Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 35 (27.8.1915)
- Date
- 1915-08-27
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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4tr. 35 Dr. Bloch's Wochenschrift Bdtf 655 ich die Soldaten gerne aufnehmen und sie hegen und pflegen wie eigene Kinder. Wenn mich die Russen auch auspeitfchen und ich daran sterbe, sterbe ich für D£V7 wHp und komme ins Paradies, wenn ich zur Befreiung meines Volles von dem Rnssenjoche beitrage." Ich winkte die Beiden, welche draußen stehen blieben, heran. , Nichts für ungut, meine Herren," sagte ich, ihnen den dunklen Alkoven, den sie bewohnen sollten, zeigend, ..momentan kann ich Ihnen nichts anderes bieten." „Wir bleiben gerne hier," antworteten die Soldaten, „wir wissen es von unseren Kameraden, im Judenviertel ist man geschützt vor Hunger und Verrat." Ich nahm Abschied von unseren Bundesgenossen und der frommen Alten, mir in Gedanken sagend, welch' edler Kern in der Seele unseres Volkes ruhet, das so oft verkannt und, leider, noch öfter verleumdet wurde. Klara H a s k l e r. Literatur. „Sulamith" im Carl-Theater. Zum ersten Male eine romantische Oper in etlichen Bildern; betitelt „Sulamith", Tert und Musik von A. Goldfaden, aufgeführt von einem Ensemble, das der Preßburger Theaterdirektoc Karl Polgar aus Mitgliedern seines und des der Dudapester Volksoper zusammengestellt hat. Ein Abend, so originell wie er in der bald hundertjährigen Geschichte des Carl-Theaters wohl nicht seinesgleichen haben dürfte. Das Werk entstammt nämlich dem Spielplan des berühmtesten Piddish-Theaters Newyorks, dessen Begründer der erwähnte Goldfaden gewesen ist. Seinen großen Erfolg hat er hauptsächlich durch den Gedanken erzielt, in möglichst naive, volkstümliche Geschehnisse und Stimmungen, Gebräuche und Melodien aus dem jüdischen Religionsleben zu flechten. Das ist ihm bei „Sulamith" ganz besonders gelungen. Das Stück spielt zu Zeiten des jüdischen Jerusalem. Die Titelheldin verirrt sich in der Wüste und wird von dem Makkabäer Absalon gerettet, der der schönen Glaubensschwester sofort Treue bis in den Tod schwört. Zeugen des Eides sind eine Wildkatze und ein Quell. Absalon aber vergißt den Liebesschwur und heiratet eine andere. Doch dem Eidbruch folgt die Strafe. Das erste Kind des jungen Paares wird von einer Wildkatze erwürgt, das zweite fällt in einen Brunnenquell. Der verzweifelte Vater erkennt den Ursprung seines Unheils und kehrt zu Sulamith zurück. Selbstverständlich im Einverständnis mit der außerordentlich edlen Gattin Abigail. Einen Schwur darf man eben nicht brechen. Zum Zeichen dafür singt ein Priester, Mar Hauke, mit herrlicher Tenorstimme in ausgezeichneter Weise, das bange „Kol-nidre", das durch Mar Bruchs Bearbeitung dem internationalen Konzertpublikum bekannt geworden ist. Es bedeutete den Höhepunkt des Erfolges. Es packte die gesamte Hörerschaft und wurde mit stürmischem Dankesbeifall aufgenommen. Goldfadens Musik verwebt so eigentlich italienische Weisen, wie sie etwa Bellini geschrieben haben könnte, mit orientalischen Mollmotiven. Dabei kommt eine Musik von ungemein naiver Farbigkeit heraus. Ganz prächtig bewährte sich die Darstellung. Namentlich die Damen gefielen ausnehmend. Es sind dies die Fräulein Kerenyi, P a s z t o r und B e l e z n a i. Die Herren Pajar, Somogyi, H o r t i und Czukor hatten sich ebenfalls lebhafter Anerkennung zu erfreuen. Die Regie des Direktors Polgar ließ nichts zu wünschen übrig. Herr Direktor E i b e n s ch ü tz hat sich mit der Einladung dieses Ensembles zum Gastspiel beim Publikum großen Dank erworben. Kaifer-Huldigungs-Werk der freiwilligen Pflegerinnen der Kriegsjahre 1914/15. Aus den Gefühlen der Verehrung und Liebe haben freiwillige Pflegerinnen den Gedanken gewonnen, den Kaiser in einer Schrift zu huldigen, die in Wort und Bild ein Monumentalwerk der Fürsorge der freiwilligen Pflegerinnen der Kriegsjahre bilden soll. Dieses Werk erscheint zugunsten der k. k. Gesellschaft vom weißen Kreuze. Es ergeht hiemit an alle Frauen und Mädchen, die im Pflege- oder Labedienste tätig sind oder waren, die Aufforderung, ihre Adressen brieflich der „Verwaltung des