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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-11-05 · 44 (5.11.1915) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
44 (5.11.1915)
Date
1915-11-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 44 Jahrgang XXXII Zentraloroan für die gesamten Ilnteressen des Judentums. Otr-. p K. ft. VostlxLrlrafferramt Q Lieartng-Verkebr Mr. 810.976. Redaktion und Administration: Wien ® II/i, Praterstraße 9. Telephon 45.859. oC.:_■ - On Wie». 5. November 1915 LrscLetnt jeden Freitag. ' Brief-Adcesse: Wien, Ilyi, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift, Wien. O 0—-— =0 O p Drxugsprris für Sefterrrich: Q Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Für dss Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Dis 2mal gespaltene Petitzeile 48 Heller. O 0 ■ - -0 n Inhalt: Leitartikel: Die zwanzigjährige Rezeption — Robert Barany. — Kriegsdekorationeu jüdischer Offiziere und Soldaten. — Silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse. — Weitere Auszeichnungen. — — Kadett Frietmann. — Tie vom Thronfolger ausgezeichnet wurden. — Auszeichnung von Aerzten. — — Begrüßung des Thronfolgers durch eine jüdische Masseudeputation — Auf dem Felde der Ehre gefallen — Der Sohn des Kaschauer Polizeihauptmannes. — Er kam ans China um für das Vaterland zu sterben. - Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. — Das neue Regime in Russisch-Polen — Jakob H. Schiss gegen Rußland. — Jüdische Arbeiter in der Großindustrie Russisch-Polens. — Judenelend in Rußland. — Ter Neffe von Alfred Trehfus gefallen. — Die Zepppelinfurcht in den Synagogen. — Korrespondenzen: Kultusvertreter kais. Rat Adolf Schramek s A. — Unberechtigter Vorwurf der Intoleranz. — Tie Brockensammluug für jüdische Arme. — Baden. — Tie Juden in Bulgarien. — Vermischtes. — Feuilleton: Die Hand. — Jüdische Fürstengeschlechter im Kaukasus. - Briefkasten. — 91 o t i z. — Inserate. Die zwanzigjährige Rezeption. B u d a p e st, 31. Oktober. Aus Anlaß der zwanzigsten Jahreswende der Rezeption der Juden in Ungarn ist eine Festnummer der von Doktor Ludlvig Szabolcsi prächtig redigierten „Egyenlöseg" erschienen, in der eine Reihe führender Persönlichkeiten unseres öffentlichen Lebens Beiträge über das Ergebnis der Rezeption veröffentlichen. Unter den zahlreichen für die heutige Stellung der Juden höchst wichtigen, wertvollen Beiträgen teilen wir die folgenden mit: Fürstprimas Kardinal Dr. Johann C s e r n o ch schreibt: Hochverehrter Herr Redakteur! Sie waren so freundlich, mich zu ersuchen, daß ich in die Festnummer, die zur zwanzigsten Jahreswende der Gesetzschöpfung über die Rezeption der israelitischen Religion erscheint, einige Zeilen schreibe. Ich versichere Ew. Hochwohlgeboren, daß ich gegenüber der Judenschaft stets den Standpunkt völliger Gerechtigkeit einnehmen werde und daß ich die Lehre der römisch-katholischen Kirche, betreffend die lvahre Nächstenliebe, streng befolge. Johann C s e r n o ch, Kardinal, Fürstprimas. Kultus- und Unterrichtsminister Geheimer Rat Dr. Bela I a n k o v i ch schreibt: Geehrter Herr Redakteur! Ihrem freundlichen Ersuchen, daß ich mich aus Anlaß der zwanzigsten Jahreswende der Gesetzschöpfung, deren Inhalt die Rezeption der israelitischen Religion bildet, äußern soll, leiste ich bereitwilligst Folge, umsomehr, da mir so Gelegenheit geboten wird, mit innigster Würdigung der Weisheit jener hervorragenden Staatsmänner zu gedenken, die mit wr Geltendmachung der in diesem Gesetz geoffenbarten patriotischen und sozialen Gesichtspunkte zur Stärkung der Idee der nationalen Einheit und der staatsbürgerlichen Gleichheit beigetragen haben. Auf dein dem nationalen Ideal zustrebeilden Wege unserer Nation können wir mit Freude jeden Schritt begrüßen, der unser Land aus der Zerrissenheit auf den festen Boden einheitlicher Konsolidierung führt. Ein solcher Schritt war die vor zwanzig Jahren inartikulierte Rezeption der israelitischen Religion. Damit wurden nicht nur jene Rechte, die die Gläubigen der israelitischen Religion in unserem Baterlaude praktisch bereits genossen, offen anerkannt, sondern gleichezeitig die Konfession als gesetzlich rezipierte Konfession, qualifiziert, instituliv der gleichen Rechte wie die übri? gen rezipierten Konfessionen versichert und so eröffnete sich ihr die Möglichkeit, mit den übrigen vereint, mit gleichen Rechten ihr Wissen und ihr Bestreben zum Wohle oer ungarischen nationalen Kultur geltend zu machen. Mit aufrichtiger Bewehrung verbleibe ich, Herr Redakteur, Ihr bereitwilliger Getreuer Budapest, 8. Oktober 1915. Bela I a n k o v i ch. Der Präsident der Partei der nationalen Arbeit, der frühere Ministerpräsident Geheimer Rat Graf Karl K h u e n - H e d e r v a r y, schreibt: Bon dem Gesichtspunkte der ungarischen Nation erachte ich die Rezeption der jüdischen Konfession aus drei Ursachen als wichtig: Die Nation wurde durch die Rezeption um eine arbeitsame, aufrichtig patriotische Konfession reicher. Sie fesselte mit der stärksten Kette die jüdischen Bewohner des Landes an sich, indem sie sie mehr als einer beschämenden Situation enthob. Mit der Inkraftsetzung der Rezeption wurde einer autonomen Organisation der israelitischen Konfession die wichtigste Borbedingung geschaffen. Tie u n g a r i s ch e I u d e n s ch a f t zeigt auch heute im Weltkriege mit dem vergossenen Blute ihrer S ö h n e, w i e sehr sie di e R e z e p - tion verdiente. Grat Karl Khuen-Hedervary. Auf die Kriegsanleihe zv zeichnen, ist heilige Pflicht jedes treuen Juden in Oesterreich!

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