Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 46 (19.11.1915)
- Date
- 1915-11-19
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 856 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 46 in ihrer Heimat einer: schweren Kampf mit dem Lebens führen, gezeigt, wie man mit einigen Fäden Seide, Zwirn oder Wolle, die für wenige Heller leicht Zu haben sindbei vorhandener Anlage hohe Kunstwerke, in jedem Falle aber bei einiger Sorgfalt und etwas Fleiß brauchbare Haushaltungsgegenstände schaffen kann; sie hat sie gelehrt, freie Stunden in nicht übermäßiger Anstrengung zur Erzeugung von Gegenständen zu verwenden, welche verkäuflich sind und damit eine Erwerbsmöglich:eit, bilden. Die so ausgebildeten Frauen und Mädchen werden aber auch gelernt haben, ihre Häuslichkeit auch sonst in Ordnung zu halten und geben damit die Hoffnung, in ihre Heimat alle für eine Hausfrau notwendigen und wünschenswerten Eigenschaften aus dieser Arbeitsschule mitzubringen. Darum rufe ich heute den jüdischen Hausfrauen und Mädchen zu: Besuchet die Ausstellung der Arbeitsschule, welche in den Tagen vom 28. November bis 15. Dezember (Wien, 1. Bez., Stulienrmg 6) abgehalten wird. Kommet, sehet und kaufet! Mit jedem Ankäufe eines der dort ausgestellten Gegenstände, welche oft einen hohen Wert repräsentieren, stattet Ihr der Frau Anitta Müll e r für ihre vielgestaltige Fürsorgetätigkeit in edler Form Euren Dank Ab und übet gleichzeitig eine große Wohltat aus, der auch der Stachel genommen ist, der sonst im Geschenke für den Beschenkten verborgen ruht. Machet für diese Ausstellung in Euren Kreisen weitgehendste Propaganda! Ihr tut damit ein gutes Werk, Ihr erfüllet damit das Gebot der Nächstenliebe und Ihr könnt Euch überzeugt halten, daß jeder der in dieser Ausstellung gekauften Gegenstände Euren Salon zieren und die Wände Eurer Zimmer schöner denn jedes Ehrendiplon: schmücken wird. Clara Fuchs, Oberkantorsgattin. Eine Rednern: aus Lemberg am Vortragstische. Vorletzten Freitag abends fand im Saale der Handelskauüner eine Versammlung statt, in der eine Dame aus Lemberg, Frau Marie Gold färb, am Vortragstisch erschien, um von ihren Erlebnissen während der russischen Invasion in Lemberg zu erzählen. Einfach und schmucklos, bloß selbst Gesehenes und selbst Erlebtes darstellend, kam die Vortragende doch auf Momente zu sprechen, wie sie selbst aus den vielen Berichten Wer die Zeit der galizischen Russenherrschast nie vernommen worden waren, Momente von einer Furchtbarkeit, daß die Rednerin nur mit Mühe ihre Bewegung unterdrücken konnte und in den Reihen des Publikums selbst mehr als einmal Schluchzen hörbar wurde. An den Vortrag knüpfte sich dann eine Debatte, die dank den glänzenden Reden des Reichsratsabgeordneten Dr. Löwen stein, des Herrn Doktor S a m u e l y und der Frau Anitta Müller überaus interessant war. Die Vortragende war nach Wien, gekommen, um hier Hilfe für die jüdischen Kinderhorte und Jugendwerkstätten in Galizien zu erbitten. Ihr Vortrag war bei aller Schlichtheit in der Form doch das beste und ergreifendste Plaidoyer für die Wichtigkeit der Sache. Unter der Führung zweier Damen, Frau Ernma Lilien und Frau Lisette Gelber, hat sich bereits ein Damenkomitee konstituiert, welches zur Förderung der Sache eine Zentrale in Wien schaffen will. In der Versammlung sah man u. a.: Exzellenz Geheimer Rat Dr. Cwiklinski, Sektionschef vom Unterrichts^ Ministerium samt Gattin, Exzellenz Kuczynski samt Gattin, Frau Gräfin S a l m, Hoftat v. T w a r d o w s k i, die Reichsratsabgeordneten Dr. Julius Ofner und Dr. N. v. Löwenstein samt Gemahlin, Präsident Karl Stö.germayer vom Wiener Bankverein, die Großindustriellen In dustrierat Julius Stern mit Tochter, Richard