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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-09-17 · 38 (17.9.1915) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
38 (17.9.1915)
Date
1915-09-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 38 Dr. Btoch's Wochenschrift «eite 705 Stolp.. Dr. Fritz Müllerhei m. Stuttgart. Ludwig Hetz, Mitinhaber der Firma Leopold Levi, Herrenkleiderfabrik. Ulm. August Nathan, Leutnant. Wiesbaden. Vizefeldwebel Emil Marrheimer, Mitinhaber der Lederhandlung S. Marrheimer. * * * Eisernes Kreuz fiir einen österreichischen Hverst. Der deutsch: Kaiser hat dem Oberst Dr. phit. Leopold A u st e rl i tz, Techn. Militärkomitee, das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Wefördert. Zn Preußischen Offizieren: Berlin. Fabrikbesitzer Walter C a l l m a n n, Offizier-Stelioertreter in einem Fußartillerieregiment; Dr. Fritz Behrendt, im ersten Garderegiment zu Fuß; Dr. jur. Rudolf Cohn; Mar Meyer (R. d. C. K.). St. Ingbert. Otto Beer (R. d. E. K.). Breslau. Eisenbahnsekretür Arthur Littwitz. Frankfurt a. M. Dr. Arthur K a u f s m a n n (R. d. E. K.) als Kompagnieführer im Westen. Vor mehreren Jahren als Einjährig-Freiwilliger in einem Infanterieregiment dienend, wurde er als Reservist — ohne Gefreitenknöpse — nur als garnisonsdienstfähig entlassen. Bei Kriegsausbruch meldete sich .Dr. Kauffmann beim Bezirkskommando in Heidelberg, den Wunsch äußernd, ins Feld zu ziehen. Als er zum Reserve-Infanterieregiment Rr. 46 eingestellt wurde, meldete er sich unverzüglich freiwillig als Gefechtsordonnanz. Bei den Vogesenkä>npfen im August v. I. wurde er mit deni Eisernen Kreuze ausgezeichnet und gleichzeitig zu.n Unteroffizier befördert. Einige Wochen später avancierte er zum B'zefeldwebel, Weihnachten zum Offizier-Stellvertreter und an Kaisers Geburtstag zum Leutnant. Einige Tage später verwundet, steht er, wieder geheilt, seit Mitte Mai als Kompagnieführer im Westen. Wreschen. Walter Sieburth im Infanterieregiment 14 in Bromberg, Referendar in Charlottenburg. Zum Assistenzarzt: Dr. med. Walter Steinitz (R. d. E. K.). 4f * * Sonstige Auszeichnungen. Altenstadt (Schwaben). Vom König von Bayern das Militär- Verdienstkreuz 2. Kl. mit Krone und Schwertern am Bande für Kriegsverdienste erhielt Josef Erlanger, stello. Feldmagazinsinspektor beim Korps-Feldproviantamt des 3. bayerischen Armeekorps. Charlottenburg. Das Königlich-Sächsische ErinnerungsLeuz erhielt Dr. Arno Rogowski, zurzeit Zugführer bei einer Kranken- Transportabteilung, Rechtsanwalt. Frankfurt a. M. Wehrmann Moritz Eichtersheimer erwarb sich die Badische Verdienstmedaille. Griesheim. Julius Marrfohn, Füsilier beim Garderegiment zu Fuß, verdiente sich die Hessische Tapserkeitsmedaille. Hamburg. Leo Mendel. Kriegsfreiwilliger im Füsilierregiment Nr< 93, Inhaber des Eisernen Ke z:s, zurzeit verwundet im Feldlazarett Noyon, erwa'b -i’; das Mecklenburgische Verdienstkreuz. Höchst (Odenwald). Dem Unteroffizier Arthur Flörsh e i m e r ist die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen worden. Hohenschönhausen. Dr. Cohn, Stabs- und Regimentsarzt im württembergifchen Dragonerregiment, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Kl., ist mit dem Württembergifchen Ritterkreuz 1. Kl. des Friedrich-Ordens mit Schwertern ausgezeichnet worden. Offenburg. Das Silberne Verdienstkreuz des Hohenzolleinfche.r Hausordens mit Schwertern erhielt Fritz Weil (R. d. E. K.). Steinbach. Den Bayerischen Militär-Verdi.nslorden erhill Rittergutsbesitzer H e y m a n n (R. d. E. K.). Stratzburg i. E. Dem Vizefeldwebel Julius W e i I l, Inhaber des Eisernen Kreuzes, ist das Bayerische Vilitär-Verdienstkreuz 2. Kl. verliehen worden. Bon der reichsdeutscheil MiMärverwattung