Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 33 (13.8.1915)
- Date
- 1915-08-13
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 33 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 615 der Familien bloß ein Kind, dagegen 4 Familien je 11, 2 Familien je .12 und eine glückliche Familie sogar Ich Kinder aufzuweisen. Die Leiter der Fürsorgestelle können mit Genüge tuung auß die Arbeit Hinweisen, die sie geleistet haben und noch zu leisten haben werden, denn die Zahl der heimkehrenden Flüchtlinge ist eine verschwindend kleine. Die größte Befriedigung aber wird ihnen wohl der Gedanke geben, daß sie diesen Armen nicht nur momentane Hilfe geleistet haben, sondern ihnen Anweisungen und Belehrungen angedeihen ließen, die ihre Früchte tragen mögen zum Wöhle des neuen Geschlechtes, der Wiener Kinder der galizischen Flüchtlinge. Der Bericht gedenkt auch mit Dank der Mitarbeit der Bureauleiterin der Fürsorgestelle Fräulein Emmy .Ko h n, welche vom Anbeginn unserer Aktion bis nun der Säuglingsfürsorge ihr besonderes Augenmerk zuwendete. Fräulein Paula Roth und Fräulein F r i e d ln a u n gebührt Dank für ihre werktätige Mithilfe. Ein Prolhesenspital des jüdischen Mwyork. So ungefähr lautet die Uebcrsetzung der englischen Inschrift des siebenstöckigen Prachtbaues im Florentjnischeu Palaststil, welches das wohltätige, jüdische New- York in der Undison Avenue errichtet yndwessen Jahresbericht der Präsident, der berühmte Jacob H- 2 ch i s f, soeben absichtlich an medizinische und philanthropische Koryphäen jenseits des Wassers versendet, um hervorzuheben, wie er es im ersten Satz seiner Rede tut, daß während die Nationen des alten Eurpa sich die grausamsten Wunden znsügen, „der Herr der Heerscharen es zuließ, daß die jüdischen Bürger Newyorks dieses Werk der Wundenheilung,,im. Frieden., und..Gedeihen errichten könnten". 4506 Personen jährlich erhalten in angeborenen oder durch Tuberkulose re. erhaltenen oder durch Verletzungen und Unglücksfällen erworbenen Verunstaltungen Hilfe und Prothesen völlig kostenfrei, wobei 72 Prozente der Kranken unter 16 Jahren waren. Was eine unentgeltliche Prothesenaktiön in Newyork an Aufbringung von Geld und Krurst bedeutet, mag man sich leicht vorstellen, wenn mau neulich in der Wiener Gesellschaft der Aerzte die in einer kleinen amerikanischen Stadt angcfertigte Prothese gesehen hat, die dem armen vorgestellten Rumpf von einenr Menschen vollständige Erwerbs- und Heiratsmöglichkeit erbrachte. Aus einer kleinen Ambulanz des großen Orthopäden Hermann Frauenthal durch Munifizenz und namentlich Seelenlichtstistungen amerikanisch-jüdischer Millionäre zu sieben Stockwerken in fünf Jahren in die Höhe geschossen, aber auch von den staatlichen und Kirchenbehörden aufs großartigste unterstützt, (so gehört ein Prozentsatz der Sonntagssammlungen in den Kirchen dem Hospital), bietet das Spital Röntgensäle, mechanische Werkstätten und Krankensäle, Uebungssäle für die mit Prothese Neuversehenen. Künstler, Mechaniker und Aerzte sind im emsigen Verein, um die angeborenen oder erworbenen Verkrümmungen zu heilen, 55.000 Dollar jährlicher Ausgabe, die besten Namen Newyorks (Herren Frauenthal, Strauß, Louis Rot, Herzog, Arnh e i nt, A r n st e in, Bernstein, Weil, Frauen O p v e ritz e i m e r, K r a u ß, W a s s e r rn a n n) 19 