Kaiser-Huldigungswerkes zugunsten der k. k. Gesellschaft vom weißen Kreuze" Wien, 9. Bez., Pramergasse 1, mitzuteilen. Dr. Nathan Birnbaum. Den Ostjuden ihr Recht! Wien 1915, Verlag R. Löwit, 1. Bez., Rotenturmstraße 22. Rabbiner Dr. M. Lewin in Wrefchen. Reden aus ernster Zeit. Der Reinertrag ist für Zwecke der Kriegsfürsorge bestimmt. Berlin 1915. Buchdruckerei Jtzkowski. Deutsche, böhmische und polnische Synagogentypen vom XI. bis Anfang des XIX. Jahrhunderts. Herausgegeben mit Unterstützung der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler (E. V.) in Frankfurt a. M., von Professor Dr. Ing. Alfred Grotte. Mit 24 Tafeln und 60 Abbildungen. Der Zirkel, Architekturverlag G. m. b. H., Berlin W. 66, Wilhelmstraße 48. Rabbiner Dr. S. Samuel. Bibel und Heldentum. Fünf Kriegsvorlesungen, gehalsten in den Akademischen Kursen zu Essen im Wintersemester 1914/15. Verlag Louis Lamm, Berlin C. 2. Lamm's Jüdische Feldbücherei. Nr. 6. Feldbibel für den Völkerkrieg 1914/15. Verlag Louis Lamm, Berlin C. 2. „Licht“. Revista trimestriala, literara, artistica si sociala in idis. Nr. 3. Redac(ia si Ad-Jia: lasi, Strada, Cucu 8. Jung-Juda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. XVI. Jahrgang. Nr. 15. Prag, den 13. August 1915 (3. Elul 5675). Redaktion und Administration: Prag, II., Stefansgasse 629. Inhalt: Zum 18. August. — Ben Jehuda. — Nathan SamueIy: Das Rösele. — Dr. Meier Thenen: Ein Besuch bei den Karäern auf der Halbinsel Krim. — Antwerpen (2 Jllustr.). — Sind die Juden eine kriegerische Rasse? — M. Pulvermann: Erzählungen aus Bibel und Talmud. — I. Oppenheimer: Eine gelungene List. — I. Fried: Nach der Schlacht. — Guck in die Welt. — Ilebersetzungsaufgabe. — Rätsel. Die Kirche. Zentralorgan für Bau, Einrichtung und Ausstattung von Kirchen, kirchlichen Bauwerken und Anlagen (Pfarrhäuser, Eemeindesäle, Krematorien, Friedhofsanlagen), Wittenberg, Bezirk Halle. Heft 5 enthält: Abhandlung von Professor G r o t 1 e-Posen über Ein neues Synagoge n-B auprogramm {beim Neubau des S. B. Latschen Alten- und Siechenheimes Posen), 4 Seiten Tert istit 5 Abbildungen. Briefkasten. Josef Holländer, Lundenburg. Die Antwort im Briefkasten der ,)Oesterr. Wochenschrift" Nr. 33 galt nicht Ihnen, sondern einem Herrn gleichen Namens in Wien. „Hassida." Laut offizieller Angabe in deutschen Zeitungen. Gottesdienst. _ Wie wir erfahren, wird bei dem im Centralsaal, Taborstraße 8 a, abgehaltenen Gottesdienst an den hohen Feiertagen der bekannte Tenor der Jüdischen Bühne Herr I. Deutsch als erster Kantor fungieren. Der Name dieses als glänzenden Interpreten der traditionelljüdischen Melodien bestbewährten Sängers bürgt uns dafür, daß dieser Gottesdienst ein erbaulicher und erhebender sein wird. Theobald Ufftnheimer'fche Gewerbe-Stiftung. Anzahl der Plätze: Zwei im Betrage von je Kr. 210.—. Bewerbungsberechtigt find: Verarmte oder arbeitsunfähige wohlverhaltene Eewerbsleute israel. Konfession. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Zuständigkeitszeugnis, Armuts¬ oder Mittellosigkeitszeugnis, Ausweis über die Mitgliedschaft bei einer Genossenschaft, eventuell Bestätigung der Genostenschaft, daß der Bewerber sein Gewerbe wegen Arbeitsunfähigkeit zurücklegen mußte, eventuell Verwandtschaftsnachweis mit dem Stifter, Herrn Theobald Ilffenheimer. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 22. September 1915. Einreichstelle: 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll). Verleihungstag: 29. November 1915. Bernhard und Regine Pottack Edle von tParnau-Widmung Anzahl der Plätze: Unbestimmt in Beträgen von nicht weniger als Kr. 100.— und nicht mehr als Kr. 200.—, zusammen Kronen 800.—. Bewerbung-berechtigt sind: Bedürftige und unterstützungswürdige in Wien wohnhafte Personen israelitischer Konfession, iisbeiondere solche, welche für unmündige Kinder zu sorgen haben. Verleihungstag: 27. Dezember 1915 < Sterbegedächtnistag der Herrn Be.rnhard Pollack Edlen von Parnau). Eefuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Geburtsscheine der Kinder. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 15. September 1915. Einreichstelle: 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll).