Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 40 (8.10.1915)
- Date
- 1915-10-08
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit? 752 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 40 Tie Eintrittskarten sind in der Buchhandlung R. L ö w i t, 1. Bez., Rotenturmstraße 22, und am Abend selbst erhältlich. Wien. Die Stellenvermittlung Jüdischer Hochschüler Wiens, 9. Bez., Liechtensteinstraße 11, hat ihre Tätigkeit seit 14 Tagen wieder ausgenommen. Sie vermittelt kostenlos Stellen Zur Nachhilfe für Mittel-, Bürger¬ und Bolksschüler, Hofmeister, Reisebegleiter, Gesellschafter. Tie Stellenvermittlung hat durch ihre langjährige Tätigkeit einer großen Anzahl armer Studenten durch Stundenvcrmittlung Existenzmöglichkeit geboten. Amtsstunden täglich von 2—3 Uhr, mit Ausnahme Samstag. Wien, (& erbano o e r i s r. R e t i g i o n s l e h r e r an den ofterr. Mittel schulen.) Am 21. ^epcemver D. E. fand unter vem Vorsitze des Obmannes >Raoomer Tr. M. rtto len mann die erste Ausschußsitzung iu ötc]ejit Schuljahre statr. l>tach Erledigung verichieoener Bcrbandsagenoen wurde üver den jüngsten Ercag des Kultus- und Utuerrtchtsmiilrsreriums, derrefseno vre <)uerrennung einer einmaligen Remuneration an die Supplenten referiert. In Ausführung eines Beschlusses dieser Sitzung tvurden nunmehr von oer BerbandSleitung an maßgebender Stelle Informationen eingeholt, die dahin girrgen, daß die i s r. R e l i g i o n s l e h r e r an Mittelschulen, welche gegen Remuneration unterrichten, ZweiselSohne mrt den den Supplenten uitd Assistenten bewilligten materiellen Zuwendungen zu bedenken sind. Die Durchführung dieses Erlasses fei den einzelnen Landesschulräten überantwortet worden. Wien. Am 5. Oktober wurde unter Beteiligung der vornehmsten jüdischen streife unserer Residenz Frau Betty Frankel, geborene Hertzta, zu Grabe... getragen, die in: achtzigsten Kahre in ihrer Billa in Reichenau, die in den Sechziger- und Siebziger- Jahren der gesellschaftliche Mittelpunkt des Kurortes war, verschieden ist. Herr Rabbiner Dx. G r u n w a l d hielt die ergreifende Trauerrede. Unter den Anwesenden bemerkte man die langjährige Gesellschafterin und Freundin der Verstorbenen, die Verwandten Herrn Dr. Elogen von B o s ch a n, Herrn Major von Grün e bäum, Herrn Vizepräsidenten Hofrat v. Rappaport, Herrn Salo Eohn, die Damen Hermine von Sotrnenthal und Hofrätin G o m P e r z, von F r y d m a n n und U l m a n n vom Mädchen-Unterstützungsverein, Frau Dr. Grunw a l d von der „Weiblichen Fürsorge", Frau Hermine Kadis ch von der Israelitischen Volksküche, Frau Doktor- Rosa Steine r und Professorin Roth (Erster Frauenverein), Frau Geisenheim er und Benedikt vom Frauenhort, Herrn Amtsleiter Krauß, Dir. Fischer. Tie Verstorbene, welche in der Stille eine so fürstliche Wohltätigkeit geübt und bedeutende Legate gemacht hat, hinterläßt bei ihren zahlreichen Freunden eine unausfüllbare Lücke und nicht nur alle, denen sie Gutes getan, auch alle, die in ihrem schöngeistigen Salon, in dem Meister Sonnenthal die Hauptrolle spielte, unvergeßliche Stunden verbracht, werden der seltenen Frau ein dauerndes Andenken bewahren. I Wien. Samstag, den 9. d. M. findet im Bethause 3. Bezirk, Erdbergstraße 15, vormittags halb 9 Uhr, die Barmizwah-Feier des Knaben Robert, eines Sohnes des Herrn Samuel Frost, Wien, 3. Bez., Hauptstraße Nr. 2S, statt. Der 80. Geburtstag des früheren Bürgermeisters der Israel tergcmeiirde Schasfa in Mähren, Herrn A. L. Much, der seit ungefähr zehn Jahren in Wien wohnt, wurde am Simchat Thora im - Josefstädler Tempel festlich begangen. Der Tempelvorstand hatte schon einige Tage vorher an den Jubilar ein Glückwunschschreiben gerichtet und ihm ^darin den Chossan Mafia verehrt. Dem zur Thora Gerufenen machte der Kantor mit schönem Vortrag einen für diesen Zweck verfaßten Mischeberach, woraus Rabbiner Dr. Bauer in einer vortrefflichen Rede den Glückwünschen des Gemeindevorstandes und der ganzen Tempelgemeinde beredten Ausdruck verlieh. Zugleich wies er auf die Verdienste hin, die sich der Jubilar um seine Heimatgemeinde erworben hat und für die ihm deren Ehrenbürgcrrecht verliehen worden ist, und auf die allgemeine Wertschätzung, die er während des letzten Dezenniums sich durch sein sympathisches Wesen und seinen schönen Charaktereigenschaften in der