Consiliare, über 40 behandelnde Aerzte und dabei von einer solchen Spezialisierung, wie sie bei uns erst der Krieg Hervorbringen wird, daß fast jedes verunstaltete Organ seine eigenen ReHaurierkünstler hat (Augen, Nasen, Beine, Füße?c.!). -Neid beschleicht uns beim Anblick der Abbildungen, wie diese Armen untergebracht sind. Wenn der Jahresbericht auch keine christlichen Namen unter den Gebern aufführt, so beweisen die Abbildungen, wieviel nichtjüdische, besonders schwarze und gelbrassige Patienten' unter den Schützlingen sind, wenn auch die Statistik nur die Zahl der einzelnen Erkrankungen anfführt, darüber schon weit hinaus ist die Zahl nach Religion, Staatszugehörigkeit re. zu gliedern. Den sieben Stöcken werden in diesem Jahre noch zwei aufgesetzt, zum Beweise wie notwendig das Werk, wie reich die Gaben sind. Und so wollen wir dem großen Jacob Schiff die kleine Eitelkeit verzeihen, daß er das Vorwort bei der Sendung über das Weltmeer in dem Sinne, wenn auch nicht Satz, gipfeln läßt: Seht, wir Westler sind doch bessere Lenket C. Benedikt. Vermischtes. Festgottesdienst anläßlich des allerhöchsten Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers. Vorstand der israelitischen KultuSgemeinde Wien. Wien, 11. August. Anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers veranstaltet der Borstand, bett israelitischen Kultusgemeinde Wien Mittwoch, den 18. August 1915, . um halb 11 Uhr vormittags, einen solennen Festgottesdienst. Derselbe .wird, mit Rücksicht auf die beschränkten Raumverhültnisse des Stadttempels, im großen Leopoldstädter Tempel, 2. Bezirk, Tempelgasse 3, abgehalten. An den Gottesdienst schließt sich eine Festsitzung des Kultnsvorstandes. In nachfolgenden Gemeindebethäusern, und zwar: - 1. Bezirk, Seitegstettengasse 4, 15. Bezirk, Turnergasse - 22, 16. Bezirk, Hnbergasse 8, 18. Bezirk, Schopenhauerstraße 39, findet die Geburtstagsfeier im Anschlüsse an den Morgengottesdienst — Beginn 7 Uhr —, im Floridsdorfer Tempel um 5 Uhr nachmittags statt. In der Schisfschule (2. Bez., Große Schiffg. 8) findet der feierliche Gottesdienst am 18. August, 11 Uhr vormittags, statt. — Im Synagogenverein „Beth Israel" (2. Bez., Leopoldsg. 29) findet der Festgottesdienst am 18. August, 9 Uhr vormittags, statt. Im Kaiser Franz Josef-Huldigungstempel (2. Bez., Pazmaniteng. 6) wird die Kaiserfeier Dienstag, den 17. August, halb 7 Uhr abends, altgehalten. Im israel. Tempel (9. Bez., Müllnerg. 21) und im i s r. Tempel I o s e f st a d t (Nendeggerg. 12) findet der Festgottesdienst Dienstag, den 17. August, 7 Uhr abends, statt. _ Versammlung des Oesterreichischen Landeskomitees und der Hilfskommission 1915 für Palästina. Nicht im Sitzungssaale der Kultnsgemeinde, sondern im großen Festsaalc pes" Hotels Continental. Wien, II., Praterstraße 7 (Eingang Taborstraße) findet Dienstag, den 24. d. M., 3 Uhr. eine Versammlung des Oesterreichischen Landeskomitees, 5 Uhr eine Vorbesprechung des Exekutivkomitees der Hilfskommission 1915 und hieran anschließend um 6 Uhr die. Vollversammlung der Hilfskommission 1915 statt. Die Präsidien. Spenden für dze Notleidenden in Palästina. Durch Dr. Grün Wald von C., Wien, ,.ans Anlaß des Jahrestages der Kriegserklärungen unserer Monarchie" 400 Kronen (je 200 für H. K. und L. K.) — H. K. 10 Kronen Jsr. N. Brücken stein, Lemberg.