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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-09-10 · 37 (10.9.1915) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
37 (10.9.1915)
Date
1915-09-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 37 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 681 getroffen, verwundet wurde. Er befindet sich jetzt in Rekonvaleszenz und wurde vorige Woche mit der silbernen Tapferkeitsmedaiile ausgezeichnet. Sigmund Jakab, Rechnungsunteroffizier erster Klaffe bei den Honveds, hat mehrere Monate hindurch auf dem nördlichen Kriegsschauplätze mitgekämpst, wurde für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde erst mit der bronzenen und später mit der silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Verwundet kam er nach Hause und wurde nach seiner Heilung zu Lokaldiensteu eingcreiht. Kurze Zeit darauf bat er um seine Entsendung auf den Kriegsschauplatz, lvas fein Kommandant aus Dienstesrücksichten ablehnte. Er benützte jedoch die erste Gelegenheit und ging mit einer abgehenden Marschkompagnie auf den italienischen Kriegsschauplatz durch, um, wie er öfter behauptete, sich die große Tapferkeitsmedaille zu holen. Samuel Hers ch, Landsturmleutnant, hat zehn Monate hindurch auf dem nördlichen Kriegsschauplätze so erfolgreich gewirkt, daß Seine Majestät ihn für fein tapferes Verhalten vor dem Feinde das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille verlieh. Im bürgerlichen Leben ist H e r s ch Kanimann und Präsident der israelitischen Kultusgemeindc in Deva. Josef Fenykövi, Bergingenieur, ging im März d. I. als Kadettaspirant auf den Kriegsschauplatz. Für sein erfolgreiches Wirken erwarb er sich die silberne Tapferkeitsmedaille. Sie wurde ihm angesichts des ganzen Regimentes in Begleitung einer Belobung überreicht und er wurde gleichzeitig zum Kadett befördert. Bei einer Gelegenheit geschah es, daß er mit emige» seiner Leute "bis zu den russischen Stellungen hinaufkroch, die Geschützstellung der Russen erspähte, noch vor dem Angriff die Stellung in die Karte des Batteriekommaudanten einzeichnete, so daß sämtliche Geschütze der Russen mit einem Schuß vernichtet wurden. Er wurde für das Eiserne Kreuz vorgeschlagen, bevor er es jedoch erhielt, geriet er am 25. Mai in Gefangenschaft. Letzthin kam von ihm aus einer russischen Stadt aus Occs Nachricht. Viktor Krammer, Leutnant, versieht seit der Mobilisierung den Militärdienst und befindet sich feit neun Monaten ununterbrochen auf dem Kriegsschauplätze. Er hat den furchtbaren Winterfeldzug in den Karpathen durchgekämpft und blieb dabei unversehrt mtb gesund. Ein Muster des wahrhaft braven Soldaten, hat er bis zum heutigen Tage 'selbst um keinen Rnheurlaub an gesucht. Seine hervorragend militärischen Kenntnisse und seine Ausdauer wurden auch, hohen Orts gewürdigt, indem ihm das Militärverdienstkreuz dritter Klasse mit der Kriegsdekoration am Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen wurde. Er hat noch zwei Brüder auf dem -Kriegsschauplätze. Sein Bruder Geza ist Feldwebel in einem Honved- Jnfanterieregiment, ging jetzt zum drittenmale freiwillig auf den Kriegsschauplatz und steht ebenfalls seit der Mobilisierung im Dienste des Vaterlandes. Sein jüngerer Bruder Georg ist bei der Kriegsmarine und versieht auf einem Kriegsschiffe den anstrengenden Dienst. Die drei Brüder sind Söhne des Kaufmannes und Unternehmers Bernhard K r a m m e r, der selbst als "Feldwebel au der bosnischen Okkupation reilgenommen hat. („Egyenlöseg.") Beförderungen in der österr.