Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 30 (23.7.1915)
- Date
- 1915-07-23
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 30 1.— Socher, Kolomea 1.—, Frankel, Przemysl 1—, Kostner, Sadagora 1.— Zuns, Krystynopol 2.—, Safier, Krystynopol 2.—, Ebel, Belz 1.—, Scherf, Mäulince 2.—, Perlroch, Tarnobrzeg 1— . Selig, Grodek '1.—, Lakier, Stanislau 2—, Rubinstein, Stryj 1.—, Kornweiz, Podhajce 1.—■, Brandmann, Nadworna 2— , Altstätter, Klinkow 1—, Korp, Radymno 1—, Schapiew, Buczacz 1— Diamantstein, Chodorow 1. -, Kornblum, Brzezany 1.—, durch Abraham Hirschseld von einem Ungenannten 100.—, Synagoge Beis Israel 20.—; Summe Kr. 407.60. Wien. Das k. it: k. Militärkommando hat d'm "Rabbiner Dr. Frankfurter in Würdigung seiner Verdienste um die Soldaten mosaischer Konfession die belobende Anerkennung ausgesprochen. Antrittspredigt im Tempel Wien, 2. Bez., Pazmanitengasse 6. Freitag, den 23. Juli 1915 (Schabbos Nachniu) findet bei dem um 7 Uhr abends abzuhaltenden Abendgottesdienste die feierliche Einführung des rrengewahlten Rabbiners Dr. Sal. Funk statt. Samstag vor denn Mussaphgebete hält Se. Ehrwürden die Anrrirtspredigt. Rechtsschutzbüro des Zionistischen Zentralkomitees, für Kriegsflüchtlinge. Im Einvernehmen mit dem Leiter der Zentralst.lie für die Fürsorge für die Kriegsflüchtlinge Eemeinderat Dr. Schwarz- Hitler hat das Zionistische Zentralkomitee im November 1914 im Lokale, .2. Bezirk, Zirkusgasse 33, ein Rechtsschutzbüro für Kriegsflüchtlinge ohne Unterschied der Nation und Konfession errichtet, welches als Sektion V der Zentralstelle organisiert ist. Das Büro entfaltet seit seiner Eröffnung eine sehr ersprießliche Tätigkeit und wird von den Flüchtlingen sehr in Anspruch genommen. Von Tausenden von Rechtsbelehrungen und sonstigen Informationen abgesehen, hat dieses Büro bis auf den heutigen Tag 5474 Rechtssachen erledigt. Dank dem Entgegenkommen aller Behörden war das Rechtsschutzbüro in der Lage, die meisten Angelegenheiten für die Parteien günstig zu erledigen. Im Monat Juni 1915 wurden 495 Fälle (Klagen, Interventionen und Vertretungen vor Gericht) erledigt. Die gegenwärtigen Leiter des Rechtsschutzbüros, Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Ernst Schubert (Wien) und Landes- und Gerichtsadvokat Dr. .Josef- Koch (Lemberg), werden in ihrer Tätigkeit von folgenden Herren unterstützt: Dr. K. List' (Wien), Dr. E. R o h r l i ch (Wien), Dr. David Koch (Lemberg), JUC. Fritz Antal (Wien), Dr. F. Waschitz (Lemberg), Dr. M. Feuerstein (Wien), Dr. M. Fünkler (Wien), Dr. S. Feldmann (Tarnopol), Dr. H. Schiff mann (Wien), Dr. Silbe r s ch e i n (Lemberg). Der Jüdische Handlungögchilf.n-Verband im Kriege. Zu den Organisationen, die durch den Krieg am stärksten in Mitleidenschaft gezogen lwurden gehört unstreitig der seit fünf Jahren bestehende Jüdische Handlungsgehilsen-Verband, S.h Wien. Schon zu Beginn des Krieges sind ungefähr 30 Prozent der männlichen Mitglieder anläßlich der al gemeinen Modi i irrung cinberusen worden; durch die wiederholten Musterungen ist jedoch die Zahl der eingerückten Mitglieder auf ungefähr 89 Prozent gestiegen, so daß an manchen Orten überhaupt kein einziges männliches Mitglied vorhanden ist. Von den Vorstandsmitgliedern sind u. a. die Kollegen Benno Deutsch, Samuel Strauß, Siegfried Keßler, Josef Neumann, Ernst Hirsch, Friedrich Spatz im Felde. Bei den letzten Musterungen wurden auch die Kollegen Isidor Fischer (Mährisch- Ostrau), Karl Fried (Proßnitz) einberufen, die an der Spitze der Kreisleitung Mähren-Schlesien standen. Verwundet wurden u. a. die Kollegen Benno Deutsch, Hermann Blatt, Leo Rothschild (Wien), Salo Liebeskind (Mähr.