Josephstädter Tempelgemeinde zu erwerben wußte; zuletzt wünschte Redner dem an Körper und Geist noch äußerst rüstigen Jubilar noch ein langes Leben in voller Gesundheit, zur Freude seiner Angehörigen und aller seiner, so zahlreichen Freunde. Wien. (Jubiläum.) Am 1. d. M. feierte der bekannte Musikpädagoge und Organist des Mariahilfer Temptts Prof. Josef Herz sein 25jähriges Berufsjubiläum. Prof. Herz absolvierte im Jahre 1876 das israelitische Blindeninstitut und genoß dort durch den Hoforganisten Labor seine erste musikalische Ausbildung. Herz setzte bei E. Sattler seine Studien fort und machte vor 25 Jahren die Staatsprüfungen in Gesang und Geige. Seit mehr als zwei Dezennien wirkt Herz verdienstlich als Musiklehrer am israel. Blindeninstitut und fast ebenso lange als Inhaber und Direktor einer öffentlichen Musikschule. Auch als Gesangslehrer an den beiden israüilischen Mädchenwaisenhäusern wirkt Herz seit vielen Jahren in überaus verdienstlicher Weise. Einige Kompositionen Herz's, namentlich Lieder und Chöre fanden wegen ihrer harmonischen Konzeption weite Verbreitung. Aus Anlaß seines Jubiläums kamen Herz seitens des Vorstandes des Mariahilfer Tempels Ehrengeschenke und Beweise ehrender Sympathie zu. Am. Simchas-Thora-Gottesdienste rezitierte Oberkantor D ü n m a n n einen von ihm zu diesem Anlasse verfaßten Mischebetach meisterhaft vor und hielt Prediger Dokior Drobinsky an den Jubilar eine herzliche Ansprache. Der Tempelchor sang zu Ehren seines Organisten einen Festpsalm in weihevoller Weise unter Leitung des Chordirigenten Erber. Herr A. Loubstzky veranstaltet in dieser Saison wieder eine Reihe jungjüdischer Abende. Der erste findet Montag, den 18. Oktober, 8 Uhr abends, im Jüdischen Theater, 2. Bez., Taborstraße 12, statt. . Zur Aufführung. ..gelangen: , „Zurückgekommeu". von Schalom Asch, und ein Einakter von Perez. Karten ä Kr. 3.—, 2.—, 1.50 und —.80 sind zu haben in der Buchhandlung Löwit, 1. Bez., Rotenturmstraße 22, und an der Abendkasse des Jüdischen Theaters. _! i [ Wien. (E i n g e s e n d e t.) Sehr verehrter Herr Redakteur! Seit 30 Jahren besuche ich an den hohen Feiertagen den festlichen Gottesdienst, welchen der Vorstand der Wiener Kultusgemeinde alljährlich im großen Musikvereinssaale veranstaltet. So oft ich diese Andachtsstätte betrete, erfüllt mich ein Dankbarkeitsgefühl für den Vorstand und für alle Faktoren, welche an dem Zustandekommen der würdevollen Leitung und dem erhebenden Verlaus des Gottesdienstes teilhaben. Vor allem gebührt dem vom Kultusvorstande bestellten Leiter des Gottesdienstes, dem Hauptkassier Peterselka, der seit vielen Jahren die Leitung dieser gottesdienstlichen Veranstaltung innehat, der aufrichtigste Dank und die volle Anerkennung der Besucher, für die umsichtige, vornehme und taktvolle Führung. Besonders angenehm hat sich dies in diesem schweren Kriegsjahre geltend gemacht, da 2500 andächtige Besucher sich in Andacht vereinigten und auch keine Minute die Empfindung hatten, nicht in einem ständigen, gottgeweihten, modernen Tempel zu sein. In diesem herrlichen Nahmen wickelten sich auch die gottesdienstlichen Funktionen ab. Andachtsvoll lauschte die Gemeinde den geistvollen Erbauungsreden des Predigers Dr. Armand K a m i n k a und den Gesängen und kantoralen Vorträgen des Oberkantors Alois K u l k a, dem das Stammpublikum des Bethauses seit Jahrzehnten als gediegenen Mufaphkäntor und Chasan schätzen und würdigen gelernt hat. Besonders viel zur Hebung der Andacht, und zur Erbauung der Betgemeinde hat der Schachriskantor und Val-Koreh, Leo Funke, ein junger, zu schönen Hoffnungen berechtigender Kantor beigetragen, der heuer zum erstenmale die Schachrissunktion im Musikvereinssaale hatte, und sich dieser Aufgabe sowohl durch verständnisvolle Rezitation wie durch die mit Chor vorgetcagenen Gebete und nicht zuletzt durch das erakte Vorlesen der Thora in glänzender Weise entledigt hat. So hat denn alles zusammengewirkt, um den Gottesdienst im Musikvereinssaal zu einem würdigen, erhebenden, unvergeßlichen zu gestalten. Hiesür sei im Namen der Besucher, Militär und Zivil, allen: dem Kultusvorstande, der Leitung und den Funktionären öffentlich der beste Dank gesagt. Indem ich Ihnen für die Veröffentlichung dieser Zeilen bestens danke, zeichne ich hochachtungsvoll S. B e r m a n n.