Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 41 (15.10.1915)
- Date
- 1915-10-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 41 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 761 schwachen Kräften teilzunehmen, nehmen nun schwer betroffen Abschied von dem gütigen Vorgesetzten, der uns ein leuchtendes Vorbild war an Arbeitskraft und Arbeitslust, nehmen bewegten Herzens Abschied von unserem väterlichen Freunde und Berater. Im Aufträge der Beamtenschaft, aber nicht minder dem tiefsten Empfinden folgend, rufe ich dir zu: Hab' Dank, tausendfach Dank für alles Liebe und Gute, das du uns erwiesen, für alles, was du in deiner mehr als drei Jahrzehnte währenden Tätigkeit in der Kultusgemeinde für uns, die gesamte Beamtenschaft und für jeden Einzelnen ge-, leistet hast! Dank dir, herzinnigen Dank für die Wärme, mit der du jederzeit unsere Wünsche aufgenommen, für das große Wohlwollen, womit du unsere Bestrebungen stets gefördert hast I In uns aber, den unmittelbaren Zeugen deines unermüdlichen Schaffens, deiner aufopferungsvollen, segensreichen Tätigkeit wird dein Andenken in Liebe und Dankbarkeit fortleben für und für! — - — Beichsratsabgeordneter Hofrat Freiherr v. Hock sprach zum Schlüsse namens aller freiheitlichen Vereine und als Abgeordneter des 9. Bezirkes. Oberkantor Morgenstern stimmte das Joschew bessesser an und dann wurde der Sarg zu dem von der Gemeinde gewidmeten Ehrengrabe getragen und in die Tiefe gesenkt. Am Grabe sprach kaiserlicher Bat Dr. Krüger für die Zentralstelle des jüdischen Armenwesens noch einige Worte des Abschiedes. Professor Josef Sulzer dirigierte das Schiwisi, und die Oberkantoren Don Fuchs und Morgenstern sangen das El mole rachamim, womit die Trauerfeier um halb 3 Uhr nachm, zu Ende war. Kondolenzen. Unter vielen anderen sind nachfolgende Kondolenzen an die Kultusgemeinde gelangt: „Das Präsidium des Patriotischen Hilfsvereines vom Boten Kreuz für Niederösterreich hat die Nachricht vom Hinscheiden Ihres Herrn Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn, der sich durch sein Wirken sein Wirken auf öffentlichem und humanitärem Gebiete so hohe Verdienste erworben hat, mit herzlichem Bedauern vernommen. Wir bitten den löblichen Vorstand, aus diesem Anlasse die Versicherung unseres aufrichtigen Beileides entgegennehmen zu wollen.“ Statthalter Baron Bienerth: »Aus Anlaß des von mir aufrichtig betrauerten Hinscheidens des Herrn Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn, den ich in vieljährigem Verkehre hochgeschätzt habe, bitte ich den geehrten Vorstand, mein wärmstes Beileid entgegenzunehmen.« Polizeipräsident Baron Gornp: »Mit aufrichtiger Trauer habe ich die Nachricht vom Hinscheiden des hochverdienten I. Vizepräsidenten der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde Herrn Dr. Gustav Kohn empfangen. Ich beehre mich anläßlich dieses schweren Verlustes, den der geehrte Gesamtvorstand der Kultusgemeinde erlitten hat, mein wärmstes Beileid zum Ausdruck zu bringen und bitte, versichert zu sein, daß auch ich dem Verblichenen stets ein ehrenvolles Andenken bewahren werde.« Minister für Kultus und Unterricht Dr. Max Hussarek Ritter von He in lein: »Aus Anlaß des schweren Verlustes, welchen die geehrte Kultusgemeinde durch das Hinscheiden ihres auf vielen Gebieten des öffentlichen Lebens überaus verdienten, von mir hochgeschätzten Herrn I. Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn erlitten hat, bitte ich, den Ausdruck meines wärmsten Beileides entgegenzunehmen.« Minister des Innern Dr. Karl Freiherr von Heinold: »Anläßlich des schweren Verlustes, den die geehrte Kultusgemeinde durch das Ableben ihres Vizepräsidenten Dr. Kohn erlitten hat, bitte ich, die Versicherung meines wärmsten Beileides entgegenzunehmen.« Dr. Richard Edler von Hampe, Sektionschef im Ministerium für Kultus und Unterricht: »Mit dem Ableben des Herrn Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Gustav Kohn betrauert die Wiener Israelitische Kultusgemeinde den Verlust ihres I. Vizepräsidenten, der seine Kräfte in vieljähriger erfolgreicher Arbeit dieser Kultusgemeinde gewidmet hat. In aufrichtiger Wertschätzung der ausgezeichneten Eigenschaften des Verblichenen, bitte ich das Präsidium der Israelitischen Kultusgemeinde, den Ausdruck wärmster Teilnahme an dem schmerzlichen Verluste entgegennehmen zu wollen.