in Mrrssisch-H'olen. Am 24. August richtete Herr Heinrich Philipp. Wien, 2. Bezirk, Obere Donaustraße 61, an den neuernannten deutschen Gouverneur von Warschau, Herrn General von Etzdorfs, ein längeres Schreiben, worin Herr Philipp unter anderem der Hoffnung Ausdruck verlieh, daß auch feinen jüdisch e n G l a u - bensgenossen von nun an unter deutscher Verwaltung ein besseres Los bcschieden sein wird. Hierauf erhielt Herr Philipp am 12. September folgendes Antwortschreiben: Warschau, 1. September 1915. Sehr geehrter Herr Philipp! Ich danke Ihnen verbindlichst für Ihren freundliyen Glückwunsch und kann Ihnen die Versicherung geben, daß Ihre Erwartungen nicht werden getäuscht werden. Hochachtungsvoll, ergebenst Ulrich von Etzdorf, General d. Inf. u. Gouverneur von Warschau. Kardinal' Vaszary und der antisemitische Professor. Das „Neue Pester Journal" veröstentlicht folgende Episode aus dem Leben des Iürstprimas Kardinal Klandins Baszary, die ein glänzendes Zeugnis von der Toleranz des verblichenen Kirchenfürften abgibt. AlS B a s z a r y noch als Erzabt von Pannonhalma das Benediktiner (Gymnasium besuchte, liest er sich in der Regel mit dem Oberrabbiner Dr. Dehn ist er in ein Eesprüch ein und pflegte sich bei ihm zu erkundigen, ivas es in der Stadt Neues gebe. Einmal sagte der Rabbiner ganz aufrichtig: „Alles beim Alten. Nur im Gymnasium haben lvir einen neuen Benediktiner, der, wenn er ein solch vorzüglicher Professor wäre, wie er ein großer Antisemit - ist, lvirklich der berühmteste Pädagog des Landes lväre." Zwei Wochen später lvurde der Betreffende auf der Oekonomie des Kardinals angestellt und an seine Stelle ins Gymnasium eine neue Kraft geschickt., Feldpostbrief des Feldrabbiners Dr. Sieber, mitgeteilt von Rabbiner Dr. Halberstamm, Mähr.- Scbönberg. Als ich meine Eingabe betreffend unserer Feiertage an das Divisionskommando machte, lagen wir in Vilkolaz zwischen Krasnik und Lublin. Dort auf einer Wiese, vor dem Meierhofe, wo unser Verbandplatz etabliert war, schrieb ich auch Neujahrswünsche an meine Heimatgemeindu. Neben mir lag ein schöne!-, russischer Offizier, der soeben an durchschossenen Gedärmen gestorben und seziert worden war. In der Ferne brennen irgendweich:* Gehöfte. Ein russischer Aeroplan fliegt über uns und wird beschossen. Einen Augenblick scheint es uns, daß er schwankt. Dann plötzlich bebt er sich mit einem Kuck empor und fliegt weit weg. Das Divisionskommando hatte aber in einer Zeit, wo die Ereignisse einander überstürzten, nicht die Möglichkeit, mir eine präzise Antwort zu geben. Da kam die strategische L'mgruppierung, mittels welcher wir durch Galizien marschierten, um auf einer anderen Seite über die Weichsel wiederum nach Rußland einzudringen, ln Krasnik, wohin ich gerne fuhr, weil man ein wenig aus Klein Hinte und dem Stöhnen des Verbandsplatzes herauskatn und vom jüdischen Wirte Solei atu dortigen Kingplatze verhätschelt wurde, hatte man mir Machsorim und Sehofar zugesagt. Wir feierten aber das Neujahrsfest in Galizien. Sonntag, am 20. September, vormittags, am Vorabend des Neujahrstages, kamen wir unter strömenden Regen auf eim* sumpfige, schäbige Wiese in Eodlesie, einem elenden Dorfe unweit von Radomysl. Ein Trainsoldat entdeckte den einzigen Dorfjuden, worüber wir uns herzlich freuten, da wir wußten, daß wir so eine warme Stube, koscheres Essen bekämen und Gottesdienst werden abhalten können. Es war eine Eranntweinschenke, di aussah wie alle Dorfschenken, aber mit kahlen Wänden und leeren Kegalen. In der angrenzenden Stube standen der Wirt, sein Weib in gesegneten Entständen und das übliche Rudel von Kindern. Vom ältesten Sohne wußten sie nichts. Denn jede Verbindung mit der

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