Schweiger mit Gemahlin, Frau B^rta Kolischer mit Tochter, Frau Dozent Sofie Gru.n.feld, Fräulein Eveline K l ä r m a n n, vom Borftairde des Wohltätigkeitsvereines „B'nai B'rith" die Herren Karl Freu n d, Kommerzialrat R o s e n z w e i g, Dr. I. S a - m u e l y, Herr Dr. Josef und Dr. Ludwig G e l b e r, Frau Anitta Müller, Frau Regine Ulmann, Vorsteherin des Verbandes der Frauen-Wohltätigkeitsvereine, Vorstandsmitglieder zahlreicher Wohltärigkeitsvereine und verschiedene andere. Vermischtes. Hilfskommission 1915 für Palästina. An Stelle der beiden durch den Tod ausgeschiedenen Mitglieder unseres Arbeitsausschusses, der Herren Dr. Gustav Kohn und kais. Rat Adolf Schrämet, haben sich die Herren Bethausvorsteher Dr. Adolf Kapra - - lik und Oskar Schsramek bereit erklärt, die Agenden der Verewigten zu übernehmen. Sämtliche Zuschriften bitten wir "von nun an an die Adresse des Herrn Dr. Kapralik, Wien, 4. Bez., Frankenberggasse 14, zu richten, alle Geldsendungen an das Bankhaus S. M. tum Rothschild, Wien, 4. Bez., Renngasse 3 (für Konto: Hilfetommission 1915). Spenden für Palästina. Rosalie Kiesler, Wien, 20. Bez., 2. Ä. Kr. 26.—; Eh. Schäfer, Karlsruhe, H. K. 10.—; Leo Deutsch, Baden H. K. 10. —; Berta Eisinger, Breslau, H. K. 6.94; Julius Grünbaum. Wim, 3. Bez., H. K. 1.—; Dr. Sandor Lederer, Budapest, H. K. 400.—; Synagogenverein „Beth Israel", Wien, 2. Bez, Leopoldsgasse, H. K. 102.—; Vorstand der israel. Kultusgemeinde Pohrlitz, H. K. 20.; Beihausspende des Vereines 3. Bez., Erdbergerstratze 13, durch Herrn S. Trost, Wien, 3. Bez., H. K. 13.36; Rabbiner Emanuel Polnauer, Bischof-Teinitz, H. K. 10.—; Bernstein, München, in Firma Wimmer & Bernstein, H. K. 9.—; Georg Gnadenfeld, Breslau, H. K. 6.—; L. M. Schön, Wsetin, L. K. 50,-, H. K. 50.—; Beihausverein „Achdus Israel", Wien. 2. Bez., Rembrandtsiraste, H. K. 184.—; Rabbiner Moses David, Landäu- Bursztin, H. K. 9.30; Jakob Annisfeld, Fischern bei Karlsbad, H. K. 5.—; Hermann Liebermann, Zywiec, H. K. 307.28; Mar Pscherhofer, Wr.-Neustadt, H. K. 50.—; Nikolaus Eunszt, Budapest, H. K. 10.—; Vasvari Wsisz, Budapest, H. K. 2.—; Back Adolf, Budapest, H. K. 5.— : Dr. Reich Miklos, Budapest. H. K. 20.—. Von Jakob und Berthold Samek, Wien, 1. Bez., Judengasse Nr. 3, Kr. 20.— für Hilfskommission und Kr. 20.- - für Josef Lob Hoffmann aus Papa in Jerusalem. (Wiederholt aus voriger Nummer.) _; .. ' Aufruf! t; i- ' - .' Wien, Marcheschwan, 5676. Werte Gesinnungsgenossen! Liebe TB und TS.! Die beiden unterfertigten Verbände haben sich vereinigt, um die Sammlung der Liebesgaben, für unsere Brüder im Felde und die Expedition der Sendungen zum kommenden Chanukahfeste im Interesse einer zweckvollen Organisierung zu konzentrieren. Wir wollen an unsere Freunde hier nicht erst viele und eindringliche Worte richten: Jeder weist, datz unseren Makkabim im Felde kein glückhafterer Augenblick beschieden werden kann, als der des Empfanges eines Liebeszeichens aus der Heimat, einer noch so bescheidenen Botschaft ihrer Angehörigen und Freunde. Darum bitten wir um reichliche Zuwendungen von Spenden für unsere tapferen Kämpfer! Als Gaben seien gewidmet: Wacme Bekleidungsstücke, Rauchrequisiten und Räuchmaterial — und Geld, viel Geld! Alle sonstigen Gebräuchsgegenstände werden hier leicht und billig besorgt werden. R R 11.: Den Spendern versandbereiter Pakete wird es freigestellt, den einzelnen Kollis Feldpostkarlen mit ihrer Rückadresse beizulegen, damit dem Empfänger Gelegenheit geboten - sei, seinem Spender den Erhall der Sendung zu bestätigen. Feldpostadressen, an w'lche. Sendungen expediert werden sollen, werden gerne vorgemertt werden. : Alle Spenden an Geld und Material werden in der „Jüd. Ztg." ausgewiesen werden.