-ungar. Armee. Seine Majestät der Kaiser hat ernannt zu Oberstleutnants die Majore Moriz M a n f ch, Feldhaub.-Regiment Nr. 11, und Eduard Goldmann, Kriegsministerium; zum Oberleutnantauditor den Zugsführer Dr. Moriz Munk; zu Oberleutnants d. R. unter vielen anderen die Leutnants d. R. Dr. Isaak L e ch n e r, Infanterieregiment Nr. 95; Artur Reisz, Infanterieregiment 66; Gustav Weinberg er, Infanterieregiment Nr. 33; Julius Goldberg, Infanterieregiment Nr. 3; Maximilian Prager, Infanterieregiment Nr. 5; Friedrich T aufs ig, Jägerbataillon Nr. 22; Alexander S char f, recte S o m b o, Infanterieregiment Nr. 6; Emil Ster n, Infanterieregiment Nr. 67; Victor T a u s s i g, Infanterieregiment Nr. 94; Oskar Rosenfeld, Jnfamerieregiment Nr. 83; Hermann Saphier, Infanterieregiment Nr. 2; Paul N eustadt l, Infanterieregiment 12: Hugo Kauders, Infanterieregiment Nr. 10; Saul Kalla, Infanterieregiment Nr. 41; Max H e g e o ü s, Infanterieregiment Nr. 38; Artur Kulka, Infanterieregiment Nr. 1; Alfred Rosenberg, Infanterieregiment Nr. 61; Leopold Blumberg, Infanterieregiment Nr. 91; Armin Taub, Infanterieregiment Nr. 41: Otto Löwental, Sappeurbataillon Nr. 10; Jaaues Ornstein, Eisenbahnregiment; Geza Bergmann, Infanterieregiment Nr. 67; Paul G r ü n b a u m, Infanterieregiment Nr. 89; Oskar Deutsch, Infanterieregiment Nr. 14; Ernst Deutsch, Sanitätsabteilung Nr. 16: Leopold Adler, Dragonerregiment Nr. 14; Adolf Löw, Dragonerregiment Nr. 1; Richard Löwe n st e i n, Fest.- Artillerieregiment Nr. 6. Jüdische Aarnitien im Jelde. Hermann Reh berge r, Gastwirt in Farad, Oedenburger Komitat, hat sechs Söhne und einen Schwiegersohn beim Militär. Von ihnen ist Ludwig R e h b e r g e r, Infanterist, im Kampfe gegen die Italiener den Heldentod gestorben. Von drei Kugeln getroffen, hauchte er fein junges Heldenleben in einem Spitale in Agram aus. Tie allgemeine Teilnahme für die tiefgebeugte Familie ist sehr groß, denn der Schwiegersohn des Hermann Rehb e r g e r wird bereits seit Oktober vermißt, ein Sohn, der bei den Honveds an den Karpatheichchlachten teilnahm, ließ seitdem seine Angehörigen ohne jede Nachricht, und auch von seinem dritten Sohn, welcher als Festungsartillerist in Przemysl stand, fehlt seit der Besetzung der Festung durch die Russen jede Spur. („Egyenlöseg.") Hpfer des Krieges. Die Anzahl der Offiziere und Soldatengräber am jüdischen Friedhof in Krakau beläuft sich bereits auf 94, unter den bestatteten Soldaten befinden sich ungefähr 30 russische Kriegsgefangene, die in den Festungsspitälern ihren Wunden oder schweren Krankheiten erlegen sind. Am 11. August fand das Leichenbegängnis des aus Dolna Watra gebürtigen Infanteristen Adolf Beer, Infanterieregiment Nr. 80, statt, der, zum zweitenmal verwundet, seinen Verletzungen im 20. Lebensjahre erlag. Die religiöse Funktion versah Feldrabbiner Dr. Weinsberg. Am 30. August wurde der im 23. Lebensjahre verstorbene Infanterist David B u x b a u m, Infanterieregiment Nr. 89, aus Komarno (Bezirk Rudki) gebürtig, zu Grabe getragen. Auch er war zum zweitenmal ins Feld gezogen und schwer verwundet worden. Feldrabbiner Dr. Golinski hielt dem wackeren Krieger im Anschluß an das Hazurgebet einen warmen Nachruf, anknüpfend an die Worte „lech ki schelachacho Adanoj" (geh', denn Gott heißt dich gehen) und gedachte der bedauernswerten aus der Heimat geflüchteten Mutter, der er inr Aufträge des Soldaten von dessen Krankenlager einige Tage vorher die letzten Grüße übersandt hatte. B.

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