Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 38 (17.9.1915)
- Date
- 1915-09-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 708 N.. 38 Dr. Bloch,'s Wochenschrift zu einem Werke, das täglich Tausenden, die sonst darben müßten, den Hunger stillt: Gedenket unser — anläszlich der hohen Feiertage —, helfet mit den Bedürftigen und Hungernden beizustrhen! Wien, September 1915 (Tischri 5676). Für den Jüdischen Verein „Einheit": Phil. Dr.S.Krenberger, Bernhard Hofbauer, Schriftführer. Obmann. Line neue Lnlcleekunx. Von Univ.-Doc. Dr. Herzog, Rabbiner für Steiermark, Kärnten und Krain in G r a z. In der heutigen Grazer „Tagespost“ (Dienstag, den 31. August 1 J.) findet sich folgende Notiz: Barzilais Herkunft. Der Direktor des kgl. kroatischen Landesarchivs, Hofrat Dr. Ivan von Bojnicic schreibt uns: In letzter Zeit wird der Name des italienischen Ministers Barzilai sehr häufig genannt. Da der Name gut italienisch klingt, so zweifelt wohl niemand an seiner gut italienischen Abkunft. Ich erlaube mir nun, Sie aufmerksam zu machen, daß der Name Barzilai jüdisch (hebräisch) ist, und Eisenmann bedeutet. Da nur die polnischen Juden und die Sephardiin Bosniens altjüdische Namen tragen, so kann wohl über die Herkunft des katholischen Italieners Barzilai keinerlei Zweifel aufkommen. Die Tendenz dieser Notiz ist offensichtlich. Nach d’Annunzio, der als Jude nicht länger zu halten war, kommt nun Barzilai au die Reihe. Doch wessen Glaubens auch Barzilai sein mag, das geht weder Hofrat Bojnicic, noch irgend jemand andern etwas an, sondern das hat als Herzenssache Herr Barzilai' ausschliesslich mit sich allein auszumachen. Mich interessieren darum hier auch bloß die aufgelegten wissenschaftlichen Irrtümer die dieser boshaften, tendenziösen Mache zugrunde gelegt werden. Erstens klingt dem Herrn Hofrat, der höchstwahrscheinlich im Italienischen ebenso gut beschlagen zu sein scheint wie im Hebräischen, der Name Barzilai darum gut italienisch, weil er — ich kann nur so diesen Satz verstehen — auf „i“ ausklingt. Er hätte aber mit demselben Rechte auch behaupten können, daß Namen wie Georgi, Jacobi, Hylti, Sprüngli, Guggi usw. ebenfalls gut italienische Namen sind, klingen sie ja doch auch auf „i“ aus! Was nun das Wort „Barzilai“ anbelangt, so findet sich tatsächlich ein solches Wort im Alten Testament als Nomen proprium vor und werden zwei Träger des Namens Barzillai (so ist der biblische Name zu schreiben) genannt: Barzillai aus Gilead (II. Sam. 17, 27; 19, 32—40; I. Kön. 2, 7; E,ra 2, 61 und Neh 7, 63) und Barzillai aus Mechola (I. Sam. 18, 19 und 21, 8). Dieses Nomen proprium ist aber nicht hebräisch, geschweige denn jüdisch (schon aus der Art des Gebraucht s der Wörler jüdisch-hebräisch in der Notiz, merkt man, daß der Herr Hofrat v. Bojnicic keine Ahnung von dem Unterschiede