Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 40 (8.10.1915)
- Date
- 1915-10-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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R>. 4(3 Dr. Bloch's Wochenschrift T c tc 741 sich besonders der Kadettaspirant Wasserbauer hervor, der für seine Tapferkeit schon zweimal ausgezeichnet worden ist." _ Auszeichnungen. Leutnant Otto Kramer, Sohn des Fabrikanten Jakob Kramer in Ottakring, erhielt für tapferes Verhalten vor dem Feinde das Signum läiulis. Herr Jakob K r a in e r hat 3 Söhne als Offiziere im Felde stehen. Fähnrich Fritz W e n g r a f aus Krems a. d. Donau, sind. nuxl., rückte im September 1914 ein und war dem mobilen Feldspital des 84. Infanterieregiments zugeiviesen, stand 63 Tage ununterbrochen im Feuer, erhielt die bronzene Tapferkeitsmedaille. Sein Bruder Fähnrich Georg Wen g r a f erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Kl. Rühmend wird seiner erwähnt in dem Bericht von Roda Roda (,Neue Freie Presse" vom 2. Oktober): Held des Tages von Dobrowodka aber war Oberleutnant Paradeiser, 11. Kompagnie. Unser Angriff richtete sich auf eine russische Schanze bei Stanislawy, nordöstlich von Dobrowodka. Oberst v. Eecher kommandierte damals die Brigade, Führer des Regiments war Oberstleutnant v. Kamler. Das Bataillon Lambichler war schon seit dein Morgen im Gefecht verwickelt, die Bataillone Major v. Görgep und Major Hasenbeck sollten die Schützenlinie links und rechts verlängern. Kanin hatten sie die Ortschaft verlassen, da erhielten sie Schrapnells. Ein Volltreffer blies den Einjährigen Bernhard, Kompagnie Paradeiser, um, verletzte ihn aber nicht. Der Oberleutnant sah die rassische Schanze noch nicht voll besetzt und rief: „Rasch, Leute — so lang's noch billig ist!" Das hat die Situation entschieden. Die Kompagnie stürmte in wildem Lauf, übergreifend den Hügel. Der erste Zug wird mit sehr lebhaftem Feuer empfangen; die Schwärme arbeiten sich sprnngweis heran und stehen an den Drähten. Zwei Schwärme schießen, zwei durchbrechen das Hindernis. (Was für ein Hindernis! Ich, Roda, Hab es später gesehen: drei Klafter breiter, fünffacher, siebdichter Draht. Er wurde gar riicht geschnitten — einfach umget.ampelt.) Kommandant dieses braven Zuges war Fähnrich Wengraf. Dem Ulanenoberleutnant Sigm. Engel, der bereits mit dem Signum laucUs dekoriert ist, wurde für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde das Silberne Signum laudis verliehen. Oberleutnant E ngel, der seit Kriegsbeginn ohne Unterbrechung in der Front steht, wurde für seine Verdienste vor dem Feinde bereits im Vorjahre außertourlich befördert und außerdem mit einer schriftlichen Armeekommando-Belobung ausgezeichnet. Herr Dr. Bruno K i s ch, erster Assistent am pathologisch-physiologischen Institut der Akademie für praktische Medizin in Köln am Rhein, gegenwärtig aus dem Kriegsschauplatz, wurde mit dem goldenen Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Oberleutnant Hugo Asche r, in Zivil Revident der Böhmischen Unionbank in Prag, seit Kriegsbeginn im Kriegsdienste, erhielt das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration am Bande der Tapferkeitsmedaille. Nach nahezu einjährigem, ununterbrochenem Felddienst wurde er durch einen Schuß im Oberarm verletzt. Leutnant Alfred Frost der Feldhaubitzen-Division Nr. 1, seit 13 Monaten ununterbrochen im Felde, erhielt das Signum laudis für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde. Der Wiener Arzt Dr. I. Schmelz, der seit Kriecfsbeginn als Regimentsarzt ini Felde steht, ist vor einigen Monaten für seine umsichtige