Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 43 (29.10.1915)
- Date
- 1915-10-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 43 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 803 Heber für vorzügliche Dienste das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes verliehen. Ernennung von Ieldraköinern. Zu Feldrabbinern wurden ernannt die israel. Seelsorger David Freudiger, Platzkommando Budapest, Moses S ch w a r c z, 5. Armee-Et.-Kommando; Hermann Strau sz, Stationskommando Miskolcz. Iie jüdische Iamilie im Uelde. Frau Witwe Moritz Bergmann, Private in Budapest, hat fünf Söhne und drei Schwiegersöhne beim Militär. Ihr Sohn Gabriel hat auf dem serbischen Kr-iegsschauplatz den Heldentod gesunden. Frau Witwe Joses Herz in Nagy-Hars (Zipfer Komitat) hat gleichfalls fünf Söhne und drei Schwiegersöhne als Soldaten. Ihr Sohn Artur, Zugsführer, macht bereits seit der Mobilisierung ununterbrochen den Militärdienst. Franz ist als Einjährig-Freiwilliger-GefreiLer am 26. August v. I. in der Schlacht bei Tomaschosf verwundet in russische Gefangenschaft geraten. Sein Zwillingsbruder Friedrich, Zugssührer bei der Sanität, wurde bei der Wiedereroberung von Przemysl verwundet. Am 11. März geriet er in Gefangenschaft, entkam jedoch am nächsten Tage und schlug sich heldenmütig zu seiner Gruppe zurück. Er ist Zu einer Auszeichnung in Vorschlag gebracht. (,Egyenlöseg.") Eine Traueranzeige. Ohne jede Bemerkung — so schreibt „Egyenlöseg" — geben wir die folgende erschütternde Trauernachricht wieder: . „Von unermeßlichem Schmerze tiefgebeugt, geben wir auch im Namen sämtlicher Verwandten bekannt, daß unser geliebter, teurer, guter Sohn Moritz, welchen mit uns auch seine Witwe Juliska Fischer und sein kleiner Sohn Desider Tränen vergießend beweinen, als Landsturmmann im 31. Jahre seines Lebens in der bei Jllebowitz in Galizien gekämpften blutigen Schlacht am 25. Juni d. .I. für das Vaterland im Heldentode gefallen ist. Auch unser zweiter teurer, unvergeßlicher Sohn Oskar, diplomierter Oekonom, Reserveleutnant, hat am 27. August, als er' bei dem Durchbruch der russischen Front bei Zlota-Lipa seine Kompagnie zum Sturme führte, sein junges Leben für seinen König und das Vaterland geopfert. Gott mit Euch, unsere beiden Söhne, unsere teuren Toten! Die Gebete Eurer Ellern, deren Herzen in Kummer zu brechen drohen, sowie die Gebete Eurer Geschwister und der Witwe und ihres kleinen Sohnes steigen über Eure unbezeichneten Gräber empor. Mögen Eure Ruhe und Eurer Schlaf unter fremden Schollen friedlich sein. An Eurem Andenken glänzt die goldene Krone der Tapferkeit und des Heldenmutes. Mit heiliger Pietät bewahren wir Euer Andenken bis zu einem glücklichen Wiedersehen im Jenseits. Zalaveg, den 20. September 1915. Ignatz Keßler, Rosa Breuer, Ellern." Szetesfehervar. Der Leutnant des 69. Inf.-Reg.' Ladislaus S ch w artz, Inhaber der großen silb. Tapferkertsmedaille und des Militärverdienstkreuzes mit derKriegsdekoration, fand in den Karpathenkämpfen den Heldentod. Sein Leichnam lvurde nach Kapolnasnyek gebracht und dort mit militärischem Pomp beigesetzt. An dem Begräbnis nahm eine Offiziersdeputation aus Szekesfehervar unter Führung des Husarenoberstleutnants Stephan Kenessy und des Honvedmajors Julius Grünfeld teil. Kol Mdre in der katholischen Kirche. Im „Somodi Hirlap" erzählt, wie wir dem „Egyenröseg" entnehmen, der Reserveleutnant des 17. Honved- Jnfan'terieregiments I. H. in einem an das genannte Blatt gerichteten Briefe die folgende interessante Episode: „Welche Verschiebungen doch der Krieg schasst! Tie gespannten, steifen gesellschaftlichen und konventionellen Schranken, welche wir in Friedenszeiten mit eifersüchtiger Sorgfalt behüten, stürzen im