Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 42 (22.10.1915)
- Date
- 1915-10-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 7SO Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 42 Rubel taub. Der Preis war verschieden, je nach der Sache und der Größe des Geldbeutels derer, die gerade das Objekt polizeilicher Aufmerksamkeit waren. Ein Geschäftsmann veranschlagte die Bestechungsgelder, die er durchschnittlich, im Jahre opfern mußte, aus drei- bis vierhundert Mark. Ein anderer bewertete seinen polizeilichen Tribut auf das Mehrfache dieser Summe. „Wer das nicht zahlt, wird gequält und ruiniert." Die Polizei raffte und räuberte bei Armen und Reichen. „Wo der Polizist noch einen Rubel in der Tasche eines anderen iveiß, dein er was anr Zeuge flicken könnte, da holt er den Rubel." — In den letzten Wochen machien die Polizisten noch große Beute. Sie erschienen bei Geschäftsleuten mit der Ankündigung: alle männlichen Personen zwischen 18 und 45 Jahren sollen zum Arbeitsdienst — Armierungsarbeiten — eingezogen werden. Fühlte der Polizeimann einen Rubelschein von entsprechender Güte — nach oben hin gab es keine Grenze — in seiner Hand, dann machte er ohne Weiterungen die Tür von außen wieder zu. Der Rubelspender hatte seiner „Dienstpflicht" genügt. Die Befreiung von solcher Plage läßt nun die Menschen froher und glücklicher aufatmen. Ein schlimmes Gerücht versetzte die Einwohner Wilnas in Schrecken. Wie ein Alp legte es sich auf vieler Menschen Brust, als auf einmal die Kunde wie ein Flugfeuer durch die Stadt raste, die Russen kommen zurück, schon sind sie bis aus acht Kilometer an Wilna herangekommen! Ueberall sah man besorgte Gesichter, heftig gestikulierende Menschen standen in kleinen und größeren Trupps auf den Straßen. Ich kam mit zwei Wagen in die Stadt hinein: sah mich umringt, Fragen stürmten auf mich ein: „Kommen die Russen?" — „Wo sind die Russen?" — „Ist es wahr, Herr, daß die Russen kommen?" — „Kommen Sie weit von chier?" Ich sah Sorge und Angst aus manchem Auge lcuch- :en. Ich gab Aufschluß so gut ich konnte. Nach Osten seien die Russen mindestens achtzig Kilometer entfernt und sie zögen sich weiter zurück. Einige gaben sich der Freude über die Botschaft hin, andere blieben noch halb ungläubig. Die Größe ihrer Angst war der Zweifel Geburtshelfer. Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: Das Ritterkreuz des Franz Josefs-Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Oberstabsarzt 2. Klasse Dr. Maximilian W i 11 l i n, Feldspital 2/11; das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Leutnant d. R. Johann Ko h.n, bosn.-herz. Jägerbataillon Nr. 1; das silberne Signum laudis anr Bande des Militärverdienstkreuzes (neuerliche kaiserliche belobende Anerkennung) dem Oberleutnant d. R. Gustav Springer, Jnfanteriexxgiment Nr. 96; dem Assistenzarzt Dr. Albert Baum, Infanterieregiment Nr. 13; das Signum laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes (kaiserliche belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten vor dem Feinde den Leutnants d. R. Oskar Berger, reitende Art.-Division Nr. .11, Maximilian Geller, Geb.-Art.-Reg. Nr. 14, Emanuel U n g e r, Fest.-Art.-Reg. Nr. 4, Paul Feld m a it n, Infanterieregiment Nr. 46, Herbert Bondy, Feldhaub.- Negiment Nr. 1, Ernst Spitzer, Infanterieregiment Nr. 40, Josef Pick, Fest.-Art.-Reg. Nr. 1, Otto Löwenst e i n, Geb.-Haub.