« Bürgermeister Dr. Richard Weiskirchner: »Anläßlich des Ablebens Ihres verdienten Herrn Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn, beehre ich mich mein aufrichtiges Beileid auszudrücken. In meiner Vertretung wird Herr Gemeinderat Dr. Oskar Hein an dem Eeichenbegäugnisse teilnehmen.« Vizepräsident des f. I. n. ö. Landesschulrates: „Anläßlich des Ablebens des Herrn Ersten Vizepräsidenten der Wiener israelitischen Kultusgemeinde. Dr. Gustav Kohn, in dessen Hinscheiden der Landesschulrat den schweren Verlust eines vielverdienten und wegen seines Charakters und seiner Geistesgaben gleich hochgeschätzten langjährigen Mitarbeiters beklagt, wolle der sehr geehrte Vorstand die Versicherung des aufrichtigsten und tiefsten Beileides des k. k. n.-ö. Landesschulrates entgegennehmen. Als Vizepräsident des Landesschulrates habe ich mir erlaubt, diesem tiefgefühltem Beileide und der großen Verehrung für den Dahingeschiedenen anläßlich der erhebenden Trauerfeier bereits persönlich Ausdruck zu geben. Josef von K o ß, k. k. Vizepräsident.1* Constantin Noske: „Seit Jahrzehnten war ich mit Ihrem nunmehr verblichenen Vizepräsidenten, Herr Dr. Kohn, in freundschaftlichem, durch Angelegenheiten des öffentlichen Lebens herbeigeführtem Verkehre; ich durfte mich seiner wohlwollenden Gesinnung erfreuen und ich hatte Gelegenheit, sein Wirken zu beobachten. Ich vermag daher aus vollem Herzen die ganze Größe des Verlustes mitzuempfinden, den seine Glaubensgenossen und deren gesetzliche Vertretung, den aber mit ihnen das freisinnig-denkende Wien, die Hills- und Lernbedürftigen, denen er seine besondere Fürsorge angedeihen ließ, erlitten haben. Gestatten Sie mir, einem Herzensdrange folgend, meint ' ^auervolle Gesinnung und die dankbare Anerkennung für uns allen unvergeßlich bleiben, die eine treue und freie Gesinnung, eine in reinster Menschenliebe wurzelnde Hingebung an die Mitmenschen und eine unermüdliche Betätigung für allgemeine Interessen zu würdigen wissen!“ Geheimer Justiz- und Regierungsrat Dr. v. Bachrach. „Gestatten Sie mir, anläßlich des Heimganges unseres Vizepräsidenten Herrn Dr. Gustav Kohn mein innigstes Beileid aussprechen zu dürfen. Der Tod des edlen, zart-) fühlenden, stets hilfsbereiten Menschen wird jeden, der ihn gekannt, schmerzlichst berühren. Mich verband mit ihm jahrzehntelange Freundschaft. Ich vermag deshalb Ihren und unseren Verlust voll zu werten. Wenn stilles Wohltun eine Verkörperung finden kann, so war sie in Dr. Gustav Kohn gegeben. Und er verstand es, Hilfstruppen der Wohltätigkeit zu werben, wie kein zweiter. Er schuf eine allgemeine Wehrpflicht der Unterstützung der wahrhaft Bedürftigen. Bestechend war seine Milde, seine Bildung, sein Verstand, die Spannkraft seines Geistes, seine Willensstärke in Ausführung guter Werke, seine Hingebung an Kaiser und Reich und Glauben waren mustergebend. So bleibe uns sein Andenken teuer! Wir wollen es treu in Ehren halten.“ Es kondolierten ferner die Kultusgemeinden: Budapest, Brünn, Linz, Lemberg (derzeit Wien), Prag, Graz, Troppau, Budapester Israel. Landeskanzlei, Wr.-Neustadt, Baden bei Wien, Preßburg, Karlsbad, Marienbad, Franzensbad, Aussig, Nikolsburg, Leipnik, Olmütz, Amstetten, Mistelbach, Beraun, St. Pölten, Groß-Enzersdorf, Kemmelbach, Stryj, Tulln, Bielitz, Budweis, Tabor, Boskowitz, Proßnitz, Holleschau, Prag-Karolinenthal, Zizkov, Tachau. Die Korporationen: Chewra-Kadischa, Budapest, Tsr. Humanitätsverein „B’nai B’rith”, Wien, Hilfsverein für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien, Verein „Einheit”, Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten, Direktion des k. k. Maximilian-Gymnasiums, Tempelverein für die Bezirke Mariahilf und Neubau, Chewra-Kadischa Wien für den 12.-15. Bezirk, Baronin Hirsch Kaiser-Jubiläumsstiftung, Israelitische Allianz zu Wien, Fürsorgeausschuß für Zivilinternierte jüdischer Konfession, Bethausverein Chasidim, Neue Illustr. Zeitung, Czernowitz (derzeit Wien), Israel. Bethausverein, 3. Bez., Erdbergstraße, Israel. Frauen-Wohltätigkeitsverein Mariahilf und Neubau, Verband der in Wien bestehenden humanitären Vereine der galizischen Juden, Der Verband der türkischen Israeliten (Sephardim) zu Wien, Hilfsverein der deutschen Juden Berlin, Israel. Religionsgemeinde Budapest, Mähr.-schles. Rabbinerverhand, Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnen-Heim, Tempelverein 13. Bezirk, Tempelverein „Schomer Israel“, Tefilas Je-