Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 33 (13.8.1915)
- Date
- 1915-08-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Sftt. 3£( Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 607 Viele starben auf dew Wege wach Rußland. Aehnliche Grausamkeiten wurden verübt in Dembica, Jaloschiki/Mbldabica und anderen Orten. . Mögen die Vertreter des jüdischen Volksstammes in alleii Ländern ihre Stimme erheben, das Gewisser: der Kölker aufrütteln, damit die zivilisierte Menschh.it gegen die russischen Greuel einmütig sich erhebt und int Namen der Menschlichkeit Protest einlegt. Sie AudcnintklpeUation in der Sirma. Furchtbare Mitteilungen über die MiM.lolunz der Ausgewiesenen. Berlin, 10. August. Die „Vossische Zeitung" erhärt aus-Petersburg den folgenden Bericht: Mir geyt die ^rigiua:ao,cyr:sc ver Jnierpeltation zu, rvetme die äutzecpe Dulnacinke an den Ministerpcäiideluen wegen ver Lage der russisch e n Iuv e n gerichtet hat und deren Veröffentlichung verboten wurde. Die ange,ührten begtaublgrerr Daten send geradezu entsetzlich. Die Räumung mußte in der Reget binnen 24 Stunden erfolgen, so daß die Ausgewiesenen säst ihre gesamte Habe zuructtassen mußten, die dann unter Duldung oder auch unter Mitwirkung der Polizei und Militärbehörden aus geraubt wurde. Die Ausgewiesenen wurden in Güterwaggons gesperrt und darin die Türen plombie r t. Diese sogenannten Jüdenzüge hielten - auf manchen Stationen mehrere Tage, ohne daß den Eingesperrten die Erlaubnis gegeben wurde, die Waggons zu verlassen. Nicht einm a l i n die Waggons hinein gereicht d u r f t c etwas w e r o e n. In Unetcho hielt ein derartiger Judenzug volle zehn Tage und als man dann die Waggons öffnete, fand man darin 16 S ch a r l a ch k r a n k e und 8 Flecktyphusk ranke. Aus der Station Hornel wollten jüdische und auch mehrere christliche Einwohner den in den Viehwaggons eingesperrten Juden helfen, die wie wahnsinnig nach Brot und Wasser schrien, aber die Gendarmen drohten auf die Helfer zu schießen. . In der Station Belitza wollten die Honoratioren sich telegraphisch für die verschmachtenden Kranken und Sterbenden einsetzen. Die Telegramme wurden zurückgehalten und sämtliche Unterzeichner des Telegrammes wurderi als Geiseln in die Gefängnis se gesperrt und schmachten jetzt noch darin. Es sind zahlreiche Fülle vorgekommen, daß sogenarmte Judenzüge nach wochenlanger qualvoller Fahrt endlich an ihren Bestimmungsort kamen, aber sofort die umso qualvollere Rückreise antreten mußten, weil der betreffende Gouverneur die Juden nicht a u f n e h - m e n w o 111 e. Mehrere jüdische Frauen sind während dieser Höllenfahrt niedergekommen. In den verschlossenen Waggons ohne Speise und Trank tagelang zusammengepfercht, verhallteii ihre Schreie um ärztliche Hilfe völlig nutzlos. Der Dumaabgeordnete, der mir die Abschrift übermittelte, schreibt mir unter anderem: Unsere englischen Bundesgenossen sammeln Tausende für arme. Negerkinder, um für sie Lendenschürzchen anzuschaffen. Die mit uns verbündeten französischen Bourgeois veröffentlichen ganze Bibliotheken über deutsche Greuel. Wir selbst erklären, wir kämpften für Kultur und Freiheit. Zeigen Sie' der noch objektiv gebliebenen Welt, wie der Zaris'MRs mit seinen eigenen Untertanen, seinen „lieben Juden" verfährt. Kriegsdekoralionen jüdischer