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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-11-19 · 46 (19.11.1915) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
46 (19.11.1915)
Date
1915-11-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 846 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 46 hende Herr — ein Nichtjude — unseren unglücklichen und so hart ffa liegen noch in tiefem Dunkel. Nun hat seit Liebigs Wirken betroffenen Glaubensgenossen entgegenbringt und das rege Interesse,noch jeder Fortschritt in unserer Kenntnis von der Bildung orgadas derselbe für die Linderung ihrer Not bekundet. jUnischer Materie dazu geführt, „die Nahrungsmittel zu verbessern". Do ich w.'iß, daß Sie, sch.' geehrte: Herr Redalt u, vermöge Ihres Q ben Ertrag der deutschen Landwirtschaft zu steigern. Zur Lösung weitreichenden publizistischen und persönlichen Einflusses, viel fürM dieser großen Frage mit den Mitteln meines Laboratoriums einen unsere vom Kriege so arg mitgenommenen Glaubensbrüder leisteten'A' Beitrag zu liefern, ist mein Ziel." und leisten, erlaube ich mir Ihnen hiemit die erwähnte Feldpost- '- l der Antwort des Herrn Geh. Rats Planck, des physikalisch-inathentatischen Klasse, karte inliegend mit dem höfl. .Ersuchen zu übermitteln, derselben in den Spalten Ihres.geschätzten Blattes gef. Raum geben zu wollen. Ich hege die feste Zuversicht, daß die in Betracht kommenden Korporationen, sowie auch private Wohltäter, in Wien aus den, von so autoritativer Seite zum . Ausdrucke gebrachten N o tschrei und Hilferuf dem Verhungern naher Glaubensgenossen aufmerksam gemacht, ihren so glänzend bewährten Wohltätigkeitssinn auch in diesem Fa.le so rasch als möglich anzuwsnden nicht unterlassen werden. Indeni ich Ihnen, sehr geehrter Herr Redakteur, im vorhinein besten Dank sage, empfehle ich mich Ihnen, Sie freundschaftiichst begrüßend mit dem Ausdrucke der vorzüglichsten Hochachtung, als Ihr ganz »ergebener kais. Rat Oberrabbiner Aron L e w i n. Der Uotel-Nreks der Chemie 191» für Millstätter. » Aus Stockholm wird telegraphiert: Die Akademie der Wissenschaften hat den Nobelpreis der Chemie für 1915 dem Professor Dr. R. Millstätter (Berlin- Dahlem) für seine Untersuchungen der F a r b st o f f e-1 in Pflanzenreich, in erster Reihe der Chlorophylle und Anthozyane, zugeteilt. Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Richard Millstätter, Ordinarius der Münchener Universität, ist am 13. August 1872 in Karlsruhe als Sohn des. Kaufmanns Max W. und seiner Frau Sophie, geb. U l m a n n, geboren, ein Schüler Adolf von B a e Y e r s/ war ordentlicher Professor der Chemie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, dann Vorstand des chemischen Laboratoriums zu . Dahlem der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft und wurde jungst als Ordinarius nach München berufen. Seine Arbeiten haben die verschiedenen Gebiete der Chemie, namentlich der organischen und der' physiologischen Chemie, behandelt, Pflanzenalkaloide,. Kohlenwasserstoffe, Anilinfarbstoffe u. a. .Mit. größer Vorliebe studierte er natürliche Pigmente, Chlorophyll, den Blutfarbstoff, die Farbstoffe der Blüten und Beerenfrüchte. Der „Mg. Ztg. des Jnd." entnehmen wir nachstehendes Stück der Antrittsrede Willstätters in der Berliner Akademie. Nachdem er die Entwicklung der Chemie im letzten Vierteljahrhundert geschildert und die Bedeutung von Emil Fischer und Adolf v. Baeyer gewürdigt hatte, fuhr er fort: „Meine Jugendarbeiten haben die Alkaloide der Atropin- und Kokaingruppe behandelt. Die Kenntnis ihrer merkwürdigen Ringgebikde wirkte in der Anregung fort, in neuen Reihen zyklischer Verbindungen das Wesen der aromatischen und der ungesättigten Stoffe zu vergleichen. Sodann war mir die Beschäftigung mit den Benzolderivaten besonders geeignet, um Schüler für die Industrie heranzubilden, als ich mehr denn ein Jahrzehnt in München und Zürich Laboratorien Vorstand. Meine. Untersuchungen beträfen den Zusammenhang zwischen Konstitution und. Farbe organischer Verbindungen. Die Stamnrsubstanzen zahlreicher Farbstofsk.assen wurden in Ehinonen und Chinoniminen aufgesucht, in den Merichinoiden Verbindungen Modelle der Anilinfarben gefunden. An einfacheren Pflanzenbasen, an einfacheren Farbsalzen vorbereitet, trat