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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-09-17 · 38 (17.9.1915) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
38 (17.9.1915)
Date
1915-09-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 38 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 699 Die furchtbaren Tage im heiligen Lande. Von Rabbiner I. Horovlez (Jerusalem). Frankfurt a. M., Elul. Die herannahenden „furchtbaren Tage" lenken unsere Blicke angelegentlicher als sonst dem Heiligen Lande zu. Kommt doch die gesteigerte Furchtbarkeit der Zeit nirgends in so erschütternoer Weise zum Ausdruck, als im Heiligen Lande. Ein solcher Blick zeigt Zeit und Raum, zwischen welchen menschliches Denken keine Brücke zu schlagen vermag, von Gottes Heiligkeit verbunden. An diese Heiligkeit Gottes knüpfen unsere Gebete an der Schwelle des Jahres die Hoffnung auf die Heiligkeit der Gesamtmenschheit und die Bitte um die seinem Volke so lange, versagte ehrende Anerkennung, die dem Heiligen 2ande wieder die Freude und der Gottesstadt ihren Jubel wiederbringen wird. Freude dem Heiligen Lande und Jubel der Gottesstadt! Welcher grelle Gegensatz mit der traurigen gegenwärtigen Wirklichkeit! Freude und Jubel sind dem Heiligen Lande und seinen Städten so fremd geworden, daß man unwillkürlich betroffen wird, wenn man ihnen in unseren Gebeten begegnet. Seit der ersten, bezw. zweiten Verwüstung des Heiligen Landes hat wohl keine der späteren einen so nachhaltigen Jammer zur Folge gehabt, als diejenige, unter welcher es seit mehr als Jahresfrist leidet. Der Krieg hat zlvar vielen Ländern und Völkern schweres Leid gebracht, aber kein Jammer kann sich mit demjenigen messen, der auf dem Heiligen Lande und aus unseren dortigen Brüdern und Schwestern lastet. Während es sonst ein Trost ist, Unglücksgenossen zu haben, ist gerade das Weh, unter dem die ganze Menschheit und mit ihr die jüdische Diaspora leidet, die Ursache, die dem Notstand unserer palästinensischen Brüder und Schwestern seinen schärfsten Stachel gibt. Denn die Mitleidenschaft, in welche der Krieg jede Gemeinde und jeden Einzelnen gezogen hat, beschränkt das Mitgefühl der Betroffenen auf die eigene und nächste Not und läßt die Fürsorge für die räumlich ferner Stehenden mehr und mehr zurücktreten. Und doch ist und bleibt das Heilige Land der Herzpunkt aller jüdischen Zerstreuten. Es ist das verkörperte Leid und Weh, das in erster Reihe auf die Bruderhand der in alle Richtungen der Windrose zerstreuten Volksgenossen angewiesen ist. Es ist dies nicht nur eine menschliche und religiöse, es ist auch eine patriotische Pflicht, seitdem die Türkei gemeinsam mit unseren Heeren den Handschuh ausgenommen hat, den uns die feindliehen Mächte hingeworfen haben. Angesichts dieses namenlosen Weh's und des überwältigenden Ernstes der heiligen Zeit, sei es in der Scheidestunde des dahingehenden Jahres hier dankbar anerkannt, daß auch die führenden Männer in Oesterreichs Gemeinden diese Pflicht erkannt und ihr in wahrhaft herzerhebender Weise gerecht geworden sind. Ihr Aufruf zur Linderung der furchtbaren Not im Heiligen Lande, von welcher die Angehörigen der österreichischen Gemeinden in Palästina so hart betroffen sind, hat in den edlen Herzen unserer Zionsfreunde lebhaften Widerhall gefunden, trotz der eigenen Not und Sorge, die in ihren Heimatsgemeinden selbst herrscht. In einer Zuschrift vom 7. Juli wird mir von der k. u. t österr.