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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-09-28 · 39 (28.9.1915) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
39 (28.9.1915)
Date
1915-09-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 39 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 717 Zeitpunkte der Angriffe sind von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends. Feindliche Abteilungen sind zweimal in die eigenen Stellungen eingedrnngen. Die Geschichte eines Tages — von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends — macht in all ihrer kursbuchartigen Trockenheit jetzt noch, wenn man sie auf dein Papier liest, den Herzschlag stocken. Nach dem Bericht des Hauptmannes Heissig (11/35), der Eingabe des Brigadiers Bolzano und den schriftlichen Aufzeichnungen des Feldmarschälleutnants Hofmann ereignet sich in derselben Zeit noch das folgende: Ein Reservefähnrich, Hans Deutsch, watet durch den Dnjestr und kommt in dem Augenblicke drüben an, als die Russen in unsere Stellungen eindringen und dort „siegestrunken und im Freudenrausch triumphierende Rufe hören lassen". Der Fähnrich springt an die Spitze, seiner Halbkompagnie, schlägt die überraschten Russen aus unseren Stellungen und jagt sie bis Ruzdwiany in so fürchterlichem Ärtilleriefeuer, daß 25 Proz. seiner Mannschaft fallen; dort hält er in ebenso heftigem Feuer stand, bis Verstärkung eintrifst. Später springt er bei einem russischen Angriff, der pereits bis auf zehn Schritte an unsere Reihen herangekommen ist, vor unsere .Schützengräben und, aus seiner Pistole drei Magazine ab feuernd, eifert er durch persönliche Beispielgabe seine Truppe zum Zurückwerfen des Feindes an, der bereits nahe daran war, unsere Linie zu durchbrechen." Friedrich Adler, Buchhalter bei der Schneiderfirma I. Gr eh er, 1. Bez., Adlergasse 1, welcher seit der Mobilisierung ununterbrochen im Felde bei der Sanität ist, und während dieser Zeit Korporal wurde, wurde jetzt in Anerkennung aufopferungsvoller und pflichtgetreuer Dienstleistung vor dem Feinde von Seiner- Majestät das silberne Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille allergnädigst verliehen. Wefiher mehrerer Auszeichnungen. „Egyenlöseg" meldet: Desider Lustig, Reserveleutnant des 48. Infanterieregimentes, besitzt vier Auszeichnungen, und zwar: Die silberne Tapferkeitsmedaille, das Signunr laudis, öas silberne Verdienstkreuz und das Militärverdienstkreuz dritter Klasse mit der Kriegsdekoration. Desider Lustig befindet sich bereits seit 14 Monaten auf dem Keiegsischauplatze. Leutnant Moritz Schwa r z, Sohn pes Mohacser -Beamten Samuel Schwarz, ist im Besitze dreier Auszeichnungen : Die silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse erhielt er Ende Februar 1915 anläßlich eines Aufklärungsdienstes durch eine von ihm geführte freiwillige Patrouille. Er gelangte damals bis an die russischen Stellungen heran und brachte trotz des mehrere Stunden anhaltenden Schneegestöbers seinem Regimente einen sehr nützlichen und verläßlichen Bericht über den Feind. Das Signum laudis wurde ihm am 22. Mai im Spitale überreicht, dafür, daß er gelegentlich eines Angriffes mit seiner zur rechten Zeit eingestellten Maschinengewehrabteilung infolge wirksamer und erfolgreicher Führung dem.Feinde schwere Verluste verursacht hat. Die dritte Auszeichnung, das Militärverdienstkreuz dritter Klasse mit der Kriegsdekoration, wurde ihm am 6. September überreicht. Am 18. Mai früh morgens führte er seine Kompagnie gemäß erhaltenem Befehl zum Sturm. Er kam bis