-Ostrau). Gefangen wurden u. a. die Kollegen. Josef Künstler (Serbien) und David Händel (Rußland); aus der russischen Gefangenschaft entflohen ist Kollege Samuel Jnslicht, der kürzlich in Wien weilte und bereits wieder eingerückt ist. Am 26. Juni fiel bei einem Sturmangriff in Galizien Kollege Sigmund Salzer, Kriegsfreiwilliger des Infanterieregiments Nr. 76, Beamter der Firma B. Spiegler & Söhne, Wien, im Alter von 24 Jahren. Wiewohl erst seit zirka zwei Jahren Mitglied des Jüdischen Handlungsgehilfen-Verbandes, nahm derselbe doch an den Veranstaltungen des Verbandes regen Anteil und war im März 1913 auch als Kandidat für die Gremialwahlen (Liste Benno Deutsch) ausgestellt. Kollege Salzer hatte für alle jüdischen Renaissancsbestrebungen wärmstes Interesse und erfreute sich bei allen, die ihn kannten, der größten Beliebtheit. Sein Andenken wird im Kreise der Jüdischen Handlungsgehilfen-Verband- Mitglieder stets in Ehren gehalten werden. Seite 563 Heber Auszeichnungen und Beförderungen von Mitgliedern des Jüdischen Handlungsgehilfen-Verbandes kann erst sparer berichtet werden, da eine genaue Uebersicht hierüber gegenwärtig nicht möglich ist. _ Fortbildungskurs für israelitische Religionstehrer an Volks- und Bürgerschulen in Galizien. Mir Bewilligung und unter "Aufsicht des r. f. galizischen Landesschulrates fand hier ein einmonatiger Fortbildungskurs (vom 12. Mai bis l5. Iu u i) für die hier weilenden israelitischen Religionslehrer an Volks- und Bürgerschulen aus Galizien statt. Das Lehr- Programm, welches insgesamt 73 Unterrichtsstunden umfaßte, erstreckte sich auf folgende Disziplinen: 1. Einleitung in die Bibel und Interpretation ausgewählier Prophetenreden (16 Stunden) — Prof. Dozent Doktor M. Schorr; 2. Ueberblick über die Geschichte der Juden, insbesondere der Juden in Polen, ferner Pflichte': und Rechte der israelitischen Religionslehrer (13 Stunden - - Prof. Dr. M. Balaban; 3. Einleitung in den Tal nlud und Erklärung ausgewählter Abschnitte aus der Mischnah (12 Stunden) — Prof. Dr. L. Freund: 4. Dispositionen für Schulexorten aus Grund der Bibel itub des Midrasch (12 Stunden- — Rabbiner Doktor 5. Gnttmann: 5. Biblisch-talmudische Ethik (ZStd.) -- Pros. H. Bad; 6. Pädagogik des israelitischen Religionsunteerich e? und Erörterung methodisch-didaktischer Fragen desselben (12 Stunden- — Pros. S. Taube s. Tie Vorlesungen fanden im Lehrsaale der israelitischen Kultnsgemeinde (I., Seitenstetceng. 2» statt und waren von beinahe fünfzig Religionslehrern aus Galizien (darunter zwei Gymnasiallehrern» frequentiert, die sämtlich amtliche Bescheinigungen über den Besuch des Lehrkurses erhalten haben. Als Vertreter des Landesschulrates . haben Universitätsprofessor Dr. Leon Ster n - bach und Landesschulinspektor Dr. Jahner mehreren Vorlesungen beigewohnt. Bei der Schlußfeier betonte der Leiter deS Kurses, Dozent Dr. S ch o r r, in seiner Ansprache, daß in diesem Fortbildungskurse, der seine Ausgabe nach jeder Seite hin voll und ganz erfüllt und den wißbegierigen Frequentanten vielfache Anregungen für die Vertiefung ihres Wissens auf dem Gebiete der jüdischen Geschichte und Literatur geboten hat, zugleich auch der Grundstein gewissermaßen gelegt sei für die dringend notwendige und vom k. k. Unterrichtsministerium auch genehmigte Reorganisierung der in L e m b e r g seit zehn Jahren wirkenden Anstalt zur Heranbildung israelitischer Religionslehrer an Volks- und Bürger schulen in Galizien. Hoffentlich wird dieser Plan der Reorganisierung zum Wohle ^)es jüdischen Religionsunterrichtes schon im nächsten Schuljahre der Verwirk lichung zugeführt werden können. Erwähnt sei noch, daß aus eine während der Jnaugurationsfeier an den Präsidenten des ga izischen Landesschulrates, Ritter von Dembowski, abgeschickte Begrüßungsdepesche dieser mit einem in herzlichen Worten gehaltenen Telegramm geantwortet hat, in welchem er seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, daß bei der bewährten Tüchtigkeit der Dozenten der Lehrkurs für die Teilnehmer von den segensreichsten Folgen fein werde. Jüdischer Schulverein für den 9. Bezirk. Vorige Woche fand die Zeugnisverteilung in feierlicher Wese in Gegenwart des Herrn Schulinspektors I. Braun und des Vereinsvorstandes statt. Herr Josef Braun hielt eine zu Herzen gehende Ansprache an die Kinder und erklärte sich mit den Lehrerfolgen, die heuer unter besonderen Schwierigkeiten erzielt wurden, besonders befriedigt und drückte dem Vorstände und dem Lehrkörper besonderen Dank aus. Hernach hielt Herr Lehrer Müller eine tiefempfundene Ansprache. Zum Schlüsse wurde eine solenne Huldigung Seiner Majestät unserem allverehrten Kaiser dargebracht, die Volkshymne und andere patriotische Lieder von allen Anwesenden gesungen. Dr. Bloch's Wochenschrift