Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 32 (6.8.1915)
- Date
- 1915-08-06
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 32 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 6V1 R ö h r's Witwe Kr. 4.—, Dr. 5k raus Kr. 4.—, Frau H. Kral Kr. 2.—. Hugo Abeles Kr. 2.—, Josef Kohn Kr. 2.—, Otto S a m e tz Kr. 2 —, Max M e n d l Kr. 3.-, Frau R. T a u s s i g Kr. 2.—, Alfred M andelik Kr. 2.- Julius Müller Kr. 2.-, Frau P. Schottländer 5tr. 2.—, Ernst Koralek Kr. 10.-, Rud. P r o p p e r Kr. 2.—, F. Fuchs Kr. 2.—, Erwin Heller Kr. 2.-, Familie Klein Kr. 4.-, Alfred Freud Kr. 2.—, Karl Reich Kr. 2. , E. P o r g e s Kr. 2.—; zusammen Kr. 75.—. Die Kredithilfe für die palästinensischen Orangenpflanzer. Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, haben die jüdischen Orangenpflanzer von Palästina ein vierprozentiges Gesamtdarlehen von 600.000 Francs erhalten, ltm die momeirtane Krise überstehen zu köilnen. Diese Summe wilrde im Wege der Subskription durch folgende Beiträge aufgebracht: Baron Edmond de Rothschild 200.000 Francs, Jakob H. Schiff, Newyork, 100.000 Francs, der jüdische Nationalfonds 100,000 Francs, Julius Rosentoald, Chikago, 50.000 Francs, Harry Lewison 12.500 Francs, Guggenheim 12.500 Francs und eine jüdische Vereinigung in Newyork 25.000 Francs. Brockcnsammlnng für jüdische Arme. Unser noch vor 4 Wochen gut assortiertes Lager ist vollständig geräumt. Es herrscht Nachfrage nach Kleidern. Wäsche. Schuhen. Flüchtlinge aus Tirol, die ihr Heim, ohne auch nur das Nötigste mitnehmen zu können, verlassen mußten, melden sich täglich. Edle Frauen, die Ihr in Kurorten und Sommerfrischen des Sommers Freuden im Kreise Eurer Lieben genießet, gedenket dieser Armen! Groß ist die Not der Kranken und H e i m a t l o s e n. Eine alte Frau, der ein Fuß abgenommen wurde, nährt sich seit Wochen von Thee und Kartoffeln; es fehlt ihr an Wäsche, an kräftiger Nahrunz, an Allem, das ihre Schmerzen erträglicher machen könnte. Spenden für die Armen bittet man an den Obmann des Vereines, Herrn S. Bauer, Lerchenfelderstraße 7l, zu senden. Wien. (Au s z e i chn u n g.) Dem Oberleutnant d. (i. Siegmund Gnnsberger, k. u. k. Hof- und Kammerlieferant, wurde das Ehrenzeichen 2. Klasse vom Roten Kreuz verliehen. Dr. Karl Lippe gef. Andenkens. Wenn man in den letzten Monaten die Bibliothek unserer Kultusgemeinde besucht oder sich an dem Schabbos-Nachmittag- Korso unserer Flüchtlinge auf der Pcaterstraße und in deren Umgebung beteiligte, mußte einem ein Greisenauge aussallen, das in jugendlichem Feuer erstrahlend, eine Welt, voller Geist und Gemüt wiederspiegelte. Jeder hatte diese ausdrucksvollen belebten Züge schon irgendwo im Bilde gesehen. Die Porträts der ersten Vertreter des jüdischnationalen Gedankens, die Ausnahmen des ersten Zionistenkongresses, die Titelblätter einer Reihe von glühendem jüdischen Empfinden getragener Schriften, sie alle halten uns diesen jüdischen Typus ins Gedächtnis geprägt. Es war Dr. Karl Lippe, der bekannte Arzt und Literat und Politiker. Einer dec aufrichtigsten Verfechter des jüdischen Nationalismus schon vor Theodor Herzls Auftreten, verdiente er vollauf die Auszeichnung, auf dem-Ersten Baseler Kongreß mit dem Alterspräsidium betraut zu werden. Aber über diesem Austreten in der breiten Oefsentlichkeit darf nicht die emsige Kleinarbeit übersehen werden, mit der er sich an sttllen Winterabenden der geistig-nationalen Erziehung der jüdischen Umgebung in seiner Heimatstadt widmete, und von der seine geistvollen Vorträge unvergängliches Zeugnis abtegen. Was er für die geistige Hebung und die Rechtssicherheit unserer Glaubensbrüder in Rumänien geleistet hat, bleibt ein Ehrendenkmal für ihn . ere ptT.