an die russischen Drahthindernisse heran und war, trotzdem er selbst von vier Kugeln getroffen stark blutete, unter Anspannung aller seiner Kräfte bemüht, seine Leute in ihren Stellungen zu halten. Dies ist ihm auch vollständig gelungen und erst dann ließ er sich auf dem Verbandplatz bringen und seine Wunden verbinden. Dem Direktor des Spitals der Jsr. Kultusgemeinde (Bereinsreservespital 8) Primarius Dr. Karl Fleischmann und dem Kommandanten des Vereinsreservespitals Nr. 11 (Kaiseriu Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnenheim) Regimentsarzt kais. Rat Dr. S. Krüger wurde das Offiziersehrenzeichen vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration verliehen. Medizinalrat Dr. I. König und dessen Sohn, k. k. Militärmedikamentenakzessist Egon König, wurden mit dem Ehrenzeichen zweiter Klasse vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Zahn- und Ohrenarzt Dr. Palo Roßberger, Stadtarzt zu Jaroslau, erhielt vom Statthalter Grafen Clary ein Dankschreiben, in welchem es heißt: „In der Zeit vom 7. Januar bis 24. Juni haben Euer Wohlgeboren im staatlichen Siechenhause auf Schloß Wurmberg bei Pettau nicht nur den ärztlichen Dienst allein versehen, sondern auch die ganze Verwaltung dieses Siechenhauses geführt. In beiden Beziehungen haben sich Herr Doktor unter den schwierigsten Verhältnissen hervorragend betätigt, und es gereicht mir zur besonderen Befriedigung, Ihnen hiefür meine Anerkennung und meinen besten Dank auszusprechen." Auszeichnung einer Snmarilerin. Erzherzog Franz Salvator als Generalinspektor der freiwilligen Sanitätspslege hat der freiwilligen Krankenpflegerin Eva Abranowicz für aufopferungsvolle Tätigkeit am Reservespital Nr. 1 in Wien (Radetzkykaserne) die silberne Ehrenmedaille vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration verliehen. — Frau Abranowicz, eine treue Nationaljüdin, die in Hrem Heimatsorte Lemberg in früheren Jahren sehr eifrig im Dienste jüdischhumanitärer und kultureller Institutionen gewirkt hat, meldete sich zu Beginn des Krieges als freiwillige. Krankenpflegerin und widmete sich ihrer schweren Aufgabe mit einer seltenen Hingabe, so daß sie sich in kurzem das Vertrauen und die danNbare Zuneigung aller ihrer Pflegebefohlenen erwarb. Nun ist ihr die wohlverdiente Anerkennung zuteil geworden. Ianntie^Mojko im Kekde. Der Wiener Hoflieferant C. B o j k o hat v i e r Söhne unter den Waffen, wovon drei an der Front sind. Der eine davon, Trainleutnant Max Bojko, wurde jüngst mit dem Signum laudis am Bande des Militärveroienstkreuzes ausgezeichnet; der zweite ist Artillerieleutnant, der dritte Train-Kadett. Auch der jüngste, der bereits Kadettaspirant ist, dürfte demnächst ins Feld gehen. Ein Sohn des Weichsralsaögeordnelen Kofrales Kuranda gefallen. Auf dem nördlichen Kriegsschauplätze ist der ältere Sohn des Abgeordneten Kuranda, der in'einem Dragonerregiment kämpfte, am 13. d. gefallen. Freitag kam die traurige Nachricht der Familie zu und am samstag hat sich der zweite Sohn des Abgeordneten Kuranda nach Ischl begeben, um persönlich die Eltern zu verständigen. Der Gefallene war ein Überaus begabter, zu den schönsten Erwartungen berechtigender Jüngling. Die größte Teilnahme wendet sich den Hart .geprüften Eltern zu. KinjäHrig-IreiwiNger Kefreiler Kugen Kosutik. Am 24. August d- I. fiel vor Brest-Litowsk in treuester Pflichterfüllung für Kaiser und Vaterland im jugendlichen Alter von 24 Jahren der Einjährig-Freiwillige Gefreiter Eugen K o s u l i k, ein blühender, zu

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