-ungar. Botschaft in Konstantinopel mitgeteilt, daß unsere konsularische Vertretung in Jerusalem nach Möglichkeit bemüht ist, unseren hart betroffenen Glaubensgenossen zu helfen. Die Voraussetzung für diese Hilfe ist aber das tatkräftige Eingreifen unserer heimatlichen Brüder und Schwestern, deren Aufgabe es ist, die Armen und Notleidenden des Heiligen Landes so lange durch regelmäßige Beiträge zu unterstützen, bis mit Gottes Hilfe wieder normale, bessere Zeiten kommen. Daß jede einzelne Spende für Palästina in dieser schweren Zeit im vollsten Sinne des Wortes von lebensrettender Bedeutung fein kann, beweist eine Mitteilung des Herrn Schuldirektors Dr. Moses Auerbach, die er vor kurzem an unsere hiesige Zentrale gerichtet, und die ich wörtlich zitiere: „In Ihren Telegrammen, bezw. gewährten Unterstützungen für die galizischen Gemeinden befindet sich auch die Gemeinde Ottpnie. Und da muß ich Ihnen eine furchtbare Tatsache mitteilen, daß die Seelenzahl dieses Kaulel in den Zeiträumen von 9 Monaten von 200 auf 175 zurückgegangen ist, d. h. 12p/, »•,> ist gestorben." Die Feder.sträubt sich, an dieses erschreckende Vorkommnis noch weitere Kommentare zu knüpfen. ES soll nur betont werden, daß diesem dauernden Elend nicht durch eine einmalige Gabe zu steuern ist. Es kann ihr nur durch eine dauernde, gut organisierte Hilfsaktion entgegengetreten werden. Und wenn wir irr diesen surchtbaren Tagen vor dem Richter über Leben und Tod mit unseren Spenden für Palästina das Bekenntnis ablegen, daß wir' das Leben, das wir für uns und untere Lieben in heißem Gebete erflehen, auch unseren notleidenden Brüdern und Schwestern erhalten und verschönern wollen, dann wird dieses große Verdienst auch die Erfüllung des heißen Wunsches2''^».sichern, für uns, für unser teures Vaterland und jür die Gesamlmenschheit, „mit allen, die zum Leben eingeschrieben sind in Jeruscholaim". _ Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere nnd Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Militärverdien st kreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Leutnant d. R. Siegfried Stern, Landw.- Regiment Nr. 1; das Signum laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes (kaiserliche belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten den Oberleutnants Heinrich R o t h und Eduard Wahrmann, Grenzkommando Orsova; Karl Fuhrmann, Traindivision Nr. 2; Eugen Baruch, Divisions-Trainkommando Nr. 15; Josef Goldhammer, Sappeurbataillon Nr. 9; phil. Dr. Hermann Ehrlich, Festungskommando Krakau; Artur Friedmann, Div.-Munitionspark Nr. 14; Dr. Joses Halpern, mob. Reservespital 4/3; August Poppe r, Landwehrregiment Nr. 22; Karl Halpern und Moriz Munk, Landsturmregiment Nr. 12; Richard Adler, ung. Landw.-Jnfanterieregiment Nr. 11; den Leutnants d. R. Alfred Hausmann, Feldkanonenregiment 25; Dr. Alfred Tuch, Feldkanonenregiment Nr. 6; Robert Wassermann, Landwehrregiment Nr. 23; für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Landsturm-Oberleutnantauditor Josef Hecht, Etappen-Regimeütskommando Radautz; den Oberärzten Dr. Samuel F e k e t e, Dr. Simon Klein, ung. Landw.- Jnfanterieregiment Nr. 3; Dr. Hugo Zucker mann, Infanterieregiment Nr. 55; das goldene Verdien st kreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille für vorzügliche und ausopferungsvolle Dienf Leistung dem Oberarzt Dr. Eduard Kellner, Jnfanterie-Divisions-Sanitärsanstalt Nr. 33: dem Assistenzarzt d. R. Dr. Arnold L ö w e n st e i n, Feldspital 9/8; den praktischen Aerzten Dr. Julius Weil, Feldspital 9/10, Dr. Theodor Olbert, mob. Reservespital 3/10, Dr. Bernhard D a r t n e r, Infanterieregiment Nr. 4, Dr. Josef Kohn, Landwehrregiment 33; dem Landsturm-Untertierarzt Jossel Rosch, Feldkan. Regiment Nr. 35; für vorzügliche Dienstleistung bei Be

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