Sturme des Krieges krachend zusammen. Die herzlosen, aber feinen Unterscheidungen und Klassifizierungen nach Rang, Vermögen und Stellung zerfließen und verschwinden in einer alles verstehenden heiligen Gemeinschaft. Es nahte Her Vorabend Hes. Langen Tages, das größte Fest der Juden, der großartige Tag der großen Versöhnung, der Reue, der Einkehr und der Selbstverleugnung. Es kam der Befehl, daß die jüdischen Soldaten aller Regimenter und aller Waffengattungen sich versammeln sollen, da sie in den Tempel gehen werden, um ihren heiligen Tag zu feiern. Und die Menschen reihen sich mit Freuden aneinander. Der Krieg macht die Seele besonders empfänglich für die religiösen Dinge. Der Zug setzt sich in Bewegung, voran die auch hier mit gutem Beispiele voranschreitenden Offiziere in die Richtung des Dorfes C ... Die Richtung ist geradeaus die katholische Kirche, deren dem Himmel zustrebenden stolzen Turm eine italienische ^Granate längst weggesegt hatte. Vor der Kirche angelangt, bewegt sich dieser Zug Andersgläubiger nicht weiter, sondern hält an und marschiert, in Abteilungen formiert, lautlos in die traurige kleine Kirche hinein. Drin wurde der Zug bereits von dem Feldrabbiner, mit der Militärmütze auf dem Kopse, mit dem Tallis auf den Schultern und mit so vielem, was er zu sagen hatte, auf den Lippen, erwartet. Still horchen die Soldaten und der Rabbi spricht: Jedes seiner Worte hat eine wunderbare, überzeugende Kraft, sie wirken so eigenartig hier inmitten der Kreuze und Heiligenbilder. Bald ertönt das so tieftraurige, herrlich-schöne Kolnidre-Gebet, welches die Soldaten weinend mitbeten. Auch einen Chor gibt es, der ununterbrochen dröhnt: Die unaufhörliche Kanonade der Italiener. Ich bete gerne, gehe gerne in die Kirche, aber noch niemals war ich so gerührt als in der kleinen, traurigen Kirche in C., wo mir fremdgläubige Kameraden weinend das Kolnidre sangen . . ." Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. Bisher wurden 4315 mitgeteilt. in der vorliegenden Rümmer 73, zusammen 4388. Eisernes Kreuz 1. Klaffe. Lehrenfteinsseld. Mar Thalheime r, Vizeseldwebel im Reserveregiment Nr. 121, Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse und der Württembergischen Verdienstmedaille, ist mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet worden. Eisernes Kreuz 2. Klaffe. Altona. Alexander R o s e n f e l d, Unteroffizier im Reserve- Infanterieregiment Nr. 217, zurzeit verwundet im Lazarett in Warschau. Ansbach. Emil Krämer. Berghem (Westfalen). Karl Neuburger. Groß-Berlin. Vszewachtmeister Richard B e n d i r, Mitinhaber der Firma G. Bendir; Landsturmmann Mar Adam; Fritz G r ü n s p a ch, Krsegsgerichtsrat, Rechtsanwalt; Kurt Jacoby, Kriegsfreiwilliger, Gefreiter in einem Infanterieregiment, Kammergerichts-Referendar; Dr. Marlin K atze n st e i n, Leutnant der Landwehr bei einem Feldartillerieregiment, Rechtsanwalt; Walter Klein, Offizier-Stellvertreter; Kirsch stein, Zahlmeister einer Fuhrparkkolonne i. O.; Georg Marcus, Unteroffizier; Robert N o s s i g, Feldwebel eines Reserve-Infanterieregimentes; Dr. Arthur Neuberg, Assistenzarzt beim 2. Reserve-Fußartillerieregiment; Dr. Julius S e l i g s o h n, Offizier-Stellvertreter, Assessor; Arthur Schalem, Vizefeldwebel in einem Infanterieregiment; Albert Katz, Oberleutnant in einem Landwehr-Infanterieregiment; Walter Klein, Offizier-Stellvertreter; Franz Weiß, Offizier-Stellvertreter, Fabriksbesitzer. Berlin-Pankow. Jakob Ledermann, aus Czempin, Kriegsfreiwilliger, Unteroffizier im Resrrve-Fußartillerieregiment Nr. 5, Lehrer und Erzieher am 2. Waisenhause der jüdischen Gemeinde. — Berlin-Schöneberg. Dr. med. L. Herz, Frauenarzt; Paul F r ä n k e l, Vizefeldwebel. Berkn-Wilmersdors. Ernst