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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-08-27 · 35 (27.8.1915) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
35 (27.8.1915)
Date
1915-08-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 35 Dr. Bloch's Wochenschrift Sti c 649 karierte und hell beleuchtete Gotteshaus war von festlich gekleideten Gästen überfüllt, die lauschend und andachtsvoll auf die formvollendete und geistessprühende Festrede Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiners W. Reich hörten. Dieselbe war höchst stimmungsvoll und patriotisch durchweht und machte auf alle Anwesenden den tiefsten Eindruck. Das Kantorale versah 2. Kantor Herr Arnold Singer, der nach Schluß des Kaisergebetes durch Herrn Oberrabbiner mit der Schuljugend die Volkshymne anstimmte. Im israel. Tempel St. Pölten erschienen zum Festgottesdienst*außer sämtlichen Mitgliedern der Kultusgemeinde der k. k. Statthaltereirat T r e m e l mit dem Beamtenkörper der k. k. Bezirkshauptmannschaft, kaiserl. Rat Bürgermeister Otto E y b n e r und Herren der Gemeindevorstehung, Kreisgerichtsprüsident Hofrat Dr. Müllner, Oberstaatsanwalt Dr. Lob, Oberlandesgerichtsrat Dr. B eig l, Landesgerichtsrat Dr. Schwarzinger, Landesgerichtsrat Dr. Pemberger, evangelischer Pfarrer Ulrich, die Beamtenschaft des k. k. Bezirksgerichtes, des k. k. Steuer- und gerichtlichen Depositenamtes, der k. k. Finanz-Bezirksdirektion, der k. k. Forst- und Domänenverwaltung, des k. k. Bezirks-Gendarmeriekommandos, der Bauabteilung, das Offizierskorps des Landwehr-Infanterieregiments Nr. 25, das Offizierskorps Kopal-Iäger Nr. 10 und auch Herr Major W ö l f e l, der Kommandant der k. u. k. Militär-Unterrealschule. Im israelitischen Tempel zu E g e r fand am Dienstag, den 17. d. M., abends, ein Festgottesdienst statt. Die Festpredigt hielt Herr Dr. S ch a p i r a, Rabbiner der Kultusgemeinde Plan. Die politische Behörde war hiebei durch die Herren k. k. sOberarzt Dr. B fe ck Imd k. k. Konzipist Dr. K ö p p l vertreten. Von der Militärbehörde erschienen mehrere Offiziere und eine Abteilung Mannschaft, die der Raum des Tempels kaum zu fassen vermochte. Das Gotteshaus war festlich geschmückt und beleuchtet. Die Honoratioren empfing der Kultusvorsteher L ö w y. Den Gottesdienst leitete Herr Oberkantor W i l k o w i t s ch mit verstärktem Chor und Orgelbegleitung. In B i s e n z erschienen zum feierlichen Gottesdienste die Herren Militärärzte des Reservespitals mit Spitalskommandanten Herrn Regimentsarzt Dr. Löwy an der Spitze und andere hohe Chargen. Eingeleitet wurde die Feier durch das Sulzer'sche Mah towu von Herrn Oberkantor I. L e w i 1 i n. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Josef Hoff hielt die mit ungeteiltem Beifall aufgenommene Festrede und ein inniges Gebet für Kaiser und Reich. Marienbad. In besonders feierlicher Weise wurde heuer das 85. Eeburtsfest unseres Monarchen im hiesigen Tempel begangen. Nach einem stimmungsvollen Orgelpräludium wurde vom Tempelchor ein Kaiserpsalm gesungen, bei welchem Frau Ida S t i n g l mit ihrem Solo zur Andacht stimmte. Herr Rabbiner Dr. D i am a n t hielt sodann eine warm empfundene patriotische Festpredigt. Mit eineni Kaisergebet und der Volkshymne fand die Feier ihren erhebenden Abschluß. An derselben beteiligten sich Herr k. k. Oberbezirksarzt Dr. Sternberger, Herr Josef Hammerschmied, Bürgermeister-Stellvertreter, die Präsidentin des Roten Kreuzes Frau Ritter von B r e ch l e r, Deputationen der Post, des Steueramtes, der Veteranen, zahlreiche hohe Offiziere und verwundete Soldaten nebst einem eleganten Badepublikum. In Franzensbad begann die Vorfeier durch den in der herrlich geschmückten Synagoge um halb 7 Uhr abends fftattgefundenen Festgottesdienst. Unter den Festgästen sah man u. a. die offiziellen Vertreter der Stadtgemeinde, der Militärbehörde, der k. k. Aemter, Anstalten, Vereine rc. Herr Rabbiner Dr. Spitzer hielt die Festrede und brachte die Gefühle der Liebe und Treue, die für die erhabene Person unseres greisen Monarchen in der Brust jedes Oesterreichers und Ungarn leben, zum tiefempfundenen Ausdrucke. Mit der Absingung von drei Strophen des Kaiserliedes wurde die erhabene religiöse Feier geschlossen. Olmütz. In Anwesenheit des Stationskommandanten Seiner Erzelhenz des Herrn FML. K r a u ß l e