-Division Nr. 8, Artur Grünbaum, Traindivision Nr. 9, Karl Doktor, Traindivision 12, Friedrich Freiherr Popper v. Podhragy, 6. Armee- Et.-Kömmando; für vorzügliche Dienste vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Siegfried Pick, 7. Art.-Brig.- Kömmando, Heinrich Quittner, Traindivision Nr. 16, Julius K l i n g e. r, Traindivision Nr. 8, Hugo S t e i n e r, Pferdespital Oedenburg, Heinrich F r i e d m a n n, Jnfauteriebataillon IV/80, Hugo Wert he i m e r, mob. Pferdespital Nr. 8, Dir. Oskar Singer, Jnf.-Div.-San.-Anst. Nr. 106; für tapferes Verhalten den Oberleutnants d. R. Friedrich R o s e n b a u w, Landwehrregiment Nr. 15, Robert Hamburger, 30 5 Zentimeter-Mörserbatterie, Abraham I o s e f s t a l, Landst.-Et.-Bataillon Nr. 502; für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten den Assistenzärzten Dr. Jakob Oe st er re ich er, Infanterieregiment Nr. 72, Dr. "Richard Weintraub, Fest.-Art.- Regiment Nr. 2, Dr. Hugo Baumgarten, Jns.- Brig.-Sanitätsanstalt Nr. 183, Dr. Siegfried Berl, Landwehrregiment Nr. 31, Dr. Karl Adle r, Infanterieregiment Nr. 29; für vorzügliche Dienste im Eisenbahn- Kriegsdienst dem Oberleutnant Alexander G r ü n s e l d, Feldtransportleitung V; das goldene Verdien st kreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde dem Hauptmann-Rechnuugsführer Julius Bach, .Jägerbataillon Nr. 7; dem Rechnungs-Oberofsizial Bruno Horwitz, 48. Jns.-Div.; dem Oberarzt d. R. Dr. Ignaz Körner, Jnf.-Div.s- Sanitätsanstalt Nr. 28; dem Assistenzarzt d. R. Dr. Friedrich Kauders, Jnf.-Div.-Sanitätsänstalt 4; das goldene Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille für vorzügliche Dienstleistung vor den: Feinde den Leutnant-Rechnungsführern Abraham M n ckenbau m. Pionierbat. Nr. 15, und Rudolf P i ck, Landweh'rreäiment Nr. 28; den Verpslegsakzessisten Karl P o l l a k, Kommando der Südwestfront, und Johann S p i r a, 15. Jnf.-Division; den Sanitätskadetten Alexander Mannheimer und Abraham Leimann, Landweh rregiment Nr. 32; dem Fähnrich d. R. Otto Reich, Infanterieregiment Nr. 57; dieselbe Auszeichnung für tatkräftiges und unerschrockenes Eingreifen bei einer Explosionskatastrophe im Kriege dem Verpflegsäspiranten Leopold Pollak, 4. Armee-Etappenkommando; das silberne Verdien st kreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeüsmedaille für besonders pflichttreue Dienstleistung vor dem Feinde den Rechn.-Unteroffizieren Samuel Iaka b, Feldkan.-Reg. 21; Max F i s che r, schwere Haub.-Division Nr. 8, Josef Winternitz, Traindivision Nr. 4, Wilhelm Munk, Infanterieregiment Nr. 93, Alexander Kohn, Husarenregiment Nr. 9, David Kohn, Infanterieregiment Nr. 50, Moriz Teichmann, Infanterieregiment Nr. 68, Desiderius Engel, Traindivision Nr. 6, Alexander Sonnenreich, Traindivision Nr. 11; den Feldwebeln Gustav Mandl, Tel.- Regiment, Jenö Weisz, Feldmarodenhaus 3/6, Hermann Schwa r z, Feldspital 6/6, Hermann K a tz, Tel.- Regiment, Josef W a l d m a n n, Inf.-Div.-Sanitätsanstalt Nr. 25, Osias Roth, recte Grude, mob. Reservespital 12/11, Siegmund Reich, Infanterieregiment 50, Gerschon Kleinberg, 1. Korpskommando, Karl Arnstein, Landwehrregiment Nr. 23; den Wachtmeistern Johann Citron, Div.-Sanitätsanstalt Nr. 30, und Julius Run es, DragonerregiMenk Nr. 9; da s silberne V e r d i e n st k r e u z am Bande der Tapferkeitsmedaille den Zugsführern Josef M andl, Tel.- Regiment, Ignaz Blum, Ulanenregiment Nr. 7,-Rudolf U n g e r, Traindivision Nr. 3, und Paul Helle r, Sanitätsanstalt Nr. 8;