-nnius. Schwere Sorgen belasteten seine treue jüdische Seele in den letzten Wochen, das Flüchtlingsschicksal, der Verlust seines Schwiegersohnes und andere Heimsuchungen trübten seine sonst so lebensfreudige Stimmung. Seine geistige Regsamkeit, die ihm bis zum letzten Atemzuge treu blieb, half ihm über diese ernsten Stunden hinweg. Sein hohes Alter forderte seinen Tribut. Sanft schlummerte er in ein besseres Jenseits hinüber. Am vergangenen Mittwoch wurde der seltene Mann von einer Schar treuer Freunde und Gesinnungsgenossen, darunter die Herren Abgeordneter Strand und Obertommissär T a u s s i g. zur letzten Ruhe bestattet. Nach den üblichen Trauergesängen, von Herrn ersten Kantor Serebrenik und dem Synagogenchor ergreffend oorgetragen, widmete Herr Rabbiner Dr. Grunwald dem Verblichenen Worte freundschaftlicher Trauer. Herr Abgeordneter Strand sprach alsdann an der Bahre im Namen der zionistischen Partei. Ehre dem Andenken dieses Wackeren! Sein Segen wirkt fort in die-».fernsten Zeiten! Wilhelm Jenner f. A. Am 15. Juli ist der 2. Bezirk, Obere Tonaustraße Nr. 19, wohnhaft gewesene Herr Wilhelm Jenner das Opfer eines schrecklichen Unfalles - er geriet unter die Schutzvorrichtung der Straßenbahn geworden. Der Verewigte entstammte einer berühmten jüdischen Gelehrtenfamilie, war der Sohn des als Menschenfreund und Gelehrter in weiteren Kreisen bekannten Rabbiaats Verwesers in Krakau, Abraham Jenner s. A., und hat vermöge seines lauteren Charakters und seiner humanen Gesinnung viele Sympathien genossen. Dem Judentum hing er an mit jeder Faser seines Herzens und an allen das Judentum berührenden Fragen nahm er lebhaftes Interesse — insbesondere die Frage des Renegatentums hat sein tiefstes Innerstes bewegt und wiederholt hat er es unternommen, beim Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde zur Heilung dieser Seuche Vorschläge zu machen. Bei der am 18. Juli stattgehabten Leichenfeier unter zahlreicher Beteiligung der Freunde und Verehrer des Verblichenen hielt Herr Rabbiner Dr. Max Gr unwald eine Gedenkrede, in welcher er die edlen Eharaktereigenschaften des Verewigten in ergreifenden Worten lzeichnete, ferner namens der Wiener zionistischen Vereinigung das Vorstandsmitglied derselben, Herr W a l t u ch, welcher die lebhafte Anteilnahme des Dahingeschiedenen aal Werden und Wachsen dieser Bewegung rühmend hervorhob. Wien. (V i e r z i g j ä h r i g e t r e ne Di e n ft c.) Vor kurzem fand die feierliche Ueberreichung der Ehrenmedaille für :40 jährige treue Dienste lern den Oberlehrer der Knaben- Volksschule, Wien, 2. Bez., Kleine Sperlgasse, Jakob Kappelmacher durch den Bürgermeister von Wien statt. Nachdem der Bürgermeister in seiner Ueberreichnngsansprache die Verdienste des Oberlehrers Kappe l m a ch e r hervorgehoben hatte, beglückwünschte das Vorftandsnlitglied der Wiener israelitischen Kullnsgcmeinde, Bezirksschulrat Dr. Phil, et jur. Markus spitzer, den ausgezeichneten Oberlehrer namens des Vorstandes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde. Dr. Spitzer betonte, daß Oberlehrer Kappelmacher durch treue Mitarbeit die Bestrebungen des Kultusvorstandes, welche darauf gerichtet sind, in den Herzen der Schuljugend die Liebe zu Gott, Kaiser und Vaterland und zur erhabenen Idee der alle Gegensätze überbrückenden reinen Menschenliebe zu wecken, unterstützt habe. Dr. Spitzer schloß mit dem Wunsche, daß Oberlehrer Kappelmacher sich noch lange der Auszeichnung erfreuen möge, it: dem Bewußtsein, daß er stets seine Pflicht erfüllt habe, zmn Heile seiner Mitbürger, zum Wohle der geliebten Sladt und zur Ehre des Judentums. Oberlehrer K a p p e l - macher sprach dem Bürgermeister und dem Vertreter der Knltusgemeinde in herzlichen Worten seinem Dank aus. Kaiserlicher Rat N. Schesftel. Wie die Tagesblätter gemeldet, ist vor einigen Tagen kaiserlicher Rat und Kommerzialrat Naumann Schesftel im Alter von 74 Jahren plötzlich verschieden. Der Verblichene hat Jahrzehnte hindurch in sehr vielen wirtschaftlichen und industriellen Verbänden, denen er angehörte, eine überaus hingebungsvoll: Tätigkeit entwickelt und ist überall vermöge seiner großen Charaktereigenschaften, umfassenden Wissens und langjähriger Erfahrung aneifernd für die wichtigsten fortschrittlichen Bestrebungen eingetreten. Sowohl im Jndustrierat als auch im Gremium der Wiener Kaufmannschaft und im Niederösterreichischen Gewerbeverein, welchen Korporationen er lange Jahre bis zu seinem Tode angehörte, hat er