Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 40 (8.10.1915)
- Date
- 1915-10-08
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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'Hi 40 Dr. Blvch's Wochenschrift Stile 749 ernährte Kinder, welche kein Heim haben, um zurückzukehren. Da gilt es, Hilfe zu bringen und srasch eingreisen, denn die Not wird immer größer! Im Namen dieser Aermsten bitte ich Sie, verehrter Herr Rabbiner, lassen Sie auch diesmal — wie immer — Ihre Barmherzigkeit und Energie zur Geltung kommen nitb erbitten Sie bei den betreffenden jüdischen Wohltätigkeitsinstitutionen hervorragende und rasche Geldnnterstützung. Icki zeichne mit vorzüglicher Hochachtung ,, ergebener Dr. I. Mittelmann. Hilferuf des Vereines der Kinderfrennde für den 16. und 17. Bezirk. Ueber 34 Jahre steht der „Verein der Kinde rf r e u n de" im Kampfe gegen Not und Elend der armen, frierenden Schulkinder, stets hat er seine Karitative Tätigkeit voll und ganz erfüllen können. Doch in dieser stürmischen, drangvollen Zeit, in welcher die Kriegsfürsorge alle Kräfte in Anspruch nimmt, stellen sich der Wirksamkeit der „Kinderfrennde" beinahe unüberwindliche Schwierigkeiten in den Weg. Wir fragen alle Menschenfreunde, können wir arme, hilflose Geschöpfe, deren Väter ihr Blut für uns vergossen, schutzlos lassen, ihre Bitten um .Bekleidung zum Schutze vor Kälte unerhört lassen? Unsere schwachen Kräfte reichen heuer bei weitem nicht aus, auch nur sehr geringe Ansprüche zu befriedigen, weshalb mir uns hiemit an die große Öffentlichkeit wenden, mit der inständigsten Bitte, dem Verein durch Spenden an Stoffen, Schuhen, Unterwäsche, Woll- und Strickwaren oder falls dies nicht möglich, durch Geldüberweisungen beizustehen, ihm seine menschenfreundliche Aufgabe zu ermöglichen. Der Gedanke wäre nicht zu fassen, daß das Kind, dessen Vater sein Leben für unsere Sicherheit und Ruhe opfert, den Unbilden des Winters hilf- und schutzlos ausgesetzt ist, daß es frieren muß. Unser Hilferuf richtet sich namentlich an jene Kreise, denen der Krieg geschäftliche Vorteile gebracht und die durch Ueberlaffung von Stoffresten oder Kleidern, Leder oder Schuhen uns sehr unterstützen könnten. Und so wollen wir hoffen, daß unsere inständige Bitte, der Not und den Jammer der armen frierenden Schulkinder in Hernals- Ottakring zu Steuern, nicht ungehör't bleiben wird. Gütige Zuweisungen, eventuell Zuschriften, wo Spenden abgeholt werden können, sind zu richten an den Obmann des Vereines. Herrn Dr. Alois H a u s e r, 17. Bez., Mariengasse 25. Der Vorstand des Vereines der Kinderfreunde zur Bekleidung armer Schulkinder für den 16. und 17. Bezirk in Wien. Brünn. Bei der am 26. v. M. unter dem Vorsitze des Vizepräsidenten .Herrn Gustav Tandler abgehaltenen Plenarsitzung des Kultusvorstandes widmete der Vorsitzende vor Eingang in die Beratung Worte der Erinnerung den draußen im Felde für den Schutz und die Verteidigung des Vaterlandes gefallenen Helden und gedachte dankerfüllten Herzens der ruhmreichen Waffentaten unserer und der Armeen der mit uns verbündeten Reiche. Mit dem heißen Wunsche, daß bald der ersehnte Friede einkehren möge, schloß er mit einem Hoch auf unseren geliebten Kaiser sowie auf die Herrscher des mit uns verbündeten Deutschen Reiches und der Türkei, in welches die 'Anwesenden, welche sich von ihren Sitzen erhoben hatten, begeistert einstimmten. . Olmütz. Eine k. u. k. Sukka. Klingt dies nicht unwahrscheinlich. And doch existiert sie, mit dem Kaiserbilde und zahlreichen Fähnchen in den Reichs- und der verbündeten Reiche Farben geschmückt im Garten der bürgerlichen Schießstätte in Olmütz. Der Initiative des Feldrabbiners Dr. Sicher um ihr Zustandekommen kamen in bereitwilligster Weise entgegen: Die Gebüudeverwaltung des k. u. k. Earnisonsspitakes durch Kommandierung von Mannschaft zum Baue, das bürgerliche priv. k. k. Schützenkorps durch Ueberlassung seines Gartens, Herr Kultusgemeinde-Vorstandsmitglied Z a i t s ch e k durch Aeberlassung des