und ersprießliche Tätigkeit, die er als Truppenarzt an der Front bewiesen, durch das Ehrenzeichen 2. Klasse mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet worden. Vor kurzem ist derselbe, .nach, schwerer Krankheit, kaum aenesen. zum zweitenurale ans den rassisch-polnischen Kriegsschauplatz abgerücki tiuo wurde nunmehr für seine vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde durch Verleihung des Ritterkreuzes des Franz Joseph-Ordens am Bande des Militär - Verdienstkreuzes ausgezeichnet. Herr Dr. Schmelz ist ein Sohn des Hausbesitzers und Hotzinduftriellen O. Schmelz, der als langjähriger Kultusrat, Vorsteher der Chewra-Kadischa, Vizepräsident des Freitischvereines und Inhaber vieler Ehrenstellen sich in Bielitz größter Beliebtheit erfreute und insbesondere infolge seines großen jüdischen Wissens und seiner talmudifthen Gelehrsamkeit in weiten jüdischen Kreisen hohes Ansehen genießt. Ein zweiter Sohn des Genannten wurde im Vorjahre vom Kaiser für seine Verdienste um die Hebung des österreichischen Exportes und für sein charitatives Wirken gleichfalls durch das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens ausgezeichnet. Dem Wiener Hals- und Ohrenarzt Dr. I. Brau n, der seit Beginn des Krieges als Regimentsarzt im Felde steht, wurde vom Kaiser in Anerkennung vorzüglicher und aitfopferungsvoller Dienstleistung vor dem Feinde das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen. Dr. B r a u n wurde auch bereits mit dem Ehrenzeichen Zweiter Klasse vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Frau Olga B a r b e r und Frau Rudolfine B a r teau, die seit Kriegsbeginn unermüdet als freiwillige. Krankenpflegerinnen tätig waren, erhielten in Anerkennung ihrer Verdienste die Silberne Ehrenmedaille mit der Kriegsdekoration. Frau Mathilde Fischer, 2. Bcz., Rembrandtstraße Nr. 10, welche seit Kriegsbeginn im Reservespitale Nr. 9 tätig ist, wurde durch Verleihung der Silbernen Ehren- Medaille mit der Kriegsdekoration vom Roten Kreuze ausgezeichnet. Erzherzog Franz Salvator hat als Protektor- Stellvertreter des Roten Kreuzes der Präsidentin des Rekonvaleszentenheimes „Philanthropia", Amalie Beck, in Anerkennung besonderer Verdienste ihres Humanitären Wirkens seit Kriegsbeginn das Ehrenzeichen zweiter Klasse vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration verliehen. Der Kommandobefehk über Kugo Barnos. Hugo V a m o s, Gefreiter im 23. Infanterieregiment, im bürgerlichen Leben Beamter der Elektrizitäts- Gesellschaft „Phöbus", ist bereits seit der ersten Mobilisierung eingerückt. Auf dem Kriegsschauplätze hat er seit Kriegsbeginn der Armee große und wertvolle Dienste geleistet, so daß — wofür es wohl kein Beispiel geben dürfte — als er infolge schwerer Erkrankung sein Regiment verlassen mußte, sein Kommandant in einem eigenen Kommandobefehl von dem heldenmütigen und ausdauernden Soldaten Abschied nahm. Hugo V a m o s ist der Sohn eines Angestellten der Gyöngyöser israelitischen Kultusgemeinde namens Anton Weißberger und hat noch zwei Brüder im Felde. Der Kommandobefehl hat, wie „Egyenlöseg" berichtet, den folgenden Wortlaut: K. u. k. Infanterie-Regiment Markgraf von Baden Nr. 2B, Regimentsabteilung. Stabsabteilungs-Kommandobefehl. Feldpost 105, 5. August 1915. Belobung. Gefreiter Hugo Vämos wird mit dem heutigen Tage zur Heilung seiner im Dienste zugezogenen, durch seine selbstaufopfernde Ausdauer schon weit vorgeschrittenen Krankheit in eine Sanitätsanstalt abgegeben. Er ist noch einer der Wenigen, welche mit Stolz behaupten können, den nun schon über ein Jahr wütenden Weltkrieg in allen