ich an eine Lebensaufgabe heran, an das Studium koniplizierter natürlicher Pigmente, des lebenswichtigen Blattfarbstoffes, des Blutfarbstoffes und der als Schmuck- und Lackfarben in Blüten und Früchten verbreiteten Anthozyane. Wohl war hier, nicht wie in der Geschichte von Indigo und Mizarin, ein. direkter Einfluß aus die Technik zu erhoffen, jedoch eine initlelbäre Wirkung aus die Vollendung unserer künstlichen Farbenpalette. Wer die Analyse physiologischer bedeutsamer Stoffe ist nicht Selbstzweck, sondern Vorbereitung für physiologische Forschung. Das Chlorophyll ist Um Hauptvorgang der organischen Natur, an der Verwandlung von Kohlensäure in Kohlehydrat, wesentlich beteiligt. Die Art seiner Beteiligung indessen und der Verlauf des Prozesses Sekretärs der pyystkalffcl)-matyemattscyen Masse, möge der Schluß hier Platz finden, der so lautet: „Gewiß ist die Natur in ihren Hervorbringungen, besonders was Zahlen und Quantitäten betrifft, oft von einer schier unglaublichen, alle Fassungskraft übersteigenden Fülle und Verschwendung. Aber wendet man seinen Blick nur einmal auf die Mannigfaltigkeit der Formen, welche die chemische Strukturlehre uud Konfigurationslehre in letzter Zeit erschlossen hat, und vergleicht sie mit den wirklich vorkommenden Stoffen, so staunt inan andererseits wieder über die Beschränktheit der Natur, welche aus der Unzahl der Kombinationen, die der forschende Menschengeist als möglich erkennen kann, nur eine ganz winzige Auswahl trifft und auch auf weit auseinanderliegenden Gebieten immer wieder mit den nämlichen Mitteln arbeitet. Sie selber haben zu dieser Erkenntnis nicht wenig beigetragen. In Ihren Studien über das Chlorophyll haben Sie den Nachweis geliefert, daß das Chlorophyll in mehr als 200 verschiedenen Pflanzen das gleiche ist, und in neueren Arbeiten, die bereits unsere Sitzungsberichte schmücken,, konnten Sie zeigen, daß bei so verschiedenartig gefärbten Blumen und Beeren, wie es Rosen, Kornblunien, Heidelbeeren sind, doch überall der nämliche Farbstoff wirkt. So ist Ihnen schon mancher neue überraschende Einblick in den so. ökonomischen wie rationellen Betrieb der Natur gelungen, und wenn ich 'weiter Ihrer Untersuchungen über die Struktur der zyklischen Kohlenwasserstoffe, gekrönt durch die Synthese der Alkaloide der Atropin- und Kokaingruppe, gedenke, so darf man das Work Ihres: Lehrers, v. Baeyer, von dem Verhältnis des Forschers zur Natur gewiß mit gutem Recht dahin erweitern, daß Sie gezeigt. haben, wie man an der Natur fo lange geduldig und bescheiden horcht, bis man die Kunst erlauscht, ihrtzu. kommandieren." Millstätter ist der siebente jüdische Nobelpreisträger. _ Kriegsdekorationen jüdischer Hffiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Offizierskreuz des Franz Josef- Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Oberstabsarzt 1. Klasse Dr. Siegmünd T a u - ß i g. Kommandant eines Epidemiespitales; das Militärv er dien st kreuz 3. Klaffe mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Phil. Dr. Otto Gernegroß, Geb.-Art.-Reg. Nr. 14, und Sandor Adler, Inf.-Reg. Nr, 78; das silberne Signum laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes (neuerliche kaiserliche belobende Anerkennung) dem Oberleutnant d. R. Kurt Popper, Jäg.-Bat. Nr. 6; dem Leutnant d. R. Fritz Oppenheim, Feldkan.-Reg. Nr. 31; das Signum laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes (kaiserliche belobende Anerkennung) .dem Oberleutnant d. R. Dr. Heinrich H offmann, Jns.- Reg. Nr. 31; den Leutnants! d. R. Leopold Mandel, Jäg.-Bat. Nr. 5, Arthur G r ü n b e r ger. und.Heinrich Reich, Feldkan.-Reg. Nr. 19; den Oberleutnants d. R. Walter Jonas-Schachtitz, Kmdt. der Kriegsbrückenequipage 120, Erwin Bern sie in, Traindiv, 5, Emil Fleck, Traindiv. 11, Israel Gl asb erg, Feldkan.-Reg. Nr. 33, Benno S ch i fl e r, Felhhaub.-Reg. Nr. 11, Ernst Löwy, Landst.-Reg. Nr. 6, Simon G o l d m a n n, VI. u. Et.-Bat., Maximilian F r i e h m a n n, 1/4., u. Ldst- Bat., Maximilian Rosenberg, 12. Et.-Kmdo., Israel Potaszmann, IV/6. Landst.-Bat., Julius Hercz, 3. u. Landst.-Bat., Dr. Hugo Scheinberger, Jäg.- Bat. Nr. 31; den Leutnants! d. R. Ladislaus Kaufb mann, Traindiv. Nr. 7, Alexander Eisenberg, Inf.-

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