Offiziere ünd Soldaten. t Se. Majestät der Kaiser hat verliehen: das Ritterkreuz des Franz Josef- Ordens am Bande des Mititärverdienstkreuzes für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde dem Militar- Oberrechnungsrat 2. Klasse Maximilian Sterns ch e i n, Militärkommando Graz 2; das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten vor dem Feinde oem gefallenen Oberleutnant d. R. Johann Adler, Infanterieregiment Nr. 66; den gefallenen Leutnants d. R. Josef G r ü n, Infanterieregiment Nr. 63, Max S z a r v a s vel Steuermann, Infanterieregiment Nr. 76, Erwin Alle S, Infanterieregiment Nr. 99; ferner dem Oberleutnant Desicerius P o l l a k, ung. Landwehrregiment Nr. 11; den Leutnants d. R. Hugo Kaud e r s, Infanterieregiment Nr. 10, Otro M a n d l, Autoabteilung, Moriz Schwarz, Infanterieregiment Nr.69, Armin Grün selb, ung. Landwehrregiment Nr. 11; das Sigrpum laudis am Bande des Militarverdienstkreuzes /kaiserliche belobende Anerkennung? für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Major M a n s ch, Kommandant der Fetdhaubitzendioision 1/11 fzum zweitenmal ausgezeichnet); den Oberleutnants d. R. Wilhelm A l t m a n n, Draindivision Nr. 12, Friedrich Steine r, Traindivision Nr. 15, Oswald I o h n, ung. Landwehr- Jnsanteriebataitlon Nr. 302; Richaro Kauoers, Landwehr-Infanterieregiment Nr. 11, Tiber Perl, Traindivision Nr. 5, Dr. Adalbert Pick, Traindivision Nr. 12, Leopold Glaser, Traindivision Nr. 3, Josef Mahler, Feldkanonenregiment Nr. 28, Oskar Plan n, ung. Feldkanonenregiment Nr. 15, Nakhn Schlesinger, ung. Landwehrregiment Nr. 24; den Leutnants d. R. Stanislaus von Löwenstein, Ulanenregiment Nr. 13, Arnold Sommer, Infanterieregiment Nr. 13, Johann Rußmann, Jnfanteriebataillon II/ 72, Karl Bloch, Sappeurbataillon Nr. 4, Artur Nagel, Jägerbataillon Nr. 18, Dr. Heinrich Benedikt, Armee-Oberkommando, Hugo Werlheimer, Leo Kohn, Jägerbataillon 8, Hans R e u w e l t, Traindivision Nr. 4, Robert Popper, Jägerbataillon Nr. 6, Markus Kalmwt> 1. ungar. Landwehr-Marschregiment, Paul Ritter von Sonnent a l, reitende Artilleriedioision Nr. 10/ Heinrich Orn - flettt, Feldkanonenregiment Nr. 15, Markus Wisznitzer, 11. Korpskommando, Norbert Bergmann, Eisenbahnregiment, Alfred Deutsch, Festungsartillerieregiment Nr. 2; den Oberleutnants d. R. David Gottlieb, Armin Bartfeld, beide ung. Lanowehrregiment Nr. 36; für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten den Assistellzärzten Dr. Alexander G r ü n, 4. Tiroler Jägerregiment, Dr. Isidor R o s n e r, bosn.-herz. Regiment Nr. 1, Dr. Abraham M a r e l, Infanterieregiment Nr. 58, Dr. Julius Krausz, ung. Landwehrregiment Nr. 11; den Oberärzten Dr. Samuel Spitzer, Feldkanonenregiment Nr. 32, Dr. Aron Pesics, ung. Landwehrregiment Nr. 6; das goldene Verdien stkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feiilde den Oberärzten d. R. Dr. Gabriel Szomto, Feldbahn 3, Dr. Adolf Hönig, 5. Korpskommando; dem Hauptmann-Rechnungsführer Adolf S a p h i e r, Jnfanteriereginient Nr. 15; dem Oberleutnant-Rechnungsführer Eugen Herzberg, Infanterieregiment Nr. 40; dem Oberltn.- Oekonomieoffizier Salomon Hollos, ung. Landwehrregiment Nr. 13; dem Leutnant Samuel Hers ch, ung. Landwehrregiment Nr. 1; dem Verpflegsoffiziat Jakob S ch w e i s z g u t, Jnfanterie-Verpflegsftaffel Nr. 5/35;