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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-10-29 · 43 (29.10.1915) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
43 (29.10.1915)
Date
1915-10-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
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N 43 Dr. Bloch's Wochenschrift iseite 8V7 In der großen weltcrschütternden Zeit, die die Menschheit jetzt durchlebt, werden die schwersten Opfer an Gut und Blut gebracht. Keine wie immer geartete Anregung für das Wohl der Allgemeinheit bleibt ungehört, in edlem Wetteifer ist jedermann bestrebt das Beste zu leisten. Auch die Juden — als einzelne und als Gesamtheit — dürfen es mit stolzer Befriedigung aussprechen, daß sie freudig ihre Pflichten gegen Herrscher und Reich voll und ganz erfüllen. Aber nicht nur gegen die Lebenden, auch gegen Tote haben wir Pflichten: die Pflichten der Pietät gegen unsere auf dem Felde der Ehre gefallenen oder infolge einer im Kriege zugezogenen Krankheit verstorbenen jüdischen Helden und Glaubensbrüder. Hiezu möchte ich folgende Anregung den kompetenten Faktoren der jüdischen Repräsentanzen zur Erwägung, bezw. entsprechenden Durchführung anheimstellen und empfehlen. Es soll für die den Tod für das Vaterland gestorbenen jüdischen Krieger ein Jahrzeit-Gedenktag für immerwährende Zeiten festgesetzt werden, an welchem alljährlich ein feierlicher Trauergottesdienst abzuhalten wäre. Als würdigster, geeignetster Tag hiefür wäre der 7. Adar (Todestag Mosis) zu bestimmen. In den beiden Residenzhauptstädten der Monarchie uud in den Landeshauptstädten wären diese Gottesdienste nach einem festzustellenden einheitlichen Zeremoniale offiziell abzuhalten. Den Provinzgemeinden bliebe es unbenommen, solche Gottesdienste, den lokalen Verhältnissen entsprechend modifiziert, abzuhalten. Ferner sollen in jedem Kronlande, resp. Komitate, die Namen der den Tod für das Vaterland gestorbenen jüdischen Krieger in einem ,G olden nt Buch e" (Krieger-Ehrenbuche) verewigt, diese Gedenkbücher in den hauptstädtischen Kultusgemeinden (Chewra-Kadischai aufbcwahrt und alljährlich am 'Jahrzeit-Gedenktage in die Synagoge gebracht werden, woselbst entweder d'e Namen gn verlesen wären oder eine andere Form des Gedenkens zu bestimmen wäre. Ein solcher offiziell veranstalteter Jahrzeit-Gedenktag würde nicht nur auf die gebeugten Gemüter der Angehörigen der Verstorbenen tröstend und erhebend wirken, sondern auch in allen späteren Zeiten besonders für die für alles Gute und Ideale so empfängliche Fügend einen erziehlichen Faktor von höchstem Sittlichkeitswerte bilden. Eine Verständigung über diese Anregung zwischen den hauptstädtischen Kültusgemeinden, bezw. ein gemeinsamer einheitlicher Vorgang wird bei prinzipieller Zustimmung nicht schwer zu bewirken sein. Zur Initiative sind in erster Reihe die Leitungen der Chewra-Kadischa in den beider: Residenzhauptstädten Wien und Budapest berufen. „Eiserner Baum der Nächstenliebe" betitelt sich ein Wahrzeichen, welches am 31. Oktober, um ß Uhr nachmittags, iit der Eingangshalle des Vereins- Hauses, 15. Bezirk, Herklotzgasse 21, des Kaiser Franz Josef-Kinderhortes zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder des 12., 13., 14. und 15. Bezirkes, durch Seine Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Israel T a g - licht zur festlichen Einweihung gelangt. Dieses Wahrzeichen ist von obgenanntem Verein zum ewigen Gedächtnis an die Dpferwilligkeit seiner Mitglieder, Freunde und Gönner, im besonderen zur Erinnerung an die stete Hilfsbereitschaft unserer Glaubensgenossen