Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 30 (23.7.1915)
- Date
- 1915-07-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 30 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 561 Interesse für diese Institution tatkräftig kund und wird demnächst selbst erscheinen, um sich von der Vorzüglichkeit des Gebotenen zu überzeugen. Zahlreiche Beglückwünschungen, so von Herrn Oberrabbiner Dr. GVdemann, Frau Lina Kremen di u. a., betonten, wie dringend diese schöne Ausspeisung geworden, da immer weitere Kreise, die sich scheuen, die Volksküche zu besuchen, nicht mehr in der Lage sind, Restaurants aufzusuchen oder 5lüchen führen zu können. Der Lemberger Gemeinderat und die Juden. Bekanntlich wurde der Lemberger Gemeinderat auft gelöst und die Stadt erhielt einen Regierungskomniissär in der Person des Bezirkshauptmannes Grabowski. Dem Regierungskommissär wurde ein aus 18 Mitgliedern bestehender Beirat beigegeben, darunter drei Juden und ein jüdischer Stellvertreter. Vor Ernennung der Beiräte hat der Statthalter v. Korytowski die Liste der Kandidaten dem provisorischen Leiter der hiesigen Kultusgemeinde, Herrn Jacob Stroh, vorgelegt, welcher sich damit einverstanden erklärte, daß die Herren Beiser, Dr. Caro, Dr. Ruff und Dr. Schleicher zu Beiräten ernannt werden. Nun ist bekanntlich Dr. Schleicher (gewesener Vizebürgermeister) von den Russen weggeschleppt worden und die restlichen Herren weilen iu Wien. Die. jüdische Bevölkerung verblieb somit ohne jeden Vertreter in der Gemeindeverwaltung. Dies veranlaßte den inzwischen nach Lemberg zurückgekehrten gewesenen Gemeinderat Bankier Chajes, ein Memorial an die Regierung zu richten, und erwarten wir, daß Herr v. Korytowski die Sache prüfen und entweder die ernannten Beiräte zur Rückkehr nach Lemberg auffordern oder andere drei Herren ernennen wird. (Inzwischen ist zum Statthalter für Galizien General der Infanterie C o l l a r d ernannt worden, dem Herr v. Korytowski die Eingabe des Herrn C h a j e s hoffentlich abgetreten hat. Änm. d. Redaktion.) — - Die hiesige Kultusgemeinde ist ebenfalls verwaist. Der Vizepräsident Dr. Diamand wurde von den Russen mitgenommen und wird der Präsident Dr. Schaff jeden Tag hier erwartet, ebenso das Beamtenpersonal der Knltusgemeinde. r. s. Bilm. Hochverehrter Herr Redakteur! Als Ergänzung zu Ihrem Artikel über die Schulaktion für Flüchtlingskinder aus Galizien und der Bukowina ersuche ich Sie höflichst, in Ihrem geschätzten Blatte zu oerössentlichen, daß auch in unserer Gemeinde eine von Herrn Akima Hoffmann, Religionslehrer für Volks- und Mittelschulen in Jaslo, in mustergiltiger Weise geleitete Flüchtlingsschule besteht. Herr Lehrer H o f f m a n n gründete die Schule gleich nach Ankunft der Flüchtlinge in unserem Bezirke (am 15. Dezember) aus eigener Initiative und am Anfänge ohne jede Unterstützung von Seiten irgendwelcher Korporation. Erst später nahm sich auch die „Israelitische Allianz" und das Flüchtlingsfürsorge- Komitee unserer Kultusgemeinde der Sache an. Freqnentiert wurde die Schule von 78 Schülern und Schülerinnen aus fünf verschiedenen Ortschaften. Herr Lehrer Hoffmann verstand es nicht nur, durch seine rastlose Tätigkeit schöne Erfolge beim Unterrichte der Flüchtlingskinder zu erzielen, sondern er vertrat auch das Interesse seiner Schuljugend außerhalb der Schule in sehr lobenswerter Weise. .Für seine nützliche Tätigkeit wird ihm an dieser Stelle von Seiten unseres Flüchtlingsfürsorgekomitees öffentlicher Dank ausgesprochen. Hochachtungsvoll Dr. Ephraim Sonnenschein, Rabbiner. Bilin, den 16. Juli 1915. Veriniscbtes. Hungersnot der galizischen Juden in von den Russe r ksfreilen Orten. Herr Redakteur! Nachmals rufe ich Ihr Mitleid und das Mitleid aller edlen Menschen für die den Hungertyphus erliegenden Juden in den von den Russen befreiten