Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 35 (27.8.1915)
- Date
- 1915-08-27
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seile 650 Dr. Bloch S Wochenschrift Nr. 35 Odeeberg-Bhs. In erhebender Weise fand im israel. Tempel zu Oderberg-Bhf. die Kaiserseier statt. Erschienen waren das k. u. k. Stationskommando mit dem Oberst Herrn Franz Gabler an der Spitze, ferner das Bahnhosskommando, sämtliche hier stationierten Militärbehörden, die Vertretung der Staatsbahn-Direktion unter Führung des kaiserl. Rates Leopold Schoßberg er, die Vertretung der österreichischen und preußischen Zollämter, der Grenzpolizei-Erpositur, des Veteranen- und Feuerwehrvereines, ferner die Vertretung der politischen Gemeinde, der Gesamtvorstand der israel. Kultusgemeinde und zahlreiche Gemeindemitglieder. Tiefen und nachhaltigen Eindruck hinterließ die von Herrn Rabbiner Dr. M. Friediger gehaltene patriotisch: Festrede. Den gesanglichen Teil leitete Herr Oberkantor G o l d m a n n. Bozen. Auch hier, in unserer schönen Waltherstadt, fand anläßlich des 85. Geburtsfestes unseres erhabenen Monarchen eine Festfeier statt, die, wenn auch nur in kleinem Rahmen abgehalten, einen tiefen und nachhaltigen Eindruck auf alle Anwesenden ausübte Herr Rabbiner Dr. Altmann aus Meran, war schon morgens mit einigen Damen der Meraner Kultusgemeinde im Saale des Brigadekommandos, wo die Feier stattfand, erschienen. Nachdem der Bezirkshauptmann, Herr Städthaltereirat R. v. H a y m e r l e, sowie Herr Bürgermeister Dr. Jul. P e'r a t h o n e r, welche Herren als offizielle Festgäste schon tagsvorher ihr Erscheinen in sichere Aussicht gestellt hatten, anlangtcn, nahm die Feier vor einem zahlreichen Publikum, das sich teils aus der jüdischen Zirilbevölkerung, teils aus dem hier garnisonierenden Mannschaftspersonen israelitischen Glaubens zusammensetzte, ihren Anfang. Zuerst trug Herr Rabbiner Dr. A l t m a n n einen sehr schön zum Ausdruck gebrachten Psalm aus dem Buche Jesaias vor. Sodann sangen einige Damen des Meraner Tempelchors die Volkshymne, welche von den Anwesenden mit großer Begeisterung mitgesungen wurde. Rach Schluß des gesanglichen Parts hielt Sr. Ehrwürden Herr Dr. A l t m a n n die Festpredigt. In seiner mit großem Beifalle aufgenommenen Rede wies er auf die große Bedeutung, die dieser Tag für Oesterreich-Ungarn seit vielen Dezennien besitzt, hin. Er pries Kaiser Franz Josef als Lehrer und Vater aller seiner Völker, die in diesem furchtbarsten Kriege mit einer Welt von Feinden, zu ihm, wie zu einem Vater, in anhänglichster Treue und Liebe emporbliäen. Nach Absingung der ungarischen Hymne (es waren auch sehr viele ungarische Soldaten) schloß diese schöne und erhabene Feier, die auf alle Anwesende einen bleibenden Eindruck tzinterlassen wird. Unter den Festgästen bemerkte man: Herrn Bezirkshauptmann R. v. H a y m e r l e, Herrn Bürgermeister Dr. Jul. Perathoner in Vertretung der Stadtgemeinde Bozen, eine Offiziersdeputation des hiesigen Etappen-Stationskommandos, Herrn Direktor B o n d y, Herrn Assistenzarzt Dr. V e r m a n n u. v. a. Aas neue Wegime in Kalizien. Die von Sr. Majestät vollzogene Ernennung des Generals der Infanterie v. Collard zum Statthalter pZn Galizien ist von der gesamten Judenschaft des Landes überaus sympathisch begrüßt worden. Man hatte instinktiv das Empfinden, daß die Regierung unter den gegenwärtigen Verhältnissen das Richtige getroffen hatte, da sie die oberste Leitung des noch für absehbare Zeit dem unmittelbaren Einflüsse des Krieges ausgesetzten, leider so schwer heimgesuchten Landes in die Handeines dem Parteileben völlig eirtrückten Generals gelegt hat, dem der Ruf eines ebenso energischen, als gerechten und modern denkenden Mannes vorausgeht. Die Leitung des zionistischen Zentralkoinitees für