dieser beiden Wörter hat und doch getraut er sich hierüber zu schreiben!), sondern, worauf ja schon die Endung „ai“ hinweist, ein aramäisches Wort. Vgl. Brockelmann, Grundriß der vergleichenden Grammatik der sem. Sprachen, Berlin 1908, I. Band, S. 397 (220)1 Nöldeke, Kurzgefaßte Syris.he Grammatik, Lpz. 189 ■*,2. Aufi., S' 79; Kittel, Die Bücher der Könige in Nowacks HKzAT., Göttingen 1900. S. 16 zu II. Kön. 2, 8 und Nestle in ZD1*V. XV (92) 257 u. n. a. Das Wort bedeutet auch nicht „Eisenmann“ wie der Herr Hofrat, um in boshafter Weise vielleicht einen bei Juden gebräuchlichen deutschen Namen zu konstruieren meint, sondern ferreus — eisern, vgl. Fürst, H^br. und Chald. Wörterbuch, Lpz. 1863, 2. Aufl. s. v. Barzillai. Auch ist es falsch, daß nur polnische und sephardis^h-bosnische Juden (wie bewandert doch der Herr Hofrat ist!) altjüdische Namen (der Herr Hofrat scheint den Unterschied von „biblisch“ und „jüdisch“ auch nicht zu kennen) tragen. Hierüber verweise ich ihn auf meinein dieser Zeitschrift erschienene Arbeit „Offenes Schreiben u. s. w.“ in Nr. 15, vom 10. April 1914. Sollte er aber auszusetzen haben,, daß ich dort nur Vor- und nicht auch Familiennamen als Belege beigebracht habe,. so verweise ich ihn auf Namen wie : Jacobi, Salomon u. s. w., die von gut christlichen Familien getragen werden. Es ist überhaupt interessant, daß der Name „Barzillai“ mit Ausnahme des AT. bei Juden dann nicht mehr verwendet wird. Ja Stellen wie Esra 2, 61 ff lassen vielleicht überhaupt noch die Frage offen, ob wir es selbst im AT. mit einer jüdischen Familie zu tun haben! Im Uebrigen glaube ich mich schon zu lang mit der schwappenden Notiz beschäftigt zu haben und will ich nur bemerken, daß wenn die anderen Kenntnisse des Herrn Hofrates ebenso gut fundiert sind, wie seine hebräischen, es dann um das wissenschaftliche Niveau des kroatischen Laniesarchivs nicht sehr gut bestellt sein muß. VermLscbtes. Spenden für Palästina. Emil und Auguste Lederer, Wien, 1. Vez., für H. R. Rr. 500.—; gesammelt durch Herrn Rabbiner Dr. Ludyig Lazarus, Göding: Dr. Markus Rybaczewski H. R. Rr. 20.—, Moritz Glück H. R. 20.—, Josef Weiß H. R. 20.—, Dr. Julius Frankl H. R. 20.—, Gustav Stern H. R. 10.—, Jenny Wotfasek H. R. 10.—, Heinrich Soffer H. R. 10.—, Hugo Tupler H. R. 10.—, Ignatz Friedmann H. R. 10.—, Bernhard Rlinger H. R. 6.—, Albert Stern H. R. 5.—, Wilhelm Glück 5.—, Jakob Teller H. R. 5.—, Mar Weiner H. R. 5.—; zusammen Rronen 156.—; Israel. Rultusgemeinde Jägerndorf H. R. Rr. 125.—; Landesrabbiner Dr. Rülf, Braunschweig, H. R. 100.—; Leo Deutsch, Baden, L. R. 100.—; Jsrgel. Rultusgemeinde, Baden, Niederösterreich, gespendet von Herrn Markus Seemann aus Lemberg durch Herrn Oberrabbiner Reich für L. R. Rr. 108.