aus den westlichen Bezirken Wiens errichtet. Jeder Nagel, der dieses Denkmal der Menschenliebe ziert, hilft ein armes Judenkind vor Hunger zu schützen. Nägel sind im Vereinshause stets erhältlich. Frauen-Hilfskomitee X. Das Frauen-Hilfskomitee für Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina im 10. Bezirke, welches seit Kriegsbeginn eine Ausspeisung und eine Verteilung von Naturalien und Milch ständig für die im Bezirke wohnenden Flüchtlinge unterhält, dankt auf diesem Wege allen Helfern, Spendern, Vereinen und Freunden, die die Bestrebungen des Komitees in diesem Jahre durch Geldspenden, durch kostenlose Ueberlassung von Lokalen und Wohnungen, durch Geschenke an Kleidern, Schuhen, Möbeln und Naturalien unterstützt haben, für ihre opferwillige und hochherzige Hilfsbereitschaft. Namentlich gebührt herzlichen Dank dem I s r. H u m a n i t ä t s v e r - ein im 10. Bezirke, der „Mnai B'rit h" -L o ge. der I s r. Allianz und demi Bankhause S. M. von Rothschild, durch deren größere Beiträge die ständige Hilfsaktion in größerem Umfange ermöglicht wurde. Zugleich richtet das Komitee, welches noch immer 300 Flüchtlinge aus Ostgalizien unterstützt und besonders in letzter Zeit sehr in Anspruch genommen wurde, an alle seine Freunde und Helfer die innige Bitte um weiteres gütiges Interesse, damit es seine Fürsorge bis zum Ende des Krieges in gleich wohltuender Weise fortsetzen kann. Für das Frauen-Hilfskomitee X: Fanny Steg e r, Anna Mandel, Olga S e l i g m a n n, Sofie Schlesinger. Jüdischer Verein .Einheit". Wien, II., Malzgasse 12. Der Verein „Einheit", Wien, II., Malzgasse 12. hat vom Patriotischen Hilssverein vom Roten Kreuz für Niederösterreich folgendes Dankschreiben erhalten: Patriot. Hilfsverein vom Roten Kreuz für N.-Oesterreich. Nr. 2925/15. Wien, am 6. Okt. 1915. An das Präsidium des Vereines „Einheit", Wien, II ,OMalzgasse 12. Die Verwaltungskommission unseres Vereins-Reservespitales Nr. 9 hat uns mitgeteilt, daß der Verein „Einheit" anläßlich der israelitischen Feiertage allen in diesem Spitale untergebrachten verwundeten Soldaten israelitischer Konfession Ausspeisungsmarken unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat. Wir beehren uns, dem geehrten Präsidium für sein hiedurch und auch früher schon wiederholt bewiesenes humanitäres und patriotisches Wirken unseren verbindlichsten Dank auszusprechen. Für die Vereinsleitung: Franz Graf T h u r n m. p. Vermischtes. Spenden für Palästina. Dr. Alexander Lederer, Präsident des ungar. Hilfskomitees „Palästina". Budapest. H. k. 5\t. 3500.—; Israelitische Kultusgemeinde Holleschau, H. K. 590.—; Israel tische Kultusgemeind: Krizevci, H. K. 50.—; Synagogengemeinde Peine, H. K. 21.—; Siegmund Schönau, Wien, H. K. 5.—; Israelitische Kultusverroaltung Augsburg, H. K. 150.—; Rabbiner Samuel Blum, Pleschen (Mark 100.—), H. K. 139.—; Leo Schreiber, k. k. Lottokollektant, Wien, H. K. 2.—; Israelitische Kultusgemeinde Tulln. H. K. 25.—; Ingenieur Wilhelm Hollitscher, Wien, L. K. 5.—; Gustav Winternitz u. Sohn, Grottau, L. K. 2.—; Israelitische Kultusgemeinde Iägerndorf, durch Herrn Rabbiner Dr. D. Rudolfer, H. K. 145.—; Sammlung der israel. Kultusgeme'nde Krummau auf Anregung des Herrn Rabbiners Dr. Hirsch von Ludwig Spiro, Fabrikant, H. K. 20.—; Emanuel Spiro. Fabrikant. H. K. 25.—; Dr. Otto Schwarz, H. K. 25.—; Dr. Adolf Kohn, Advokat, H. K. 20.—; Rabbiner Dr. Hirsch, H. K. 6.—; S. Kobias, Direktor, HK. 10.—; D. Treulicher. Tabak-Hauptverleger, H. K. 5.—; Ignatz Lederer, Fabrikant, H. K. 5.—; Julius

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