Holzmaterials, die _ Fürst Liechtensteinsche ForstvrrwaLung durch Lieferung von Reisig, die k. u. k. Traindivision durch Entsendung von Mannschaft in diese Forste zum Abholen des Reisigs, die Elektrizitätswerke der Stadt Olmütz durch kostenlose Beleuchtung, der blau-weiße Wanderbund, dessen jugendliche Mitglieder die prächtige und sinnreiche Ausschmückung der Laubhütte unternahmen und mit Unterstützung zahlreicher liebenswürdiger jüdischer Damen in Olmütz an den Sukkotabenden den Soldaten einen Imbitz boten. Ihren Ehrentag erlebte aber die Sukka am zweiten ---ukkotabend durch den Besuch des Stationskommandanten Herrn Generalmajor R e s ch. In seiner Anwesenheit sowie des Vizevorstehers der Kultusgemeinde Herr Dr. Hochwald, mehrerer Offiziere und Offiziersdamen, zahlreicher Soldaten, die die Sukka und draußen den Garten füllten, machte der Feldrabbiner Dr. Sicher Kidduscku nach ihm sang denselben mit gewohnter Kunstfertigkeit Herr Schlesinger, Oberkantor der israelitischen Kultusgemeinde Olmütz. Sodann hielt der Feldrabbiner eine kurze Ansprache an die Soldaten, in welcher er hervorhob. daß die Freude am Freudenfeste, welche die Erbauung der Sukka hervorgerufen, durch den hohen Besuch, ihren Gipfelpunkt erreiche. Das Gottvertrauen, an welches die Sukka erinnert, möge die Soldaten im Felde begleiten und sie möge dessen inne werden,' daß sie für ein Vaterland kämpfen, das in so herzerhebender Weise ihren religiösen Gefühlen Rechnung trägt. Die Ansprache schloß mit einem von den Soldaten begeistert ausgenommenen Hoch aus Seine Majestät, worauf die große Menge der Soldaten in- und außerhalb der Sukka die Volkshymne sang. Hierauf hielt der Herr General eine vornehme, gediegene, erstklassige Ansprache, in welcher er den jüdischen Soloanen, Deren Heldenmut, Treue und Vaterlandsliebe das höchste Lob zollte und die Erwartung auch zukünftiger Bewährung Znissprach. Das vom Herrn General ausgebrachte Hoch auf Seine Majestät wurde stürmisch wiederholt und wieder ertönte der Gesang der Volkshymne. Vor der Sukka brannte ein mächtiges Freudenfeuer, das an dasjenige des einstigen Simcha Bet Haschoewa erinnerte und der Garten der Schießstätte war durch zahlreiche Lampions illuminiert. Nachdem sich der Herr General un'er Ausdrücken des Dankes und der Anerkennung für die erhebende Feier, begleitet vom Feldrabbiner und den Offizieren verabschiedet hatte, wurde die Mannschaft in der Sukka bewirtet und dann vor derselben bei Blitzlicht photographiert. Vermischtes. Kranzablöfnugsspenden zugunsten der Chewru Kadischa in Wien Seiteustelteugaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Hermine Löw: Frime Tranek Kr. 20.—. Anläßlich des Ablebens des iel. Manfred Schnek: Familie Schnek Kr. 20.—, Jeanette Schnek 25. —; zusammen Kr. 45. . Anläßlich des Ablebens des iel. Leon Rittermann: Doktor N. Weinstein Kr. 10.—, F. Rittermann 10.—, Helene Scharr 15.—; zusammen Kr. 35.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Friedrich Richter: Salo Fürst Kr. 10.—, Adolf Schindler 10.—, Ludwig Pollatschek 10. , Leopold Fleischmann 10.—, Samuel Richter 10.—, Leopold Richter 20.—, Lazar Richter 5.—, Leopold Weinstein 5.—; zusammen Kr. 80.—. Anläßlich des Ablebens des iel. Gustav Lang: Arnold Adler Kr. 20.—, Karl Friedr. Weiß 20.—, Julius E. Lang 10.—. Isro Lang 10.—; zusammen Kr. 60.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Emilie Mayländer: Doktor Moriz Popper Kr. 20.—. Anläßlich des Ablebens des iel. Ignatz Popper: Familie Ignatz Popper Kr. 50.—. Anläßlich des Ablebens der 'el. Anna Rosenberg: Josef Beer Kr. 20.—, Jenny Forst 20.—, Familie Roienberg 30.-; zusammen Kr. 70.—. __ Anläßlich des Ablebens des sel. Nathan Beckmann: Schutzvereinhort Kr. 10.—, Telt'cherl Philipp für Flüchtlinge 20. , Dr. Ed. Deutsch 10.—; zusammen Kr. 40.—. Anläßlich des Ablebens des iel. Moritz Birnbaum: Ignaz Körner Kr. 5.—, Moritz Schick 10.—; zusammen Kr. 15.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Wolf Storch: Familie Storch und Isler Kr. 10.—.