Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 36 (3.9.1915)
- Date
- 1915-09-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 36 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 663 Ihre mich so auszeichnende, überaus schmeichelhafte Begrüßung. Ich will Ihre schönen, warmen Worte als Unterpfand dafür nehmen, daß wir Mittel und Wege suchen, welche es ermöglichen, daß auch wir, ungarische Juden, an Ihrer gottgefälligen Arbeit, vereint mit Ihnen, teilnehmen können, und ich bin überzeugt, daß wir diese Lösung hiefür finden werden. In dieser Ucberzeugung habe ich Ihrer freundlichen Einladung bereitwilligst Folge geleistet und bin in Ihrem hochgeschätzten Kreise erschienen: fühle ich es doch mit Ihnen, daß eine große Sorge, eine große Pflicht uns heute hier versammelt hat. Jawohl, eine große Sorge. Die Sorge für unsere in Palästina lebenden Glaubensbrüder, die ja, ansonst auch immer mit Lebensnot kämpfend, jetzt im Brande des Weltkrieges der äußersten Not ausgesetzt sind, und aus dieser Sorge die große Pflicht, helfend einzugreifen, um das Elend, soweit es möglich, zu lindern. Helfend hier einzugreifen, ist für alle Juden eine heilige Pflicht. Mit diesem Bekenntnisse will ich gerne Ihr Mitarbeiter sein, biete Ihnen mein und meiner Freunde Mitwirken vom ganzen Herzen an und nicht unbegründet ist meine Zuversicht, daß wir an der Hilfeleistung, unseren bescheidenen Kräften entsprechend, teilnehmen werden.? Neben dem erhebenden Moment, daß wir Hand in Hand mit Ihnen Gutes üben wollenlege ich aber außer-L dem noch ein sehr großes Gewicht auf ein Zusammenwirken mit Ihnen, da ich hoffe, daß dadurch so manche Mißverständnisse aus der Welt geschaffen werden. Diese Mißverständnisse, welche, wie z. B. die in der Frage der Unterstützung der galizischen Flüchtlinge, hie und da in letzterer Zeit sogar bis zur Gereiztheit geführt haben, konnten nur dadurch entstehen, daß über das Tun und Lassen der ungarischen Juden nicht überall die wünschenswerte Orientiertheit vorhanden ist. Ich bin War nicht berechtigt, im Namen der Gesamtheit der ungarischen Juden zu sprechen, nichtsdestoweniger kann ich dezidiert behaupten, daß die ungarischen Juden, und in erster Reihe und allen voran die Pester israelitische Religionsgemeinde, für unsere galizischen Glaubensgenossen weit über ihre Kräfte Opfer gebracht haben und auch jetzt noch bringen, und der Umstand, daß bei dieser Gelegenheit hochachtbare, führende orthodoxe Persönlichkeiten mit neologen Männern vereint vorgingen, beweist am schlagendsten, wie hehr und wie ernst diese Frage bei uns behandelt wurde. Und wenn dennoch in Verbindung mit dieser Frage unliebsame Ausstreuungen auch irr Kreise, die unsere größte Hochachtung besitzen und auf deren brüderliche Sympathie wir das größte Gewicht legen, Eingang finden konnten, so ist dies eben nur darauf zurückzuführen, daß wir uns bisher fremd waren. Das Zusammenwirken auf dem Gebiete der Palästina- Unterstützung möge die erste glückliche Etappe der gegenseitigen Verständigung sein und Sie werden sich überzeugen, daß die ungarischen Juden, welcher Schattierung sie auch angehören, neben dem, daß sie glühende Paritoten, stolzbewußte, ehrlich-gute Juden sind, Juden, deren Heldensöhne auf den Schlachtfeldern kämpfend, ihr Judentum Hochhalten, Juden, die, indem sie Gut und Blut für das Vaterland opfern, glücklich und überglücklich sind in dem Bewußtsein, auch des Judentums Ruhm und Ehre damit bereichert zu haben. (Lebh. Beifall.) Mit dieser jüdischen Seele, mit solcher Gesinnung wollen wir, vereint mit Ihnen, das Werk der Palästina-Hilfe stb en. (Lebh. Beifall.) Ich noch besonders, da ich ja damit dem Vermächtnisse einer großen Seele, die Gott zu sich genommen, nach^ komme. Max Szabolcsi, diese Leuchte des Judentums, ' dieser Lehrer und Streiter im Hause Israel, der aller Ehren würdig, der Träne und Trauer jedes guten Juden wert, da ich zum letztenmale seine gesegnete Handgedrückt, besprach er mit mir auch diese Frage und glücklich, daß er mithelfen wird können, kennzeichnete er mir die Richtung der von ihm einzuleitenden Hilfsaktion. Der Allmächtige, dessen heiliger Name für alles gepriesen sei, hat seinem Lebensziel ein Ende gesetzt. Er weilt nicht mehr unter uns. Wir wollen aber im Sinne seines Vermächtnisses mit Ihnen arbeiten und als Gewißheit dafür diene Ihnen, daß der würdige Erbe seines großen Namens und seines großen Lebenswerkes hiermit uns an der Beratung teilnimmt und auch au der Arbeit teilnehmen wird. So, meine Herren, wollen wir Hand in Hand mit Ihnen gehen und ich hoffe, daß wir dafür die Form finden. Wie immer aber, ob wir in der Hilfeleistung vereint mit Ihnen oder getrennt Vorgehen, sage ich Ihnen nochmals besten Dank und wünsche vom ganzen Herzen, daß Gott Ihre Arbeit segne. (Lebh. Beifall.) 