r, des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde mit Herrn Vorsteher kaiserl. Rat F i s ch e l an der Spitze, Herr Major D v o r z a k von der Traindivisiön 1, sowie zahlreicher israelitischer Offiziere fand in dem von Soldaten dichgefüllten Tempel ein feierlicher militärischer Gottesdienst anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät statt, bei welchem Herr Feldrabbiner Dr. Sicher eine von glühendem Patriotismus erfüllte Ansprache hielt, in welcher er vor allem den Treubruch des hinterlistigen Italiens geißelte und von den Worten des biblischen Helden Kaleb ausging: „Nun siehe denn, heute bin ich 85 Jahre alt geworden, noch 'bin ich so stark, wie am Tage da Moses mich geschickt, meine einstige Kraft ist auch meine heutige Kraft", die Kraft nämlich, mit welcher der Monarch in unsere Herzen greift. Sr. Erzellenz äußerte sich zum Feldrabbiner in Worten wärmster Anerkennung über den Gottesdienst, zu dessen kantoraler Weihe Herr Oberkantor Schlesinger sein schönstes Können, sein prächtiges Organ widmete und auch Herr Chordirigent Adler in anerkennenswerter Weise beitrug. Nach dem militärischen Gottesdienste fand im Beisein mehrfacher Deputationen ein Zivilgottesdienst statt, bei welchem Herr Genuindcrabbiner Dr. Oppenheim mit bewährter Rednerkunst die Tugenden des gütigen Monarchen pries. Iamnitz. In Iamnitz fand die Kaiserseier um 3 Uhr nachmittags mit einem Festgottesdienste im Tempel statt, an welchem sämtliche im Rekonvaleszentenheim des Markgrafen Pallavicini sich befindlichen Soldaten und zahlreiche Gäste teilnahmen. Den gesanglichen Teil leitete Oberkantor Moritz K o r n st r e i ch e r, die Festrede hielt Rabbiner Dr. K o h n, die aus alle Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Der amerikanische Sänger K o n r a d i sang die Volkshymne, in welche das Publikum mit Begeisterung einstimmte. In Radautz erschienen zum Festgottesdienste: Der Oberst und fast sämtliche Offiziere des k. u. k. Etappenkommandos, der Oberst- Leiter des k. u. k. Feldgerichtes mit den Auditoren, die Offiziere des Gendarmeriekommandos, viele Militärärzte und die jüdische Mannschaft; ferner der k k. Bezirkshauptmann mit sämtlichen Konzeptsbeamten, der Bürgermeister, die Richter des Bezirksgerichtes, der Lehrkörper der Mittel- und Volksschulen, fast alle in hiesiger Stadt domizilierenden Staatsbeamten und ein überaus zahlreiches Publikum aller Konfessionen. Nach dem exakten Vortrage des 21. Psalms durch den verstärkten Schülerchor unter der trefflichen Leitung des Schuldirektors M. S e i d n e r hielt unser ehrwürdiger Rabbiner Herr Jakob Hoffmann eine nach Form und Inhalt meisterhafte Festpredigtz die patriotische Begeisterung auslöste. Karlstadt. In Karlstadt erschienen zum Festgottesdienst im israel. Tempel zahlreiche höhere Offiziere, Dr. L u k i n i c, der Vizepräsident des kroatischen Landtages, Bürgermeister M o d o ns ch a u, Bezirkshauptmann N a g l und ein zahlreiches Publikum. Frau Dr. Hajos aus Groß-Kanicsa sang prächtig ein Solo, Herr Rabbiner Dr. Schick hielt die Festpredigt. Mit einem Gebete vor offener Bundeslade für Kaiser, Heer und Vaterland und nach Absingung der Volkshymne fand die erhebende Feier ihren Abschluß. In Vinkovce nahmen am Festgottesdienste im Tempel teil: Sämtliche Honoratioren der Stadt mit dem Herrn Bezirksoorsteher und dem Herrn Bügermeister an der Spitze, die Offiziere der Garnison, Lesührt vom Obersten S u h a y. Oberrabbiner Dr. M. Frankfurter hielt eine kroatische Festpredigt von zündender Wirkung. Gaya. Zu der von der israelitischen Kultusgemeinde veranstalteten Festfeier erschienen die Vertreter der hiesigen Behörden und zahlreicher Korporationen. Herr Rabbiner Dr. Hoff hielt die Festpredigt. Seine mit vieler Wärme gesprochenen Worte machten auf alle Zuhörer sichtlichen Eindruck. Der Seelsorger schloß mit dem Wunsche, es möge Seiner Majestät vergönnt sein, einen siegreichen Frieden zu erleben. Die sanglichen Leistungen des Herrn Oberkantor Israel Steiner verdienen ebenfalls hervorgehoben zu werden, zumal derselbe zum erstenmale mit Begleitung eines gut geschulten Chors und unter Orgelbegleitung seinen kantoraken Pflichten in musterhafter Weise oblag. Das Lied: „Flieg auf mein Lied" wurde von Fräulein Else Czuczka in melodiöser Weise gesungen.

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