Ortschaften Oftgaliziens an. Vor der Flucht haben die Russen alles geplündert, Lebensmittel, Kleidungsstücke geraubt und mitgenommen, die Juden blieben zurück, nackt und ohne jegliche Subsistenzmittel. Der Erzbischof von Krakau hat eine Hilfsaktion in groftem Mahstabe eingeleitet, a.lein diese organisierte Hilfstätigkeit kommt lediglich den christlichen Arme.» zugute, die Juden fallen auf der Strafte tot nieder vor Hunger. Oesterreichische Offiziere veranstalteten Sammlungen für diese Aermsten. AI ein das ist selbstverständlich nicht hinreichend. Was notwendig ist wäre nicht Geld, sondecn Lebensmittel. Herr Redakteur, rufen Sie das Erbarmen edler Menschen an zugunsten dieser Unglücklichen. Nachschrift der Redaktion: Aus Lemberg schreibt der Przemysler Oberrabbiner Hedalje S ch m e I k e s: „Die Not ist hier furchtbar, wo ein« Masse flüchtiger Juden aus allen Teilen de- Landes zusammengeströmt ist. Wir stehen ohne Hilfe hier, ratlos der großen Not gegenüber. Mir bricht das Herz, wenn ich das Leid der armen, hungernden Kinder ansehe. Gott erbarme sich unser." _ Zur Hilfe für die Not in Galizien sendet uns Herr Lazar Eppinger in Budapest Kr. 50.—. Liebesgaben für Verwundete und Kranke im Felde. Dank dem unermüdlichen Bemühen des Herrn Karl Fleischer aus Raitz, der mir wiederholt Liebergaben für die verwundeten Soldaten zukommen lieft, ist mir wieder ein gröfterer Betrag aus einer Sammlung zur Verfügung gestellt worden, den ich zugunsten der kranken und verwundeten Soldaten verwenden kann. An der Sammlung haben sich beteiligt: Herren E. Bloch & Söhne, Brünn Kr. 20.—; Lud. Rosenseld, Brünn 3.—; Oberleutnant Otto Drucker, Brünn 10.; Heinrich Gutter, Bielitz 5.—; Ed. Jampl, Wier 2.—; Frau Rest Frisch, Cernahora 2.—; Mar Frisch, Eernahora 4.—; Leopold Frisch, Cernahora 4.—; Laz. Hanak, Boskow tz 4.; Ludw. Goldmann, Boskowitz 5.—; H. Schlesinger, Bo-kowitz 5.—; Frau Netti Knöpfelmachec, Boskowitz 8.—; Moritz Zeise', Boskowitz 10.—; Moritz Mayer jun, Boskowitz 2.—; Otto Mayer, Skalitz 5.—; Moritz Fleischer, Brünn 11.—; zusammen Kr. 100.—. Dem Sammler und allen Spendern spreche ich meinen herzlichsten Dank aus. Feldrabbiner Dr. Meier Tauber, Feldpost 6. Spenden. Für galizische Flüchtlinge: Sammlung von Frl Anna L a ch m a n n, Breslau Kr. 10.—. Spenden für Palästina. L K und H K je 10 Kr.: isr. Kultusgemeinde Karolinenthal; HK 12 Kr. durch Feldrabbiner Dr. Lemberger «Oberleutnant Strakosch 5 Kr, San.-Unteroffizier Rosen blüth 2 Kr., Feldrabbiner Dr. Lemberger 5 Kr.); HK 47 Kr. durch Feldrabbiner Dr. Templer (Oberarzt Dr. Abeles 10 Kr., Assistenzarzt Dr. Rosenbaum 10 Kr., Rechnungsunteroffizier Beer 10 Kr., San.-Soldat Glück 5 Kr., H. 2 Kr., Feldrabbiner Dr. Templer 10 Kr.); L K 684 Kr. durch Kultuspräses kais. Rat Sal. P o l l a k in Bielitz (300 Kr. isr. Kultusgemeinde Biala-Lipnik, 100 Kr. kais. Rat Sal. Pollak, 70 Kr. F. Rabinowitz Söhne, 60 Kr. Mor. V r a u n b e r g, 60 Kr. Heinr. H e i l p e r n, 40 Kr. W lh. L ö w e n b e r g, 10 Kr. Prof. Ed. F e u e r st e i n, 10 Kr. H. Feiler, 10 Kr. Carl D ü u ck e r, .10 Kr. Josefyna K o h n, 10 Kr. Verth. S i mchowitz, 4 Kr. Laura Kuba); LK 250 Kr. und 2.0 Kr. H K durch Rabbiner Dr. L a z a r u s-Göding (Kommerzialrat Fritz R e dl i ch, Bürgermeister in Göding 200 Kr., Berthold Mayer, Göding 50 Kr., .I. Frankl u. Söhne, Göding 50 Kr., Wilh. I o k l, Göding 50 Kr., Adolf K o h n, Göding 30 Kr, Brüder Lechner, Göding 30 Kr., Bernhard Körner, Göding 30 Kr., Adolf S1 e i n i tz, Göding 20 Kr., Carl Leichter, Göding 20 Kr., Dr. Ludwig Lazarus, Göding 20 Kr.); HK 10 Kr. G r ä tz e r durch Alb. Löw; HK 10 Kr. Antonie Nagel; HK 10 Kr. Kultusgemeinde Jägerndorf; H K und L K je 10 Kr. L. M. Schön, Wsetin; H K und L K je 10 Kr. k. k. Oberbaurat Eduard Bardach; HK 5 Kr. Moses Dawid Melzer. Weitere Spenden in der Beilage.