Westösterreich und Galizien hat dieser Sympathie der Juden in einem herzlichen Glückwunschschreiben Ausdruck verlieheir, für das sich der Statthalter wärmstens bedankt hat. Schon die ersten Wochen der Wirksamkeit des Generals Collard scheinen die in ihn gesetzten Erwartungen rechtfertigen zu wollen. Gelegentlich der Begrüßung seitens der Beamten der Statthalterei hielt der Herr Statthalter eine längere Rede, in der er die Entwicklung seines auf die Heilung der Kriegsschäden gerichteten Programmes an die Beamtenschaft die ernste Mahnung richtete, in ihrer Amtswirksamkeit aegenüber allen Bewohnern des Landes ohne Unterschied des Glaubens und der Nation die strengste Unparteilichkeit an den Tag zu legen. Daß der Statthalter diesbezüglich mit gutem Beispiel vorangehen will, erhellt daraus, daß derselbe am 18. August an dem in der Synagoge zu Biala, als dem gegenwärtigen Amtssitzes der galizischen Statthalterei, stattgefundenen Festgottesdienste offiziell teilnahm. Es spricht für die »bisherigen Verhältnisse im Lande, daß man dieses Ereignis als erfreuliches Novum registrieren muß. Es märe nur zu wünschen, daß das vom neuen Statthalter entworfene Programm wie am raschesten auch bei den autonomen Behörden mit übertragenem Wirkungskreise, vor allem bei den Magistratsbehörden der Städte Lemberg und Krakau, Beherzigung finden möge. Gerade an diesen Stellen werden die jüdischen Interessenten seit längerer Zeit in einer Weise behandelt, die nicht dafür spricht, als ob sich die dort maßgebenden Personen für die von ihrem obersten Landeschef verkündeten Grundsätze besonders begeistern wollten. Hoffen wir, Daß es auch in dieser Hinsicht allmählich besser wird, und daß es den Juden Galiziens, die wie kaum jemand unter den Schrecknissen des Krieges gelitten haben, erspart werden wird, sich über das ihnen seitens lokaler Behörden zugefügtc Unrecht an maßgebendster Stelle beschweren zu müssen. Austriacus. Aufruf! Für nachbenannte Personen sind aus Amerika von ihren Verwandten und Freunden Geldsendungen eingelangt: für Johann Agnitsch, Lienfeld, Nr. 65, Post Gottschee (Unt.-Krain) von Henry Gergollit, Queen Av. Glon Morris P. O. Woodhaven; für Meier Haloti, Zborow bei Zloczow (Galizien) von Sigmund Heller, 31. Union Square Newyork; für Frieda David m a n n bei August Wolf, Boryslaw (Galizien) von Alex. Hammermann, 317 Cromnius Avenue Ncwyork; für Chana Muschkatenblut, Chokowa Aonjaif, von Abraham M u s ch k a t e n b l u t, 2821 Colerein Av. Cincinnati, Ohio; für Moses Lifschitz, Waschkoutz a. Czeromosz (Bukowina) von Salomon L a z o r, 1333 Brook Av. Newyork; für Hersch Sanowicz, Gurahumora (Bukowina), von I. Stein, 210 E. 13 Th. Str. Newyork; für Ernestine Menczel bei P. Pech er, Wiznitz a. Czeremostz (Bukowina), von Alfred M e n e z e l c./e. I. Folk 44 E. 23 Str. Newyork; für Shia^Zuckerbrod, Wloczlawek, Gouv. Warschau, von S. ^ochneidermann, 513 Henry Street Brooklin. Anspruchsberechtigte wollen sich unter Beibringung von Jdentitätspapieren persönlich täglich (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag) von 11—1 Uhr vorm, oder schriftlich an den Unterzeichneten wenden. Auch werden dritte Personen, dw um den Aufenthaltsort einer der genannten Personen wissen, um Nachricht ersucht. K. k. Reichsratsrevisor Rudolf T a u s s i g, Zionistisches Zentralbureau, Wien, II., Zirkusgasse 33. Vermischtes. ranzablösttngslpcnden zugunsten der Chewra Kadischa in Wien I., Sellenstcttengaffe 4 für arme kranke Glmibei sgcvofftn. Anläßlich des Ablebens der sel. Berta Spira: Elka Joses Herzig (für Flüchtlinge) Kr. 50.—, E. Goldhammer (für Flüchtlinge) 50.—, Familie Abramer (für Flüchtlinge) 10.—, Stanislav Herzig (für Flüchtlinge) 20.—, Eduard Thenen (für Flüchtlinge) 20.—, Professor Pineles (für Flüchtlinge) 50.—, Saul Herzig