi runden, umkreisen.) Vergl. auch Grunwalds „Mitteilungen zur Jiid Volkskunde", 18. Jahrg., Heft I, S. 2. Dr. K. Nürnberger. Die Preßzensur laßt den Abdruck nicht zu. Notiz. Jüdische Bühne. Hotel Stephanie, 2. Bez., Taborstratze 12. Direktion: S. P o d s a m c e. Es gelangt zur Aufführung: Freitag, den 19. November: „D u s Pintale Jü d", Operette in vier Aufzügen von Perlmutter. — Samstag, den 20. November und Sonntag, den 21. November: „Alexander". Operette in vier Auszügen von Finkelstein. Sonntag, den 21. November, 31/2 Uhr nachmittags, ermäßigte Preise: „Der II. Ham a n", Operette in vier Aufzügen von B r a i n e r. Montag, den 22. November 1915: „Fluch der Lieb e“, Lebensbild in vier Aufzügen von Ch. Wolfsthal. Dienstag, den 23. November: „D u s T o j r a l e", Operette in vier Aufzügen von Perlmutter und W o h I, Mittwoch, den 24. November: „Bar Kochb a". Operette in vier Aufzügen von A. Goldfaden. Donnerstag, den 25. November, Wohltätigkeilsvorstellung, Gordinabend: „Mirale E f r o s". — In Vorbereitung „Krieg und Liebe" von Leon W e i tz b e r g. Moriz Goldberger-Stiftung für einen Rabbinatskandidaten. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von Kr. 590.—. Bewerbungsberechtigt s'nd: Rabbinatskandidaten. welche im Besitze aller Qualifikationszeugnissr für das Amt eines Rabbiners sind, aber noch keine amtliche Anstellung als Rabbiner haben. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Rabbinatsautorisation, sonstige Studienzeugnisse und Mittellosigkeitszeugnis. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 30. November 1915. Einreichstelle: 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll). Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef S. Bloch — Druck von L. Beck & Sohn, Wien. VII.

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