—; durch Herrn Bezirksrabbiner S. Hahn, Damboritz, für H. i R. Rr. 49.67, darunter Rr. 11.44 von Herrn Jakob Stiaßny, Raufmann, Mautnih; Frau Charlotte Frankl, Osijek I, für H. R. Rr. 10.—; gesammelt durch Herrn Leopold Schwarz, Unter-Bukoosko: Wois Popper für H. R. Rr. 2.—, Adolf Späth für H. R. 2.—, Leop. Späth für H. R. 2.—, M. Mährer für H,R. 2.—, Q. Weiner, Bze für H^R. 2.—, Al. Straka, Zimutic, für H. R. 2.—, Leop. Schwarz für H. R. I. —, R. Vogl für H. R. 1.—, Jos. Gans, Hurka 1.—; zusammen Rr. 15.—. Bei der „Oesterreichischen Wochenschrift" eingelaufen: Von Herrn Gustav Beck, Pilsen 10 Rronen. Sammlung Dr. Adolf Herzfeld gelegentlich einer Bris Milo Ranetti 24 Rrönen. Anonym „Ein Jude" 2 Rronen. Rosa Brillant 10 Rronen. Spendenausimis für die in der israelitischen Rultusgemeinde Lundenburg durch Herrn Rabbiner Dr. Heinrich Schwengel veranstalteten Sammlung zugunsten der Hilfsbedürftigen in Palästina: RuffnerMe Lundenburger Zuckerfabriks-Aktiengesellschaft Rronen 100.—; Gemeinderat Bernhard Stein 20.—; je Rr. 10.—: Rultusvorsteher Josef Holländer, Bürgermeister Moritz Holländer, Gustav Adler, Adolf Bauer, Gebrüder Gold, Fritz Hofsmann, Joses Hofsmann; je Rr. 6.— : Dr. Heinrich Bauer, Jonas Gold, Hermann. Heßky, Moritz Vielgut, Jakob Weigl, Gebrüder Weigl, Salomon Wortmann; je Rr. 5.—: Dr. Ignatz Czuczka, Adolf Fleischer, Ferdinand Gold, Julius Goldre'ch, Ludwig Goldreich, Richard Hamlifch, Leop. Hoffmann, Heinrich Neumann jun., Eebr. Reiner, Adolf Winter; je Rr. 4.—: Brüder Aschkenes, Sigmund Deutsch, Emma Fischer, Rarl Frank, Hugo Eisinger, Adolf Goldschmied, Ludwig Goldschmied, Wilhelm Grünbaum, Edmund Hauser, Moritz Ronstandt, Hermann Lauser, S. Marchfeld's Witwe, Johann Matzner, Moritz Menzel, Adolf Neubach, Obrrkontro'lor E. Rohn, Gustav Redlich, Wilhelm Redlich, Dr. Berthold Car, Bernhard Sar, Dr. Heinrich Schwengel, Julius Silberschütz, Roloman Schmitz, Hermann Spitz, Ludwig Stein; je Rr. 3.—: Camilla Bittner, Mar Bittner, Arnold Ditz, Arnold Großer, Moritz Jellinek, Michael Fleischer, Simon Marchfeld, Helene Reiß, Hermann Reich, Sigmund Reich, Viktor Salis, Rudolf Sternfeld, Oberkontrollor S. Sübert, Dominik Stein, Eduard Wrinberger; je Rr. 2.—: Johanna Bittner, Gustav Brum, Sigmund Friedenfeld, Heinrich Hossmann, Milan Marchfeld, Heinrich Neumann sen., Rosalie Matzner, Ju.ius Neugebauer, Ingenieur M. Schwoner, Julius Stransky, Malwine Wachs, Adolf Vogel, Sigmund Neubach, Jakob Weißkops, Moritz Burbaum, Rarl Rünstler sen., Ungenannter; Tempelsammelbüchse Rr. 7.26; Gesamtergebnis Rr. 463.26 (davon Rr. 234.13 für L. R. und Rr. 234.13 für H. R ). Spenden Von Jakob Stroh, Wien, als Ablösung von Neujahrsgratulationen für galizische Flüchtlinge 2 Rronen; für die Rriegsfürsorge der Chewra Radischa von Hof- und Eerichtsadvokaten Dr. Thal er Rr. 20.—; für den Verein „Machsike Hadas" von Dr. I. G r o ß f e 1 d, Wr.-Neustadt, Rr. 10.—.