1. Spendenausweis für die in der israelitischen Kultusgemeinde Aussig durch Herrn Rabbiner Dr. Arthur Rosenzweig veranstaltete Sammlung zum Besten der Hilfsaktion in Palästina als Muster einer solchen Sammeltätigkeit (weitere 194 Kr. sind bereits eingegangen): Je Kr. 5000.— : Herr I. Petschek und Herr Kommerzialrat Ed. I. Weinmann; je Kr. 100.—: Adolf Weigl und Joses Fischl; je Kr. 50.—: kaiserl. Rat Fritz Gibian und Adolf Preß; .je Kr. 10.—: Kultusvorsteher Oskar Pick, Dr. jur. Gustav Kahn, Bankdirektor Sigmund Popper, Bankdirektor Leopold Hammerschlag, Ferdinand Kohn-Nestomitz, Moritz Popper, Heinrich Fleischner, Kohn und Kornfeld; je Kr. 8.—: Frau Fr<ieda Werner; je Kr. 5.' : Adolf Steiner, Mar Neuschul, Joses Neuschul, Sigm. Holub, Dr. jur. S. Mahler, Direktor Merlen, Karl Rosenbach, Dr. jur. Josef Thein, Hugo Epstein, Frau Ernestine Hirsch, Dirigent Siegfried Stein; je Kr. 4.—: Heinrich Kohn-Schönpriesen, Friedrich Steiner, Mar Wertheimer; Hugo Steiner, Semin Katz; je Kr. 3.—: Emanuel Reichmann, Josef Läufer, Julius Löwy, Tempelvorsteher Löwy Hammerschlag, Reinhold Heller, Dr. jur. Langstein, Alexander Hesky, Karl Reichmann, Simon Kornfeld, Dr. med. Ungar, Frau Maria Seeger, Frl. Mela Heller, Franzi Heller. Irma Deutsch; je Kr. 2.— : Gustav Mayer, Josef Schneider, Prof. Adolf Koretz, Siegfried Kraus, Moritz Hahn, Josef Gutmann, Mar Löw, Moritz Glauber, Emanuel Guttmann, Inspektor Alfred Lederer, Emanuel Eisner, Julius Gläßner, Alfred Popper, Frau Karoline Neuschul. Frl. Anna Weinberger, Luise Pick, Maria Taussik, Jette Strauß, Alma Bäuml, Emilie Wachtel; je Kr. 1.—: Einjährig-Freiwilliger Hans Glauber, Paul Löwy, Otto Kraus, Frau Pauline Abeles, Else Reinisch, A. Borodkin, Frl. Marianne Eisenmann, Mizzi Weisbach, Klara Tänzerles, Emmi Pick; Kr. 15.34: Sammlung der jüdischen Schüler des k. k. Staatsgymnasiums in Aussig: W. Abeles Kr. 0.08, A. Glas —.70, Fr. Herrmann 2.—, Wilh. Kohn —.50, Fritz Neuschul —.20, Gertr. Schiff 1.02, R. Bloch —.44. G. Hesky -.80, Otto Schwarz —.10, Franz Katz —.30, Wilh. Pick —.30, Rich. Glauber —.50, Otto Lederer —.50, Erich Wittenberg 1.—, Hans Liebitzky 1.—, Rich. Epstein —.40, Otto Wittenberg 1.50, Arth. Leistyna 1.—, Grete Ungar 1.—, Judit Fleischner; Kr. 16.43: Sammlung der jüd. Schüler der k. k. Realschule in Aussig: Josef Heller —.20, K. Steiner —.20, W. Kraus 1.—, Otto Preß 2.—, Wilh. Steiner —.40, Oswald Eläßner —.20, Herb. Heller —.50, Ernst Kohn —.61, Paul Lederer —.52, Paul Neuschul —.50, Leo Popper —.30, Hans Friedländer 1.—, Rob. Jungmann —.50,' Wilh. Heller 1.—, Ernst Teweles 1.—, Oskar Kohn —.50, Paul Fanta 1.—, Paul Seiner 1.—, Oswald Kohn 3.—, Harry Bermeiser 1.—; Kr. 51.60: Sammlung der jüdischen Schüler der Volks¬ und Bürgerschulen Aussig (Religionslehrer Kantor M. Grzyb): Sofie Klaber 1.—, Wilma Kohn —.40, Anni Stein 1.—, Luise Wittenberg 1.—, Franziska Fischl 1.—, Hedwig Kohn —.50, Lauser 1.—, Marianne Schulhof 2.—, Gertrud Weiner 1.44, Franz Weigl 5.—, Wilh. Friedländer 2.—, Kettner 2.—, Fritz Heller 1.—, Mar Heller —.10. Helene Weil 5.—, Anna Stern 1.—, Emma Stern 1.—, Gretl Braun 2.—, Grell Steiner 1.—, Paul Wertheimer 1.—, Else Preß 2.—, Jda Kraus 1.—, Irene Schiff 1.—, Frieda Leistyna 1.—, Grete Reichmann 1.—, Kleine Spenden 2.56, Anna Katz 1.—, Herta Taussig —.20, Selma Schladnich —.10, Lilli Schladnich —.10, Gert. Aron —.20, Hel. Kellner —.10, Grell Herlinger 1.—, G. Werner —.20, G. Kohn —.40, M. Kraus 1.—, E. Abeles —.30, L. Fischl 2.—, E. Gläßner —.30, Otto Gläßner —.30, Ludwig Pelzer —.50, Hans Reichmann 1.—, Hugo Schick —.50, Ernst Weiß —.30, Richard Fischl 2.—. Gesamtergebnis des vorliegenden Spendenausweises: Kronen 10.638.37.