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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-09-28 · 39 (28.9.1915) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
39 (28.9.1915)
Date
1915-09-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 39 Dr. Bloch's Wochenschrift Sitte 719 •Öcrcgcg, Fest.-Art.-Reg. Nr. 6; Ernst Spitz, Traindivision §tr. 12; Edmund Ascher, Traindivision Nr.'9; zu Oberleutnants-Auditoren d. R. die Advokaten Dr. Gustav Bromberg und Dr. Simon Wolfram. Zur Ksychotogie des jüdischen Keldenlums. Ein christlicher Offizier entwarf vor kurzem dem Schreiber dieser Zeilen folgendes Charakterbild eines Wafsengenossen: „An unseren Kämpfen in Russisch-Polen nahm auch ein jüdischer Reserveleutnant aus Ungarn namens Bl.*) teil. Das war ein ganz eigentümlicher Kauz. Obwohl ein guter, treuer, allen gefälliger Kamerad, sonderte er sich doch, so oft er konnte, von uns ab und hing seinen Gedanken nach. Dabei war er von einer mädchenhaften Schüchternheit und einer Schamhaftigkeit, daß er Jetbft im Felde die natürlichsten Bedürfnisse nicht in der Nähe von 'Menschen befriedigen wollte. Auch hungerte er trotz der aiiflrcngcitbftcn Strapazen lieber tagelang, als daß" er inrituelle Kost zu sich genommen hätte. Die besten Braten, die manchmal unsere Küche darbot, verschmähte er und zog lieber die Eier vor, welche er oft erst nach langem Suchen irgendwo erstand. Und fanden sich doch keine solchen, dann fügte er sich mit dem Fatalistnus eines türkischen Waffenbruders in sein Schicksal, und kasteite sich weiter auch lange vor dem — Versöhnungstag. Bei dieser Naturanlage mußten wir," fuhr der Offizier fort, „begreiflicherweise annehmen, daß Bl. kein sonderlich tapferer Soldat sein werde. Als es daher zum ersten Gefecht kam, tvaren wir ungemein neugierig, wie sich Bl. schlagen werde. Wir kämpften abseits von ihm und fragten daher die Unteroffiziere, wie sich unser Sonderling dabei gehalten habe. Zu unserem Erstaunen berichteten sie alle einstimmig, daß Bl. im Feuer wie verwandelt gewesen sei. Allen voran stürmte er dahin und riß seine Soldaten unwiderstehlich mit. Kein Kugelregen oder eine sonstige Gefahr konnte ihn abhalten, die Truppe weiter und weiter zu reißen, zielbewußt und sicher war sein Befehl, tadellos die Führung des sonst so zaghaften Mannes, der außerhalb des Gefechtes einen Gefreiten fragte, was er tu einem gegebenen Falle zu tun habe. Die Ruhe machte ihn lveich, der Kampf und die Gefahr zum Helden, der keinem an Tapferkeit nachstand. Als er allein in einen Russengraben sprang, wurde er schwer verwundet. Nun war Leutnant Bl. nicht mehr Gegenstand des Spottes, sondern einer — wenn auch mit etwas Neckerei verbundenen — aufrichtigen Hochschütznng und Bewunderung. Der Krieg stählt eben auch die scheinbar Schwachen und enthüllt bald ihren wahren Kern, indem er die iveichen Naturen zur rechten Zeit und am rechten Ort härtet und strammt. _ (m—it.) Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. Bisher wurden 3965 mitgeteilt, m der vorliegenden Nummer 70, zusammen 4035. Eisernes Kreuz 1. Klaffe. Breslau. Josef Kühnberg, Mzefeldwebel d. L., Kaufmann, Mitinhaber der Schürzen- und Wäschefabrik Karl Pulvermacher, Reuschestraße 7. Hirschberg. Fritz Charig, Unteroffizier im Landwehr-Infanterieregiment Nr. 7 (er erwarb sich diese hohe Auszeichnung aus dent Anlässe, daß er im größten Kugelregen der Truppe Mu- 'mtioii zugeführt hat). *) Es entspricht gewiß der Bescheidenheit unseres Helden, daß sein Name nicht genannt wird. Eisernes Kreuz 2. Klaffe. Berlin. Unteroffizier Fritz Treumann; Unteroffizier Arthur Friedländer; Armierungssoldat Julius H i r s ch f e l d; Oberarzt Dr. Rosenstrauß; Offizier-Stellvertreter Fritz Kahn: Sanitätsunterosfizier Sigismund H a a s e; Fritz Königsberger, Vizefeldwebel in einem Garde-Fußartilleriercgiment, Architekt; Adrien Netter, Krankenträger, Prokurist der Projektions A.-G. Union; Dr. med. Julius R a u, Sanitätsrat; Otto Roth, Bizefeldwebel; Dr. med. Walter W e k s b a ch, Assistenzarzt d. R. bei einer Eisenbahnbau-Kompagnie; Redakteur Dr. Walter Treuherz, Unteroffizier d. R. einer Garde-Fernsprechabteilung. Berlin-Lrchtrnberg. Hans Meyer, Bizewachtmeister in einem Dragonerregiment, Regierungs-Baumeister a. D. Breslau. Rechtsanwalt Heinrich Julius Cohn, Unteroffizier im Grenadierregiment 11, Inhaber der Sachsen-Meiningenichen Kriegsauszeichnung; Robert Hartmann, Kriegsfreiwilliger Unteroffizier; Martin Knoche, Gefreiter bei einer Fernsprechabteilung, Beamter der Schlesischen Mühlenwerke A.-G.; Hubert Erich Kölker, Offizier-Aspirant, Bagageführer im Reserve-Feldartillerieregiment Nr. 69. Befördert zum Leutnant des Landwehr- Trains 1. Aufgebot; Hans Leschziner, Kriegsfreiwilliger, 20 Jahre, unter Beförderung zum Gefreiten (in den Kämpfen an der Pilica und von Kowno); Dr. Paul Markowitz, Offizier- Stellvertreter, Rechtsanwalt; Dr. Walter, Veterinär; Dr. Sali L e v i, Feldrabbiner beim Stabe des 40. Reservekorps; Kriegsfreiwilliger Gefreiter Rudolf Muskat; Kriegsfreiwillige Bataillonsärzte Dr. Theodor R o f e,n t h a l und Dr. Felir Rose nth al; Dr. Mar N e u f l i e ß, bei der 10. Landwehrdivfion. Cassel. Gerichtsreferendar Dr. Mar G r ü n e b a u m, Vizewachtmeister der Reserve im 14. Husarenregiment, kommandiert zur Kavalleriestabswachr des Armee-Oberkommandos 11. Charlottenburg. Tr. med. Mar Litt au er; 18. August an den Folgen einer schweren Verwundung gestorben. Cottbus. Verpflegungsoffizier beim Stabe Martin B r o ck, Vizefeldwebel beim 49. Infanterieregiment. Dortmund. Landwehrgefreite: Leopold R o s e n b a u m. Duisburg. Offizier-Stellvertreter Rechtsanwalt Dr. Rose nst e r n. . Elberfeld. Dr. Fritz Wertheim. Förstenau (Kr. Schlochau). Mar Abraham, Kanonier. Frankfurt a. M. Dr. Ernst Oppenheimer, Abteilungsarzt im Feldartillerieregiment Nr. 237; Kriegsfreiwilliger Adolf Samuel, Ilnteroffizier im Reserve-Infanterieregiment Nr. 254; Landsturmarzt Dr. Mar Plaut. Gkeiwitz. Mar F r c h l i ch, Unteroffizier der Reserve bei einem Fußartillerieregiment. Görlitz., Bruno Hirsch, Sanitätsunteroffizier. Gui^enhaufen. Leutnant Mar Seiler, Vertreter der Firma Jakob Kutz Nachf. in Bayreuth < gefallen). Hamburg. James de I o n g, Unteroffizier im 31. Infanterieregiment. Hammerstein. Saniiaisfetowebel Walter B l u m e n t h a l. Höchst. Unteroffizier der Reserve Arthur Flörsheim er, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille. Hofgeismar. Reservist Siegfried Matthias, be'm Infanterieregiment Nr. 83. Hohenfaiza. Siegfried Mannheim, Unteroffizier, Kaufmann. Horb a. R. Hugo Stern, Vizefeldwebel im Leibregiment Nr. 117 (Hessen). Hünfeld. Adolf Kaufherr. Jhlingen. Ferdinand Ladenburger, Gefreiter im badischen Reserve-Infanterieregiment Nr. 238. Kirchberg. Jäger Robert Israel. Liegnitz. Ernst P e i j e r, Unterosfizier im Königs-Grenadierregiment (König Wilhelm). Merjtg. Unteroffizier Emil Bonn. Norden. Levy A l t g e n u g, Unteroffizier im Infanterieregiment Nr. 176. Nürnberg. Heinrich Dochtermann, Mitarbeiter der Gedr. Bing A.-G. Oranjenbucg. Dr. med. S ch m e r l, Stabsarzt. Osnabrück. Felir S t e i n f e l d, Offizier-Stellvertreter im Landwehrregiment Nr. 38; Offizier-Steilvertreter S. Flata u e r, Mitinhaber der Firma M. Contzer und Söhne.

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